Geräteeinweisungen

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Natrium

Wie handhabt ihr das mit den Geräteeinweisungen?

Es ist ja doch meistens so das keine zeit ist um in diverse Gerätschaften eingewiesen zu werden. Ich denke da speziel an Beatmungsmaschinen oder Dialysegeräte, aber auch Perfusoren und Infusiomaten etc.

Aber eigentlich wissen wir ja das es sein muss und teuer werden kann wenn wen was passiert.

Habe es einmal miterlebt das eine freiberufliche Kollegin eine Einweisung in ein Dialysegeraet haben wollte, weil an ihrem Patienten eine CVVH lief. Ihr diese aber verwehrt wurde mit dem Hinweis dafür haben wir jetzt keine Zeit.

Da wir mit den identischen Maschinen in meinem Heimathaus arbeiten, habe ihr ihr zumindestens das wesentliche erklärt. Zu mehr war leider auch keine Zeit.

Wie macht ihr das grundsätzlich?
 
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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AW: Geräteeinweisungen

Ich weigere mich grundsätzlich an einem Gerät zu arbeiten, für dass ich keine Einweisung bekommen habe. Es gibt klare Gesetze (MPG) mit klaren Aussagen und jeder weiß wohl was passiert wenn was schief geht.
Da bist du dran, nicht der AG, auch wenn du dich hinstellst und sagst "Die Einweisung wurde mir wegen Zeitmangel verweigert" oder "Unsere Gerätebeauftragte hatte erst nächste Woche Zeit"
Ich sollte schon mehrfach an Beatmungsgeräten arbeiten, die ich nicht kannte. Bekam dann zu hören "Sie sind doch eine erfahrene Fachkraft, sie haben doch schon mit so vielen Beatmungsgeräten gearbeitet" "Dieses Gerät unterscheidet sich kaum von dem anderen Gerät".
Mir alles vollkommen egal. Mein Leben, meine Arbeit, mein Verantwortungsbereich PUNKT. Darüber diskutiere ich auch nicht.
Die AG's wissen im Allgemeinen, dass sie sich auf sehr sehr dünnen Eis bewegen, wenn sie nicht dafür sorgen, dass ein MA korrekt eigewiesen wird.
 
adrenalin_junkie

adrenalin_junkie

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Re: AW: Geräteeinweisungen

Spannendes oder besser trauriges Thema in dt. Krankenhäusern.
Es wird ja gerne am Personal gespart, häufig eben auch an den MPG konformen Einweisungen.
Der Anteil der korrekt und umfänglich (alle Geräte!) eingewiesenen PK liegt wohl je nach AG bei 0-50%.

Führe jetzt einen universellen Gerätepass (5,95 Euro im Buchhandel) und habe da mir Einweisungen eintragen lassen. Die alten Gerätepässe habe ich behalten für den Fall der Fälle.
Werde da auch zukünftig versuchen, vor Ort Einweisungen mitzunehmen.
Bislang aber auch keine Nachfragen seitens Auftraggeber.

Aber mal ehrlich :rolleyes::
Komme zum ersten Dienst.
Übergabe.
Unbekanntes Gerät (nehmen wir mal eine ungefährliche Ernährungspumpe und keine ECMO!) - soll ich jetzt sagen: nein, diesen Pat. kann ich nicht betreuen ohne eine korrekte Einweisung durch den Hersteller, eines Gerätebeauftragten oder Ersteinweisers (von denen ja nicht unbedingt stets einer im Dienst ist) ?
Den Dienst und Job dann ganz absagen ?
Vor Auftragannahme abfragen, ob ich in alle Geräte eingewiesen bin oder dies vor Ort werde...
Eher nicht oder ?

Dann doch lieber on-the-fly Unklarheiten durch Nachfragen beseitigen.

Das Selbstverständnis und die Professioniltät eines FBlers sollte ja auch sein: Ich kenne die üblichen Standard- und Spezialverfahren- /geräte. Erfasse schnell Neues, es ist mein Arbeitswerkzeug - also beschäftige ich mich mit der Technik (egal ob Einweisung, Studium des Handbuches, Recherche oder Kontakt mit Hersteller).
Und als Fachkraft komme ich ja bereits als Experte, bin weder Aushilfe noch Pfegekraft 2. Klasse - es wird ja erwartet, dass ich ohne Einarbeitung im üblichen Sinne sofort einsetzbar bin - und das egal, wie aufwändig die Anforderungen durch Technik oder Krankheitsbild sind.

Kenne aber auch das:
gerade hat der sehr junge Altenpfleger aus dem Tagdienst mir in 3 Minuten sein "Wissen" über das mir unbekannte Heimbeatmungsgerät
mitgeteilt - und jetzt bin ich 12h alleine mit der Kiste :rotwerd:
 
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steffie.berlin

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Zu dem Thema habe ich mir Gedanken gemacht... Es gibt ja auch Kunden die lassen einen gar nicht an die Geräte (z.B. möglich in WGs) wenn man keine ordentliche Einweisung hatte und lassen Extra wen dafür kommen (also den Ersteinweise im Team). Wurde mir gerade von einem Kunden so vorgetragen, dass ich dann sogar ein geträteheft kriege von denen wo dann unterschrieben wird, worin ich eingewiesen wurde. Ist für den Kunden aufwand, aber mein Gott, die sichern sich ab, ich sichere mich ab und krieg ne "kostenlose" Einweisung die beim Hersteller so knapp 80EUR oder auch mehr kosten kann...

