gewalt gegen pflegende

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cyberhex

cyberhex

Mitglied
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08.02.2006
8041
Grüß euch!

Nachdem eine Kollegin vor ein paar Monaten von einer Patientin gewürgt wurde, recherchiere ich zu dem Thema Gewalt gegen Pflegende.

Habt ihr diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht, wie habt ihr sowohl verbale als auch körperliche Gewalt empfunden? Wie ist es euch danach ergangen?

Gibt es in eurem Arbeitsbereich Konzepte oder Projekte.
Ich bitte euch um eure Erfahrungsberichte.

Liebe Grüße
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
C

confuge

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25.04.2006
Düsseldorf
Die Bacelorarbeit von Sabine Bosch beschäftigt sich mit diesem Thema. Kontakt und weitere Themen von Abschlußarbieten sind unter http://wga.dmz.uni-wh.de/pflege/html/default/apre-5yxd45.de.html zu finden. Hier ihr Abtsract:
Aggression und Gewalt gegen Pflegende in der Psychiatrie
Die vorliegende Literaturstudie thematisiert die Problematik der „Aggression und Gewalt gegen psychiatrisch Pflegende“. Anhand der internationalen Pflegeforschung wurde der Frage nachgegangen „welche psychischen und physischen Folgen“ Pflegende durch gegen sie gerichtete Aggression und Gewalt erleben, mit dem Ziel einen Handlungs- und Forschungsbedarf für Deutschland aufzeigen zu können. Zudem wurden die Begriffe Aggression und Gewalt genauer betrachtet in ihrer Verwendung und Bedeutung. Es konnte festgestellt werden, daß es bei den „Opfern“ zu posttraumatischen Belastungsstörungen kommen kann, mit multiplen Ängsten und Schuldgefühlen, die zu Verhaltensveränderungen führen, die sich wiederum negativ auf die Patienten-Pflegenden-Beziehung und auf die Pflegequalität auswirken. Aufgezeigte physische Verletzungen reichen von sog. „leichten Verletzungen“, wie Schnitte, Kratzer und Hämatome bis hin zu den sog. „schweren Verletzungen“ wie Messerstiche, Schädel-Hirn-Traumen und wenn auch selten zu Todesfällen. Eine eindeutige Nutzung und Bedeutung der Phänomene Aggression und Gewalt konnte nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung werden als hinreichend für einen Handlungs- und Forschungsbedarf gesehen.
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenpfleger
Fachgebiet
.
Isis

Isis

Aktives Mitglied
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16.05.2005
2
Hallo,
ich habe mal reichlich Prügel einstecken müssen von einer 93jährigen, gerade mal 45 Kilo wiegenden Patientin, die sich in einer sehr akuten Demenzphase befand - allerdings war das nicht auf einer psychiatrischen Station, sondern auf einer internistischen Station. Es war nachts, ich war alleine, und dieser Gewaltausbruch war so in keinster Weise vorherzusehen. Während der Attacke habe ich nicht so furchtbar viel gedacht, aber hinterher fühlte ich mich sehr durcheinander, gedemütigt und halt verletzt. Ich habe 30 Kratzspuren gezählt, außerdem fehlten mir einige Haare, die sie mir ausgerissen hat. Gewehrt habe ich mich nicht, sie war eindeutig die Schwächere, und ich war sehr überrascht über die Kräfte, die sie aktiviert hat.
Das ist 9 Jahre her, aber immer noch sehr präsent für mich. Attackiert wurde ich schon mehrmals, immer von Dementen, die die Situation nicht einschätzen konnten bzw. falsch eingeschätzt haben und meiner Meinung nach furchtbare Angst hatten deswegen, aber so schlimm wie damals war es nie.
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
cyberhex

cyberhex

Mitglied
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Themenstarter/in
08.02.2006
8041
hallo Isis,
danke für deinen Erlebnisbericht.

Während der Attacke habe ich nicht so furchtbar viel gedacht, aber hinterher fühlte ich mich sehr durcheinander, gedemütigt und halt verletzt.
Gerade diese Gefühle wurden mir auch von meinen Kolleginnen beschrieben, deshalb habe ich mich verstärkt mit diesem Thema beschäftigt.

Wie haben deine Vorgesetzten und Kollegen darauf reagiert?
Wurde dir Unterstützung angeboten?

