Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Z

Zischi

Mitglied
Basis-Konto
Hallo zusammen,

wie ihr sicher mitbekommen habt, plant die Bundesregierung eine Ausbildungsreform der Pflegeberufe. Eine Bund - Länder - AG erarbeitet derzeit die Eckpunkte der Reform und möchte diese im Frühsommer 2011 vorstellen.

Mich interessiert, wie ihr zu dieser geplanten Ausbildungsreform steht? Es ist ja geplant, die drei Berufsgruppe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einem Ausbildungsberuf zusammenzuführen.

Wo seht ihr die Chancen so einer Reform? Wo die Schwierigkeiten?

Ich freu mich über eure Antworten, Einschätzungen und Meinungen zu diesem hochbrisanten Thema (letztendlich geht es ja um unsere neuen Kollegen und Kolleginnen, mit denen wir in der Zukunft zusammenarbeiten werden).

Gruß zischi
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Vorteil:

Vorallem Altenpflege wird in der Gesellschaft nicht mehr in den Dreck gezogen

Nachteil:

Die Ausbildung der einzelnen Themenschwerpunkte wird an Qualität und Quantität verlieren...
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
N

Nephron

AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

@ Pfleger m84: was heißt das denn: "Die Ausbildung der einzelnen Themenschwerpunkte..."??? Es ist durchaus möglich, die drei Berufe zusammenzufassen, das wurde in zahlreichen Modellprojekten belegt. Dabei geht die Qualität keineswegs verloren.
Was du mit Quantität meinst, versteh ich übrigens auch nicht-es geht in der Ausbildung eh schon lange nicht mehr darum, den Schuelern soviel Stoff wie möglich zu vermitteln, sondern es wird exemplarisch gelernt.
 
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Ich weiss, z.B. in Hessen. Du willst mir aber nicht weis machen das man in 3 Jahren eine gute Ausbildung vermittelt bekommt, wo sich jetzt schon seitens der Einrichtungen beschwert wird, dass die Ausbildung nicht praxisorientiert stattfindet, was teilweise auch stimmt. Die Pflegelehrer der Schulen tun sich oft leicht. Kommen mal eben in die Einrichtung und benoten den Schüler für eine Sache, die er so das erste mal an diesem Tag macht, weil im Stationsalltag "keine Zeit" dafür ist, was für den Schüler das schlimmste ist, ist ja logisch. Die Mentoren können den Schülern nichts richtig zeigen, weil sie vor 20 Jahren gelernt haben, und nach der Arbeit keinen Bock mehr haben zu lesen, um auf dem aktuellen Stand zu sein, weil sie teilweise vorm Bounout sind. Der Mentorenkurs ist grottenschlecht. Mentoren haben keine Lust, weil sie keine Anerkennung bekommen, sondern nur Arschtritte. Was ich damit sagen will: Die Ausbildung ist jetzt noch nicht soweit ausgereift, das man Schüler auf der einen Seite praxisnah und auf der anderen Seite bewohnerorientiert ausbilden kann, da von Seiten der Regierung und der AG nichts dafür getan wird, da soll die Ausbildung schon wieder geändert werden. Das ist doch nicht normal. Geh doch als Pflegelehrer mal eine Woche auf Station, in den Alltag, mach es mal. Ich weiss das das nicht geht, aber es wäre gut, du würdest mal wieder die andere Seite sehen.

Ich habe jetzt drei Jahre gelernt, und wir saßen in der Schule nicht dumm rum und haben Hans guck in die Luft gespielt. Es war stressig alle Lernfelder, bzw. Fächewr (Bayern) durchzubekommen, da soll es mit 3 Berufen klappen? Da müssten sich die Rahmenbedingungen massiv ändern.

Aber meine meinung steht. Erstmal eine Ausbildung perfektionieren, bevor ich schon wieder alles änder. Die Ausbildung (ich rede hier stets von der Altenpflege) hat sich so oft geändert. Immer hieß es " Jetzt ist es besser". Ein scheiss ist besser.

