Gesetze zu Arbeitszeiten

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J

jochen keller

Neues Mitglied
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04.10.2007
50374
Hallo,
meine Frau ist als exam. Altenpflegerin in einem kleinen Altenheim tätig, welches von einem kirchlichen Träger geführt wird.

Als 75 % Kraft hat sie eigentlich auf Ihrer Wohngruppe die meissten arbeitsfreien Tage lt. Dienstplan ( wird für einen Monat im Voraus erstellt )

Jedoch hat sie das Problem, dass wenn eine 100 % Kraft krank wird, sie einspringen muss.

Die Pflegedienstleitung hat sie nun auch schon zum Dienst " verpflichtet " weil sie eben sagte, sorry meine Freizeit ist mir wichtig, könnten sie eine andere Lösung finden.

Sie hat nun ca. 140 Überstunden und arbeitet durchschnittlich 23 Tage im Monat. ( als 75 % Kraft )

Kann uns jemand entsprechende Gesetze nennen, in welchen geregelt ist, wann man sich zum Dienst verpflichten lassen muss oder gibt es gerade im sozialen Berich besondere Gründe warum man keine Überstunden abbauen kann ? Wo sind die arbeitrechtlichen Gesetze für Pflegeberufe geregelt ??

Vielen Dank

Jochen Keller
 
Qualifikation
kaufmann
M

Mietze-Katze

Mitglied
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22.03.2007
13353
Hallo jochen keller, Gesetze kenn ich aus dem Stehgreif auch nicht. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung ( ich arbeite 60% ), das Teilzeitkräfte gern zeitmäßig " ausgebeutet " werden. Ich habe am Anfang auch mit gespielt und immer ausgeholfen, irgendwann habe ich aber gesagt, das ich dann hätte auch vollbeschäftigt arbeiten können. Und das wollte ich ja nicht. Ich bin auch heute noch gern bereit im Notfall mehr zu arbeiten, aber ich habe meine Teilzeit konsequent verteidigt.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Med.Klinik
M

milly

Mitglied
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01.04.2007
50937
Hallo,
Die Geschäftsführung schriftlich darüber informieren, dass sie kein Bedarf für Vollzeitskräfte hat.Es ist leider üblich; Teilzeit zahlen für Vollzeit oder mehr arbeiten lassen.Klare Verhältnisse mit deutlichem NEIN.Die Ausbeutung grenzt langsam mit totalitaren Umständen. Gruß Milly
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
Ambulante Pflege
F

ferdi

Aktives Mitglied
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20.03.2007
44379
Hallo jochen keller,

zur Dienstverpflichtung und Frei hat derpfleger dir mit ver.di: Mein Frei

schau dir daruntermal
http://mein-frei.verdi.de/aktionsmaterial/data/Pocketfibel an, darin sind die wichtigsten Gegenargumente genannt.

Sie hat nun ca. 140 Überstunden und arbeitet durchschnittlich 23 Tage im Monat. ( als 75 % Kraft )
Vorsicht: Ständige Mehrarbeit



Wie viel Überstundend muss ich machen?

Generell gilt, dass Teilzeitkräfte, sofern im Arbeits- oder

Tarifvertrag nichts anderes geregelt ist, nur in absoluten

Ausnahmefällen zu Mehrarbeit/Überstunden herangezogen

werden können, weil dies dem grundsätzlichen Wesen der

Teilzeitarbeit zuwiderläuft.



Ständige Mehrarbeit kann zu einem Vollzeitvertrag führen
Beschäftigt der Arbeitgeber Teilzeitkräfte und leistet diese über einen längeren Zeitraum hinweg mit seinem Einverständnis bzw. auf seinem Wunsch hin ständige Mehrarbeit, kann darin unter Umständen eine stillschweigende Vertrags- Änderung gesehen werden.
Ständige Mehrarbeit vor Gericht
Wie oben beschrieben erging es einer Arbeitgeberin vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm (Urteil vom 04. Mai 2006, Az.: 8 Sa 2046/05).

Mitarbeiterin wurde zur Vollzeitkraft
28,5 Stunden pro Woche sah der Arbeitsvertrag einer Mitarbeiterin eigentlich vor. Tatsächlich arbeitete sie aber über ein Jahr hinweg erheblich mehr, nämlich im Umfang einer Vollzeitkraft. Als die Arbeitgeberin sie schließlich wieder 28,5 Stunden pro Woche beschäftigte, zog die Mitarbeiterin vor Gericht.
Sie verlangte sowohl weiterhin die Bezahlung als auch die Beschäftigung einer Vollzeitkraft. Das LAG Hamm gab ihr Recht.

Die Begründung des Gerichts:

Wird ständig und über längere Zeit eine bestimmte erhöhte Arbeitszeit vom Arbeitgeber abgerufen und vom Mitarbeiter geleistet, sind das keine Überstunden. Es handelt sich um die tatsächlich geschuldete vertragliche Leistung.
Maßgeblich ist dann nicht der Text im Arbeitsvertrag, sondern der wirkliche Willen der Parteien, der im "gelebten" Rechtsverhältnis zum Ausdruck kommt.
Daher muss hier von einer stillschweigenden Neuregelung des Arbeitsvertrags ausgegangen werden. Der Umfang der stillschweigend vereinbarten Arbeitszeit ergibt sich aus den praktizierten Arbeitszeiten der vergangenen Jahre.



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ferdi
 
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05.07.2001
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