Geschichten zum Nachdenken

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M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Hallo,

im Forum "Altenpflege" sind schon viele sehr schöne Geschichten rund um die Pflege vorgestellt wurden, die sehr gut ankamen.
Vielleicht könnte man das unter einem eigenem Thema laufen lassen?:thumbsup:
Ich bin dafür!:laughing:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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minchen

minchen

Mitglied
Basis-Konto
08.04.2006
63869
Hallo Manu .

Bin auch dafür :thumbsup::eek:riginal:



Gruß minchen
 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
cyberhex

cyberhex

Mitglied
Basis-Konto
08.02.2006
8041
ja, bitte, eine eigene rubrik für diese geschichten

bin dafür :thumbsup:
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
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B

Biene Willy

Mitglied
Basis-Konto
19.06.2006
80469
Ist eine gute Idee!
 
Qualifikation
Kaufmann
Fachgebiet
Selbstständig
PflegeFrei

PflegeFrei

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Auch ich bin dafür, und freue mich schon mal auf viele neue Geschichten.

Grüße DvD
 
Qualifikation
exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
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B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!:laughing:
Dem kann ich mich nur anschließen, bin auch dafür!!!:thumbsup:
LgBatz
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
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C.Tina

C.Tina

Mitglied
Basis-Konto
30.01.2006
25489
Huhuuuu ...

ich schließe mich euch an.Bin auch :dafür: :thumbs:


LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
Basis-Konto
01.12.2005
Deggendorf
Seit klasse :)
Alle sagen das sie die Idee gut finden, aber keiner schreibt ne Geschichte.
*lach*

OK, dann will ich mal, eine für mich wirklich schöne Geschichte, vor allem weil ich da gleich das anwenden Konnte das ich in ner Forbildung vor kurzem gelernt hatte.

Hatte nen Patienten, knapp 20, von Intensivstation, lange zeit Beatmet worden und Schlaganfall.

Als der Gutste bei uns auf die Station kam, konnte er sich fast nicht bewegen und auch nicht wirklich viel Sprechen.
Das gesammte Team hat sich um ihn gekümmert, ich hab mit ihm die Übungen gemacht die ich im Bobath-Kurs gelernt hatte, und nach einem Tag konnte er seine nicht betroffene Seite wieder komplett bewegen und seine betroffene Seite auch schon zumindest unkontrolliert.
Mit ziemlich viel Arbeit aller beteiligten konnte der junge Mann nach fast ner Woche immer hin schon an Krücken wieder Laufen, klar sprechen und sich komplett selbst wieder versorgen.
Irgendwann dann haben wir ihn ja mal in die Reha geschickt, und wir dachten uns eigentlich alle nix mehr dabei, halt ein Patient der wieder gegangen ist.

Nur mit dem feinen Unterschied das er nach ein oder Zwei Monaten noch mal vorbei gekommen ist, und ihn keiner wirklich wieder erkannt hatte.
Frisiert braungebrannt und vor allem nur noch nen leicht humpelnden Gang, kaum zu erkennen.

Er kam einfach um sich bei uns und auf der Intensivstation zu bedanken.

Das finde ich ne schöne Geschichte, einfach weil wir da gesehen haben was unsere Arbeit langfristig gebracht hatte.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
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phantasie

phantasie

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2006
84152
Neue Geschichten zum Nachdenken

