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Kessia

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AW: Gewerkschaften

Muss sagen, dass mir das sehr negativen Beiträge von Dr.Poops auch zunehmend weniger gefallen - Frust, Frust, Frust und alles Mist.

Ausserdem ist die Schreibweise ne Zumutung. Keine Absätze, alles klein, kaum zu lesen.
Da muss ich jetzt zustimmen. Das Lesen fällt mir auch sehr schwer; man verirrt sich in den Zeilen, man muss die Inhalte immer wieder abrufen und die Interpunktionen sind unübersichtlich.
Den Kern der Aussagen von der Doktorin wiederrum aber finde ich gelungen.
 
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Kessia

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AW: Gewerkschaften

Da muss ich jetzt zustimmen. Das Lesen fällt mir auch sehr schwer; man verirrt sich in den Zeilen, man muss die Inhalte immer wieder abrufen und die Interpunktionen sind unübersichtlich.
Den Kern der Aussagen von der Doktorin wiederrum aber finde ich gelungen.
Schade muss ich da einfach sagen, dass es an der Rhetorik scheitert. :ka:
 
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dr.poops

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Guten Tag!
Einen Irrgarten aus Zeilen und überhaupt Wirrwarr, das will ich natürlich nicht und gelobe im Handumdrehen Besserung:) und danke für den Hinweis.
Meine sogenannten "sehr negative Aussagen" sind die Schilderungen dessen, was ich in den letzten Wochen an "Engagement" erlebt habe. Um beim Beispiel Demo zu bleiben: sie war vier Wochen vorher angekündigt. Ort, Zeit und Grund waren für alle verständlich und deutlich lesbar auf diversen und strategisch günstig plazierten Plakaten vermerkt. Subtrahieren wir mal die KollegInnen, die Nachtschicht haben und tagsüber schlafen müssen, verreiste Urlauber und Erkrankte. Da hätten dann trotzdem über tausend KollegInnen kommen können.
Wie schon beschrieben war das leider nicht so. Das zu schildern ist nicht negativ - der Umstand, warum das beschrieben wird, hingegen schon.
Negativ ist zudem, dass ich/wir mit vielen kompetenten KollegInnen zusammenarbeiten, die viel wissen, viel können und sich für die PatientInnen engagieren. Was sie dabei nur vergessen: das ist in diesem Maße nicht mehr leistbar. Zum Teil von allen unbemerkt, wurde die Arbeitsdichte sukzessive hochgeschraubt und das Personal zusammengestrichen. Gab es hie und da also mal ein, zwei Tage, in denen es füchterlich rund ging, so ist das nun mittlerweile Alltag. Daran haben sich alle gewöhnt.
Ebenso haben sich die KollegInnen zunehmend daran gewöhnt, dass aus dem geplanten freien Tag nichts wird, weil sie gefragt wurden, "kannst du morgen Frühdienst machen?" und was machen sie? Sie sagen selbstverständlich "ja." Ja. Dann mal viel Freude am Beruf. Bisherige Bilanz: ein Kollege zur "burn-out"-Kur (nach viermonatiger Wartezeit), zwei Suizide in den letzten zwei Jahren, mehrere dekompensierte KollegInnen, denen das Leben allmählich aus den Fugen gerät (mehrere Beziehungskrisen, eine Scheidung), weil einfach keine Zeit mehr übrig ist, wenn man bedenkt, dass auch mal geschlafen werden muss.
Das ist negativ. Das ist sogar sehr negativ. Das macht keinen Spaß mehr und macht die Leute krank. Dieses System, welches wir also mit unserem "okay, ich spring' ein," "nein, kein Problem, den Patienten nehemn wir auch noch auf," etc. zugunsten einer geldgierigen Geschäftsführungsmafia unterstützen, macht uns krank. Punkt.
Dass man dem Boten einer miesen Nachricht auf die Klappe haut, kennen wir zu gut. In der Regel hauen diejenigen zu, die das Ganze schon längst nicht mehr aktiv betrieben, sondern sich theoriegestützt und evidenzbasiert Idealfälle im Büro zurechthäkeln und hernach beleidigt sind, wenn die ganze crowd nicht , "hurra, das ist ja super!" schreit. Das ist auch negativ. Denn da stehen die PraktikerInnnen aus der Pflege weiterhin alleine da und die Theoretiker sind vergnatzt, weil die ganzen tollen und nicht grundsätzlich dämlichen Dinge, die sie sich seit Jahren einbimsen, irgendwie gar nicht funktionieren.
Positiv wäre also ein Dialog. Allein schon zur Überprüfung der Tatsache, ob der ganze theoretische Überbau eigentlich noch greift und zeitgemäß ist.
Wenn ich mich mit meinen KollegInnen also frage, wie wir die Situation zu unseren Gunsten klären können (weil das natürlich schon längst zulasten unserer Patienten geht), wären Themanangebote für diese Problem-Liga sinnvoller (u.a. auch Rhetorik, "burn-out", Zeitmanagement) als z.B. Kongressvorträge zum Thema "Die farbliche Gestaltung einer Intensivstation". Wenn ich mir überlegen muss, wie ich den Karren nicht an die Wand fahre, ist mir primär auch wurscht, ob die Wand weiß, grün oder blau ist.
Es ist mir vollkommen klar, dass diejenigen, die Theoriearbeit (die dann irgendwann auch praktikabel sein könnte...) in einem Büro planen, nicht grundsätzlich zur Kaste "blöder fauler Sesselpuper" gehören. Sie gehören aus meiner Sicht jedoch ab dem Zeitpunkt dort hinein, wenn sie aus ihrer fachlichen und räumlichen Distanz das Fenster zuknallen und am liebsten eine Horde wasserwerfender Erfüllungsgehilfen herbeitelefonieren würden, weil sie die Hilferufe einer überlasteten Menschenmenge professionell Pflegender als Ruhestörung empfinden.
Und nun zum Wetter: gleichbleibend freundlich und kalt.
Gruß, Käthe "poops"
("Doktorin" bin ich nicht - der Name ist ein Wortspiel und hierarchisch vollkommen wertlos :-D )
 