Mit lieben Grüßen
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
samorino

samorino

Neues Mitglied
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29.11.2005
Regensburg
Hallo cyberhex,
Gewalt in der Pflege ist vor allem dann ein Tabuthema, wenn die Pflegenden selbst betroffen sind. Ich habe auf diesem Gebiet leider schon mehrere Erfahrungen gemacht und die Vorgesetzten stellen sich da meistens taub und erklären den Pflegenden für selbst schuld. z.B. Ich war damals im 5. Monat schwanger und hatte alleine auf einer chir. Station im Krankenhaus Spätdienst (d.h. alleine lagern, OPs fahren etc.) dabei bekam ich von einem verwirrten Patienten beim Lagern einen Tritt in den Bauch. Die Folge davon war, dass ich ab diesem Tag mit frühzeitigen Wehen bis zur Entbindung liegen musste. Gott-sei-Dank ging für mich und mein Kind alles gut aus! Dafür durfte ich mich von den Kollegen blöd anreden lassen, weil ich die nächsten Monate ausfiel...
Anderes Beispiel, nicht ganz so dramatisch: Im Altenheim wurde ich von einem dementen Bewohner regelrecht mit Fäusten attackiert, er hielt mich mit eisernem Griff fest, als ich ihn daran hindern wollte, auf eine alte pflegebedürftige Heimbewohnerin loszugehen. Mein Arm war mit Blutergüssen übersäht. Als ich dies meiner Chefin mitteilte und ihr meinen Arm zeigte, lachte sie nur und meinte, ...ja, ja, diese Leute wissen halt nicht was sie tun. Da müssen SIE als Personal auf einer Dementenstation durch...
Nett, gell?
Ich finde auch dieses Thema dürfte ruhig mal an die Öffentlichkeit. Über Gewalt in der Pflege (aus Sicht der Gepflegten) regt sich jeder auf - zu Recht! Das darf einfach nicht vorkommen! Jeder Mensch verdient respektvolle Behandlung. Aber dazu gehören auch die Pflegekräfte.

Liebe Grüße
Samorino
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Chirurgie
cyberhex

cyberhex

Mitglied
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Themenstarter/in
08.02.2006
8041
hallo samorino,
danke, dass auch du deine Erfahrungen hier so offen schilderst.
Gewalt in der Pflege ist vor allem dann ein Tabuthema, wenn die Pflegenden selbst betroffen sind.
Es gibt eine Vielzahl von Studien, die sich mit diesem Thema befassen. Ich selbst habe aber in der Praxis ebenfalls erlebt, dass verbale Aggressionen oder körperliche Übergriffe gegenüber Pflegende oft bagatellisiert oder als Berufsrisiko abgetan werden.
Gott-sei-Dank ging für mich und mein Kind alles gut aus! Dafür durfte ich mich von den Kollegen blöd anreden lassen, weil ich die nächsten Monate ausfiel...
ich bin sehr betroffen, dass deine Kollegen in dieser Situation so reagierten.
Mein Arm war mit Blutergüssen übersäht. Als ich dies meiner Chefin mitteilte und ihr meinen Arm zeigte, lachte sie nur und meinte, ...ja, ja, diese Leute wissen halt nicht was sie tun. Da müssen SIE als Personal auf einer Dementenstation durch...
Ja, da muss man durch, aber hat man nicht gerade in dieser Situation auch ein Recht auf Unterstützung seiner Vorgesetzten und Kollegen?
Ich finde auch dieses Thema dürfte ruhig mal an die Öffentlichkeit.
Es soll an die Öffentlichkeit! Ich finde eine Diskussion über diese Situationen sehr sinnvoll, damit auch unter uns Pflegende ein Umdenken statt findet.
Die Betroffenen dürfen nicht alleine gelassen werden und sollen solche Vorfälle auf jeden Fall melden. Offen über Gewalt im beruflichen Alltag zu sprechen ist notwendig, um damit fertig zu werden. Wir müssen hinsehen und die auslösenden Faktoren erkennen, die Vorkommnisse korrekt dokumentieren und gemeinsam innerbetriebliche Regeln für einen professionellen Umgang mit Gewalt entwickeln.
Jeder Mensch verdient respektvolle Behandlung.
diesen Satz sollte man ganz gross aufschlagen.

Liebe Güße
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
Isis

Isis

Aktives Mitglied
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16.05.2005
2
hallo Isis,
danke für deinen Erlebnisbericht.



Gerade diese Gefühle wurden mir auch von meinen Kolleginnen beschrieben, deshalb habe ich mich verstärkt mit diesem Thema beschäftigt.

