Gewalt in der Pflege

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
L

Lisy

Hallo,
Wie geht ihr mit schlagenden Angehörigen um?
Ich hol mal ein bischen aus:
Enkelin, verheiratet, 3 minderjährige Kinder, 2 Hunde, der Ehemann und die Oma leben im gleichen Haus. Ehemann ist arbeitslos, das Haus muß noch abbezahlt werden. Enkelin arbeitet Tagsüber an der Kasse eines Supermarkts, fährt nachts Taxi. (Ich denk über die Überforderung müßen wir uns nicht unterhalten)
Die Oma ist zeitweise verwirrt, weint oft und berichtet das sie geschlagen wurde, die blauen Flecken sind auch nicht zu übersehen.
Die Kasse fühlt sich nicht zuständig, der MDK auch nicht.
Laut Enkelin ist die Oma unsicher beim Gehen und würde sich halt ständig stoßen.
Wie würdet ihr reagieren?
Gruß Lisy
 
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Hallo,

körperliche Gewalt gehört angezeigt, egal ob in der Pflege, an Kindern, unter Eheleuten oder sonst wo!

Ich könnte ko... wenn ich von "Alibis" wie Überforderung höre!

Außer der Polizei interessiert das logischerweise niemand, da gehört aber die Information hin, und zwar ohne wenn und aber.

Jetzt schreibst Du allerdings nicht nur von sichtbaren Zeichen, sondern auch von Verwirrtheitszuständen.
Hast Du denn den Eindruck, dass sich Oma nur stößt, oder sind die blauen Flecken auch an Stellen , die untypisch sind für solche Schilderungen?
Sagt sie, von wem sie geschlagen wird?
Ist sie ständig verwirrt, oder könnten ihre Aussagen glaubhaft sein?
Hast Du schon mal über eine anonyme Anzeige nachgedacht?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
L

Lisy

Themenstarter/in
Hallo Frauenversteherin,
das ist ja das Problem, ich hab nichts ind der Hand an richtigen Beweisen. Sie sagt weder wer schlägt noch wieso. Da brauch nicht mal an eine Anzeige denken. Ich glaube der alten Dame eigentlich schon, da sie doch sehr viel Angst hat.
Gruß Lisy
 
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Mit einer Anzeige ist das so eine Sache. Logischerweise erst einmal der richtige Schritt. Allerdings besteht dann das Problem, dass die Polizei zwar reagiert, aber die Oma damit nicht aus dem Schußfeld ist. Sie ist dem Mensch der Gewalt auf sie ausübt, weiter ausgeliefert, denn die Polizei wird die Oma sicher nicht sofort aus dem Haushalt herausholen. Meines Wissens gibt es auch keine Stelle die man involvieren könnte, um die Oma sofort dort herauszuholen.

Habe auch solch einen Fall bei der der Sohn immer mal wieder handgreiflich wird. Derzeit ist Ruhe, weil ich das umfassend dokumentiert hatte und zwar so, dass der Sohn das mitbekommt. Außerdem hat jemand zusätzlich aus dem Büro beim Sohn angerufen und nachgefragt, woher die blauen Flecken sind, mit dem Hinweis, das wir die Info für unsere Akten bräuchten. Diese Abschreckungstaktik wirkt aktuell noch, fragt sich nur wie lange.

Evtl. könnte man mit dem Hausarzt Rücksprache halten und wenn die Dame wieder blaue Flecken hat eine Einweisung ins KH erwirken. Macht auch Sinn um die Verletzungen aktenkundig zu machen. Dann sofort Anzeige erstatten. Oma ist ja derzeit aus dem Schußfeld und im Krankenhaus mit den Sozialarbeitern sprechen, in der Hoffnung, dass eine Heimeinweisung erfolgen kann.