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nofretete

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Mit deiner Schilderung unserer Situation hast du völlig recht. Und was sollen wir jetzt tun? Nein sagen, wenn gefragt wird "Kannst Einspringen"? Das geht dann aber auch zu Lasten der Bewohner/Patienten.

Weißt bin irgendwie ratlos, ich weiß z.B. das meine PDL sich kümmert, sie hat Vorstellungsgespräche, ruft Leihfirmen an. Ich weiß aber auch, das unser privater Betreiber nicht so gut zahlt, also darf sie nur ein bestimmtes Festgehalt bieten, und für eine KS wird es halt zu wenig sein. Wir haben keinen Betriebsrat, wahrscheinlich sind wir immer noch nicht genug überarbeitet.

Wenn das Thema angesprochen wird, wird abgewunken, mit den Worten "Ändert sich eh nichts,oder noch mehr zu tun, brauch mal wieder Zeit für meine Familie!" Es ist wirklich ein Teufelskreis in dem wir uns momentan befinden.

Eigentlich ist doch momentan wirklich die einzige Möglichkeit, wenn ein Bewohner verstirbt, dieses Zimmer nicht mehr zu belegen. Wie überzeuge ich meine PDL davon? Weil vor ihr sitzen ja dann die verzweifelten Angehörigen, die unbedingt einen Heimplatz für Angehörige brauchen, ihr Herz ist ja nun auch nicht aus Stein und wenn ich hier im Forum so lese, ist es ja überall so, ob Ost, West,, Nord oder Süd.
 
