Gemobbte Leitung

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wofimi

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17.06.2011
93138
Hallo an Euch,

hat jemand hier Erfahrung mit einer seltenen Form des Mobbings, nämlich dass die Leitung von untergeordneten Mitarbeitern gemobbt wird?

In der Regel geht man ja davon aus, dass Mobbing in der Hierarchie von oben nach unten passiert, was aber, wenn es umgekehrt ist? Welche Möglichkeiten hat ein Chef sich zu wehren oder Hilfe zu erhalten?

Wer kennt so eine Situation?

Gruß wofimi
 
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Demenzpm

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AW: Gemobbte Leitung

Hallo wofimi,
wie sieht denn das Mobbing aus? Es gibt verschiedene Verhaltensweisen um Mobbing durchzuführen. Leider kann ich dieses aus deiner Frage nicht erkennen.
Die Leitung ist doch weisungsbefugt. Irgendwo hängt es bei mir!
Gruß
Demenzpm
 
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Bildung
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wofimi

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17.06.2011
93138
AW: Gemobbte Leitung

Hallo Demenzpm,

es sah folgendermaßen aus (ist schon lange her und würde in der Gänze mehrere Seiten füllen):
Eine Gruppe von 3 Leuten (teilw. verschiedene Berufsgruppen) tut sich zusammen, jeder hat seine eigenen Gründe, um eine andere Gruppe von 3Leuten (teilweise wieder versch. Berufsgruppen) zu denunzieren. Eine der denunzierten Personen ist Stationsleitung. Die Behauptungen sind frei erfunden, finden aber Gehör, da sie ja nicht nur von einer einzigen Person vorgebracht werden. Oje, klingt jetzt, wo ich das lese, recht verworren, aber wie ich schon sagte, die ganze Geschichte würde zu lange dauern und euch vermutlich nur langweilen. Die Stationsleitung kann sich nicht verteidigen, da sie niemals die Möglichkeit bekommt, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Allein der Auftritt einer Gruppe scheint zu reichen, um die Vorwürfe nicht mehr zu hinterfragen, sondern sie als realistisch hinzunehmen. Kollegen, die den Denunzierten zu Hilfe kommen wollen, werden bedroht (Zitat: wir können uns auch über dich was einfallen lassen).....Ich fürchte, das klingt zu sehr nach Verschwörungstheorie, aber so hat es sich abgespielt. Die Weisungsbefugnis spielte dabei keine Rolle mehr.

Liebe Grüße
wofimi
 
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Krankenschwester
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traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
AW: Gemobbte Leitung

Ich würde das gruppendynamischen Prozess einordnen mit einer hilflosen SL und einer noch hilfloseren PDL.

Dass manch einer sich als besserer SL sieht und hier Machtspielchen treibt ist nichts ungewöhnliches.

Vor allem dann, wenn die SL ihren Führungsanspruch nicht warhnimmt und lebt.
Jede Führungsebene hat ihre Aufgaben und muss diese wahrnehmen, wir sind nicht alle gleich und haben nur teilweise die selben Ziele.

Allein der Auftritt einer Gruppe scheint zu reichen, um die Vorwürfe nicht mehr zu hinterfragen,
von wem?

Kollegen, die den Denunzierten zu Hilfe kommen wollen, werden bedroht (Zitat: wir können uns auch über dich was einfallen lassen).....
Na ja - und bedrohen ein ganzes Team, das ja wohl aus mehr als 3 Leuten besteht?
 
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Heiri78

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25.08.2008
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AW: Gemobbte Leitung

... Die Weisungsbefugnis spielte dabei keine Rolle mehr.
Fast alle Vorgesetzte die ich kenne, PDLs und SL, interessieren es recht wenig, was untergeordnete Kollegen über sie erzählen oder denken.
Wenn die hier beschriebene gemobbte Stationsleitung sich tatsächlich Gedanken darüber macht (und dies vor allem noch zeigt!), sehe ich keine Möglichkeit ihr zu helfen.
 
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Kessia

Kessia

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21.10.2010
Berlin
AW: Gemobbte Leitung

Ist zwar OT, aber wo klicke ich, wenn mir ein Beitrag gefällt? Siehe renje oben ("Renje gefällt das").
 
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traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
AW: Gemobbte Leitung

Hallo,

rechts am Beitrag - guckst du.
 
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GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Kessia

Kessia

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21.10.2010
Berlin
AW: Gemobbte Leitung

Ja entdeckt..aber wie wähle ich den entsprechenden Beitrag aus, der mir gefällt. Dort steht zwar "TOP, Alle, Auf dieser Seite", aber was lässt sich damit anfangen? Hm.
 