Die Schüler fangen frisch an, ich weiss es aktuell von meiner Nichte, mit voller Freude kommen sie aus dem ersten Blockunterricht, und freuen sich auf die Praxis. Nach einer Woche Praxis kommen sie völlig fertig nach Hause, heulend, weil durch den ewigen Zeitdruck die Leute vereinsamen, behandelt werden wie Luft. SST Pflege.

Diese Ausbildung ist, wenn man in die Praxis schaut, ein Jammertal. Natürlich sollte es so sein, wie es die Schule lehrt. So ist es aber nicht, checkt es endlich. Soll sich erstmal eine Ausbildung ändern (in der Praxis), dann kann man weiterschauen.

Das musste jetzt mal raus.

MfG
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

@zischi:
Es ist ja geplant, die drei Berufsgruppe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einem Ausbildungsberuf zusammenzuführen.
Das ist schon lange Überfällig.
Genauso, dass die Schulen von den interessengeleiteten KHhäusern wegkommen und es eine unabhängige Berufsschule gibt wie bei allen anderen Berufen auch.

Es ist ja auch Schizophren: Wir pflegen nach Bedürfnissen und haben eine Ausbildungsstruktur nach Lebensalter - verrückt.
Kinder, Erwachsene, Alte

@pflegerm84: Na dann wird ja höchste Zeit, dass endlich eine tiefgreifende Reform kommt. Deine Argumente schreien förmlich danach.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Spezialisierung bereits ab 17 zu früh ist und aber gar nix bringt - jetziges System.

Ein generalisierte Ausbildung, anschließend 1-2Jahre Berufserfahrung wo auch immer in d. Pflege, anschließend Spezialisierung berufsbegleitend, mit ca. 200 Stunden und einer gesetzlich festgelegten Freistellung von ~50% dafür.
Wären also bei 6Monaten ca. 3-4Tage Unterricht pro Monat.

Nicht verwechseln - ich bin dann kein Fachpfleger für ... sondern habe lediglich erweitertes Grundlagenwissen in Geronto-, Kinder- oder Erwpflege.

Alles im Modulsystem wie es u.a. der DBFK, Deutsche Bildungsrat etc. fordern und das Ausland uns er vomacht.
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

naja, aber meinst du nicht das ist der falsche Ansatz? Meinst du deswegen wird alles besser? Es müsste sich erstmal das wichtigste ändern, nämlich die Arbeitssituation. Und die ändert sich wegen einer Ausbildungsreform nicht. Und genau hier steckt das Problem....
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

@pflegerm84:
Es müsste sich erstmal das wichtigste ändern, nämlich die Arbeitssituation.
Das mit einer Ausbildungsreform aber auch überhaupt nix zu tun.
Den damit will ich die Ausbildungssituation verbessern und den künftigen Erfordernissen anpassen.

Und die ändert sich wegen einer Ausbildungsreform nicht.
Zumindest kurzfristig sicher nicht.
Aber am ehesten ändere ich was durch Verbesserung der Bildung, daran glaube ich ganz fest.
Sowohl im Großen wie auch im Kleinen.
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

wieso hat das nichts damit zu tun? was bringt mir die beste ausbildung wenn ich in der praxis davon, wie auch schon jetzt, meist null komma null anwenden kann? Was bitte soll das besser machen? Sollte man nicht erst das grundlegende Problem lösen? Das Schüler nicht mehr heulend heim gehen, weil die Leute wie nutzloser Dreck behandelt werden (müssen)?
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

wie auch schon jetzt, meist null komma null anwenden kann?
Du weißt natürlich das das billige Polemik ist und keinen Schritt weiter führt.

Das Schüler nicht mehr heulend heim gehen, weil die Leute wie nutzloser Dreck behandelt werden (müssen)?
Was hältst du z.B. davon wenn der Ausb. und Arb.vertrag nicht mehr an einem AG hängt wie in der Krpflg., sondern zwei Verträge sind und der Schüler dann den Praxisort wechseln kann?

Glaube mir, die wenigsten Schüler gehen heulend heim.
Das es keine Problem gäbe behaupte ich ja nicht.

Wie gesagt eine Ausbildungsreform will nicht per se die Praxis verbessern. Das ist nicht der Sinn davon.
Bin allerdings überzeugt, dass das langfristig Auswirkungen auf die Praxis haben wird.

