Geschichten zum Nachdenken

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Monika Bartz

Mitglied
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02.02.2006
4020
Hallo Manu!
Vielleicht ein winziger Unterschied: Unser Altenheim hat 83 Betten und so viele Angestellte, die sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Die PDL und die diplomierte Stationsleitung ist permanent überfordert und kümmert sich wenig um die Gruppe der motivierten Mitarbeiter.
Ansonsten würde man nicht alle "guten" weggehen lassen.
Ich erzähl meiner Schwester oft von euch!
Gruss Monika
 
Qualifikation
Krankenschwester / Praxisanleiterin
Fachgebiet
Linz
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C.Tina

C.Tina

Mitglied
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30.01.2006
25489
Hallo....

Auch ich habe eine *Geschichte*.
Vor ca. 2,5 Jahren lag bei uns im Haus eine Frau (das Alter weiß ich nicht mehr).Sie war schon seit längerem bettlägerig,aber sie war eigentlich immer gut gelaunt.
Irgendwann,als es abzusehen war das sie bald sterben wird,äusserte sie den Wunsch das sie gerne noch mal nach draussen möchte.Die Kollegen wollten das nicht machen,von wegen Kreislaufkollaps usw.
Nun ja,diesen Wunsch äusserte die Bw. auch als ich meine Nachtwache hatte.Nach kurzem Überlegen hatte ich dann meine Kollegin gerufen und wir hatten die Bw.auf einen Liegerollstuhl gelegt.Schön mit dicken Decken drunter,Kissen unterm Kopf usw.
So *gerüstet* war ich dann mit ihr durch ganze Haus gefahren,hatte ihr alles gezeigt.Der Höhepunkt aber war für sie als wir in den Garten fuhren.Sie hatte solch einen glücklichen und zufriedenen Gesichtsausdruck....
Ich hatte die Bw. dann noch ca. 1,5 Std bei mir auf der Station an einem geöffnetem Fenster stehen.Dieses Fenster reicht vom Boden bis fast zur Decke und sie hatte fast die ganze Zeit auf die beleuchtete Straße geguckt.
Die Bw. war nach einem Tag im Frühdienst gestorben.Ich war nach meinem Dienst noch bei ihr geblieben und hatte bis zuletzt ihre Hand gehalten.
Ärger gab es wegen dem nächtlichen *Ausflug* nicht.Im Gegenteil - meine Kollegen hatten es gut gefunden.Hätte man dann den Wunsch dieser Bw. nicht schon früher erfüllen können?

LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
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cyberhex

cyberhex

Mitglied
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08.02.2006
8041
Hallo ihr lieben Lesenden


Eine Geschichte aus meiner Schülerinnenzeit:

Ich arbeitete mit einer zweiten Schülerin auf einer internen Frauenstation.
Diese Schülerin wurde von vielen ihrer Kolleginnen gehänselt, da manche meinten, dass sie nicht zu den hellsten Köpfen gehörte.

Eine Patientin wollte eines Tages nicht aus ihrem Bett heraus. Meine Kollegin nennen wir sie mal C. fragte sie warum sie nicht aufstehen will.
Patientin: "Ich will nicht auf den Boden steigen, da sind eine Unmenge von Käfern und Mäuse!"

Ich dachte mir, oho Halluzinationen, denn natürlich war der Boden frei von sämtlichen Getier. :rolleyes:

S. sagte zur Patientin: "Liebe Frau X. schauen Sie mal ganz schnell auf das Schild bei der Tür. Dort steht ganz gross geschrieben, dass der Eintritt für Käfer und Mäuse verboten ist."

Die Patientin las das imaginäre Schild sehr aufmerksam und ist aus dem Bett heraus. Von diesem Tag an hatte sie keine Käfer und Mäuse mehr gesehen.

Diese Geschichte ist zwar schon 25 Jahre her, aber sobald ein Patient Halluzinationen hat, denke ich an S.

Liebe Grüße
Elisabeth :grin:
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
im Forum "Altenpflege" sind schon viele sehr schöne Geschichten rund um die Pflege vorgestellt wurden, die sehr gut ankamen.
Vielleicht könnte man das unter einem eigenem Thema laufen lassen?:thumbsup:
Hallo Manu und alle anderen,

auch wenn ich die Geschichten ebenfalls mal mit einem Schmunzeln, mal nachdenklich geworden lese, bitte ich um euer Verständnis, daß es - nicht zuletzt auch aus Gründen der Übersichtlichkeit - hierzu kein kein eigenes Forum geben wird.
Da es auf dem pflegeboard primär um den fachlichen Austausch geht und die Forenstruktur dem entsprechend aufgebaut ist, finden diese Geschichten jedoch z.B. auch im Forum Off Topic ihren Platz.

