Gewalt durch Pflegende

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.09.2008
kassel
Moin,

eine BW vertraut einer PK an, dass sie von einer anderen PK geschlagen bzw. verbal angegriffen wird. Namen nennt sie nicht, aber alle wissen, um wen es sich handeln könnte, da angeblich in deren Schicht Bewohner öfter mal blaue Flecke etc. aufweisen.

Die PK gibt das an die PDL weiter, diese spricht mit der Bw, die nun abstreitet (wahrscheinlich aus Angst), dass sie geschlagen o.ä. wurde.
Also passiert weiter nix.

Die PK möchte das jedoch nicht auf sich beruhen lassen und überlegt, ob sie die Angehörigen informieren soll.

Fällt ein solcher Vorfall unter die Schweigepflicht? Darf die PK die Angehörigen oder Behörde etc. informieren?
Beweise sind keine vorhanden.

Was meint ihr?
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
Henoch

Henoch

Mitglied
Basis-Konto
11.10.2011
63517
AW: Gewalt durch Pflegende

Grundsätzlch gilt die Schweigepflicht auch gegenüber Familienangehörigen der Patienten einschließlich deren Ehepartner. :nono:
Die Erteilung von Auskünften an Angehörige stellt ohne Einverständnis des Patienten eine Verletzung der Schweigepflicht dar -> sofern nicht ein sonstiger Rechtfertigungsgrund vorliegt.

Hier wäre z.B. der "allgemeine rechtfertigende Notstand" nach § 34 StGB denkbar.
Die Abwendung einer "Gefahr", hier die körperliche Unversehrtheit der Patientin. Diese Vorschrift greift als „Auffangrechtfertigungsgrund“ jedoch nur dort ein, wo andere Rechtfertigungsgründe versagen. Ob dieser hier Anwendbar ist, läßt sich leider nicht eindeutig klären.

Wobei auch dieser eine Weitergabe von Informationen an die Angehörigen wahrscheinlich nicht decken würde.
Es würde sich hierbei dann nicht nur um eine Verletzung u.a. des § 203 BGB handeln sondern vermutlich auch der arbeitsvertraglichen Verschwiegenheitspflicht.
Der § 34 StGB würde eher berechtigen, hier die Polizei einzuschalten, weil aus ex ante Sicht ein ernstzunehmender Verdacht zumindest einer vorsätzlichen Körperverletzung bestünde und insoweit - was regelmäßig anzunehmen ist - hier eine Wiederholungsgefahr bestünde.
Dies würde ich aber entweder der PDL überlassen oder zumindest mit deren Einverständnis handeln.

Namen nennt sie nicht, aber alle wissen, um wen es sich handeln könnte, da angeblich in deren Schicht Bewohner öfter mal blaue Flecke etc. aufweisen.
Allein schon die beiden "könnte" und "angeblich" würden mir hier zur Vorsicht gereichen. Jedenfalls insoweit der "geistige Zustand" der Betroffenen nicht bekannt ist. Und dies immer sehr nach "Gerüchteküche" klingt.
Ein Verdacht ist ja schnell ausgesprochen und eine Verdächtige schnell verortet.
Wenn´s dann aber nicht so ist, ...

Vielleicht ist es, auch im Hinblick auf eine mögliche Verleumdung der inkriminierten Kollegin (und deren strafrechtliche Folgen) sicherer, ernsthaft zu beobachten inwieweit "...da angeblich in deren Schicht Bewohner öfter mal blaue Flecke etc. aufweisen" zutrifft. Hier gilt es im besonderen Maße, sehr genau zu dokumentieren. Dies auch abseits der Patientendoku.

Etwas anders würde sich die Situation darstellen, wenn für diese Patientin ein Betreuer gemäß § 1896 BGB bestellt ist und dessen Betreuung auch den Aufgabenbereich der Gesundheitssorge für den Betreuten (gemäß § 1901 BGB) umfasst. Dann stünde dem Betreuer ein umfassender Auskunftsanspruch zu und diesem könnte man, natürlich mit der gewogenen Vorsicht eine Schilderung anvertrauen.
Aber auch dies würde ich entweder der PDL überlassen oder zumindest mit deren Einverständnis handeln.

Ganz persönlich: Dooofe Situation, gar nicht mal so selten aber schwer zu händeln.
Drücke die Daumen, das ihr dieses Problem lösen könnt...:cry:

Hilft nur etwas Geduld und natürlich :coff::coff::coff:
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
Fachgebiet
MDK
Weiterbildungen
Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
29.09.2008
kassel
AW: Gewalt durch Pflegende

Danke Dir, werde es mal so weitergeben.:super:
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
K

Keßler

AW: Gewalt durch Pflegende

Nu mal praktisch ...
Wenn die PDL eine "fitte" ist, führt sie durch oder ordnet an :
Eine Mitarbeitervisite/Hygienevisite des "verdächtigen" Mitarbeiters.
Die nonverbale Reaktion der Bewohner auf den Mitarbeiter spricht
oft Bände.