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dr.poops

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Hallo, "nofretete"! Mir ist völlig klar, dass sich diese Verhältnisse nicht von jetzt auf gleich ändern lassen - jahrelang ist das Ganze mitgetragen worden und jetzt fällt auf, dass das so nicht geht. Das liegt mitunter auch daran, dass niemand gefragt wurde, "schafft ihr das?" Es wurde eben geschafft und irgendwann war das "wie" auch nebensächlich. Aber irgendwann ist das beste Team so heruntergewirtschaftet, dass da nicht mehr viel zu retten ist. Weißt du, ich finde es ziemlich widerlich, dass DU diejenige bist, die ein schlechtes Gewissen bei der Vorstellung bekommt, wenn sie eigentlich nicht einspringen will. Den Ablauf zu organisieren und das möglichst ohne zig Überstunden ist ja, wenn ich das richtig verstehe, nicht a priori deine Aufgabe. Es ist auch nicht machbar (und sinnvoll), dass DU diejenige bist, die PDL davon zu überzeugen, dass die Arbeitsüberlastung ein solches Maß angenommen hat, dass ihr im Prinzip einen Aufnahmestopp verhängen müsst. Das sollte die PDL von alleine blicken. Ich kenne das von meinem Arbeitsplatz auf der ITS: die einen sagen, "nee, das schaffen wir nicht mehr, wir haben schon drei Beatmungspatienten zuviel," die anderen sagen, "ach komm, das schaffen wir" (das sind dann die, die sich als erstes verpieseln, wenn der Hammer kreist...) - oder der beliebte Klassiker, "wenn wir das nicht machen, dann macht es jemand anders" (ein tolles Totschlagargument, was man auch in Diskussionen zu Spitzel-Software oder Atomtransporten immer wieder vernimmt). Wenn wir es nicht schaffen, dann muss das glasklar gesagt werden. Nicht hysterisch heulend im PDL-Büro. Vielleicht doch eher mit zwei KollegInnen, in aller Ruhe, nach Terminabsprache. Es kann nicht sein, dass ihr eure Freizeit dafür investiert, die Fehlplanungen eurer PDL zu kompensieren. Oder BewohnerInnen eine Top-Pflege zusichern sollt, bei der ihr schon von vornherein wisst, dass da eigentlich nicht leistbar ist. Damit verkauft man den Angehörigen natürlich auch ein potemkinsches Dorf. Denn egal, was passiert - die Pflege ist schuld. Das sollten wir nicht auf uns sitzen lassen, erst recht nicht, wenn wir schon hundert Überstunden haben. Gruß, käthe
 
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nofretete

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Warum kommt mir das so vor, das ich die Einzige bin, die es so sieht? Warum schließen alle die Augen oder winken ab, wenn ich sage "Steht auf und tut was"? Warum werden mir noch Vorwürfe gemacht, hatte ja vorher schon mal geschrieben mit Weihnachtsfeier und so! Wie vorher schon beschrieben, ich bin ja diejenige, die sich eigentlich zurücklehnen könnte. Weil ich ja Nachts arbeite, und wir immer zu zweit sind.

Früher hatten se alle Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, aber das kanns ja jetzt wirklich nicht mehr sein! Also warum sagen immer noch alle "JA und AMEN"! Liegt es wirklich daran, das sie alle denken, es ändert sich sowieso nichts, oder Hauptsache bei der Chefin gut dastehen, ist denen wirklich nicht klar, dass wenn was passiert, wir alle einen Tritt in den Hintern bekommen?
 
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dr.poops

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Kennst du den Film "Gefährliche Liebschaften" mit Glenn Close? Da gibt es eine Szene, in der Glenn Close an einem Tisch sitzt und verbittert sagt, "ich schaffe es, mir unter dem Tisch eine Gabel in den Handrücken zu stechen und dabei freundlich zu lächeln." Dieser Masochismus wird zwar in keiner Stellenausschreibung erwähnt, aber vorausgesetzt.
 
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AW: Gewerkschaften

Nur das es bei uns keine Gabel, sondern ein Messer ist. Und das kommt von hinten, wenn Frau es nicht erwartet. Aber Lächeln tun wa trotzdem ! Nur mittlerweile ist es Galgenhumor, egal Hauptsache lächeln.
 