Herzliche Grüße,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Christian,

schade, aber Begründung ist ok!:eek:riginal:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
cyberhex

cyberhex

Mitglied
Basis-Konto
08.02.2006
8041
Hallo, an euch alle,

habe wieder was gefunden:



Ich sehe in Dein Gesicht



Ich sehe in Dein Gesicht –
sehe die Starre
und Ausdruckslosigkeit Deines Blickes,
die zur Maske verzerrten Gesichtszüge,
die Hände, die mich abwehren
oder sich schutzbedürftig mir entgegenstrecken.

Ich höre Deine unartikulierten Worte
und Dein unmotiviertes Lachen oder Greinen.
Ich denke –
was war es und was ist es für eine Mensch?

Du warst einmal schön,
durch Deine fratzenhafte Grimasse
kann ich Dein schönes Gesicht sehen.
Du hast Hände, die verraten,
dass du zupacken und streicheln kannst.
Du willst Dich mit mir unterhalten,
ich verstehe Deine Worte nicht,
aber ich verstehe Dich.

Du bist ein Mensch,
der meine Achtung verdient,
denn Du hast viel in Deinem Leben geleistet.
Du bist ein Mensch,
der meine Aufmerksamkeit und Zuwendung verdient,
denn Du bist hilflos und schwach.

Du bist ein Mensch,
der mich lehrt, wie wandelbar ein Lebensweg sein kann.
Auch morgen schon kann ich so abhängig von der
Fürsorge anderer Menschen
und hilflos sein wie Du.



[FONT=Times New Roman,Times New Roman](Ingrid Popp, 1998)

Liebe Grüße
Elisabeth
[/FONT]
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Hallo an Euch:laughing: ,

heute möchte ich eine kleine Geschichte mehr aus der Sicht eines Angehörigen erzählen, wie als Pflegekraft.

Es handelt sich dabei um den Umgang mit dem Sterben, der mir auch für die Praxis wieder eine andere Sichtweise für Angehörige und Angehörigenarbeit gegeben hat.

Meine Oma ( M. Alzheimer) war schon längere Zeit in einem Altenheim untergebracht, und fühlte sich dort wohl.

Vor ca. 1 Jahr erkrankte sie an einer Pneumonie, und mußte ins Krankenhaus. Im Krankenhaus verschlimmerte sich ihr Orientierungsvermögen, und ihr Allgemeinzustand. Meine Mama merkte bei ihren Besuchen, das sie nur schlecht mit der Situation umgehen konnte. Sie wußte nicht, wie sie sich mit ihrer Mutter unterhalten sollte, denn diese erkannte sie meist nicht mehr. Manchmal lag sie sehr abwesend im Bett. Für meine Mama war das einfach zu viel, sie konnte es nicht verkraften, ihre Mutter so zu sehen.

Darauf hin stellte sie ihre Besuche ein, mit der Begründung, sie so in Errinnerung zu behalten, wie sie einmal war.
Sie lies sich da auch nicht von uns reinreden, sie konnte einfach nicht.

Meine Oma hat sich dann doch erholt, und kam zurück ins Altenheim.
Irgendwann hat sich meine Mama dann doch wieder dazu durchgerungen, sie zu besuchen.

Später mußte meine Mutter die Betreuung für meine Oma übernehmen. Das war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, das meine Mutter irgendwann in die Situation kommen würde, sich mit dem Sterben intensiv auseinander zu setzen.

Der Zeitpunkt kam näher als erwartet.
Oma stürzte, mußte ins Krankenhaus, und der Allgemeinzustand verschlechterte sich zunehmend.
Meine Oma erwähnte oft in einem Gespräch mit meiner Mutter und ihren Geschwistern, das sie nicht mehr Leben wolle.
Sie handelte auch danach, verweigerte Essen und Trinken, wollte nicht mehr aufstehen usw.
Meine Mutter mußte entscheiden, ob eine PEG gelegt werden soll.
Ich war sehr stolz auf meine Mama, das sie es hat nicht machen lassen.