Wie haben deine Vorgesetzten und Kollegen darauf reagiert?
Wurde dir Unterstützung angeboten?

Mit lieben Grüßen
Elisabeth
Hallo cyberhex,
meine Vorgesetzte (Stationöse) hat sich kaum dafür interessiert, meine Kollegen haben mich bedauert, fanden das Ganze aber irgendwie auch kurios, da ich nämlich locker 50-60 Kilo mehr wog als die Patientin und natürlich als gesunder junger Mensch über wesentlich mehr Kraft verfüge. Klar war, daß jeder nachvollziehen konnte, daß ich mich nicht gewehrt habe, außer zu versuchen, die Hände festzuhalten, aber hätte ich auch nur etwas zu fest gedrückt, hätte die Patientin Hämatome gehabt - und rate mal, wer sich in diesem Fall hätte rechtfertigen müssen?
Unterstützung gab es nicht, bis auf die Hauptnachtwache, die ich nach dem Vorfall davon unterrichtet habe und die mit mir ausführlich darüber gesprochen hatte und mit mir erstmal eine gute Tasse Kaffee trank - bis der nächste Patient sich in der Ambulanz ankündigte und sie dorthin musste.

Hauptargument seitens der Vorgesetzten ist immer: Die Leute sind dement, die wissen doch gar nicht was sie tun. Ja, das stimmt, aber muss ich mich deshalb immer schlagen, bespucken, treten und beschimpfen lassen? Ich weiß, dagegen machen kann ich nichts, aber es nervt manchmal echt gewaltig, vor allem, daß meistens so getan wird, als wäre es das gute Recht eines jeden Dementen, so zu handeln. Menschenwürde existiert in diesem Moment dann nur für den zu Pflegenden, aber nicht für das Pflegepersonal....
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
cyberhex

cyberhex

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
08.02.2006
8041
Liebe Isis,
Ich weiß, dagegen machen kann ich nichts, aber es nervt manchmal echt gewaltig, vor allem, daß meistens so getan wird, als wäre es das gute Recht eines jeden Dementen, so zu handeln.
Solche Übergriffe kann man zwar nicht immer vermeiden, aber man kann sehr wohl einiges dagegen tun.

Sowohl im Vorfeld, als auch dann, wenn etwas passiert ist. Wichtig ist dabei, dass aber Vorgesetzte und Betroffene dabei zusammenarbeiten.

Ich wollte bei meiner alten Arbeitstelle ein solches Projekt planen und durchführen, habe die Vorgesetzten auch schon überzeugt, dass es wichtig ist, auch vorbeugend zu handeln - und vor allem, wie wichtig die Betreuung danach ist.
Menschenwürde existiert in diesem Moment dann nur für den zu Pflegenden, aber nicht für das Pflegepersonal....
... gerade als Pflegende/Pflegender sollte ich auch die mir zusstehende Würdigung erhalten, damit ich mich meiner Aufgabe mit Engagement und Menschlichkeit widmen kann ohne dabei auszubrennen.

Hier ein kleiner Auszug aus einem Fachartikel der österreichischen Pflegezeitschrift von MSc. Harald Stefan:
http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/OEPZ_2005/08-09/stefan.pdf



Der International Council of Nurses verurteilt
alle Formen physischer und psychischer Gewalt gegenüber Pflegenden, einschließlich sexueller Belästigung.

Solche Vorfälle werden als Verletzung der persönlichen Würde und Integrität bewertet.
Darüber hinaus bedeutet das Auftreten von Gewalt in Einrichtungen des Gesundheitswesens eine Gefährdung der effizienten Versorgung von Patient-
Innen. Um Pflegequalität garantieren zu können, muss das Pflegepersonal eine
sichere Arbeitsumgebung haben und eine respektvolle Behandlung erfahren. Der Verhinderung von Gewalt gegen Pflegende wird besondere ufmerksamkeit
gewidmet, da es sich hier um eine besonders gefährdete Berufsgruppe handelt.
Allerdings betont der ICN, dass er in gleicher Weise grundsätzlich jegliche Gewalt an Menschen verurteilt.

Liebe Grüße an dich, Isis und alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen
Elisabeth





















 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
C

chrodechilde

Mitglied
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27.02.2006
36039
Hallo Liebe Kollegen.

In unserem Fachbereich hat eigentlich jeder schon mal was abgekriegt.

In der Regel unterstützen uns die Ärzte in solchen Situationen und stellen die Patienten mit Medikamenten ruhig.