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dr.poops

AW: Gewerkschaften

Ich halte es mittlerweile für bedenklich, den Focus auf eine Aktivität zu richten, die die Gewerkschaften oder die Pflegefachverbände zu organisieren haben, weil wir es von ihnen erwarten. Bedenklich darum, weil auf den Stationen oder den Pflegeeinrichtungen diejenigen, die die Verhältnisse anprangern, in der Regel einen Einzelkämpferstatus "genießen" (und von "Genuss" kann keinesfalls die Rede sein). Als unsere Station vor Kurzem aus allen Nähten zu platzen drohte, weil ein beatmeter Notfall nach dem nächsten eintrudelte (es gibt an jeder Ecke die sog. "Ermöglicher", die zu allem "Ja" und "Amen" sagen) und wir also mit Beatmungspatienten überbelegt waren, wagte ich anzumerken, dass das so nicht mehr lange gut gehen würde. "Das ist unser JOB!" antwortete eine Kollegin. Es ist mitnichten ein Teil unseres Jobs, eine chaotische Gemengelage in Schach zu halten, ja. Aber nicht vier Dienste hintereinander und viermal ohne die tarifliche Pause. Das heißt, dass sich ein Großteil damit abgefunden hat und alles machen wird - außer zu protestieren. Das ist fatal, weil wir (und die StationsärztInnen) diejenigen sind, die die Versorgung all dieser Menschen gewährleisten sollen - und nicht irgendein Krawatten-Heinz aus der Geschäftsführung, der um fünf den Bleistift fallen lässt und nach Hause fährt. In dieser Situation passieren Fehler - man vergisst wichtige Medikamente zu bevorraten, man rast von einer Ecke in die nächste, man muss nochmal eben einen Patienten säubern und betten, dabei vergisst man, den BZ zu kontrollieren, man schafft so in jeder Ecke eine neue "Baustelle", die man mit Ruhe zum Planen und Organisieren nie gehabt hätte. "Das gibt nur Ärger", ist ein beliebtes Scheinargument, um weiterhin nichts sagen zu müssen. Wir haben den Ärger bereits. Wenn das Anästhesie-Pflegeteam nachts mit einem Notfall nach dem nächsten handlungsunfähig wird, weil plötzlich vier Säle laufen, die von zwei KollegInnen aus der Pflege versorgt werden müssen und diese eine Überlastungsanzeige schreiben, dann sagt die PDL am nächsten Morgen, dass sie diese Anzeige nicht akzeptieren wird, weil man sie schließlich nicht telefonisch benachrichtigt habe. Wie bitte? Die Hütte brennt und die PDL wünscht teelefonisch benachrichtigt zu werden - soll für die individuelle und akute Überlastung um Erlaubnis gebeten werden? Wir müssen den Schnabel schon aufmachen. Wir müssen selber innerhalb der Pflegeteams artikulieren, wo der Hase im Pfeffer liegt und dann mit Hilfe der Gewerkschaften und/oder Pflegeverbänden überlegen, wie der Protest gestaltet werden soll - und was wir eigentlich wollen. Wenn Einzelkämpfer letztendlich zu Nörglern degradiert werden, damit der Rest in Ruhe artig weiter mitmachen kann, was bitte soll die Gewerkschaft dann ausrichten? Sie organisiert eine Demo. Zu der eine Handvoll KollegInnen erscheint. Weil der Rest findet, eine Arbeit verrichten zu müssen, die von Außenstehenden gestaltet wird? Wie schön, dass die Fachweiterbildungsstätten so viele tolle Ideen haben. Herrlich, was das Qualitätsmanagemant dazu sagt. Die Pflege wird hier nicht hellhörig, nein, die Pflege macht das einfach alles artig mit. Das erinnert mich an einen Eintrag im Poesiealbum meiner Mutter: "Froh erwache jeden Morgen, froh erfülle deine Pflicht, was dir deine Eltern sagen, tue gern und murre nicht." Dem ist nichts hinzuzufügen.
 
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Hast recht in allen, und wie jetzt weiter? Also ich mein weiß die Gewerkschaft, wie es in den Heimen eigentlich aussieht? Wie können diverse Organisationen uns allen jetzt helfen. Bei uns geht das Gerücht, dass jemand die Heimaufsicht angerufen hätte, kann ich mir nun au nicht mehr vorstellen, weil das ist ja jetzt auch schon wieder 4 Wochen her!