Die Rollstuhlfahrer

Es war einmal in einem fernen Land, da kamen mehr
als tausend Rollstuhlfahrer zusammen und ließen sich
in einem Dorf mit eigener Verwaltung nieder. Selten besuchten
Nichtbehinderte dieses Dorf, so dass die Rollstuhlfahrer
alle Bereiche ihres Lebens selbst kontrollierten.
Sie fertigten mit speziellen Hilfsmitteln die Waren,
die sie in ihren Geschäften verkauften, betrieben Schulen,
Banken, Postämter, Transportwesen des Ortes usw. Die
Tatsache, vom Rollstuhl aus das tägliche Leben zu meistern,
war für sie das Normale. Sie sahen Rollstuhlfahrer auf dem
Bildschirm und hörten sie im Radio. Nichtbehinderte Menschen
waren selten zu sehen, wurden kaum verstanden. Die Rollstuhlfahrer
entwarfen Gebäude, die ihrem körperlichen Zustand angepasst waren.
So wurde es zur Regel, dass Türen 1,50 m und Zimmer bis 2 m hoch
gebaut wurden. Diese Höhen wurden natürlich als Normen festgelegt.
Jetzt war jedermann im Dorf glücklich; nach und nach wurden
alle Barrieren überwunden. Diese kleine Gesellschaft hatte ihre
Umwelt mit ihren Bedürfnissen in Übereinstimmung gebracht.
Eines Tages mussten sich einige Nichtbehinderte,
ohne dass sie es selbst entscheiden konnten, in diesem Dorf
ansiedeln. Natürlich war eines der ersten Dinge, die sie bemerkten,
die Höhe der Türen. Ständig stießen sie mit ihren Köpfen
an die Türkanten. Bald waren alle gezeichnet durch blaue Flecken
an der Stirn. Sie gingen zu den Dorfärzten, die natürlich
Rollstuhlfahrer waren. Bald beschäftigten sich die
Rollstuhlfahrer-Ärzte, die Rollstuhlfahrer-Psychiater,
ja selbst die Rollstuhlfahrer-Sozialarbeiter mit den
Problemen der Nichtbehinderten. Die Ärzte verfassten Berichte
über die Leiden und Schmerzen der Nichtbehinderten
in der Gesellschaft. Sie sagten, dass die Prellungen und
schmerzenden Rücken durch doppelt so häufiges Bücken
verursacht würden. Die Ärzte meinten, diese nichtbehinderten
Menschen litten unter dem "Verlust oder der Einschränkung
der funktionellen Fähigkeit", welche eine Behinderung
zur Folge hat, und sie in dieser Gemeinschaft zu
Körperbehinderten werden lässt.
Es wurden schnell spezielle Hilfsmittel für die
nichtbehinderten behinderten Mitglieder des Dorfes
entworfen. Alle nichtbehinderten Behinderten erhielten
besonders verstärkte Helme, die sie ständig tragen mussten
sowie spezielle Hosenträger, die Halt gaben und gleichzeitig
den nichtbehinderten Träger auf der Höhe seiner
Rollstuhlfahrerkollegen gebückt hielten. Einige Ärzte schlugen vor,
die Nichtbehinderten in Rollstühle zu setzen, einzelne
dachten sogar an Amputationen, um die Nichtbehinderten auf die
im Dorf übliche Höhe herunter zu bringen.
Die nichtbehinderten Behinderten hatten viele Probleme.
Wenn sie Arbeit suchten, stellte sie keiner ein. Spezielle Experten
mussten ausgebildet werden, um diese Probleme zu verstehen.
Als sich ein nichtbehinderter Behinderter als Fernsehmoderator
bewarb, wurde eine spezielle medizinische Prüfung angeordnet,
um festzustellen, ob er für diese Arbeit geeignet wäre. Er war es nicht.
Durch die Hosenträger war er immer doppelt gebückt, so dass
die Kamera nur den oberen Teil seines Kopfes zeigen konnte.

"Es ist wohl bekannt", schrieben die Rollstuhlfahrer-Ärzte,
"wie schwierig es ist, mit den Nichtbehinderten zu kommunizieren,
weil es nicht leicht ist, ihren Gesichtsausdruck zu erkennen und ihnen
in die Augen zu sehen, wenn sie doppelt gebeugt sind."