In diesem Zusammenhang habe ich beim Einsatz von Tavor übrigens auch schon paradoxe Raktionen erlebt.

Habe aber auch schon erlebt das man nicht richtig ernst genommen wird. Oft sind die Patienten wenn ein Arzt oder Psychiater zur Untersuchung kommt wieder Lammfromm.

Doch wenn diese dann weg sind, tyrannisieren sie weiter, so dass die Mitpatienten sogar Angst vor ihnen haben.

Einmal wurde mir erst geglaubt, als der Arzt sehen konnte wie ich von einer solchen Patienten geschlagen wurde.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgische Wachstation
Isis

Isis

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.05.2005
2
Liebe Elisabeth,
Deine Worte sind Balsam für mich und sicher für jeden, der solche Situationen zur Genüge kennt. Danke dafür!!!!

Den Artikel habe ich gespeichert und werde ihn mir mal genauer durchlesen und an meine PDL geben - bin mal gespannt, wie darauf reagiert wird!

Isis
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo,

ich finde das Thema sehr interessant, und habe deshalb mal in meinen Büchern geblättert.
In " Prophylaxen in der Pflege" Ulrich Kamphausen, Pflegekompakt
ist folgendes zur Gewaltprophylaxe zu finden:

Maßnahmen bei Gewalt gegen Pflegepersonen:
  • Gewalteindrücke werden vom Pflegepersonal ernst genommen
  • Das Pflegepersonal erhält Unterstützung zur Erklärung und Aufarbeitung von Gewalterlebnissen
  • Die entstehungsmechanismen selbst empfundener Gewalt werden von betroffenen Pflegepersonen aufgedeckt und können mit den Beteiligten besprochen werden
  • Gewalt auslösende Strukturen werden mit Vorgesetzten besprochen
weiterhin
  • alle Mitglieder des therapeutischen Teams haben ein Seminar zum Thema besucht
  • Aggression und Gewalt können in Teambesprechungen offen angesprochen werden
  • Regeln zum Umgang mit Aggression und Gewalt werden regelmäßig in Qualitätszirkeln aktualisiert, dokumentiert und mit dem Team besprochen
  • alle Teammitglieder nehmen regelmäßig an Supervisionen teil
Da gibt es noch wirklich viel zu tun, bei uns scheiterts ja leider schon an der Möglichkeit der Supervision, wird vom Team leider nicht gewünscht.

Liebe cyperhex, ich wünsche Dir viel Erfolg und Kraft bei dem Projekt:thumbsup: , und ich hoffe, du hältst uns auf dem Laufenden.
Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
cyberhex

cyberhex

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
08.02.2006
8041
Hallo ihr Lieben,

Zitat von chrodechilde
Einmal wurde mir erst geglaubt, als der Arzt sehen konnte wie ich von einer solchen Patienten geschlagen wurde.
Was ist nach so einem Ereignis eigentlich schlimmer, der Übergriff des Patienten oder das Unverständnis oder sogar Lächerlichmachen der Kollegen oder Ärzte?
Zitat von Isis
Den Artikel habe ich gespeichert und werde ihn mir mal genauer durchlesen und an meine PDL geben - bin mal gespannt, wie darauf reagiert wird!
Halte mich bitte auf den Laufenden, interessiert mich, wie deine PDL reagiert.
Unser PDL hat den Vorfall mit den beiden Kolleginnen zwar ernst genommen, wollte das ganze aber gleich mal mit einem Selbstverteidigungskurs und Notfallsuhren entgegenwirken. (Meiner Meinung nur Aktionen, um die Mitarbeiter kurzfristig zu beruhigen, das Thema gehört aber ordentlich abgearbeitet)
Erst nachdem ich diesen Vorfall zum Thema gemacht habe, hat er einem gemeinsamen Projekt Anstaltsleitung und Betriebsrat zugestimmt.
Zitat von Manu 5959
Da gibt es noch wirklich viel zu tun, bei uns scheiterts ja leider schon an der Möglichkeit der Supervision, wird vom Team leider nicht gewünscht.
Es gibt wirklich noch viel zu tun, ich habe dazu einen guten Link gefunden:

Dr. Dirk Richter, Jürgen M. Fuchs, Karl-Heinz Bergers
Konfliktmanagement in psychiatrischen Einrichtungen
http://www.luk-nrw.de/downloads/konfliktmanagement.pdf

und die Broschüre der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Gewalt und Aggression in Betreuungsberufen
habe ich als Anhang diesem Beitrag beigefügt. (Der Link geht leider ins Leere)
Zitat von Manu5959
...ich wünsche Dir viel Erfolg und Kraft bei dem Projekt:thumbsup: , und ich hoffe, du hältst uns auf dem Laufenden
Leider kann ich dieses Projekt nicht mehr durchführen, da ich vor 2 Wochen den Arbeitsplatz verlassen habe. Ich wechsle aber nur das Haus und werde weiterhin im Gesamtunternehmen tätig sein. Deshalb beschäftige ich mich weiterhin mit dem Thema "Gewalt gegen Pflegende"

Danke für die Rückmeldungen
Elisabeth
 

Anhänge

Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
U

UlrichFürst

Unser PDL hat den Vorfall mit den beiden Kolleginnen zwar ernst genommen, wollte das ganze aber gleich mal mit einem Selbstverteidigungskurs und Notfallsuhren entgegenwirken.
Ah, zurück zu den Wurzeln, die Linie der "Gewalteskalation". So mit Auge um Auge und so :cry:
Von "Deeskalation" hat die auch noch nix gehört oder?:devil:

Ulrich
 
cyberhex

cyberhex

Mitglied
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08.02.2006
8041
Ah, zurück zu den Wurzeln, die Linie der "Gewalteskalation". So mit Auge um Auge und so :cry:
Von "Deeskalation" hat die auch noch nix gehört oder?:devil:
So ähnlich habe ich es ihm gegenüber auch formuliert, aber er hat schnelle Lösungsansätze gesucht. Die Kollegin wurde von hinten angefallen und gewürgt,und er wollte den Mitarbeitern scheinbar Techniken beibringen lassen, mit denen sie sich aus solchen Situationen befreien können.

Ein bisserl hat es zwischen meinem PDL und mir wegen diesem Thema auch gekracht :happy: aber ich war natürlich nicht schuld :innocent: .
Aber mein Ziel habe ich erreicht, das Ganze wurde nicht unter dem Teppich gekehrt, sondern hat gute Chancen, dass es endlich mal ordentlich aufgearbeitet wird.

Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo cyperhex:laughing: ,

dein Engagement in diesem Bereich finde ich sehr bewundernswert!
Ich wünsche mir, das dein Thread dazu beiträgt, das sich viele Pflegekräfte mit diesem Thema beschäftigen.
Manchmal braucht man nur einen kleinen Anstoß, und Bewegung kommt ins Rollen.
Natürlich ist die " Bewegung" von vielen Steinen übersäht, und meist passiert das nicht von heute auf morgen.
Aber es ist ein lohnendes Ziel für alle Pflegekräfte, und auch für Bewohner und Patienten, keiner verdient irgendeine Art von Gewalt!:thumbsup:

Danke für die Links, ich habe sie zwar erstmal nur überflogen, aber sie erscheinen mir sehr interessant und hilfreich.

Schade, das du an dem Projekt nicht mehr aktiv mitwirkst, aber du hast ja trotzdem schon viel erreicht.

Ich werde das Thema nicht aus den Augen verlieren.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
B

Batz

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15.05.2006
64625
Hallöle!
Ich bin seit 11Jahren in dem Beruf. Ich bin schon min. 5 geschlagen, getreten ,gebissen oder bespukt worden. Wobei ich sagen muß das bespukt werden noch relativ harmlos ist.
Einmal hat mich ein Patient heftigst ins Gesicht getreten. Es war gleich zu Beginn meiner Schicht, leider auch noch Nachtdienst. Ich war alleine auf Station. Nach diesem Tritt ins Gesicht war mir übel, ich hatte Kopfweh und eigentlich war ich enttäuscht das mir das so passiert war.:cry: Ich hatte nun mal nicht aufgepaßt.
Wenn man davon hört das Patienten aufgrund von Demenz mal um sich schlagen findet man das nicht so schlimm. Wenn man aber selbst erwischt wird ist es eigentlich unfassbar.:mad_2:
Als ich an diesem Abend dem Arzt deswegen Bescheid sagte lacht der nur und sagte ich solle mich nicht so anstellen ich wäre ja nicht die erste und letzte der so etwas passiert.
Im Prinzip ist es immer so eine große Hilfe (und wenn es nur Beistand ist) habe ich selten erfahren.
LG batz
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
cyberhex

cyberhex

Mitglied
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08.02.2006
8041
Hallo Manu, hallo Batz
Ich wünsche mir, das dein Thread dazu beiträgt, das sich viele Pflegekräfte mit diesem Thema beschäftigen.
Ich mir auch Manu, und nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Ärzte, Psychologen, Sicherheitstechniker, Betriebsärzte, Betriebsräte, Gewerkschaften, Patienten und Angehörige und, und ......