Ich weiß, wir können uns nicht allein auf die Organisationen verlassen, selbst ist die Frau, mal schauen MdK/Heimaufsicht informieren, wäre das ein Weg? Ich meine wir alle zusammen aus dem Forum alle am gleichen Tag?
 
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Hallo

ich habe vor kurzen einen Diskussionsstoff eingestellt mit dem Thema:

Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

einige haben schon dazu geschrieben. Aber du hast Recht, jeder sollte sich an die Nase fassen und sich fragen, was kann ich verändern.
ich habe einen Betriebsrat gegründet in einem familienbetrieb (stat. Altenpflege), wir sind ca. 26 beschäftigte. Ich habe fast ein Jahr benötigt für die Vorbereitung, sehr zum Mißfallen des Arbeitgebers. Aber mir hat es gereicht, sehen zu müssen, wie kolleginnen und Kollegen aus dem Frei geholt werden , Doppeldienst fahren, keine Pausen machen. Von den anderen Defiziten zu schweigen. Dann habe ich noch gelesen, das Niedersachsen bei den Pflegesätzen das Schlußlicht ist.
Das uns neu gewähltem BR der Wind entgegenweht merken wir jetzt, weil der AG die Wahl anfechten will. Wir berichten weiter wie es ausgeht.

Habe das auch aus der Presse gelesen, das in einer anderen Einrichtung das gleiche Procedere ablief, nur hat jetzt der Amtsrichter entschieden, das die Wahl wiederholt werden muß. in einer vom Richter angeordneten Wahlversammlung.

Gruß

Barny
 
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Ja und genauso gehts vielen von uns, die sich auch nur ansatzweise wehren. Und das ist auch ein Grund, warum viele sich nicht wehren. Nicht weil sie den A.... nicht hochkriegen, sondern Angst haben vor Repressalien. Und auch davon lese ich oft in den verschiedenen Foren und Beiträgen. Und ich muß noch was loswerden, wir sind nicht Schuld an der jetzigen Situation. Wir arbeiten mit Menschen und ich persönlich wußte vorher, worauf ich mich einlasse. Und ja unser Gewissen ist ein Druckmittel für den AG, aber auch dies war mir klar. Und meckern tu ich auch hier im Forum oder in anderen, aber dafür ist der Pflegeboard unter anderem au da.
 
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@nofretete:

Nicht weil sie den A.... nicht hochkriegen, sondern Angst haben vor Repressalien.
Och jooooh und alles so schlimm und wenn ne Demo ist, dann geh ich grad Schoppen, oder mit der Freundin zum Eis Essen und das konnte ich alles nicht planen weil der Termin ja erst seit 3 Monaten bekannt ist .... und so geht das endlos weiter und weiter und weiter.

Von welchen Represalien sprichst du denn die mich abhalten im Berufsverband zu sein?
Von welchen Represalien sprichst du denn die mich abhalten in der Gew zu sein?
Von welchen Represalien sprichst du denn die mich abhalten an einer DEMO in der nächsten größeren Stadt teilzunehmen?
etc.

Entschuldige, aber ich kann diese ewigen Entschuldigungen dagegen mich zumindest zu Organisieren einfach nicht mehr hören.

Und auch damit stützen und erhalten wir das System - durch unsere Schuld/Beteiligung/Nichtbeteiligung.

Schuld - Gut wir können uns auf einen anderen, vielleicht treffenderen Begriff einigen
nicht Schuld - sondern Beteiligt und stützen das System durch unser Verhalten?
Ist das treffender?

Wir arbeiten mit Menschen und ich persönlich wußte vorher, worauf ich mich einlasse.
und das muss uns trotzdem nicht abhalten in 45Berufsjahren für Veränderungen einzutreten und zu kämpfen wenn nötig.

Mein Plädoyer ist an alle gerichtet und natürlich nicht nur an dich oder sogar persönlich - nicht in den falschen Hals bekommen!
 