Und das irgendjemand wie Dreck behandelt werden muss - HALLO!
Ich hoffe für dich du meinst das nicht so.
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

das war natürlich krass ausgedrückt....

Billige Polemik? In einer Zeit in der die Leute allein sterben müssen? wo die Leute von Tag bis Nacht an die Decke starren, die Dokumentation die Zeit auffrisst, etc. meinst du die meisten Krankheitsstände sind nur zufällig in der Pflege? Natürlich gibt es Einrichtungen die vorbildlich sind. Aber das ist die Ausnahme, leider! Wie gesagt, man braucht meiner Meinung nach keine Ausbildung ändern, wenn die ganzen Rahmenbedingungen katastrophal sind. Wenn Rahmenbedingungen passen, kann man über eine Qualitätsverbesserung der Ausbildung reden, vorher ist es Augenwischerei. Vorallem die Ausbildung ändern und verbessern wollen und gleichzeitig die Zuschüsse an die Schulen halbieren. guckst du:
Unterschriftensammelaktion gegen Zuschußkürzung für die Berufsfachschulen für Altenpflege - Wertingen - myheimat.de

Und das einige Schüler oft heulend von der Arbeit heim gehen, kannst du mir glauben...

Und davon abgesehen wird die Reform viel Geld kosten. Wie gut das Geld in Ausbildung bzw. komplett in Bildung investiert wird, wissen wir mittlerweile ja alle...
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
0
53844
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Hallo Pfleger*M84,
ich verstehe ja deinen Frust über die Bedingungen an vielen Arbeitsplätzen. Was ich aber nicht verstehe ist, wieso du deshalb die Ausbildung kritisierst. Es ist sicher so, dass in der Schule vermitteltes und Realität oft auseinanderklaffen, aber sollen sich deiner Meinung nach die Unterrichtsinhalte nach unten , an den schlechten Bedingungen orientieren ? Fahr mal grundsätzlich mit dem Sicherheitsabstand Geschwindigkeit auf Straßen und Autobahnen wie du es für die theoretische Führerschein - Prüfung gelernt hast, kaum machbar. Sollen deshalb die Fahrschulen gleich darauf verzichten, es so beizubringen, weil in der Praxis anders ?

Was ändern 3 verschiedene Ausbildungen in der Pflege an den realen Arbeitsplatzbedingungen ?
Umgekehrt macht es für mich mehr Sinn. Eine gute Basisqualifikation, unter anderem mit dem grundsätzlichen Wissen wie der Mensch physiologisch, sozial und psychisch "funktioniert", bringt dich später in die LAge vieles ableiten zu können, je nach Bereich in dem du dann arbeitest. Auch nach der Ausbildung eigest du dir ja noch an den jeweiligen späteren Arbeitsplätzen das für den Bereich im Vordergrund stehende vertiefte Wissen an. Dazu dann wie Renje schrieb weitere Schulungen. Dann steht den Arbeitgebern irgendwann eine neue Generation an Pflegekräften gegenüber, die die Wahl haben, wo sie sich bewerben. Das heisst Arbeitsplätze mit schlechten Bedingungen werden weniger Bewerbungen bzw kürzere Verweildauer von seiten des Nachwuchses haben. Als Bewerber bist du ja in einer stärkeren Position wenn dir der gesammte pflegerische Arbeitsmarkt offen steht, als wenn du auf einen Bereich festgelegt bist. Bei dem jetzt schon bestehenden Fachkräftemangel, wird sich da sicher noch einiges verschieben.
Die Schwerpunkte sind sicher je nach Klientel und Einrichtung sehr unterschiedlich, aber dass ist auch in einem geteilten Ausbildungssystem so. Eine Krankenschwester die beispielsweise jahrelang in der chirurgischen Notaufnahme gearbeitet hat, kann auch nicht reibungslos in eine neurologische Reha wechseln, sondern muss sich auch entsprechend einarbeiten , einlesen, weiterbilden bevor sie dort die gleiche Stärke an Kompetenz hat wie in ihrem vertrauten Bereich. We stark in seinem Beruf sein will muss sowieso sein Wissen immer wieder hinterfragen und ergänzen.