Ist halt eine krasse Situation, aber einfach Anzeige erstatten könnte für die Betroffene im schlimmsten Fall tödlich enden.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Ich könnte ko... wenn ich von "Alibis" wie Überforderung höre!
Man sollte die Überforderung nicht als Alibi ansehen sondern als Ursache. Klar ist, dass Überforderung keine Entschuldigung ist und immer ein Ausweg aus der Situation gesucht werden muß.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Also, fassen wir zusammen:

Eine alte Frau sagt, sie wird geschlagen und sie hat angst. Sichtbare Zeichen sind vorhanden. Das private Umfeld scheint nicht optimal zu sein, die alte Frau befindet sich also aktuell bereits mitten im Schußfeld!

Die Frage nach den Beweisen wird die Polizei stellen, muß aber allein schon aufgrund von Verdächtigungen die Sache aufnehmen und verfolgen. So ist es rechtlich geregelt, sollten dies die Polizisten nicht tun, kann man weitere Schritte einleiten. Konfrontiert man sie mit diesem Wissen, werden sie wenn auch übelgelaunt die Sache aufnehmen.

Das eine Anzeige im schlimmsten Fall für die Betroffene tödlich enden kann, halte ich schlichtweg für quatsch.
Keine Anzeige aufzugeben erhöht das Risiko, schlimmeres als blaue Flecke zu erlangen ja wohl um ein vielfaches.

Sorry, aber hier ist Zivilcourage und ein breites Kreuz zum Wohle Deiner Schutzbefohlenen gefragt.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
P

panterra80

Mitglied
Basis-Konto
15.07.2007
12169
Und wenn die Angehörigen direkt damit konfrontiert werden? Dann merken sie vielleicht, dass es bemerkt wird und hören vor Angst vor den Konsequenzen auf? Außerdem sieht man dann wie sie reagieren? Vielleicht kann das ja auch die Pdl machen. "Uns ist aufgefallen, dass ihre Oma vermehrt Hämatome aufweist. Dazu kommt die Äußerung über Schläge. Dem müssen wir natürlich nachgehen," etc..Ist ein sehr heikles Thema, sehr schwierig. Habe leider soetwas in der Art schonmal miterlebt in einem Altenpflegeheim. Da habe ich als Schülerin die Mißhandlung aber direkt gesehen und gemeldet. Hatte natürlich sehr unangenehme Folgen für die Schlägerin. Aber wie gesagt, das habe ich gesehen. Die Schwierigkeit hierbei ist ja die Mißhandlung nachzuweisen. Aber wie stern3007 schon schrieb finde ich die "Abschreckungstaktik" nicht schlecht. Liebe Grüße aus Berlin
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
ambulante pflege
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Lisy,
diesen Fall hatten wir leider auch schon öfter - ist eine heikle Angelegenheit (so ohne Beweise...). Allerdings tendiere ich eher dazu, der alten Dame zu glauben, ob dement oder nicht. Den Beweis zu erbringen ist ja auch nicht Aufgabe von uns Pflegekräften.
Unser Vorgehen sieht i.d.R. wie folgt aus:
  • Gespräch mit Hausarzt
  • Gespräch mit "verdächtigen" Angehörigen, bei dem wir durchklingen lassen, dass der Verdacht der Mißhandlung im Raum steht. Manchmal sind die Angehörigen dann gewarnt und hören mit der Gewalt auf. Ein überforderter Sohn gab aber auch ganz offen zu, seine Mutter, immer wenn sie "bockig" sei etwas härter Anzufassen (Hämatome an den Handgelenken oder Oberarmen). So ein "Verdachtsgespräch" ist immer recht schwierig, wir sind deshalb auch schon mal von Angehörigen fristlos gekündigt worden.
  • Einschaltung der zuständigen Sozialarbeiter
  • Meldung an das Amtsgericht (Überforderung der Angehörigen/V.a. Mißhandlung)
  • Dokumentation, Dokumentation, Dokumentation....
Grüße
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
N