Oma wurde zum Sterben ins Altenheim zurück verlegt.
Meine Mama besuchte sie nun jeden Tag, versuchte, ihren Raum so zu gestalten, das sie trotz des Liegens noch etwas Schönes sieht.

Der Geburtstag meiner Oma stand an, und sie beharrte darauf, ihn nicht feiern zu wollen.
Letztendlich hat meine Oma ihren Frieden gefunden, am Vormittag ihres Geburtstages.


Ich bin sehr stolz auf meine Mama, das sie sich doch überwunden hat, und sich mit dem Sterben auseinander gesetzt hat.

Was habe ich daraus gelernt?

Man sollte Angehörige nicht vorschnell verurteilen, wenn sie nicht zum Besuch kommen, oder den Umgang anders pflegen, wie wir es uns wünschen würden.
Es ist eine unserer Aufgaben, die Angehörigen in diesem Prozess mit einzubeziehen.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
G

Glücksstern

Empathie

Ich liege in einem Bett
und starre an die Zimmerdecke.
Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen,
meine Arme sind steif und schmerzen.
Ich kann nicht mehr sprechen,
nur noch hören, sehen und denken.

"Guten Morgen, haben sie gut geschlafen?"
Jemand zieht die Decke von mir weg,
fährt mir mit einem nassen Lappen durch das gesicht,
über Brust und Arme,
ein Handtuch trocknet notdürftig die Nässe,
ich werde zur Seite gekippt,
kalter Schaum wird auf meinen Po gesprüht
und mit eiligen plastikbehandschuhten Händen wieder abgewischt,
ich werde auf den Rücken gerollt und
grobe Hände legen sich unter meine Achseln
und ziehen mich nach oben,
die Decke wird hastig über mich geworfen.

Fremde Finger öffnen meinen Mund,
bohren sich mit einem feuchten Stück Tuch
in meine Wangentaschen,
Zitronengeschmack auf meiner Zunge
- ich mag keine Zitronen.
Eine Flasche mit Nahrungsbrei hängt über mir,
der anonyme Brei tropft langsam in meinen Magen.

Ich liege in meinem Bett
und starre an die Zimmerdecke
niemand spricht mit mir......................
 
G

Glücksstern

Nur zu zweit
Früh am Morgen hoppla, hopp kommt die schwester im galopp
und setzt mich erst mal auf den Topp. Sie ruft: schnell, schnell jetzt in die Socken, sie können ja nicht ewig hocken, hab schließlich wenig Zeit. denn wir sind nur zu zweit!
Hoch vom Topp und fix ans Becken, beim Waschen alle glieder recken.
schnell in den Mund das Gebiss auch wenn es vom Nachbarn ist.
Der Rock, die Bluse, der Schlüpfer, ich beweg mich wie ein junger Hüpfer. Das Haar wird heut nicht gekämmt? Wieso?
ach ich weiß Bescheid, sie sind heute nur zu zweit!! Keine Zeit!
Ab zum Frühstück, ach wie gut,
so ein kalter Kaffee tut sehr gut, sehr gesund so ein flüssig Ei vermischt mit Morgenbrei. Diät steht auf der Marmelade drauf. Ist mir egal, ich krieg sie eh nicht auf.
Hart wie Stein die Butter und bei meinem Körnerfutter, hat schon jemand nachgeschaut und die Rosinen raus geklaut. Hätte man die Säge nicht vergessen. könnte ich wenigstens mein Brötchen essen!!
Also schlürf ich meinen Tee- ach nee ich glaub das ist Kaffee oder Saft? Das hat michjetzt alles geschafft - ich möchte gerne in mein Bett, und ruf die Schwester, frage nett: ob sie so freundlich wäre, und...... sie ruft... Ich habe keine Zeit - wir sind heute nur zu zweit!!
Also, nix mit Bett - was kann ich machen
Jetzt weiß ich - ich kann basteln ein paar schöne Sachen. das ist eine gute Idee. Ich steh auf und geh in den Bereich dafür und steh vor verschlossener Tür. Auf dem Schild kann ich lesen " Wir basteln, wir malen, wir sind allzeit bereit, aber nicht heute, denn heute sind wir nur zu zweit - keine Zeit tut uns leid!!!
Der nette Mann vom Nachbartisch bot mir an, ganz fürsorglich mich zu fahren in mein Bett, ich find das furchtbar nett und nach 15 Runden hatten wir es dann endlich gefunden. Für mich, hat es sich gelohnt, weiß ich doch jetzt wie man hier so wohnt. Ins Bett und schnell eingepennt, bis jemand durch mein Zimmer rennt. Die Schwester ruft: Nun stehen sie auf es gibt Abendessen!!
Ich frag - und mein Mittagessen?? Ach, da hat man sie leider vergessen. Tut mir leid, wir waren heute nur zu zweit. Der Tag geht zu Ende, ich begab mich ins Bett, da war ich zwar den ganzen Tag schon, aber hier ist es richtig nett. Jetzt werde ich etwas ausruhn, hab meinen Nachtschrank etwas geordnet, man muss ja was tun. und freu mich schon auf morgen, denn es gibt da ja einen Mann, der hat mir heute schon viel Gutes getan. Ich werde ihn bitten mit mir morgen nochmal zu gehen, denn so manches Zimmer habe ich ja noch nicht gesehen. Hinein in meinen schönsten Gedanken, sehe ich die Nachtschwester wanken. sie fragt halb tot vor Müdigkeit - ob für die Nacht sei alles bereit? Und torkelt müd aus dem Zimmer, kein Wunder, denn es ist wie immer. Ich ruf: Ich hätte bitte bitte, bitte noch etwas zu trinken, versuch es mit Winken und das Licht geht aus. Trüb schaun mich zwei Augen an, eine Stimme dringt ohne Klang an mein Ohr. Tut mir leid keine Zeit, vielleicht morgen, da sind wir zu zweit!! So liege ich nun mit meinen Sorgen, Licht aus und allein, aber man soll ja nicht undankbar sein. Sie haben leider nicht viel Zeit, denn sie sind immer nur zu zweit. Ich werde in meinem nächsten Leben, mehr in den Klingelbeutel geben, damit der Herrgott an mich denkt und mir mehr Pflegekräfte schenkt!!!
 
