Arbeitsrecht Geplante Minusstunden ... mal wieder!

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Teetrinkerin

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Hallo,

ich bräuchte einen Rat wie ich formell vorgehe, wenn ich ein geplantes Minus nicht hinnehmen will.
Es gibt weder BR, noch eine MAV.
Als Argumentation für die geplanten Minusstunden wurde gesagt, es würden durch Dienstbesprechungen usw. bestimmt jeder auf sein Soll kommen.
Was aber nun wenn ich zu diesen Besprechungen nicht kommen kann oder Dienst habe oder was auch immer.
Mir war so als hätte ich mal mitbekommen, das in dem Fall Annahmeverzug zur Anwendung kommt.
Hat da jemand Erfahrung mit?
 
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pegean

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Lisy

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AW: Geplante Minusstunden ... mal wieder!

Stimmt.
Es sei denn es gibt eine Betriebsvereinbarung über ein Zeitkonto, wie es oft in der Industrie üblich ist. Dann müssen die Stunden wieder "reingearbeitet" werden.
Grüßle Lisy
 
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Teetrinkerin

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AW: Geplante Minusstunden ... mal wieder!

Hallo!
Es ist nicht so, dass wir Lohn abgezogen bekommen. Meinen Grundlohn erhalte ich natürlich.
Uns geht es um die die Minusstunden, die ich im kommenden Monat wieder einholen müsste.
Aus den Vorgaben ist es nicht deutlich ersichtlich (oder ich seh es nicht), ob mein AG, falls
ich den Monat mit (unverschuldetem) Minus beende, diese dann ans kommende Monatssoll
einfach dranhängen kann.
Eine Vereinbarung oder Zeitkonten hat es bei uns nicht.
LG
Gabi
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Geplante Minusstunden ... mal wieder!

. . . wenn nicht etwas anderes im Arbeitsvertrag, einem geltenden Tarifvertrag, oder einer betrieblichen Vereinbarung festgelegt ist, dann gilt die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit als die Arbeitszeit, die wöchentlich vom Arbeitnehmer zu erbringen und vom Arbeitgeber zu bezahlen ist. Der Arbeitgeber hat nach § 106 GewO das Recht, die Arbeitszeit zeitlich festzulegen. Mit der Herausgabe des Dienstplanes hat er dieses Recht ausgeschöpft.
Nun ist es bei Pflegediensten meist schlecht möglich, die genaue Wochenarbeitszeit zu planen. Deshalb hat z.B. der TVöD einen Ausgleichszeitraum bis zu einem Jahr!!!!! zugelassen. Da dieses bei Euch scheinbar nicht vereinbart ist, hat Euer Arbeitgeber eigentlich die Pflicht, stets punktgenau die vereinbarte Wochenarbeitszeit pro Woche zu verplanen. Nur gibt es da ein kleines Häkchen: das konkludente Verhalten, oder die betriebliche Übung. Wenn die Arbeitnehmer sich durch schlüssiges Verhalten damit einverstanden erklären, dass der Arbeitgeber z.B. bei einer vereinbarten Wochenarbeitszeit von 30 Stunden in der einen Woche 42 Stunden einplant und dafür in der anderen Woche nur 18 Stunden - dann hat das ebenfalls seine Richtigkeit.
Wenn jedoch z.B. ein monatlicher Plan erstellt wird und auf diesem gleich von vornherein am Monatsende erst mal Minusstunden stehen (damit der MA schön unter Druck steht, wenn Ausfälle sind, oder eine Dienstberatung ansteht - er hat ja Minusstunden aufzuarbeiten), dann ist das rechtlich nicht sauber, denn auch Dienstberatungen sind planbar. Es zielt also meines Erachtens mehr darauf ab, ständig einsatzbereite MA für Krankheitsausfälle zu haben. Aber - wo kein Kläger, da kein Richter.

Vorraussetzung für den in einem der obigen Beiträge zitierten Annahmeverzug ist jedoch, dass man seine Arbeitskraft nachdrücklich anbietet. Ich würde dazu empfehlen, ein nettes und höfliches Schreiben zu formulieren und dieses gegen Empfangsbestätigung abzugeben. Inhalt etwa:
". . . auf dem Dienstplan für Monat . . . habe ich gesehen, dass Sie mich nicht mit meiner vereinbarten Wochenarbeitszeit eingeplant haben. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, falls es ein Versehen sein sollte und ebenso darauf, dass Sie sich damit im Annahmeverzug nach § 615 BGB befinden. Bitte korrigieren Sie den Plan dahingehend, denn ich bin nicht bereit, die durch diese Planung entstandenen Fehlzeiten im nächsten Monat nachzuarbeiten, weil dafür die vertragliche Grundlage fehlt. Mit freundlichen Grüßen . . . "

Aber bitte dabei vorher bedenken: der Arbeitgeber wird über ein solches Anschreiben nicht besonders erbaut sein und es wird mit ziemlicher Sicherheit mit negativen Reaktionen zu rechnen sein. Ich will Dir damit keine Angst einflößen, aber schon die Urmenschen haben, wenn sie einem Mammut gegenüberstanden durch Adrenalinausschüttung befähigt überlegt, ob sie die Keule nehmen und dreinschlagen, oder lieber die Flucht antreten.
Flucht hieße in diesem Fall, rechtzeitig nach einem anderen Arbeitgeber (als Sicherheit) umschauen und erst dann die Sache angehen. . .
 
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Claudi Gronau

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AW: Geplante Minusstunden ... mal wieder!

Hallo ihr lieben,
Ich bräuchte mal eure Hilfe. Ich war die letzten drei Jahre als Nachtschwester tätig, habe jetzt meinen Job gekündigt und ne neue stelle angetreten. Durch das nachtwachenfrei habe ich laut ag 108,5 minusstunden eingefahren, so dass er mir 3/4 meines Gehaltes abgezogen hat und ich nur 600 Euro Gehalt bekommen habe. Ich habe mich informiert und mir wurde gesagt, das das nicht rechtens wäre. Ich sollte meinen ex Chef auf Auszahlung des einbehaltenen Gehalts fordern und notfalls Klagen. Was meint ihr, hab ich da überhaupt eine Chance?:blink: Ich danke euch schon vorab, glg <3
 
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Placebo82

Placebo82

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AW: Geplante Minusstunden ... mal wieder!

Ja hast du! Du kannst nichts dafür wenn du ins Minus geplant wirst! Ich kenne es aus anderen Häusern so, dass die Nachtwachen ab und zu auch in den Tagdienst "einspringen" müssen, um auf ihre Stunden zu kommen. Wenn dein Ex-Arbeitgeber dich nicht entsprechend einplant, ist das sein Problem und nicht deins! Du wärst ja sicher eingesprungen, oder? [emoji6]
Gib deinem Ex-Arbeitgeber zunächst eine Frist zur Zahlung. Lässt er die Frist ohne eine Reaktion verstreichen, geh gleich zum Arbeitsgericht bzw. wenn du einen Anwalt hast zu ihm.
Ich hatte ein ähnliches Problem, das du hier nachlesen kannst: http://www.pflegeboard.de/showthread.php?t=43474
 
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