nursy

Mitglied
Basis-Konto
19.09.2006
35457
Hallo Lisy,

wir hatten solch einen Fall auch schon. Die Dame war auch dement und wir wussten auch nicht, ob wir ihren Aussagen Glauben schenken sollten oder nicht. Dennoch waren die blauen Flecken offensichtlich.
Wir haben damals den HA eingeschaltet. Der kam vor Ort und hat sich die Hämatome angeschaut und daraufhin ein Gespräch mit dem Sohn geführt.
Nach diesem Gespräch sind keine Hämatome in dem Ausmaß mehr aufgetreten. Das heisst aber nicht, dass es immer so läuft und wer weiß, ob dann nicht andere "peinigende" Dinge seitens der Angehörigen angewand werden....

LG Nursy
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
L

Lisy

Themenstarter/in
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für die vielen guten Beiträge.:thumbsup2:

Ich hab mir auch noch so meine Gedanken gemacht. Ich werde einen Mischweg aus eurer Handhabung/euren Gedanken dazu und meinen eigenen Ideen wagen.
Ich werde morgen eine Pflegevisite durchführen und den Angehörigen eine Pflegeschulung/ Beratung anbieten, entweder wegen des hohen Anteils am Fallen, oder auch vielleicht auch wegen der Demenz, mal sehen was sich anbietet.
Ich werde der Familie anbieten mit dem Arzt in Kontakt zu treten um die Ursache der vielen blauen Flecken zu klären. Es könnt ja auch eine Blutgerinnungsstörung vorliegen und die große Angst könnt ja auch psychisch bedingt sein. (breit ironisch grins)
Auf jeden Fall bin ich dann im Dialog mit der Familie und ich komm nicht aus der Ecke mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern ich komm aus dem Verständniss Eck.
Mit viel Glück kann ich dann die Problematik überall los werden und mit dem Wink des Zaunpfahls die Familie "warnen".
Dann jedenfalls wissen die genau, das wir es bemerken.
Aber ich denk so rum, eventuell auch über viele Gespräche, die sich um die Problematik dreht, wie schwer es pflegende Angehörige haben könnt sich was ändern. Auf jeden Fall können dann die Kollegen, immer mit dem besorgten Blick, was wohl wieder medizinisch passiert sein könnte, ohne Probleme, alles in die Doku schreiben und jedesmal die Familienmitgleider damit konfrontieren.
Nur, wenn alles nichts nützt, dann hab ich klar ein breites Kreuz und genügend Mut eine Anzeige zu starten.
Ich denk aber mit dem HA im Boot wirds hoffentlich gut gehen.
Ich bin übrigens der festen Überzeugung keiner schlägt aus Bösartigkeit.
Daher werde ich die Kollegen bitten, sich viel Zeit für Angehörigen Gespräche zu nehmen und werde mich auch alls ständigen Gesprächspartner zu Verfügung stellen.
Drückt mir die Daumen
Gruß Lisy
(Meine Güte wurde das ein langer Beitrag)
Dann muß ich neu entscheiden, je nachdem was sich tut,
 