(Hygienevisiten sollten Standard sein - vgl. pqsg.de - )
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Brausebacke
Henoch

Henoch

Mitglied
Basis-Konto
11.10.2011
63517
AW: Gewalt durch Pflegende

Jooh, auch ein Weg. :thumbsup2:

Auf den Punkt...
Deine PDL trägt die Verantwortung für die ihr unterstellten MitarbeiterInnen (§ 831 Abs. 1 BGB) Um ihrer Kontrollaufgabe nachzukommen, muss Sie Mitarbeitervisiten in regelmäßigen Abständen durchführen (periodische Kontrollvisiten, häufig auch Mitarbeitergespräch genannt).
Gibt es einen Vorfall mit einer Mitarbeiterin, muss sie dies durch eine Anlassvisite prüfen.
Hierbei wird nur die pflegerische Tätigkeit der Pflegekraft überprüft.

Dann hätten wir da noch die Pflegevisite, bei welcher sie sich ja einen Eindruck vom Pflegezustand der BewohnerIn verschaffen soll. Dazu ist erforderlich, dass sie eine körperliche Inaugenscheinnahme der BewohnerIn vornimmt. Das heißt, Sie inspizieren u.a. die Haut auf Defekte und die Gelenke auf Bewegungseinschränkungen.
Sie muss mögliche Gefährdungen erfassen, wie z. B. Mangelernährung, Dekubitus usw.
Hieran schließt sich eine Prüfung der Dokumentation an. Also der erfassten Ergebnisse der entsprechenden Assessments auf Vollständigkeit, Schlüssigkeit und Aktualität. Und ein Vergleich der von ihr festgestellten Pflegeergebnisse mit der Dokumentation.
Gleichzeitig muss sie feststellen, ob die BewohnerIn evtl. einen zusätzlichen Hilfebedarf hat oder ob Hilfsmittel benötigt werden, die ihr z.B. mehr Selbstständigkeit ermöglichen könnten.
Auch soll sie hierbei die Zufriedenheit und etwaige Wünsche der Bewohner ermitteln.

Diese Pflegevisite muss im QMB festgeschrieben sein und in periodischen Abständen erfolgen. Ja, ich höre die Frage: Periodisch?
Gibt keine klare Festlegung... Überwiegend finden sich hier 1/4- und 1/2-jährige Fristen.

Dies ist aus den Forderungen des § 113 SGB XI zur stetigen Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität herzuleiten.

Ob diese PDL sich hier nun auf eine Anlassvisite in zwingender Kombination mit einer Pflegevisite einlässt (sich hierzu "überreden" lässt, daran habe ich gezweifelt... und auf diesen Weg nicht hingewiesen Mea culpa - Mea maxima culpa :(
Die PK gibt das an die PDL weiter, diese spricht mit der Bw, die nun abstreitet (wahrscheinlich aus Angst), dass sie geschlagen o.ä. wurde.
Also passiert weiter nix.
(Könnte ja auch "schmutziges Papier" in ihre QM-Doku bringen und dann stellt der MDK und die Heimaufsicht beim Jahres-TÜV noch unangenehme Fragen)
Mir ist zwar immer Abundans cautela non nocet (Überflüssige Vorsicht schadet nicht) lieber, aber mir eben...:scheiterh

Wie sieht es den mit der Stationsltg. oder WBL aus? Gibt es hier vielleicht jemanden... im Zweifel können (dürfen) diese doch auch Visitieren.

Sei getrost, mit Deinem Ärger über diese recht unbefriedigende Situation bist Du nicht alleine.
Gewalt in der Pflege wird leider gerne unter den Teppich gekehrt.

Jo, bitte um Info wie es weiter geht

Einen schönen Abend noch

:coff:
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
Fachgebiet
MDK
Weiterbildungen
Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
F

foenigin

Mitglied
Basis-Konto
14.12.2011
trier
AW: Gewalt durch Pflegende

Wir hatte einen Fall wo eine Bewohnerin die über Monate MRSA hatte und alle Schwestern natürlich vermummt ins Zimmer mußten erzählte ihrer Tochter sie würde von einer Pflegekraft geschlagen. Die Tochter ist zur PDL und alle Mitarbeiter mußten einzeln mit Munschutz ect. nacheinander ins Zimmer und die Bewohnerin hat Sie eindeutig erkannt.Solche Leute müßen raus aus der Pflege ohne wenn und aber.
Sie hat auch die Mitbewohnerin die sich nicht mehr äußern kann mit Schlägen und Mund zu halten ect. attakiert und wir wunderten uns warum die Bewohnerin so ängtlich war

- - - Aktualisiert - - -

Noch ein kurzer Vermerk zu all dem "darf ich nicht und kann ich nicht" was ich zu ko... finde : da ist schnelles handeln angesagt : info an die Heimaufsicht MDK meinetwegen Anzeige bei der Kripo gegen unbekannt .Das kann doch wohl nicht sein das so ein Pack weiter alte Leute mißhandelt.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenheim
  • Gefällt mir
Reaktionen: Placebo82
Placebo82

Placebo82

Unterstützer/in
Basis-Konto
11.02.2014
30657
AW: Gewalt durch Pflegende

Sehe ich genauso wie foenigin. Hier ist schnelles Handeln angesagt! Denkt daran, das ist Körperverletzung und Misshandlung!
Aber es ist leider oft so, das Bewohner den Pflegenden gewisse Sachen anvertrauen, sich vor der PDL aber nicht trauen den Mund aufzumachen, weil sie ja "keinen Ärger verursachen" wollen. Dann müssen sie sich allerdings auch nicht wundern, wenn sich nichts ändert.
Ich würde in so einem Fall, wenn die PDL nicht reagiert, selber versuchen zu reagieren (Meldung bei Heimaufsicht/MDK, evtl. Anzeige bei Polizei)!