Das Ausbeuten und Überforden von Schülern ist vermutlich auch nicht mehr so einfach, wenn diese verschiedene Praxiseinsätze durchlaufen, die nicht an den selben Arbeitgeber gebunden sind.

Gruß
Astrid
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

hi astrid,

ich kritisiere nicht die ausbildung an sich. ich sehe den sinn der änderung im moment skeptisch. ich weiss nicht was es bringen soll, ganz einfach. deine argumente wurden schon aufgezählt wo die altenpflegeausbildung bundeseinheitlich geworden ist. was es gebracht hat? nichts! meinst du, nur weil die ausbildungen zusammengeschmissen werden wird alles anders? und man kann sich aussuchen wo man arbeitet, mit der neuen ausbildung? mal geh ich ins kh, dann mal wieder ins AH, ach, nächstes jahr mal ins kkh...das glaub ivh nicht! ich hab 2 kolleginnen, beides krankenschwestern. haben jetzt die eine zwei, die andere 3 jahre im AH gearbeitet. jetzt wollen sie wieder ins kh. seit einem jahr. meinst die nimmt jemand? ein pdl in einem kh hat zu einer der beiden gesagt: du bist zu lange aus dem kh raus, das einarbeiten wird zu zeuer...nach u zähligen absagen bleiben beide jetzt im ah. soviel dazu.

ich denke es wird am falschen ende begonnen. es muss doch erst der grundstein gelegt werden, dass jeder in würde seinen lebensabend geniessen kann, jeder kranke ordentlich behandelt wird, jeder sterbende die hand gehalten bekommt. solange solche, eigentlich selbstverstÄndlichen sachen nicht selbstverständlich werden, kann die ausbildung sein wie sie will-es wird nichts bringen. klar, die idee ist nicht schlecht und hat viele vorteile, aber erstmal das grundlegende ändern, dann die feinheiten. denn die ausbildung kann ich später auch noch ändern, denn die jetzigen sind ja nicht so schlecht das es unabdingbar wäre...

mfg
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
Yvonne1305

Yvonne1305

Unterstützer/in
Basis-Konto
0
85716
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Meine Ausbildung ist zwar schon etwas her... Allerdings war es damals noch nicht so stressig wie heute..... Allerdings wird die Schere zwischen Theorie und Praxis immer weiter auseinander gehen... Den Zeitfaktor,den die Schulen vorgeben hab ich im Stationsalltag leider nicht... Weder im Krakenhaus noch im Altenheim.... Ich habe als Krankenschwester 6 Jahre im Altenheim gearbeitet und bereue diese Zeit aus psychischer Sicht ganz klar... Vom Fachwissen her bereue ich das nicht... Ich fände es zum Beispiel Klasse, wenn die Ausbildung zur Krankenschwester auch einen Einsatz in einem Altenheim beinhalten würde....Weil dieser ewige Konkurenzkampf zwischen Altenheim und Krankenhaus ist echt nervig....
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Krankenhaus HNO
N

Nephron

AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

@ Pfleger *m84: Mein Gott, bist du frustriert. An deiner Stelle würd ich mir schleunigst einen anderen Beruf suchen. Pflegern wie dir sollte man keine Schüler in Obhut geben; wenn du denen auch so ein undifferenziertes Gejammer entgegenbringst, ist es klar, dass die nach dem ersten Einsatz weinen.
Immer schön die Rahmenbedingungen kritiseren und nur nichts verändern wollen...
Und schön auf die Lehrer draufhauen, die haben ja keine Ahnung, was in der Praxis abgeht-wieviel Klischees willst du denn hier eigentlich noch bedienen???
Ich diskutiere hier gerne mit, aber nicht auf diesem Niveau.
 