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Doch mich schon und lese doch mal von snusel z. B. die Überlastungsanzeige geschrieben hat und dann gemoppt wurde, oder wer den Mund aufmacht ist keine Stationsleitung mehr, das ist bei uns passiert. Wer krank ist und zwar mehrmals hintereinander wird von einer Station zur nächsten geschickt, bis er von selber kündigt! Und da gibts noch viele Sachen, könnte Romane schreiben. Natürlich kann ich deswegen auf Demo gehen, und in der Gerwerkschaft sein, da hast sicher Recht. aber solange das System so funktioniert wie im Moment wird sich nichts ändern.

Es sind einfach noch zu viele Einzelkämpfer, ich mein wir sollten aufhören mit Schuldzuweisungen, sondern mal überlegen, warum sind so wenig organisiert, warum machen wir es uns gegenseitig schwer, wie kann es sein, das derjenige, der was sagt gemoppt oder abgesetzt wird? Ich bin nach wie vor der Meinung das liegt am System, es hat sich in den letzten Jahren in eine Richtung entwickelt, die nicht gut sein kann. Habt ihr ne Idee? ich weiß jetzt ich komm wieder in Teufels Küche aber bitte fangt nicht wieder an, das Einspringen muß aufhören usw., weil bei dem wenigen Personal im Moment ist dies keine Option. Zumindest bei uns, und ich weiß ja das die Chefs bemüht sind Fachpersonal zu finden, ist nur keines da!
 
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@nofrete:

Und das hindert keinen, aber auch nicht einen einzigen, zu einer Demo zu gehen oder/und sich zu Organisieren.

sondern mal überlegen, warum sind so wenig organisiert,
Weil es noch ganz gut geht?
Zu gut?
Sooooo schlimm ist das doch alles gar nicht?:kopfkratz:
 
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Genau so schlimm ist es noch nicht. Ich weiß nicht ob in diesem oder anderen habe ich geschrieben, das MEIN AG reagiert hat. Also wir haben uns schon gewehrt allerdings nur mit reden, und irgendwann haben sie reagiert, ziemlich spät, es war kurz vor 12, bei uns. Ich weiß natürlich, das es woanders absolut anders aussieht. Aber was tun? Ich für meinen Teil glaube das nur noch ein großer Knall was in Bewegung setzt. Nur was das sein könnte, weiß ich nicht!
 
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Hallo Kessia,
ich bin stolz auf dich, das du dich nicht unterkriegen läßt.Es gibt nicht viele die soviel Rückrad haben. Zumal Betriebsratarbeit ein Ehrenamt ist und sich manchmal Dinge anhören muß wo man sich fragt....he muß ich mir das antun?

Ich bin mit meinen über 60 Jahren auch wieder mit dabei. Haben in einen privat geführtem Pflegeheim mit 45 Bew. einen Betriebsrat gebildet. Nun gab es eine Wahlanfechtung seitens des AG, wegen Wahlfehler etc. Gütetermin gescheitert. Fazit: Wir sind 3 Betriebsräte, jetzt sind 2 Betriebsräte zurückgetreten , laut ihrer Aussage: wir halten den psychischen Druck nicht aus, ich stehe nun alleine da. Ich weiß das es darauf hinausläuft, das neu gewählt wird oder es wird nie wieder einen hier geben. Nachrücker gibt es nicht. Dann gibt es hier noch eine Pflegehelferin die alles versucht den Betriebsrat madig zu machen, ja schon zu Mobbingmaßnahmen greift (Schriftstück mit Auflistung von Verhaltensauffälligkeiten der einzelnen BR-Mitglieder ect.)Ich bin da nicht zimperlich habe natürlich eine Gegendarstellung geschrieben und einen Beschwerde an die GF und PDL geschickt. Und dann ist da noch ihre private Vertraulichkeit mit den oberen Führungskräften....dann weiß man auch warum, wenn vertrauliche Kolleginnen gespräche nach oben geleitet werden und sowas will dann auch noch für den neuen BR kandidieren. Das schlimme daran ist....viele Kolleginnen fallen darauf rein.
Aber die Erlebnisse die du geschildert hast habe ich auch in zwei anderen Einrichtungen gehabt, so z.B. bei einer kirchlichen Einrichtung, wo mir der Heimleiter nach der MAV - Wahl gesagt hat....er dulde keine Opposition im Haus.