Es ist wirklich unglaublich, was für Menschen manchmal in der Pflege arbeiten! Man darf da einfach nicht wegsehen! Solche Leute müssen raus aus der Pflege!

Ich kenne leider auch so eine, die damals als ZA-Kraft zu uns in die Einrichtung kam. Sie sollte eine dementiell veränderte Bewohnerin versorgen, die aufgrund ihrer Erkrankung manchmal aggressiv war. Jedenfalls wollte sie sich nicht von der ZA-Kraft versorgen lassen und hat Abwehrhaltung eingenommen, mit Schlagen und Treten und so. Die ZA-Kraft wollte die Bewohnerin allerdings "auf Teufel komm raus" versorgen und hat sich gegenüber der Bewohnerin gewehrt! Ich möchte jetzt nicht spekulieren in welcher Form sie sich gewehrt hat, allerdings hatten sowohl die Bewohnerin als auch die ZA-Kraft blutende Kratzer an Armen und Gesicht! Die ZA-Kraft wurde nach dem Vorfall auch direkt weggeschickt, arbeitet aber immer noch bei der ZA-Firma. Ohne Worte...
 
Qualifikation
Pflegehelfer
Fachgebiet
Stationäre Pflege
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
Basis-Konto
01.12.2005
Deggendorf
AW: Gewalt durch Pflegende

Sehe ich auch so, Solche Menschen haben in der Pflege nichts zu suchen.
Und die Idee mit dem Dokumentieren, außerhalb der Patientenakte...... Klar, sowas muß im Pflegebericht erscheinen.
Aber Paralel kann man eine Tabelle anlegen, wann ein Patient angeblich gestürzt ist und wo er das Hämatom entwickelt hat. ( Schläge finden selten auf Kniescheibe Steißbein etc Statt ;-) )
Man Muß auf der einen Seite darauf achten das es nicht in Verleumdung gegenüber eines Kollegen ausartet, andererseits kann man mit solch einer Tabelle schon Auffälligkeiten über einen längeren Zeitraum beobachten.
Diese Tabelle sollte meines Erachtens NICHT im geheimen geführt werden, sondern ganz Offiziell, denn dann besteht die Möglichkeit das die Schläge ganz schnell von allein aufhören.


Ich fürchte das ist eine sehr komplizierte Situation, denn naja, unsere Patienten/Bewohner sind auch nicht immer Weisenknaben, da gibt es auch ziemlich hinterhältige gestalten.


Aber eine Möglichkeit Auffälligkeiten zu dokumentieren halte ich für ziemlich sinnig.
Muß ja nicht so laufen das es Gebündelt für alle ein zu sehen ist, reicht ja wenn diese Auffälligkeiten per Mail an die PDL gehen und diese die Tabelle führt.


Ich mein mit Aggressiven Kollegen haben wir glaub ich alle einmal zu tun, dann bedeutet es halt auch für den Einzelnen Rückgrat zu zeigen. Ich hatte eine weile eine Kollegin, die war den Patienten gegenüber Verbal Aggressiv, ich hab sie zwei oder drei mal gebeten sich meinen Patienten gegenüber anständig zu benehmen, unter 4 Augen. Hat sie herzlich wenig interessiert, irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe ihr im Patienten Zimmer gesagt das wenn sie sich noch einmal meinen Patienten gegenüber im Ton vergreift, dann hat sie es nicht mehr mit nem wehrlosen Opfer zu tun, sondern mit mir, und den Satz heiße Ohren würde sie so schnell nicht vergessen.


Hat geholfen, sie hat ihr verhalten allen Patienten gegenüber geändert, und wenn sie anfing wieder in ihr altes Schema zurück zu rutschen brauchte ich nur böse gucken und sie hat sich brav beim Patienten entschuldigt :)


Soll heißen …... man sollte niemals die Macht eines einzelnen unterschätzen, aber wenn sich niemand vor seine Patienten/Bewohner stellt, dann haben diese leider verloren :-(
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
Placebo82

Placebo82

Unterstützer/in
Basis-Konto
11.02.2014
30657
AW: Gewalt durch Pflegende

Ich mein mit Aggressiven Kollegen haben wir glaub ich alle einmal zu tun, dann bedeutet es halt auch für den Einzelnen Rückgrat zu zeigen. Ich hatte eine weile eine Kollegin, die war den Patienten gegenüber Verbal Aggressiv, ich hab sie zwei oder drei mal gebeten sich meinen Patienten gegenüber anständig zu benehmen, unter 4 Augen. Hat sie herzlich wenig interessiert, irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe ihr im Patienten Zimmer gesagt das wenn sie sich noch einmal meinen Patienten gegenüber im Ton vergreift, dann hat sie es nicht mehr mit nem wehrlosen Opfer zu tun, sondern mit mir, und den Satz heiße Ohren würde sie so schnell nicht vergessen.