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Ich weiss ja nicht in welcher Welt du lebst. Ich bin nicht frustriert, mit sicherheit nicht. Ich bin einer der wenigen die noch gern zur Arbeit gehen, denn ich liebe den Job. Aber wenn du sagst, das das nur gejammer ist, weiss ich grad nicht.... Schulen und Einrichtungen bekommen es bis jetzt nicht auf die Reihe nur halbwegs dieselben Ziele für Azubis zu haben und zu setzen, und auch zu verfolgen, da willst du mir was davon erzählen das ich nichts verändern will. Verändern heisst für mich in erster Linie nicht mit 3 PK`s (inkl. Azubi) für 30 Bewohner zuständig zu sein, und das nur als kleines Beispiel.

Nur zur Info, ich arbeite in einem Heim wo noch halbwegs menschlich gearbeitet werden kann, in anderen Heimen sieht es so aus wie ich es beschrieben hab, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Das einzige positive für Arbeitnehmer ist, dass Fachkräfte gesucht werden und man immer was neues findet.

Ich hoffe (normalerweise immer für andere, diesmal Ausnahmsweise mal für mich), dass ich wenn ich nächstes Jahr meine Weiterbildung und anschließend Studium mache, die Realität in der Praxis NIE vergessen werde.


Gruß
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
S

Schokokeks

AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Es scheint so eine Art "Kollateralschaden" zu sein, dass Altenpflegeschüler im 3. Lehrjahr (wie Pfleger m84 vor einem Jahr noch war), eine sehr bittere Einstellung zur AP bekommen haben. Pflegerm84, ich verstehe deine Ansichten ZU gut, auch wenn du es ziemlich hart ausgedrückt hast.
@Zischi, ich weiß nicht ob du dieses Thema noch verfolgst, aber einen Kritikpunkt, hinsichtlich der Generalisierten habe ich, dass mir die Lust und Liebe zur AP nimmt und zwar: Die Expertenstandards sollen für alle Fachkräfte in der Anforderung verbindlich sein, aber Rechte, sie allenorts anzuwenden haben Altenpfleger nicht. Wir haben mehr Pflichten im Wissen und in Rechte beschnitten (KH).Wenn der Expertenstandard an allen Fachkräften ergeht, so dürfen die Rechte nicht ungleich sein. Es ist ungerecht. Mal ganz platt ausgedrückt, was juckt mich der Expertenstandard "Entlassungsmanagement"? Wieso muß ich es als Altenpflegeschüler lernen, wenn ich sowieso nie in einem Krankenhaus arbeiten darf? Ich lerne Stoff, der mich eh nie betreffen wird.Wenn die AP mit KP sowenig gemeinsam haben, dann soll auch in Lehrinhalten eine Klufft entstehen. Da bin ich trotzig.
Ehrlich gesagt: Was bringt es mir, wenn es eine generalistische Ausbildung gibt? Ich hätte auch gerne diese Chance von Anfang an nutzen wollen und habe nicht über so einigem an Wissen verfügt wie es heute der Fall ist. Ja - mein Fehler - "selber Schuld".

Ahja Pflegerm84...
meinst du, nur weil die ausbildungen zusammengeschmissen werden wird alles anders? und man kann sich aussuchen wo man arbeitet, mit der neuen ausbildung? mal geh ich ins kh, dann mal wieder ins AH, ach, nächstes jahr mal ins kkh...das glaub ivh nicht! ich hab 2 kolleginnen, beides krankenschwestern. haben jetzt die eine zwei, die andere 3 jahre im AH gearbeitet. jetzt wollen sie wieder ins kh. seit einem jahr. meinst die nimmt jemand?
Ich sehe das nicht so, denn die Altenpflege ansich hatte ursprünglich VOR der Altenpflegeausbildung grundsätzlich zum KP-Personal als Fachrichtung gehört. Die AP-Ausbildung ist super hochwertig, allerdings "zwingt" sie hinsichtlich der Demographie einem, dort bleiben zu müssen.
lG
 
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

@schokokeks:

verstehe deinen Beitrag jetzt nicht so wirklich.

Natürlich hast du das RECHT in jedem Bereich zu Arbeiten.
Wer verweigert dir das denn?

Niemand behauptet, dass AP und KP wenig mit einander zu tun haben.

Sogar der Gesetzgeber hat im letzten Gesetz dies anerkannt und gewährt 2/3 Verkürzung.