Frohes Weihnachtsfest euch allen

Barny
 
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Hallo Nofrete,
warum schaffen wir es nicht uns so zu organisieren wie es in anderen Branchen üblich ist, woran liegt das? Sind wir so Blöd dazu....ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug? Oder weil Pflege überwiegend nur aus Frauen besteht. Es wurde mal geschrieben, weil einfach die Historie des Arbeitskampfes aus der früheren Abeiterbewegung fehlt. Die Ärzte haben es auch geschafft ihre Interessen durchzusetzten.

Gruß und dir ein schönes Weihnachtsfest

Barny
 
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Kessia

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Re: AW: Gewerkschaften

Hallo Multimobid.

Viele Betreibsratsmitglieder sind harte Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen gewohnt: um Mitbestimmungs-Mitwirkungs und Beteiligungsrechte, Tarifrechte oder auch wie in deinem Fall - Betriebsratswahlen. Der Wille zum Kampf wird dabei leider immer auf eine harte Probe gestellt.

Aber geltendes Recht gegen den Willen eines Arbeitgebers kann man erfolgreich durchzusetzen. :super: Laut BetrVG haben Angestellte und Arbeiter in einem Unternehmen mit mindestens fünf ständigen Arbeitnehmern das Recht auf einen Betriebsrat.
Leider trauen sich nur wenige und zu groß ist unter den Mitarbeitern die Angst, deswegen den Arbeitsplatz zu verlieren. :sad:

Bei uns liegen die Schwierigkeiten nicht in den Betriebsratswahlen, sondern eher darin, dass die Betriebsratsmitglieder gezielt Opfer von „Bossing“ sind. :angry:
Mit Unterstützung des Betriebsrates bin z.B. ich gegen z.B. eine nicht sachliche und betriebsbedingte Versetzung seitens des Arbeitgebers vorgegangen. Der Betriebsrat hat also ein Beschlussverfahren eingeleitet, weil auch wieder einmal die Mitbestimmungsrechte umgangen wurden.
Die Richter gaben dem Betriebsrat recht, die Versetzung wurde nicht anerkannt und vom Arbeitsgericht für unwirksam erklärt.

Nun könnte man meinen, alles sei geklärt, aber dann leitet der Arbeitgeber ein Beschlussverfahren ein und beantragt faktisch die Fortführung der Versetzung - mittels Zustimmung beim Arbeitsgericht - nur unter einem anderen "Betriebszweck". :spinner:

Da sieht man mal, welch Energie so manche Arbeitgeber „verschwenden“ (und woher auf einmal die vielen Gelder kommen, die die Verfahren ja für die Arbeitgeber kosten) um Betriebsratsmitglieder los zu werden. :grin:
Es scheint kaum verständlich, warum sie das alles wieder auf sich nehmen, obwohl das Arbeitsrecht auf Seite des Arbeitnehmers ist.
Der Druck aber, Betriebsratsmitglieder los zu werden, scheint eben unglaublich groß zu sein und auf den Schultern des Arbeitgebers wie ein Damoklesschwert zu lasten. :ausheck:
 
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AW: Gewerkschaften

Tja Multimobid, da stellst mir ne Frage, die ich au nich wirklich beantworten kann. Habe ja über Repressalien schon mal geschrieben,wenn es au immer wieder abgestritten wird. Irgendwie fehlt halt wirklich ein zentrales Organ, welches nich auf Profit aus ist. Welches halt irgendwie regelt z. B. ab soundsoviel Prozent fehlende examinierte Kräfte, darf kein weiterer Bew. aufgenommen werden, bei uns gibts nur irgendwelche Richtlinien. Und naja das mit dem Arbeitskampf und Frauen stimmt ja auch irgendwo. Eigentlich fällt mir jetzt nur der Kampf der amerikanischen Frauen um das Wahlrecht ein, und ansonsten au nur ja halt Einzelkämpferinnen!
 
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