Hat geholfen, sie hat ihr verhalten allen Patienten gegenüber geändert, und wenn sie anfing wieder in ihr altes Schema zurück zu rutschen brauchte ich nur böse gucken und sie hat sich brav beim Patienten entschuldigt :)


Soll heißen …... man sollte niemals die Macht eines einzelnen unterschätzen, aber wenn sich niemand vor seine Patienten/Bewohner stellt, dann haben diese leider verloren :-(
Ich hatte auch mal eine Kollegin, die gegenüber den Bewohnern verbal sehr aggressiv wurde. Es war auch im Kollegium bekannt, das diese Kollegin "manchmal sehr heftig drauf" ist.
Einmal war einmal Bewohnerin gestürzt und die Kollegin ist dazugekommen um mit mir der Bewohnerin hochzuhelfen. Ich muss dazu erwähnen, das die Bewohnerin an dem Tag sehr wackelig auf den Beinen war und kurz vorher von der Kollegin in ihren Sessel gesetzt wurde, mit der Bitte nicht alleine aufzustehen und sich per Klingel zu melden, wenn sie was braucht. Jetzt war die Bewohnerin allerdings genau deswegen gestürzt, weil sie alleine aufgestanden war. Das aber brachte die Kollegin dermaßen auf die Palme, das sie anfing die Bewohnerin aufs übelste zu beschimpfen und ihr unter anderem einen Genickbruch beim nächsten Sturz wünschte! Die Schimpferei hat mich so entsetzt, das ich die Kollegin, vor der Bewohnerin, anschrie und sie aufforderte aufzupassen wie sie mit den Bewohnern redet! Ich habe den Vorfall auch der PDL gemeldet, dieser war es aber gleichgültig. Stattdessen bekam ich Anschiss dafür, das ich die Kollegin VOR der Bewohnerin angeschrien habe und ich solle mich zukünftig aus solchen Sachen raushalten. Und wenn ich den Kollegen was zu sagen hätte, dann bitte außerhalb der Bewohnerzimmer. Die Kollegin sollte sich lediglich entschuldigen bei der Bewohnerin, die übrigens völlig aufgelöst war während der ganzen Aktion. Sonst gab es keine Konsequenzen für sie.
Das kann es doch nicht sein, das man Anschiss kriegt, weil man Bewohner in Schutz nimmt?!?
Oder hab ich falsch reagiert?

Die Kollegin arbeitet übrigens immer noch in der Einrichtung.
 
Qualifikation
Pflegehelfer
Fachgebiet
Stationäre Pflege
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
Basis-Konto
01.12.2005
Deggendorf
AW: Gewalt durch Pflegende

Meines Erachtens hast Du Dich richtig verhalten, denn es ging um die Bewohnerin, die der Kollegin gegenüber wehrlos war und ihr sozusagen schutzlos ausgeliefert.
Klar gibt es die Regelung das man, wenn man nem Kollegen was zu sagen hat, das man dies nicht vor dem Bewohner/Patienten zu machen hat, ist meines Erachtens auch sinnig und es gehört sich normalerweise nicht sowas vor dem Patienten/Bewohner zu machen. Betonung liegt auf normalerweise, es ist aber auch nicht normal einen möglicherweise leicht verwirrten oder leicht dementen Menschen an zu pöbeln und ihm nen Genickbruch an den Hals zu wünschen.
Wenn ein solches Verhalten der PDL egal ist, muß ich gestehen das ich vermutlich den Arbeitgeber wechseln würde, und auch wenn es verboten ist würde ich angehörigen empfehlen einmal mit der Bewohnerin zu sprechen. Bei der Empfehlung würde ich aber auch gleich sagen das ich leider gezwungen bin im Zweifelsfall alles ab zu streiten.
Wenn sich so etwas wiederholt, dann ist es die Frage was man machen kann, die PDL ist ja nicht die Höchste Instanz die man benachrichtigen kann.
Die frage ist halt nur ….. was kann man machen, solange man auf den Arbeitsplatz bei diesem Arbeitgeber angewiesen ist.
Aber so ganz am Rande, eine PDL die ein solches Verhalten duldet ist eigentlich an ihrem Platz auch falsch :-(
Kein Thema, auch wir Pflegekräfte sind keine Heiligen, auch wir sind nur Menschen, und auch uns platzt mal die Hutschnur, und ich glaub auch das niemand von uns behaupten kann das er sich noch nie im Ton vergriffen hat. Aber die Feinheit ist das dann irgendwann mal der Punkt erreicht sein sollte an dem man sich selbst hinterfragt und eine gewisse Selbstkontrolle einsetzt.
Man muß auch nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, oft reicht es ja aus wenn man den Kollegen dezent darauf hinweist ob er nicht auch meint das er sich da ein wenig im Ton vergriffen hat, sprich es sollte im Team schon eine gewisse Selbstkontrolle vorhanden sein.
Und wenn so etwas im Team ausufert, dann sollte die PDL meines Erachtens Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
29.09.2008
kassel
AW: Gewalt durch Pflegende