Weiß nicht wie du auf so ne Idee kommst.

Die Vereinheitlichung der Ausbildung ist zwingend und "Altenativlos".

Wer pflegt den nun nen 70/80jährigen Menschen im Krankenhaus?
Der med. weitergebildete AP oder
der in geronto weitergebildete GuK?

kann auf das AH genauso angewendet werden, wenn der Bewohner nen höheren Anteil an med. Versorgung braucht.

Das Beispiel zeigt, dass die künstliche Trennung nach Altergruppen von gestern ist und unsinnig und diese muss schnellstens abgschafft werden.

Keine Pflegetheorie ist nach Altergruppen aufgebaut, sondern nach Bedürnissen.

Genauso wirds auch seit Jahrzehnten unterrichtet.

Egal ob ich 20/40/60/80 bin und je nach Erkrankung und Coppingstrategien, habe ich unterschiedliche Bedürfnisse.

Warum ist die Gruppe zwischen 16 und 67 ein Gruppe für die Ausbildung?
Danach kommt die AP, oder wann fängt die pflege des alten Menschen eigentlich an?
Oder dann wenn die Pflegekasse zahlt?

Warum ist die Gruppe zwischen 1-18 ein Gruppe für die Ausbildung?
Gerade in dem Alter sind die Bedürfnisse zwischen 1-18 so unterschiedlich wie sie unterschiedlicher nicht sein können, jedenfalls nie mehr so schnell wechseln in so kurzer Zeit
Auch hier ne völlig unsinnige Trennung.

Wenn ich allerdings DEINER Argumentation folge, wieso beschwerst du dich, dass du nicht wechseln könntest? - was nicht stimmt.

Denn wenn ich Altenpflege lerne, pflege ich alte Menschen - oder?
Dafür hast du dich entschieden.

Wenn nicht, lerne was anderes.
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
S

Schokokeks

AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Hallo Renje,
Denn wenn ich Altenpflege lerne, pflege ich alte Menschen - oder?
Dafür hast du dich entschieden.
Ja ich habe mich dazu entschieden, aber heute kann ich viel kritischer, sachlicher und objektiver über die Gegebenheit der drei Pflegeausbildung, hauptsächlich der Altenpflege nachdenken. Damals wurden unbewußt von seiten der Experten auf diesem Gebiet Hoffnungen erweckt, die in der Praxis nicht so sind, wie beispw. Anerkennung in allen EU Ländern. Würde ich Krankenschwester lernen, würde ich nach wie vor die Fachrichtung der Altenarbeit für sehr interessant und wertvoll betrachten. Womöglich würde ich trotzdem dort arbeiten, aber darum geht es nicht, auch nicht um den Abschluß denn er ist erstklassig, ebenso auch im Ausbildungsinhalt. Einerseits sollen beide Berufe so sehr artverwandt miteinander sein das sie zusammengewürfelt werden sollen, aber trotzdem irgendwie so fremd, dass man dreijährige AP nicht in Krankenhäusern einstellen möchte (außer Geriatrie). Sogar Arzthelfer werden in Kliniken eher eingestellt und haben von professioneller Pflege keine Ahnung. Für eine im AH arbeitende KS kann es auch kein Argument sein, "sie habe sich doch für die Pflege kranker, und nicht für die Langzeitpflege und Begleitung alter Menschen entschieden". Es wird mit zweierlei Maß gemessen.
Ich meinte hier übrigens 3 jährige AP, die mit Examen abschließen.
Mein Wunsch für die Zukunft wäre, dass man als exam AP nach der neuen Ausbildungsreform mit bestimmten Zusatzqualifikationen der Ausbildung zum GuK nahe kommt. Am besten so "nahe", dass es "näher" nichtmehr geht, ohne sich auf faule Kompromisse einzulassen. Auf Hinblick der Generalisierten ist sozusagen die neue Ausbildungsreform der AP ein "Schuß ins eigene Knie". War es dann ein "update" von etwas, was in Vergessenheit gerät
Das Gute an dieser Sache war, dass man Fachpersonal ausgebildet hat, die man heutzutage in Heimen dringend braucht und sich nicht auf anderen Fachgebieten neu orientieren können.