Freiwillige Vereine wurden geschaffen, um milde Gaben zu
sammeln, und viele Geschäfte und Kneipen hatten einen
umgestülpten Helm mit der Aufschrift "Helft den
nichtbehinderten Behinderten!" an der Kasse angebracht,
wo die Kunden ihr Kleingeld lassen konnten.
Es gab auch ein kleines Modell in der charakteristischen Pose
der nichtbehinderten Behinderten - den Körper doppelt
gebeugt - mit einer Sammelbüchse für weitere Spenden.
Aber eines Tages, als die Nichtbehinderten zusammen saßen
und ihre Probleme diskutierten, merkten sie, dass sie von den
Rollstuhlfahrern nie selbst um Rat gefragt worden waren.
Sie erkannten, dass es Lösungen für ihre Probleme geben
könnte, die den Rollstuhlfahrern aber gar nicht einfallen konnten,
weil sie eben nicht in ihrer Lage waren. Es fiel diesen
nichtbehinderten behinderten Menschen ein, dass die
Ursache ihrer Schwierigkeiten vielleicht eine soziale Lösung
hätte - sie schlugen vor, die Tür- und Zimmerhöhen zu verändern.
Sie bildeten einen Verein, um für ihre Gleichberechtigung
zu kämpfen. Natürlich dachten einige der Rollstuhlfahrer,
die nichtbehinderten Behinderten könnten ihre Behinderung
nicht akzeptieren und sich ihr nicht anpassen und
reagierten aggressiv. Die nichtbehinderten Behinderten
argumentierten sogar, dass vielleicht, aber nur vielleicht ihre
Behinderung durch Veränderungen überwunden werden könnte und
verschwände ...



Die Geschichte ist auf www.traumtor.de.tt
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Altenheim
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B

Batz

Mitglied
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15.05.2006
64625
Hallöle!
Hätte da auch was:
89jährige Patientin,Krebs,lag bei uns auf Station. Es war abzusehen das sie bald sterben würde. Die ganze Familie 2Söhne 2Töchter versammelten sich abends vor ihrem Bett. Man unterhielt sich, leider eher darüber wer was bekommt wenn Mutti tot ist.
Das ganze führte zu einem heftigen Streit mit ebenso heftigen Worten.
Wir haben die Angehörigen gebeten dochnicht so laut zu sein, diese haben nur darauf geantwortet das "die Alte" das eh nicht mehr mitbekommt.:mad_2:
Daraufhin haben wir die einfach mal nach Hause geschickt, auf Sterbebegleitung legte da eh keiner Wert.
Ich saß dann die restliche Nacht bei der Dame und hab ihr aus ihrem Lieblingbuch vorgelesen (auch sehr schön Der kleine Prinz)
Jedenfalls erholte sich die Dame einigermaßen wieder, und zwar so sehr das sie sich vom Dienst danach frisch machen ließ und in einen Sessel setzten ließ.
Danach rief sie einen Anwalt an und änderte ihr Testament.
Tsja und dann rief sie ihre ganzen Kinder um ihnen ganz höflich mitzuteilen:" Ich hab euch alle enterbt! und jetzt geht heim! Und für die Zukunft: Sterbende hören besser!"
Damit war die Sache für sie geklärt und sie starb noch am gleichen Abend (einfach eingeschlafen) Lg Batz
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
PflegeFrei

PflegeFrei

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallöle!
Hätte da auch was:
89jährige Patientin,Krebs,lag bei uns auf Station. Es war abzusehen das sie bald sterben würde. Die ganze Familie 2Söhne 2Töchter versammelten sich abends vor ihrem Bett. Man unterhielt sich, leider eher darüber wer was bekommt wenn Mutti tot ist.
Das ganze führte zu einem heftigen Streit mit ebenso heftigen Worten.
Wir haben die Angehörigen gebeten dochnicht so laut zu sein, diese haben nur darauf geantwortet das "die Alte" das eh nicht mehr mitbekommt.:mad_2:
Daraufhin haben wir die einfach mal nach Hause geschickt, auf Sterbebegleitung legte da eh keiner Wert.
Ich saß dann die restliche Nacht bei der Dame und hab ihr aus ihrem Lieblingbuch vorgelesen (auch sehr schön Der kleine Prinz)
Jedenfalls erholte sich die Dame einigermaßen wieder, und zwar so sehr das sie sich vom Dienst danach frisch machen ließ und in einen Sessel setzten ließ.
Danach rief sie einen Anwalt an und änderte ihr Testament.
Tsja und dann rief sie ihre ganzen Kinder um ihnen ganz höflich mitzuteilen:" Ich hab euch alle enterbt! und jetzt geht heim! Und für die Zukunft: Sterbende hören besser!"
Damit war die Sache für sie geklärt und sie starb noch am gleichen Abend (einfach eingeschlafen) Lg Batz