Danke für eure Ausführungen.
Es handelt sich nicht um mich, eine kollegin, die ich von früher kenne, hat mir das erzählt, weil sie nicht weiß wie sie sich richtig verhalten soll.
Ich habe ihr eure Antworten weitergegeben und bin gespannt was sie tut.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
Henoch

Henoch

Mitglied
Basis-Konto
11.10.2011
63517
AW: Gewalt durch Pflegende

Ohne Zweifel ist Gewalt ein Thema, welches uns vielfältig und facettenreich in allen Lebensbereichen begegnet.
Ein einfache und eindeutige Definition des Gewaltbegriffs besteht (derzeit...) nicht.
Im juristischen Sinne besteht Gewalt aus der vis absoluta, auch die überwältigende Gewalt, diese beschreibt vor allem die Gewalt, die körperlich verursacht wird. Dagegen beschreibt die vis compulsiva, die beugende Gewalt, die vor allem durch psychische Einwirkung hervorgerufen wird.
Eine weitere, seitenweise Aufsplittung mag ich uns ersparen. Bleiben wir beim berufsspezifischen Kontext.

Die Gewalt in der Pflege findet häufig verdeckt statt, ist häufig nicht deutlich erkennbar und ist ein emotional "stark aufgeladenes" Thema.
Die Anfänge dieser Gewalt sind auch schwer zu erkennen, da alle Beteiligten sich in einem engen Arbeits- und Beziehungsfeld befinden, in welchem ja alle voneinander abhängig sind..

Gerade nun auch in Situationen von Pflege und Betreuung kann sich immer wieder Gewalt entwickeln, weil
- die Beteiligten nicht gleich stark sind. Hier gibt es Macht und Ohnmacht.
- die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht ausreichend sind.
- sich Rollen umkehren oder auflösen. Z.B. muss der Sohn oder die Tochter die Eltern versorgen. Oder Pflegekräfte entwickeln eine
überfürsorgliche Beziehung, sie verlassen dann ihre Professionalität und handeln nicht mehr entsprechend ihrer Rolle.
- Spannungen und Missverständnisse nicht besprochen werden.
- die Überforderung zu groß wird.
- eine Pflegekraft so unter Druck gerät, dass sie oder er »ausrastet«, »explodiert«.
- das Pflege-Team nicht als Team funktioniert, z.B. Pflegekräfte ausgrenzt, die nötige Unterstützung verweigert, Probleme übergeht und/oder nicht
anspricht. Mobbing zulässt oder auch aktiv betreibt.
- die Pflegekraft nicht mehr Pflegekraft ist sondern zum Factotum wird.
und vieles andere mehr.

Die Gewalt im allgemeinen und hier im speziellen entsteht auch nicht zufällig, sie ist nur selten spontan und hat viele Formen.
Z.B. seitens der Pflegeperson ist Gewalt auch: das unabgesprochene Duzen oder die Herabwürdigung, die Verletzung des Schamgefühls, die mangelhafte Ernährung oder auch eine unzureichende hygienische Versorgung, u.v.m.
Aber auch gegenüber dem Pflegepersonal, kann u.a. auch ständiges Klingeln, ein ständiges Fordern des pflegebedürftigen Menschen schon eine Form von Gewalt sein.

Die uns begegnende Gewalt gegenüber älteren Menschen kann nun auch unterschiedliche Formen annehmen.
Sie reicht von körperlicher und emotionaler Misshandlung bis zur finanziellen Ausbeutung.
Als am häufigsten anzutreffen haben sich hier die Gewalt-Formen
- der physische Gewalt (körperlicher Schaden durch z.B. Treten oder Schlagen)
- der psychische Gewalt (z. B. durch Aggressivität, Drohungen, Demütigung)
- der finanzielle Ausbeutung (z.B. Diebstahl oder erzungene Übertragung seines Eigentums)
- des sexueller Missbrauch (körperlich oder/und Verbal)
- der Vernachlässigung
- des unangemessene Einsatz und die Dosierung von Medikamenten. Z.B. die unangemessene Vergabe von Psychopharmaka, gerade bei Patienten
mit diagnostizierter Demenz
- des unangebrachten Einsatzes von freiheitsentziehenden Maßnahmen, gerade in Pflegeheimen
als nicht abschließende Aufzählung gezeigt.
Wobei gerade der erste und zweite Punkt auch eine Gewalt-Form des älteren Menschen gegenüber der Pflegeperson darstellen kann.

Ein weites und kompliziertes Geflecht von Reizen und/oder (Stress-)Situationen, welche als komplexe Wechselwirkungsprozesse zwischen den Reizen und Anforderungen der Situation und der betroffenen Person zu verstehen sind.