Ansonsten muss man das dann wohl vom Hersteller in Anspruch nehmen wenn man sich da lieber Absichern will..
 
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Alraunenixe

AW: Geräteeinweisungen

Wir haben die Holschuld zur Pflicht der Geräteeinweisung bei den Auftraggebern, der aber hat die Bringschuld zur Pflicht zur Einweisung. Da gelten keine Ausreden. Natürlich gibt es personell bei den meisten kaum oder keine Ressourcen. Das ist aber nicht unser Problem. Dieses Bewußtsein sollte auch bei den Angestellten präsent sein. Die sind nämlich auch nicht aus der Haftung, wenn sie nicht eingewiesen sind.

Zur Erinnerung:
Das Medizinproduktegesetz (MPG) enthält die technischen, medizinischen und Informations-Anforderungen für das Inverkehrbringen von Medizinprodukten (durch Herstellung oder Einfuhr) im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Das MPG hat am 1. Januar 2002 die Medizingeräteverordnung (MedGV) endgültig abgelöst.
Über die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) gelten auch Betreiber- und Anwendervorschriften für Medizinprodukte.

Ich besitze zwar Geräteeinweisungsnachweishefte, habe aber immer wieder Probleme, sie fortlaufend mit Inhalten zu füllen. Verschiedene Auftraggeber halten es - zumindestens bei uns Freiberuflern - sehr lasch mit der Umsetzung ihrer Verpflichtung zur Einweisung ihres Geräteparks.
Andere wiederum fordern Nachweise.

Ich habe auf Kongressen Hersteller nach Schulungen gefragt. Für die meisten ist dieser Bedarf unter Freiberuflern Neuland. Sie sind aber durchaus aufgeschlossen. Sollten wir uns hier nicht zusammentun und Sammeltermine an wechselden Orten finden?
 
leaving-the-moon

leaving-the-moon

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AW: Geräteeinweisungen

Ich handhabe es folgendermaßen:

Ich habe zum einen die Einweisungshefte aus führen Angestelltenverhältnissen immer dabei und habe mir zum zweiten ein eigenes mit meinem Logo und in meinen Farben drucken lassen - ist bei e-publi nicht teuer ca 15 Euro und man hat das Ding ja eine Weile.

Dann versuche ich von den Geräteeinweisern der Station wann immer es geht Einweisungen zu bekommen - auch in jede noch so lumpige Ernährungspumpe - weil das Gesetzt es so will, nicht weil ich der Meinung wäre man bräuchte als Mensch mit Sachverstand eine Einweisung in einen simplen Tauchsieder (Vorsicht kann heiß werden)

Ich lehne die Übernahme von Patienten mit mir komplett fremden Beatmungsgeräten ab - also Dräger hab ich ziemlich drauf, da ist mir die Philosophie bekannt etc. Mit einem Servo stünde ich erst mal da und müsste den "Alarm aus Knopf suchen" wenn ich den Pat zum spontan Atmen von der Maschine nähme. Iss also nich.

Dialysegeräte und Hämofliter habe ich nur in der Weiterbildung mal ganz kurz mitbekommen und das ist Jahre her - also NOGO - kann ich nicht, mach ich nicht. Es gehört ganz abgesehen vom MPG zu meiner Eigenverantwortung und Sorgfaltspflicht einzuschätzen was ich kann und auch was ich nicht kann.

Für die Dialysegeräte und den Servo hat sich auch keiner Station bisher jemand bereitgefunden mich einzuweisen - dann halt nicht.

Ansonsten hab ich mir immer nach und nach die Geräteeinweiser geschnappt für noch nicht eingewiesene Perfusoren und Infusumaten.
Heimbeatmunggeräte erwischt man immer mal wieder, wenn gerade eines auf Station eingesetzt und eingewiesen wird... die Sammle ich wie Briefmarken. Was wiederum ein Witz ist, denn ich habe Einweisungen aber zum Teil noch nie mit dem Gerät gearbeitet - wenn ich mal an eines herablaufe muss ich mir trotzdem die Bedienungsanleitung nehmen und noch mal ganz von vorne anfangen.

Also wo möglich tue erfülle ich die Vorgaben des Gesetzes aber ganz ehrlich, habt ihr von allen Braun, Ivac, Alaris Perfusoren und Infusomaten eine Einweisung für JEDE Version? und für jedes Software-Update der Evitas? Da müsste man ja jedesmal erst mal studieren gehen ob man jetzt Evita IV in der Version 15.7.45.789. überhaupt bedienen darf. Das Gesetzt hätte es gerne so.... praktikabel ist das nicht wirklich.
 
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