Hallo Batz,

die Geschichte geht ganz schön unter die Haut.
Ich hatte am Beginn meiner Lufbahn auch etwas erlebt, was ich nie vergesse. Die Tochter einer BW kam jeden Abend um ihrer Mutter das Abendbrot zu reichen, dadurch entwickelte sich dann auch ein sehr freundliches Verhältnis Tochter Pfflegekräfte. Die BW verstarb damals einen Tag vor Heiligabend, ich hatte Dienst. Die Tochter war die ganze Zeit bei ihr, auch zu dem Zeitpunkt, wo ihre Mutter verstarb. Sie läutete und sagte dann zu mir , jetzt hat es meine Mutter geschaft. Wir verständigten den Arzt, der den Totenschein ausstellte. Und die Angehörigen wollten sich dann um alles kümmern. Ich bat sie wenn sie das Bestattungsinstitut anrufen, die doch zu bitte erst nach 19 Uhr zu kommen, damit die anderen BW nicht sofort auf sie zustürmen ( war nur ein kleines Haus, und die hätten während des Essens am Speisesaal vorbei gemußt).
Auf jedenfall wurde die Dame um 19.30 Uhr abgeholt.Die Angehörigen fragten mich ob sie das Zimmer jetzt sofort räumen müßten, ich sagte nur nein lassen sie erstmal alles so wie es ist, ich glaube jetzt sind andere Sachen wichtiger.
Daraufhin nahm mich die Tochter in den Arm, drückte mich und sagte machs gut Hasi.Ich bekam da eine Gänzehaut.
Ich bekomme heute noch eine Gänzehaut, wenn ich daran denke.

Grüße Euer DvD
 
Qualifikation
exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
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B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!
Auch wenn es blöd klingen mag, aber solche Erlebnisse brauch man um zu wissen das man noch Mitgefühl zeigen kann.
Außerdem ist es immer wieder schön zu sehen das man den Patienten und ihren Angehörigen gerade bei so etwas hat helfen können.
Lg Batz
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
B

Biene Willy

Mitglied
Basis-Konto
19.06.2006
80469
Batz, eine SEHR gute Geschichte!
 
Qualifikation
Kaufmann
Fachgebiet
Selbstständig
minchen

minchen

Mitglied
Basis-Konto
08.04.2006
63869
Hallo :eek:riginal:

Folgendes Gedicht haben wir heute in der PA Weiterbildung bekommen :


Demenz

Demenz

ist


am Ende eines Lebenslaufes
in der Gegenwart
zu kämpfen
mit der Vergangenheit .


Jetzt "bewältigen "
was man früher
nicht "bewältigt " hatte.


Jetzt herausweinen
worüber man früher
nicht geweint hatte.

Jetzt aussprechen
worüber man früher
nicht gesprochen hatte .

Ein großes Psychodrama
mit dir als Hauptperson.