So wird nicht die (objektive) Beschaffenheit des Reizes oder der Situationen für die Stressreaktion von Bedeutung sein, sondern deren (subjektive) Bewertung durch den Betroffenen. Wir Menschen sind ja sehr unterschiedlich in unserem Erleben und Empfinden. So sind wir auch für einen bestimmten Stressor höchst unterschiedlich anfällig. Was für den einen höchsten Stress bedeutet, wird von einem anderen noch nicht als Stress empfunden.
So wird jeder Mensch Situationen und deren Belastung unterschiedlich bewerten, und damit auch deren Bedrohlichkeit.

Ebenso unterschiedlich sind dann auch die problem-, emotions- und/oder bewertungsorientierten Coping-Strategien und deren Wirksamkeit des Einzelnen.

Daher muss auch der Umgang mit jedwedem Auftreten von Gewalt-Situation sehr individuell geführt werden.

Es versteht sich, dass es nicht DENN EINEN Lösungsweg geben kann. Vielmehr bedarf es hierzu einer fachlichen und qualifizierten Sichtweise und Wertung auf jede individuelle Problemsituation mit eben einem ebenso individuellen, fachlich-qualifizierten Lösungsweg.

Und mal ganz sachlich, ich kann sehr gut nachvollziehen das solcherlei Gewalt-Situationen bei jenen die sie als Dritte miterleben zu starken emotionalen Gefühlsregungen führen. Das ist auch gut so.
Nur, solche unreflektierten Aussagen:

Das kann doch wohl nicht sein das so ein Pack weiter alte Leute mißhandelt.
Solche Leute müssen raus aus der Pflege!
erwarte ich nicht von Pflegefachkräften. Diesen darf unterstellt werden, dass sie eine ausreichende fachliche Kompetenz besitzen, um auch hier die notwendige Sachlichkeit aufbringen.
Es kann doch nicht darum gehen, hier eine "grobe" Konsequenz zu fordern, ohne die Hintergründe für dererlei Taten zu reflektieren.
Wenn es um das Verhalten von Patienten geht, dann wird mit allerlei Assessments gemessen, Biographiearbeit betrieben, Zeit in Team-Besprechungen investiert und und und... um die Ursache für z.B. "das traurige Verhalten" zu eruieren und hierfür geeignete Lösungswege zu entwickeln "damit der Patient sich wohl fühlt".

Zeigt jedoch eine Kollegin "Auffälligkeiten" (gleichwohl ob sich dies nun in Gewalt ausdrückt), dann scheitert häufig die "ach so" fachliche Pflegefachkeit. Sorry, aber wenn ich dann diesen unreflektieren Aussagen ihren inhaltlichen Gehalt entnehme, so müssen wohl ganze Teams aus der Pflege entfernt werden. Eben weil sie nicht in der Lage sind, sachlich und fachlich mit eben den bekannten Mitteln wie u.a. "Assessment", Biographie, Team-Besprechung zu reagieren um geeignete Problemlösungen zu entwickeln.
Nein Kinners, kein Mensch ist "von Hause aus" böse und gewalttätig. Dies hat immer eine, häufig behebbare Ursache.

Es ist nicht unmöglich, mit seinen Kolleginnen vertrauensvoll zusammenarbeiten, aber in dem Fall, dass die Gesundheit eines Patienten von jemand bedroht wird, angemessen einzuschreiten, um diesen zu schützen.
Das eine kann und darf das andere nicht ausschließen.

Es war auch im Kollegium bekannt, das diese Kollegin "manchmal sehr heftig drauf" ist.
So muss auch hier die Frage gestellt werden, warum hat dann das Team nicht adäquat reagiert und eine Problemlösung für dieses bekannte Problem gesucht?

Die Schimpferei hat mich so entsetzt, das ich die Kollegin, vor der Bewohnerin, anschrie und sie aufforderte aufzupassen wie sie mit den Bewohnern redet!
Ja, und hier hat die (nicht akzeptable) verbale Gewalt einer Kollegin gegenüber einer Bewohnerin bei einem Dritten etwas bewirkt, was dieser ihr gegenüber verurteilte. Ihre überzogenen verbalen Gewalt hat ihn zu einer ebenso überzogenen verbalen Gewalt verleitet. Schon sind wir in einer Gewalt-Spirale.
Hierbei möchte ich nun gar nicht auf das Umfeld dieser Aueinandersetzung weiter eingehen.
Uns allen dürfte ja klar sein, never ever vor Patienten/Bewohnern. Und ein "Anschiss" ist hier gewiss das mildeste Mittel der Reaktion.

So steht (weiterhin) zu hoffen, das wir alle die Augen nicht verschließen und konstruktiv nach fachlich-qualifizierten Lösungen für all die Probleme suchen werde...