Manchmal braucht man nur einen kleinen Anstoß, und Bewegung kommt ins Rollen.
Natürlich ist die " Bewegung" von vielen Steinen übersäht, und meist passiert das nicht von heute auf morgen.
Du sagst es, viele betroffene Mitarbeiter haben solche Vorfälle gar nicht mehr gemeldet, weil "ja eh nix passiert".
Ich denke es muss aber was passieren, und das Thematisieren und die Diskussion ist schon mal ein erster Schritt.

Einmal hat mich ein Patient heftigst ins Gesicht getreten. Es war gleich zu Beginn meiner Schicht, leider auch noch Nachtdienst. Ich war alleine auf Station. Nach diesem Tritt ins Gesicht war mir übel, ich hatte Kopfweh und eigentlich war ich enttäuscht das mir das so passiert war.:cry: Ich hatte nun mal nicht aufgepaßt.
Diese Vorwürfe kenne ich auch aus Erzählungen meiner Mitarbeiter, eigentlich arg, da wird man verletzt und gibt sich noch selbst die Schuld dafür.

Als ich an diesem Abend dem Arzt deswegen Bescheid sagte lacht der nur und sagte ich solle mich nicht so anstellen ich wäre ja nicht die erste und letzte der so etwas passiert.
Kein Schädelröntgen, keine Unfallmeldung? Was hätte der Arzt gemacht, wenn ein Patient getreten worden wäre? Oder vielleicht er selbst?

eine große Hilfe (und wenn es nur Beistand ist) habe ich selten erfahren
Gerade die Betreuung der betroffenen Pflegeperson nach einer Gewaltsituation sollte dem/der Vorgesetzten ein Herzensanliegen sein.
Aus meinen eigenen Erfahrungen (aber auch nach Meinung vieler Studien) leiden die Betroffenen nachher unter einer Vielzahl körperlicher aber auch psychischer Beschwerden, die von längeren Krankenständen bis zur Arbeitsunfähigkeit führen können.
Der Dienstgeber ist für die Sicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich (zumindest in Österreich - wird in Deutschland wahrscheinlich auch so sein) und somit hättest du sogar das Recht auf Beistand gehabt.
Ich danke dir, Batz, für deinen Bericht, der mich betroffen macht, und mir aber auch zeigt, dass ich dieses Thema weiterhin verfolgen muss.

Liebe Grüße
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.09.2005
Bonn
Als ich an diesem Abend dem Arzt deswegen Bescheid sagte lacht der nur und sagte ich solle mich nicht so anstellen ich wäre ja nicht die erste und letzte der so etwas passiert.
LG batz
Ich habe einmal während eines Nachtdienstes den diensthabenden Arzt angerufen, weil ein agitierter Patient mit Sprudelflaschen nach mir warf. Die Aussage des Arztes: "Dafür komme ich nicht. Soll ich mir auch noch eine Flasche an den Kopf werfen lassen?"

Bleibt unkommentiert.
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
D

Dr._Nick

Neues Mitglied
Basis-Konto
31.05.2006
47608
laso, ich habe diese dinge auch in meinem zivildienst durchmachen müssen und kann dazu nur sagen:
bei den meisten personen, vo allem dementen, sind übergriffe dieser art am nächsten morgen schon wieder vergessen. ansonsten hat halt auch jeder patient seine bevorzugte schwester/pfleger, mit dem er besonders gut kann. dann sollte man versuchen, dem patienten zu erklären, was schwester XY in dieser situation machen würde und das man selber gerade nichts anderes tut. klappt zwar nicht immer, führt aber in 80% aller fälle zu einer deutlichen deeskalation
 
Qualifikation
keiner
Fachgebiet
keiner
B

Bana

Neues Mitglied
Basis-Konto
23.08.2006
52477
Hallo.
Hab schon einiges über das Thema gelesen und erfahren. Doch leider habe ich noch nichts über Anlaufstellen für Betroffene herausgefunden (z. B. Selbsthilfegruppen o. ä.). Hat einer von euch Erfahrungen gemacht oder Informationen zu diesen Anlaufstellen?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin
Fachgebiet
Krankenhaus
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