(Frans Meulmeester)


Ich finde darüber kann man lange nachdenken.:wassat:


Gruß minchen :eek:riginal:








 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Nur zu zweit

Früh am Morgen, hoppla,hopp,
kommt die Schwester im Galopp
und setzt mich erst mal auf den Topp.
Sie ruft:"Schnell, schnell jetzt in die Socken,
Sie können da ja nicht ewig hocken,
ich habe schließlich wenig Zeit,
denn wir sind nur zu zweit!"
Hoch vom Topp und fix ans Becken.
Beim Waschen alle Glieder recken,
schnell in den Mund das Gebiss,
auch wenn es das vom Nachbarn ist.
Der Rock, die Bluse, der Schlüpfer,
ich beweg mich wie ein junger Hüpfer.
Das Haar wird heute nicht gekämmt ?
Wieso ? Ach, ich weiß bescheid:
Sie sind heute nur zu zweit !! Keine Zeit !!
Ab zum Frühstück, ach wie gut
so ein kalter Kaffee tut.
Sehr gesund so ein flüssig Ei,
vermischt mit Morgenbrei.
Diät steht auf der Marmelade drauf, ist mir
egal, ich krieg sie eh nicht auf.
Hart wie Stein ist die Butter und bei meinem
Körnerfutter
hat schon jemand nachgeschaut
und die Rosinen draus geklaut.
Hätte man die Säge nicht vergessen,
könnte ich wenigstens mein Brötchen essen !!
Also schlürf ich meinen Tee, ach nee,
Ich glaub, es ist Kaffee oder Saft ?
Das hat mich jetzt alles geschafft -
ich möchte gerne in mein Bett und ruf die
Schwester, frage nett:
" Ob Sie so freundlich wäre, und ..."
Sie ruft:"Ach halten Sie den Mund !!
Ich habe keine Zeit -
wir sind heute nur zu zweit !!"
Also, nix mit Bett - was kann ich machen ?
Jetzt weiß ich - ich kann basteln ein paar
schöne Sachen !
Das ist eine gute Idee.
Ich steh auf und geh
in den Bereich dafür
und steh vor geschlossener Tür.
Auf dem Schild da kann ich lesen:
" Wir basteln, wir malen, sind allzeit bereit -
Aber nicht heute, denn heute sind wir nur zu
zweit - Keine Zeit, tut uns leid !!"
Der nette Mann vom Nachbartisch
bot mir an, ganz fürsorglich,
mich zu fahren in mein Bett.
Ich find, das war furchtbar nett
und nach 15 Runden
hatten wir es dann endlich gefunden.
Für mich hat es sich gelohnt,
weiß ich doch jetzt, wie man hier wohnt
Ins Bett und schnell eingepennt,
bis jemand durch mein Zimmer rennt.
Die Schwester ruft:"Nun stehen Sie auf, es
gibt Abendessen !"
Ich frag:"Und mein Mittagessen ?"
" Ach, da hab ich Sie leider vergessen.
Tut mir leid, wir waren heute nur zu zweit !!"
Der Tag geht zu Ende, ich ich begab mich ins Bett.
Da war ich zwar den ganzen Tag schon,
aber hier ist es richtig nett.
Jetzt werde ich etwas ausruhen.
Hab meinen Nachtschrank etwas geordnet,
man muss ja was tun.
Und freu mich schon auf Morgen,
denn es gibt da ja einen Mann,
der hat mir heute schon viel gutes getan.
Ich werde ihn bitten, mit mir Morgen noch
mal zu gehen,
denn so manches Zimmer hab ich ja noch nicht gesehen!
Hinein in meinen schönsten Gedanken,
sehe ich die Nachtschwester wanken.
Sie fragt halb tot vor Müdigkeit:
Ob für die Nacht sei alles bereit?
Und torkelt müd aus dem Zimmer.
Keinen wunderts, denn es ist wie immer.
Ich ruf:"Ich hätte bitte, bitte noch etwas zu
Trinken!"
versuch es mit Winken.
Und das Licht aus,
trüb schauen mich zwei gerötete Augen an,
eine Stimme dringt an mein Ohr:
" Tut mir leid, keine Zeit, vieleicht Morgen,
da sind wir zu zweit!!"
So liege ich nun mit meinen Sorgen,
Licht an und allein.
Aber man soll ja nicht undankbar sein.
Es gibt Menschen, die haben nicht mal ein Bett,
und eigentlich sind ja alle ganz nett.
Sie haben leider nicht viel Zeit,
denn sie sind immer nur zu zweit.
Ich werde in meinem nächsten Leben
mehr in den Klingelbeutel geben,
damit der Herrgott an mich denkt
und mir mehr Pflegekräfte schenkt.