:coff:



Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt, wie der Nebel aus dem Meere.
Heinrich Pestalozzi
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
Fachgebiet
MDK
Weiterbildungen
Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
Placebo82

Placebo82

Unterstützer/in
Basis-Konto
11.02.2014
30657
AW: Gewalt durch Pflegende

Das tut gut zu wissen, das ich wohl doch richtig gehandelt habe. Ich war mir nämlich die ganze Zeit nicht sicher darüber.
Ich bin seit fast 2 Jahren nicht mehr bei dem Arbeitgeber. Zu der PDL kann ich nur sagen, das sie absolut unfähig ist. Das sie das Verhalten der Kollegin einfach toleriert, geht gar nicht! Ich habe 2,5 Jahre in dem betreuten Wohnen gearbeitet, für das sie zuständig war. Das "Team" war unmöglich und asozial, obwohl ein "Team" gab es dort nicht. Eher "Jeder gegen jeden"! Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe mich in die Stationäre Pflege des Hauses versetzen lassen. Mittlerweile hab ich das Haus ganz verlassen.
Die Bewohnerin um die es ging, war übrigens klar im Kopf. Die Kollegin hatte die Bewohnerin auch beschimpft, weil sie gegenüber der Bewohnerin auch eine Antipathie empfand.
Man muss sich ja auch nicht mit jedem Bewohner verstehen, aber Antipathie zeigen und spüren lassen geht gar nicht!
 
Qualifikation
Pflegehelfer
Fachgebiet
Stationäre Pflege
S

Speddy

Mitglied
Basis-Konto
09.07.2012
31226
AW: Gewalt durch Pflegende

es ist in vielen Heimen so. Hatte mich auch immer gewundert, warum einige Bewohner immer wieder blaue Flecken hatten. Heute würde ich ich das anzeigen. Warum die BW nichts sagt, ist klar. Sie hat Angst vor weiteren Attacken. Ich würde die Angehörigen informieren.

- - - Aktualisiert - - -

wenn man mit einem BW nicht klar kommt, sollte man mit einer Kollegin tauschen. Was sind das für Pflegekräfte, die Gewalt ausüben egal in welcher Form.
 
Qualifikation
Pflegekraft
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
Weiterbildungen
Palliative Care, Diabetes-Fachkraft, Wundexpertin, Palliative Care
sany

sany

<a href="https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd
Basis-Konto
31.05.2006
berlin
AW: Gewalt durch Pflegende

Blaue Flecke sind nun wirklich kein Indiz für Misshandlung. Das ist eine Verallgemeinerung die nicht angebracht ist.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
Basis-Konto
01.12.2005
Deggendorf
AW: Gewalt durch Pflegende

Blaue Flecke sind nun wirklich kein Indiz für Misshandlung. Das ist eine Verallgemeinerung die nicht angebracht ist.
Ich muß gestehen das ich einer Profesionnelen Pflegekraft schon zutraue zu unterscheiden ob ein Patient/Bewohner Sturzgefärdet ist und öfter mal stürzt, und vielleicht auch ab und an mal irgendwo gegen läuft.
Ebenso traue ich einer Professionellen Pflegekraft zu das sie in der Lage ist zu erkennen ob ein Blauerfleck warscheinlich durch einen Unfall kommt oder nicht.
Wenn nun bei vereinzelten Kollegen die entstehung von Blauen Flecken signifikand häufiger ist als bei anderen, kann es nicht schaden wenn das Team zumindest eine größere Sensibilität entwickelt.
Klar sind Blaue Flecken nicht grundsätzlich ein Indiz für körperliche Gewalt, aber zumindest sollte man dies beobachten, denn Blaue Flecken sind NIEMALS normal.
Also entweder bedarf der Patient/Bewohner eine intensievere Betreuung, wegen verletzungsgefahr oder es gibt einen anderen Grund, denkbar währe natürlich das da mal nen Arzt ne Blutgerinnungskontrolle machen sollte u.s.w.
So oder So, wie gesagt Hämatome sind niemals normal und erfordern eine erhöhte aufmerksamkeit und eine erhöhte Sorgfaltspflicht der pflegenden/betreuenden Personen.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
W

Wieselharry

Neues Mitglied
Basis-Konto
01.05.2009
52349
AW: Gewalt durch Pflegende

Hallo.....
auf Facebook fand ich eine neue tolle Seite....schaut mal rein...ich finde sie super....Missstände in der Pflege heißt sie. Dies ist ja noch immer ein absolutes Tabuthema. Da kann man nach einer Freundschaftsanfrage..mit...Nachricht anonym über Gewalt in der Pflege berichten..wie man es erlebt hat...ohne Namen..Einrichtung zu nennen..sich einfach mal Luft machen....
hier der Link...
https://www.facebook.com/Pflegebetroffene

Grüße......:verknallt
 
Qualifikation
exam. Krankenpflege
Fachgebiet
HPH Düren
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
Basis-Konto
01.12.2005
Deggendorf
AW: Gewalt durch Pflegende

Auf Facebook Anonym ?
Der is gut :)
Frag mich was das bringen soll, wenns ums rummotzen geht ist die Pflege schon immer sehr groß gewesen :-(
Ich mach mich mal wieder mit meinem Lieblingsspruch zu vielen meiner Kollegen beliebt :)
In der Pflege ist leider das Dackelgeht extrem weit verbreitet.
Solange sie selbst in sicherheit sind, ne riesen schnau...... und am Kläffen wie nen großer.......
Sobald das Herrchen den Sicherheitsabstand verkleinert...... Schwanz einkneifen winseln und rückwärts laufen.........
So bald sie wieder in Sicherheit sind ....... Kläffen wie nen großer.