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Glücksstern:grin: ,

genau diese Geschichte habe ich komplett ausgedruckt vor einiger Zeit bei uns im Dienstzimmer aufgehangen!:thumbsup: Kam super an, und das Nachdenken wird angeregt!:whistling

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
headattack1

headattack1

Mitglied
Basis-Konto
…es war einmal eine Pat.
Sie wurde auf der Strasse aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sie war ca. 40 Jahre alt, hatte eine mächtige Aszitis zu bieten und noch so manches andere was sich so entwickelt, wenn man auf der Strasse lebt… Nun gut – wir haben gemeinsam schwer gearbeitet. Sie wurde ihrer Dreckschichten und der Läuse beraubt, Wunden wurden versorgt, die Aszitis punktiert und vieles andere mehr. Nach diesem Prozedere kam eine hübsche Frau zum Vorschein. Sie war zum ersten Mal nach zwei Jahren Straßenleben wieder in geordneten Verhältnissen und es fiel ihr zu Beginn sehr schwer sich an Regeln zu halten, Freundlichkeit und Fürsorge zu erleben, regelmässige Mahlzeiten zu genießen und im laufe der Zeit gesund zu werden. Es gab heftige Diskussionen über Verhalten im Krankenhaus, einfügen in unsere Regeln, u. s. w.
Ihr Alkoholbedarf wurde unwichtiger und je länger sie bei uns war, desto mehr brachte sie sich in den Stationsalltag ein. Sie war Mitpat. behilflich, wurde zunehmend zugänglicher und liebenswert. Sie empfand wieder echte Lebensfreude und das Leben lebenswert, hatte viele und gute Pläne für ihre Zukunft. Es zeigte sich eine tolle Frau mit mächtigem sozialem Engagement. Sie gab ihren vorletzten Euro an Mitpat. die noch weniger hatten als sie selbst, brachte kleine Geschenke mit, konnte zuhören und trösten, lachen, organisierte aufgrund ihrer Beziehungen für Andere Jobs u.ä.m.
Irgendwann kam der Tag der Entlassung. Es flossen Tränen und sie kam viele Tage lang zu Besuch. Wir haben sie schon erwartet. Dann kam sie nicht mehr. Wir haben oft von ihr gesprochen, denn inzwischen wussten wir, dass sie aus einer in der Stadt bekannten Familie kommt und so etwas gibt immer Anlass zu Spekulationen….
Dann erfuhren wir aus der Zeitung von ihrem Schicksal: Suizid…
 