Zur GuK kann ich trotz 1er in der AP nicht weiterlernen. Es wäre finanziell einfacher, sich mit Fort-,u Weiterbildungen hochzuarbeiten, ansattt nochmal eine Lehre zu beginnen denn ich bekomme somit keine Förderung, da ich sie schon für diese Ausbildung erhalte. Und somit hat sich das Thema für mich LEIDER erledigt.
Mein unschlagbares Argument ist, dass wirklich professionelle Pflege, die Pflege an JEDER Altergruppe ist und nicht nur die an einer Gruppe. Ich kann auch Menschen mittleren Alters pflegen. Den Beweis trete ich an - wenn ich dürfte.
 
Z

Zischi

Mitglied
Basis-Konto
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Hallo Schokokeks,

ich bin hier auf pflegeboard schon seit einiger Zeit nicht mehr aktiv (was sich aber auch wieder änder kann :eek:riginal:). Über die e-mail Benachrichtigung bekomme ich aber zumindest die Aktualisierung eines Themas. Hier hat sich ja lange nichts getan.

Ich habe leider gerade nicht die Zeit, die posts gänzlich und ausführlich zu lesen, möchte aber zum Thema Entlassungsmanagement und auch zu den Arbeitsfeldern von Pflegekräften im Allgemeinen etwas schreiben.

Regensburg hat mittlerweile Frankfurt am Main als die Stadt mit den meisten Single - Haushalten abgelöst. Frankfurt a. M. war da aber bis vor Kurzem Spitzenreiter. Eine Bekannte von mir arbeitet dort in einer Altenpflegeeinrichtung. Bedingt durch den großen Anteil von Ein - Personen - Haushalten kommt es in regelmäßigen Abständen vor, dass sich in dieser Einrichtung junge Menschen nach dem Krankenhausaufenthalt "einmieten", da sie aufgrund ihres Zustandes (meist unfallchirurgische oder orthopädische Fälle) nicht in ihre Wohnung zurück können, da diese nicht behindertengerecht ist und auch sonst niemanden haben, der sie rund um die Uhr oder sagen wir mal über einen längeren Zeitraum am Tag betreuen könnten. Dies sind nun also Menschen, die die Altenpflegeeinrichtung wieder verlassen!! Mag sein, dass der Expertenstandard hierbei nicht die größte Rolle spielt, dennoch muss auch in solchen Fällen etwas organisiert werden, weitere Behandlungen und vielleicht auch Beratung bezüglich weiterer Versorgung. Fachkräfte der Altenpflege haben also durchaus mit jüngeren Menschen zu tun, die die Einrichtung wieder verlassen wollen!

Zum zweiten: Das Uni - Klinikum Regensburg beschäftigt schon seit längerem (aufgrund des leergefegten Fachkräftemarktes in Bayern) Altenpflegekräfte auf ihren Akutstationen. Diese werden als vollwertige Mitglieder im Team eingesetzt. Sprich auch die Behandlungspflege obliegt zum Teil diesen Personen. Natürlich ist dazu eine Anleitung nötig, aber es funktioniert. Zudem sind die Fachkräfte der Krankenpflege froh über Kompetenzen aus dem Bereich Pflege bei Demenz oder Gerontopsychiatrie.

Die Grenzen verschwimmen in der Praxis also zunehmend und so wird es meines Erachtens auch weitergehen. Sprich selbst ohne generalisierte Ausbildung lassen sich Bereiche erschließen, die erstmal im Ausbildungsprofil nicht vorgesehen sind.

Das als kleiner Einwurf und zum darüber nachdenken!

Grüße zischi
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
AW: Geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe

Hallo Schokokeks,

Zur GuK kann ich trotz 1er in der AP nicht weiterlernen ... denn ich bekomme somit keine Förderung, da ich sie schon für diese Ausbildung erhalte.
Du brauchst nur noch ein Jahr dranzuhängen und bekommst im dritten Jahr 966€ plus Zulagen.

Meinst du nicht, dass du damit 1Jahr um die Runden kommst, wenn du unbedingt willst?
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.