S

sister

Mitglied
Basis-Konto
20.01.2006
65185
Hallo Lisy,

genau solch einen Fall hatten wir auch schon, so etwas ist äußerst heikel. Da wir auch nicht mit 100 prozentiger Sicherheit beweißen konnten woher die Hämatome kamen, wussten wir zunächst nicht wie wir reagieren sollten. Als erstes informierten wir den Hausarzt und schilderten unsere Vermutung, dieser ging beim nächsten Hausbesuch auf die Problematik ein und sprach die Vermutung offen aus. Gleichzeitig habe auch ich ein offenes Gespräch mit der Schwiegertochter geführt – und hier war wirklich viel Fingerspitzengefühl angesagt – weil, es war ja lediglich ein Verdacht. Die Schwiegertochter meinte die Flecken kämen durch zu festes anpacken bei den Transfers (vielleicht, vielleicht auch nicht!!!), aber siehe da – auf einmal waren keine Hämatome mehr vorhanden.
Ich persönlich würde im Verdachtsfall ohne stichhaltige Beweise auf jeden Fall erst das offene Gespräch suchen. Ich denke oftmals steckt ganz einfach das so genannte burn out – Syndrom der Pflegenden dahinter. Deshalb ist es wichtig den pflegenden Angehörigen immer wieder beratend und unterstützend zu Seite zu stehen und sie von der Pflege zu entlasten (Verhinderungspflege, KZP, Pflegeleistungen erhöhen, oder einfach nur Gespräche führen). Nicht falsch verstehen, ich möchte wirklich nicht alle „Täter“ pauschal in Schutz nehmen, aber manchmal sind sie einfach nur „Opfer“ ihrer persönlichen Lage und bedürfen selbst an Hilfe.
Lisy, ich wünsche Dir gutes Gelingen, lass von Dir hören wie es gelaufen ist.

Liebe Grüße
sister
 
Qualifikation
Krankenschwester/PDL
Fachgebiet
ambulanter Pflegedienst
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Ich verstehe nicht, warum hier immerzu von "mangelnden Beweisen" und der angeblich damit verbundenen Unsicherheit bzgl. der Handlungsfähigkeit gesprochen wird.
Wir sind Pflegende und keine Staatsanwälte oder Polizisten! Überlaßt das denen, die dafür bezahlt werden und sich damit auskennen.
Hört bitte auf, wie die Hobbypsychologen hier Gespräche mit Gewalttätigen führen zu wollen oder gar schon von Syndromen wie dem Burn Out zu sprechen.
Jemand der schlägt, findet immer neue Wege zur Gewalt wenn er ertappt wird und keine Spuren mehr hinterlassen darf. Schon mal was von psychischer Gewalt gehört?

Ich stell mir gerade das große Wehklagen vor, wenn Oma plötzlich nicht mehr unter uns weilt, weil sie an den Folgen der Mißhandlungen verstirbt.
Dann gehts los mit "hätte ich nur" und vorallem mit dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung, den man dann mit sich trägt. Darüber bitte etwas mehr nachdenken als über die Ursachen oder "Alibis" der Gewalttäter.
Wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen ist, werden sich sicherlich alle möglichen Leute mit den Tätern beschäftigen, macht Euch da nichts vor. Mit Eurem schlechten Gewissen beschäftigt sich im schlimmsten Fall der Staatsanwalt wegen unterlassener Hilfeleistung.

Stellt Euch vor, es wäre ein Kind, würdet ihr da auch nach Beweisen suchen oder reicht da der dringende Verdacht?
Die Sache ist heikel, da gebe ich recht. Aber genau das ist der Punkt, an dem mir meine Professionalität sagt, gib die Sache in professionale Hände.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
L

Lisy

Themenstarter/in
Hallo Frauenversteherin,
aus der Ferne des stationären Alltags lässt es sich leicht brüllen, doch in der Realität des ambulanten Dienstes, muß ich ohne stichhaltigen Verdacht mit einer Gegenanzeige rechnen, und passieren tut eh nichts.
Das ist genau so wie mit dem von dir genannten misshandeltem Kind. Ohne Beweisse geht nichts.
Den Rest den ich grade schreiben wollte, denk ich mir lieber:mad_2:
Lisy
 
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Hallo Lisy,

Du irrst, ich brülle nicht, liegt auch gar nicht in meiner Natur.

Jetzt schreibst Du, ohne stichhaltigen Verdacht müßtest Du mit einer Gegenanzeige rechnen. Sorry, aber Du hast doch schon ganz klar und deutlich geschrieben, dass Hämatome vorhanden sind, die Oma angst hat und von Gewalt sprach, oder etwa nicht????
Wie soll denn Deiner Meinung nach die Gegenanzeige aussehen und wer soll sie aufgeben?
Leg es doch darauf an, wenn Dir das Wohl der Oma so am Herzen liegt. Du kommst schon nicht ins Kittchen, wenn Du Dich geirrt hast.
Vielleicht verschafft Dir eine Anzeige inneren Frieden und das Gefühl nicht weggeschaut zu haben, das wärs allein schon wert. Stichwort Zivilcourage!