( Verfasser unbekannt)​
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Drei Frauen sitzen im Dämmerschein an einem Fenster im Altersheim.
‘’ Hätt ich doch damals einen Mann genommen, vielleicht wären zwei, drei Kinder gekommen !’’
So spricht die erste: ‘’Ich wäre nicht allein, und säß nicht am Fenster im Altersheim !’’
Die zweite nimmt ein Bild von der Wand
und betrachtet es lange in ihrer Hand:
‘’ Ach, wär doch der Krieg nicht gekommen
und hätt mir alle drei Buben genommen.
Den Albert, den Joseph und den Hein,
ich säße nicht am Fenster im Altersheim !’’
Da spricht die dritte mit müdem Blick
und streichelt eine weiße Strähne zurück:
‘’ Mir schenkte der Herrgott der Kinder sieben
und alle sind am Leben geblieben.
Vier Mädchen, drei Jungen nenne ich mein-
und ich sitze am Fenster im Altersheim !
Da kam eine Vierte froh heran:
‘’ Na, Leute, was hat’s euch denn angetan ?
Wir sind doch hier ganz gut untergebracht !
Drum frisch auf ! Mal herzlich gelacht !
Man braucht nicht so traurig sein,
sitzt man am Fenster im Altersheim !
Wenn die Beine noch mittun, dann heißt es wandern !
Tun sie es nicht, setzt sich Einer zum Andern !
Dann wird gespielt und geplaudert von Lust und Leid,
aus schöner und aus schwerer Lebenszeit !
Dann wird es euch leichter ums Herze sein-
sitzt ihr am Fenster im Altersheim !
Hier hat jeder sein Zimmer, sein Eigenheim,
es können auch Blinde und Taubstumme sein !
Es helfen Ärzte und Schwestern, Pfarrer und Küchen,
auch Fußpfleger und Frisöre lassen sich blicken !
Auf Wunsch kann man allein oder mit Hilfe baden,
oft wird zu Kuchen, Musik und Tanz geladen.
Oft ! Man kann schon zufrieden und Gott dankbar sein-
darf man sitzen am Fenster im Altersheim !

( Verfasser unbekannt)​
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
minchen

minchen

Mitglied
Basis-Konto
08.04.2006
63869
Hallo Manu :grin:

Beide Gedichte find ich toll. Die erste gefällt mir am besten.:smile:



Gruß minchen:eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
M

Monika Bartz

Mitglied
Basis-Konto
02.02.2006
4020
Hallo, Manu!
Diese netten Geschichten werde ich mir herauskopieren!
Die 1. ist ja wirklich sehr bewegend und auch bestimmt auf viele Heime zutreffend!
Meine Schwester hat ihr Praktikum im Altenheim (bei uns Altenfachbetreuer mit 2 Jahren Ausbildung und Abschlussprüfung) verbracht und wollte danach nicht mehr im Altenheim arbeiten, weil sie manches, wie im Gedicht, genau so erlebt hat. Sie war erschüttert und konnte diese Arbeit nicht machen:
Immer hieß es nur, keine Zeit für kinästhetisches Aufstehen, lieber zerren 2 Pflegepersonen an der Frau, die aber mit einer richtigen Anleitung alleine aufstehen konnte, muss ja alles schnell gehen....
keine Zeit für ein Gespräch über die Traurigkeit, weil der Mann vor 1 Jahr gestorben ist - das muss die doch schon verarbeitet haben....
keine Zeit für eine Spazierfahrt in den Garten, obwohl die alte Dame ihren Garten so vermisst, den sie zu Hause hatte....
Meine Schwester hat dafür ihre Pausen geopfert und viele Altenheimbewohner glücklich gemacht, indem sie solche Wünsche erfüllte, oder Zeit für ein Gespräch nahm.
Es hieß dann von vielen "Kolleginnnen" sowas brauchst du hier nicht einzuführen, wir haben keine Zeit für solche Scherze.
Jetzt arbeitet meine Schwester im Krankenhaus auf einer Station, wo es auch viele alte Damen gibt und sie ist glücklich und zufrieden, weil sie hier so arbeiten darf, wie sie es gelernt hat und die Patienten danken es mit viel Liebe und Anerkennung. Und auch die Kollegen schätzen, wie meine Schwester arbeitet und drücken ihr gegenüber Anerkennung und Lob aus.
Ich hab meine Schwester als Praktikantin bei mir auf der Station gehabt und sie immer bekräftigt in ihrem Bemühen, die Menschlichkeit nie zu verlieren und dass sie sich ja nie unterkriegen lassen soll in ihrem Engagement.
Leid tut mir nur, dass bei uns viele gute Altenpfleger nicht im Heim arbeiten, weil ihnen der Idealismus genommen wird.
Die Ausbildung ist extrem gut, aber viele passen sich sehr rasch den Gegebenheiten im Heim an und arbeiten im alten Trott weitet. SCHADE!
Meint Monika
 