Qualifikation
praxisanleitung
Fachgebiet
schülerausbildung
G

Glücksstern

Das ging mir jetzt direkt unter die Haut. Hab beim Lesen Gänsehaut bekommen. Eine schöne, als auch traurige Geschichte. seufz*
Liebe Grüße Glücksstern
 
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
... eine Geschichte, die sehr zum Nachdenken anregt!
Danke Headattack!:thumbsup:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
S

schwestermac

Mitglied
Basis-Konto
20.08.2006
66763
Wow
die Geschichte macht traurig und sehr nachdenklich!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulanter Pflegedienst
S

sandris

Mitglied
Basis-Konto
08.03.2006
24956
Hallo aller miene Kollegen kollegin!! ich habe eine frage oder eine geschichte, wie und immer, das geht um: Ich Arbeit in eine Alten Heim, der chef sagt, die Menschen soll essen was die Möchten, egal ob Diabetiken sind, meine meinung ist etwas anders, aber hier werde nicht gefrag was ich möchte, ich bin zeit 5 Monaten da und sehen das die Bewohner werden Dick und Dick... zum Glück die BZ werten sind in Ordnung, aber ich möchte ind die Plflegeplanung in ATL Ernährung schreiben und Natürlich die Küche Informieren das die Diabetiken Diabetische Kost bekommen, und auch wie ist das mit eine Einführt, oder Bilanz? darf alle Menschen 1500 trinken? na ja, ich bin Neue ind diese bransch und mache ich mir Sorge, und ich bin Spanier und hab das gefühl nicht viel zu sagen, grins!! ich bin Examinierte AP, ha ich habe hier in Süd Deutschland gelernen, ok liebe leute, jetzt erzählt ihr mir was ist richtig was ist nicht richtig.. Beso ah Gracias a todos :grin:
 
Qualifikation
Ex.Ap
Fachgebiet
Alten Heim
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Glückstern,


WOOOOOOOOOOOOOOOOOOWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWW,

bin beeindruckt!:grin:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
S

sandris

Mitglied
Basis-Konto
08.03.2006
24956
Hola, Mil gracias por tu respuesta, aqui el tiempo esta malito pero me imajino que sin mucho viento como en Alemania. Que alegria tu respuesta en Espanol, Super!!!Manu esta Envidioso, Munu ist Neid nicht spanisch zur sprechen, oder? lachen, also Manu, du kannst auch versuchen etwas spanisch zur lernen!! Liebe Leute das ist Super jeders Mal deise link zur sehen, das Helf mir viel, ich bin bald in Nord Deutschland, ich möchte mich weiter bilden, aber, sagt mal, wie gehts weiter, wo kann ich in Flensburg weiter mich bilden, und welche weiter Bildung kann mal machen? Bitte lieben erzähl mir das!! Danke Un Beso sandra
 
Qualifikation
Ex.Ap
Fachgebiet
Alten Heim
Sarah1985

Sarah1985

Mitglied
Basis-Konto
01.11.2006
38518
Hi,
Ich habe auch eine kleine Geschichte.

Auf dem Wohnbereich auf dem ich arbeite hatte ich mal eine Bewohnerin, die aus ihrer Demenz heraus die niedlichste Person (das ist nicht fachlich) war die ich je kennengelernt habe. Ich denke auch das sie ihr ganzes Lebenlang so war.
Sie war nie verheiratet da ihr Verlobter im 2.WK gefallen ist, Kinder hatte sie auch nicht. Die Verlobungsringe trug sie aber ihr ganzes Leben. Sie war eine der bekanntesten Frauen in dem Dorf wo sie lebte, jeder Mann zog seinen Hut vor ihr und auch alle Frauen begrüßten sie.

Sie war wie eine Bilderbuchoma, lankeglatte Harre und eine riesen Brille und immer lieb und freundlich

Als sie Pflegebedürftig wurde zog sie bei mir in das Heim ein, auch dort war sie die bekannteste Frau im Haus. Jeder der Bewohner die noch mobil waren kannten sie und begrüßten sie auch. Irgendwann wurde sie schwer pflegebedürftig unter anderem belllägerig und zog zu mir auf den Wohnbereich, wo sie lange lebte.