So ganz am Rande ..........
Wenn Deine Kollegen die versprechen das sie voll hinter dir stehen ..........
Besorg Dir nen gutes Fernglas, denn sie haben nen sehr großes Bedürftnis für Sicherheitsabstand
Lach

So, nun könnt ihr mich schlachten :)
(Sicherheitsabstand ist riesig :) )
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
sophia65

sophia65

Unterstützer/in
Basis-Konto
05.11.2011
celle
AW: Gewalt durch Pflegende

des unangebrachten Einsatzes von freiheitsentziehenden Maßnahmen, gerade in Pflegeheimen
als nicht abschließende Aufzählung gezeigt.
Habe eine zeitlang ambulant als Ergotherapeutin gearbeitet und kam in viele Familien und gerade auch da habe ich immer wieder erlebt, dass Pflegebedürftige: nachts in ihr Zimmer geschlossen wurden, damit sie nicht das Haus verlassen und die pflegenden Angehörigen schlafen können, denn sie müssen ja auch tagsüber fit sein, Pflegebedürftige tagsüber ins Bett gelegt und Seitengitter hochgestellt wurde, damit der pflegende Angehörige einkaufen gehen kann, da sie befürchteten, dass der Pflegebdürftige sonst in der Wohnung umherwandert und stürzt. und ähnliche Geschichten.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass da nachts Medikamente höherdosiert verabreicht werden, damit die Pflegenden mal schlafen können, wenn der Pflegebdürftige unruhig ist, schreit, ruft etc. Und wer von den professionel Pflegenden kann das nicht nachvollziehen? Die Angehörigen haben die Pflege 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche, da ist man schnell überfordert.
Ich maße mir nicht an über diese Vorgehensweisen auschließlich negativ zu urteilen, denn die pflegenden Angehörigen taten es : aus Sorge um die Gesundheit des Betroffenen, aus Überforderung, aus Angst. Die Fixierungen zu Hause sind vielfältig und werden nicht statistisch erfasst, denn oftmals war es den Pflegenden nicht klar, dass das eine Fixierung ist!
 
Qualifikation
Ergotherapeutin
Fachgebiet
Seniorenheim
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
29.09.2008
kassel
AW: Gewalt durch Pflegende

Die Angehörigen haben die Pflege 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche, da ist man schnell überfordert.
Für solches Vorgehen kann ich ggf. noch Verständnis aufbringen und man möge mich steinigen, aber ich finde es alle Mal besser, einen Angehörigen kurz im Zimmer einzuschließen wenn man einkaufen muss etc., als zu riskieren, dass die pflegebedürftige Person unkontrolliert in der Wohnung ist oder sogar diese verlässt und sich damit in Gefahr bringt.
Niemand ist in der Lage 7 Tage die Woche 24 h zu pflegen...da ist man irgendwann am Ende der psychischen und physischen Kraft.

In einer Einrichtung soll und darf dies nicht passieren.


denn oftmals war es den Pflegenden nicht klar, dass das eine Fixierung ist!
nicht nur den pflegenden Angehörigen, sophia65, mich erstaunt immer wieder, wievielen prof. Pflegenden diese Maßnahmen nicht klar sind und sie sich nichts dabei denken, das Bettgitter hoch zu machen etc.

Auch mir könnte hin und wieder die Hutschnur platzen wenn man schwierige Bewohner hat und diese z.B. in der Nacht gefühlte 35 x klingeln oder 10 x wieder ins Bett gebracht werden müssen und man nicht weiß, was man als erstes und letztes machen soll...aber im Endeffekt reisse ich mich immer zusammen und bleibe ruhig.

Es ist eben nicht jede/r für die Pflege geeignet, das sieht man immer wieder. Aber dann bedarf es einer kompetenten Leitung um Missstände oder Fehlverhalten von PK zu erkennen und zu beseitigen. Heute wird alles unter dem Mantel "Pflegenotstand" gehalten, nach dem Motto: besser unfähiges Personal als gar keins und das verurteile ich.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

A
Hallo zusammen, Ich bin als Altenpflegerin ausschließlich im Nachtdienst tätig. Bisher erhielt ich in der Zeit von 23h-6.00h eine...
  • Erstellt von: AnnaBanana
1
Antworten
1
Aufrufe
125
C
Huhn
Hallo. Ein Altenheim dass zu einer großen, privaten Kette gehört, die viele Altenheime in Europa betreibt, hat den Heimleiter entfernt...
  • Erstellt von: Huhn
0
Antworten
0
Aufrufe
209
Huhn
PflegeNeuling
Hallo, was ist eurer Meinung nach besser? Ich habe ein Angebot bei einem privaten ambulanten Pflegedienst und eins bei einem...
  • Erstellt von: PflegeNeuling
7
Antworten
7
Aufrufe
409
B
K
Hallo zusammen:-) vielleicht kann mir jemand von Euch helfen. Seit 10 Jahren in der stationären Pflege ist es für mich und auch meine...
  • Erstellt von: Kali39
4
Antworten
4
Aufrufe
470
C