Qualifikation
Krankenschwester / Praxisanleiterin
Fachgebiet
Linz
weissbrk

weissbrk

Unterstützer/in
Basis-Konto
07.03.2006
Münster
Habe eine Geschichte als Angehöriger:
Mein Großvater war fast 3 Jahre nach einem Schlaganfall zu Hause.
Er kam jeden Tag mehrere Stunden in den Rollstuhl, um in seinem Wohnzimmer oder im Garten zu sitzen, selber laufen und sich pflegen konnte er nicht mehr. Das haben meine Eltern und meine Schwester mit ihrer Familie zusammen mit dem Pflegedienst übernommen.
Es war dann irgendwann abzusehen, dass er nicht mehr sehr lange leben würde. Als er starke Schmerzen hatte und sich quälte, ist er ins Krankenhaus gekommen und hat sich da doch noch wider Erwarten erholt.
Zu Hause war er dann noch drei Wochen, wobei er von Tag zu Tag ruhiger und schwächer geworden ist.
Aber er war ganz ausgeglichen, ruhig und entspannt.
Irgendwann ist er morgens nicht mehr aufgewacht.
Ich bin davon überzeugt, dass er selbst im Krankenhaus realisiert hat, dass sein Leben zu Ende geht.
Aber er hat sich gewehrt und gekämpft, bis er zu Hause ganz ruhig und langsam Abschied nehmen konnte, wie er es sich immer gewünscht hat.
Ich glaube, die Familie hat ihm diesen Abschied ermöglicht und erleichtert.
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Monika,

ja, es ist traurig und leider immer noch Tatsache, das es solche Heime gibt!:sad:
Ich glaube, ich persönlich hätte unter solchen Umständen nicht arbeiten können, entweder hätte ich mit allen Mitteln um Verbesserungen gekämpft, oder ich hätte mir was anderes gesucht, und hätte Anzeige erstattet.

Den Text" nur zu zweit" hatte ich vor längerer Zeit bei uns im Dienstzimmer ausgehangen, er ist gut bei meinen Kollegen und auch PDL angekommen.
Auch in unserer Einrichtung gab es Engpässe, der Arbeitsaufwand wurde immer größer, die Zeit immer weniger, kaum noch Zeit für ein Gespräch mit Bewohnern, und die Unzufriedenheit vom Personal stieg, weil wir natürlich unseren Qualitätsstandard erhalten wollten.

So haben auch wir lieber auf unsere Pause verzichtet, oder sind eher gekommen, um wenigstens etwas Zeit für unsere Bewohner zu haben.

Dann folgten Teamgespräche, da wir die Situation so nicht mehr beibehalten wollten.

Auch haben wir ein Konzept zur sozialen Betreuung erstellt, das mittlerweile gut umgesetzt wurde.

Bei uns war es zum Glück so, das wir alle das gleiche wollten, und haben es geändert.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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