Solltest Du allerdings tatsächlich der Meinung sein, es passiere eh nichts, dann frag ich mich doch sehr nach dem Sinn dieses Threads.

Schade, das ich den Rest Deiner Gedanken nicht erfahren werde, würde mich schon sehr interessieren, so aus meiner stationären Ferne heraus.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
L

Lisy

Themenstarter/in
Hallo Frauenversteherin,
Das passiert eh nix, hat sich auf die Anzeige bei der Polizei bezogen. Im übrigen haben hier alle das gleiche Recht Fragen zu stellen und zu beantworten. Ich denke nicht, das ich mich für eine Frage rechtfertigen muß, zumindest nicht vor dir.
Den Rest was ich vohrher schon dachte und immer noch denk, ist sicherlich für die anderen User nicht spannend.
Zum Thema Hobbypsychologe sag ich nur eins, wenn von der ambulanten Pflege keine Ahnung hast, dann sei einfach still.
So und dieser emotionale Ausbruch konnt ich mir nicht verkneifen!
Hier im board herrscht normaler Weise eine kameratschaftlicher Ton!
Lisy
 
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Warum soll ich denn jetzt still sein?

Gehört das etwa zum kameratschaftlichen Ton dieses Forums, anderen den Mund zu verbieten nur weil einem die Meinung des Anderen nicht paßt?
Auch wenn ich z.Zt. im "ach so fernen stationären Alltag" arbeite, so habe ich doch auch Erfahrungen im ambulanten Bereich.
Desweitern habe ich sehr gute Erfahrungen mit der Polizei in genau solchen Fällen und ähnlichen gemacht, wie ist denn da DEIN Erfahrungsschatz?
Kommen solche Aussagen wie "da passiert eh nix" aus der eigenen Erfahrung oder aus dem Fernsehen?
Du bittest um Rat, weißt dann doch alles besser, sprichst mir meine Erfahrungen sogar ab?
Ich habe niemandem das Recht auf eine eigene Meinung abgestritten, lediglich meine kundgetan. Dafür sind Foren da, Du kamst mit einer Frage, hast verschiedene Antworten bekommen und kannst halt mit meiner nicht umgehen. So what?

Sorry Lisy, aber wenn Du Dich einer kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht gewachsen fühlst und mir lediglich den Mund verbieten möchtest, dann muß ich Dich enttäuschen, so läuft das nicht.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
B

biene1962

Themenstarter/in
Hier im board herrscht normaler Weise eine kameratschaftlicher Ton!
Lisy[/quote]

Da kann ich Lisy nur Recht geben.

Deine Antworten wirken doch recht " griffig " Frauenversteherin.
Oder ist dies wieder mal ein Mißverständnis, weil man es so liest und man dem jenigen nicht gegenübersitzt ??? :confused:

Einen sonnigen Gruß
 
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Hallo Biene1962,

"griffig" finde ich es, wenn man anderen den Mund verbieten will und dann auch noch von einem "kameradschaftlichen Ton" spricht. Aber jetzt wiederhole ich mich nur.
Wie wäre es denn mal mit einer weiteren, sachlichen Auseinandersetzung mit der eigentlichen Thematik, anstatt sich über meine "Schreibart" aufzuregen?

Mir ist das Thema zu ernst, um sich jetzt auf einen Nebenschauplatz in Form von "griffige Frauenversteherin" einzuschießen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Nun mal ruhig Blut hier. Ich stimme da Lisy vollkommen zu, dass man nicht so einfach mal eben zur Polizei rennen sollte. Die Situation muß genau abgewägt werden.