Sie hieß mit vonamen Ilma und immer wenn ich in das Zimmer kam und sie begrüßte natürlich mit Nachnamen und Sie, sagte sie zu mir ich habe dir doch schon tausendmal gesagt ich bin ammi alle meine Freunde nennen mich so. Irgendwann entschloß ich mich sie auch bei ihrem Vornamen anzusprechen (ist bei uns eigentlich verboten). Um sie zu ärgern habe ich dann öfter mal zu ihr gesagt na wie geht es dir Ilmi da meinte sie immer ich heiße für dich ammi und wie immer sagte sie dazu alle meine Freunde nennen mich so. Aber manchmal wenn ich das tat sagte sie auch was bist du so frech du darfst mich doch nicht duzen dann sprang ich natürlich gleich wieder dazu über und siezte sie und entschuldigte mich dafür wie mir sowas nur raus gerutscht sein konnte. Darauf hin fing sie an zu weinen und meinte immer sie wollte mich doch nicht anschreien. Ich beruhigte sie immer und alles war wieder in bester Ordnung.

Sie aß sehr wenig eigentlich mochte sie das Essen überhaupt nicht, deswegen bekam sie auch immer Energydrinks, allerdings konnte ich sie immer überreden von jedem einen Löffel zu essen und das was sie mag kann sie aufessen und was nicht bleibt liegen. Das machte sie auch. Irgendwann sagte sie zu mir sie probiert nur wenn ich auch probiere (bei uns auch verboten). Ich wusste nicht was ich machen sollte denn sie bestand dadrauf. Also Nahm ich bei jedem Essen ein kleines Schüsselchen mit wo ich von jedem einen löffel rein tat und probierte (passierte Kost schmeckt scheußlich, ich kann verstehen wenn die Bewohner das nicht essen wollen) aber auch das klappte dann.

Irgendwann bekamen wir eine Praktikantin die immer zum Essenreichen reingeschickt wurde, wenn meine ilma sie fragte was ist das denn antwortete die Praktikantin das weiß ich doch nicht iss es einfach dann weißt du es und stopfte (im wahrsten Sinne des Wortes) ihr das essen rein. Solange bis Ilma anfing zu Spucken. Ilma fing immer an zu weinen und ich konnte das nicht sehen. Ich zeigte der Praktikantin 3 oder 4 mal wie ich das immer mache, aber sie tat es nie so. Ich übernahm das wieder.

Irgendwann meinte Ilma das sie gerne ihre Verwandten in ihrem ehemaligen Dorf besuchen möchte und ob ich sie nicht fahren könnte. Ich sagte zu ihr naklar das mache ich schon und sie meinte:du weißt aber ich kann nicht laufen dazu sagte ich dann, dann nehmen wir einfach nen Rollstuhl das geht dann schon und meinte noch zu ihr, wir versuchen erstmal das du sitzt und als sie dann auf der Bettkante saß meinte sie nur zu mir, ich glaube das wird nichts, mir wird schwindelig, leg mich wieder hin.

Ich muss ehrlich sagen (und das ist eigentlich nicht kompetent) ich habe zu ihr so eine Beziehung aufgebaut das ich die professionelle Distanz vergessen habe und als sie starb, an altersschwäche habe ich bittere Tränen geweint und ich denke auch jetzt immernoch gerne an sie zurück.

Man hätte sie kennenlernen müssen um das alles zu verstehn. als sie starb waren alle kollegen von mir auch sehr betrübt. Für die Beerdigung habe ich mir von der Schule extra frei geben lassen.

die Geschichte ist jetzt doch länger geworden als sie eigentlich sollte. aber ich erzähle sie gerne. Gibt es bei euch auch Patienten/ Bewohner oder Kunden an die ihr so gerne zurück denkt oder bei denen ihr die profesionelle Distaz vergessen habt?

Seit lieb Gegrüßt Sarah
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Krankenpflege
Sarah1985

Sarah1985

Mitglied
Basis-Konto
01.11.2006
38518
Hi nochmal

was ich zu meiner Geschichte vergessen habe zu erzählen ist: es gibt jemanden der meinte das ich keine provessionelle Distanz halten kann, er meinte ich leide mehr als der betroffene selbst, nur weil ich da geweint habe und wie der Totengräber bin der seinen Toten ins Grab hinterher springt und somit falsch in meinem Beruf wäre.

Aber gibt es denn nicht bei jedem Pfleger/Pflegerin mal einen zu Betreunden wo die Bindung etwas fester wird und man traurig ist wenn der oder die jenige verstirbt?

Ist es denn so schlimm wenn man dann auch mal weint?

Liebe Grüße Sarah
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Krankenpflege
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