In meinem Fall handelt es sich um einen cholerischen Sohn der seine ca. 90 jährige Mutter immer wieder feste schüttelt und manchmal auch in den Sessel schubst. Er ist der Meinung, man könnte die alterstypische Verlangsamung durch Drohungen abmildern. Leider steigert er sich dabei immer wieder in eine Wut hinein, die ihn heftig zupacken läßt. In meine Augen ist der Sohn ein Psychopath. Er ist unberechenbar und man weiß nicht was passiert, wenn er richtig wütend ist.

Wenn ich jetzt einfach zur Polizei gehe, wird die sich dann bei der Mutter und dem Sohn melden und ihre Fragen stellen. Und dann gehen sie wieder weg und Mutter und Sohn sind wieder alleine. Und was passiert dann? Das der Sohn jetzt total wütend auf seine Mutter ist und ausrastet ist nicht von der Hand zu weisen und das ein derartiger Ausraster den Tod der Mutter bedeuten kann, ist auch nicht abwegig. Da ich dem Sohn psychopathisches Verhalten unterstelle, kann ich auch nicht von einer rationalen Reaktion ausgehen, so in der Form, dass er jetzt denkt, ich kann mir das nicht mehr erlauben, die Polizei hat mich sowieso schon auf dem Kicker.

Das ganze hat sicher nichts mit fehlender Zivilcourage zu tun. Ich würde gerne sofort zur Polizei gehen und würde das auch sofort tun, wenn sichergestellt wäre, dass die Mutter sofort aus dem Schußfeld gezogen wird. Aber leider ist genau das nicht gewährleistet.

Und ich denke, Lisy wird ähnliche Gedankengänge haben. Die ambulante Pflege ist etwas anderes wie die stationäre. Da kann man die betroffene Person schützen. Ambulant ist das nicht möglich, zumal unsere Gesetze auch nicht so angelegt sind, dass der Schutz der Mutter oberste Priorität hat vor Klärung des ganzen. Es wird niemand die Mutter mal eben in ein Heim einweisen nur damit sie vor ihrem Sohn geschützt ist, solange die Gefahr durch den Sohn nicht eindeutig festgestellt wurde. Und alleine meine Aussage langt nicht um die Schuld des Sohnes eindeutig darzustellen.

Es wird viel über Gewalt in der Pflege geredet. Aber eine Möglichkeit, den Betroffenen wie in dem von mir geschilderten Fall wirkungsvoll zu schützen existiert nicht.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
B

biene1962

Themenstarter/in
Hallo Hallo .....ist ja gut. Ich hab damit nicht angefangen, wollte evtl. nur etwas schlichten. :wink: Also bitte wieder runter kommen. Zum anderen kann man dies auch über PN tun....nur so ein Tip....gell.

Nochmals nette gut gemeinte Grüße....:eek:riginal:
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

Patrick Weferling
Hallo, Ich bin Assistent in der Privatwohnung eines Klienten welcher seinen Angehörigen eine generalvollmacht erteilt hat und sich...
  • Erstellt von: Patrick Weferling
2
Antworten
2
Aufrufe
293
A
likeadash
Hallo zusammen, Wir eröffnen in Berlin einen Pflegedienst und erstmal nur SGB Xl. wir beschäftigen uns gerade mit Kundengewinnung. Ich...
  • Erstellt von: likeadash
0
Antworten
0
Aufrufe
291
likeadash
T
Hallo zusammen, wir sind gerade dabei, ein Konzept zu entwickeln, mit dem sich alle Prozesse im Bereich der ambulanten Pflege...
  • Erstellt von: TH0M45
0
Antworten
0
Aufrufe
203
T
T
Hallo zusammen, wir sind gerade dabei, ein Konzept zu entwickeln, mit dem sich alle Prozesse im Bereich der ambulanten Pflege...
  • Erstellt von: TH0M45
0
Antworten
0
Aufrufe
145
T