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traveler

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09.12.2005
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AW: Gemobbte Leitung

Nein nicht oben, direkt bei jedem Beitrag ist so ein Button

gefällt mir und teilen
 
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Kessia

Kessia

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21.10.2010
Berlin
AW: Gemobbte Leitung

Alles klar. :super:
 
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Demenzpm

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AW: Gemobbte Leitung

Die Grundlage von Mobbing, ist ein Konflikt. Es geht ein Konflikt voraus, der nicht erkannt oder zufriedengestellt gelöst wurde. Natürlich hat es auch mit dem gruppendynamischen Prozess zutun oder auch mit der Teambildung. Sicherlich haben hier irgendwelche Menschen nicht ihre Hausaufgaben gemacht.
Um diesen "Konflikt" zu lösen bedarf es verschiedene Ansätze.
1. Stellt sich die Frage: ist der Konflikt lösbar?
2. Bei Mobbing wird immer auf der Sachebene verletzt.

3. Die Personen, die Mobbing betreiben, auf die Beziehungs-/ oder Gefühlsebene begleiten.

4. Wenn eine Leitungseben in den Komflikt integriert ist, muß ein Coach von außen kommen.

Nun stellt sich die Frage, ob die Geschäftsleitung diese Kosten übenehmen möchte oder ob lieber die Person austauscht wird.?!
 
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Rundumsorglospaket

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09.12.2010
88131
AW: Gemobbte Leitung

Meist wird sie ausgetauscht und das grundsätzliche Problem nicht gelöst. Das grundsätzliche Problem kann nämlich auch in Teams liegen, die sehr lange ohne Leitung arbeiteten und sich zwar eine Leitung wünschen...aber nur so eine, die nach ihren Vorstellungen agiert. Das Team versucht die Leitung zu leiten und nicht umgedreht. Da braucht es definitiv eine Teamsupervision.
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
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freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
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traveler

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09.12.2005
Kaufbeuren
AW: Gemobbte Leitung

@rundum...:

Das Team versucht die Leitung zu leiten und nicht umgedreht. Da braucht es definitiv eine Teamsupervision.
und dann hören die plötzlich auf?

Soll der Superv. die Leitung zum Jagen tragen?

Ich denke, da braucht die Ltg. ne SV und nicht das Team.
 
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GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Angestellt
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Rundumsorglospaket

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09.12.2010
88131
AW: Gemobbte Leitung

@renje: Aus Erfahrung in diversen Kliniken im Bereich der Anästhesie- und Intensivpflege und vorallem mit alten Teams, neuen Leitungen oder langjährigen Leitungen bringt defintiv nur noch eine Teamsupervision einschließlich der Leitung etwas. Ich kann sehr viel Positives darüber berichten. Ob letztendlich die Leitung dann bleiben wird- kommt dann auf die Selbstreflektionsfähigkeit und ebenso auf die Kritikfähigkeit der Leitung an. Ebenso bedarf es selbstverständlich darüber hinaus eine Stellvertretung und nicht nur zur Überbrückung immer einen Rückhalt durch die PDL , Geschäftsführung o.ä. (je nach Struktur des Hauses). Dies setzt natürlich vorraus, dass der AG dies auch bezahlt. Ein guter AG wird dies aber tun.

Nochetwas: Nicht nur die Leitung muss ggfs. dazulernen, sondern eben auch ein Team. Mobbing ist genauso wie Bossing ein absolutes no go und ich werde dies niemals akzeptieren. Es ist zu häufig in der Pflege anzutreffen und ich kann es nicht nachvollziehen, wie Menschen so krank sein können. Daher lieber im Ansatz oder durch Teamsupervisionen das Problem versuchen zu packen und zu lösen, als abzuwarten und dies jahrelang aufstauen zu lassen. Dies erlebte ich nämlich nicht zu selten, dass dies überhaupt nicht gelöst wird und zwar über Jahre und sogar Jahrzehnte.

Dazu gehören immer Alle und dies ist Faktum nicht getrennt voneinander zu betrachten. So funktioniert das nicht in von innen verfaulten Teams, die eigendlich schon lange keine Teams mehr sind.

Zur Teamsupervision gibt es begleitend auch die Möglichkeit eine Einzelsupervision für Einzelne aus dem Team. Das gibt es Alles.
Wenn die Leitung selbst nun in der Situation sagt, dass Sie eine Einzelsupervision braucht: Auch gut.

Ich erlebte schon verdammt viel und zwar in allen Varianten. Alles ist möglich. Aber effektiver für ein Team ist immer eine Teamsupervision mit ggfs. Einzelsupervisionen begleitend.
 
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Heiri78

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25.08.2008
Zürich
AW: Gemobbte Leitung

... guter Beitrag Rundumsorglospacket!

Aber, wer wird dies in einem stinknormalen, mittelgrossen Altersheim bezahlen?

Ich sagts dir: kein Schw...!

Ich bin wirklich dafür, dass man alles probiert, aber um soviel Wertschätzung um eine von dir beschrieben "Behandlung" zu erhalten, scheint mir für den "normalen" Heim-Arbeitgeber in Deutschland einfach utopisch.
Und wie ich den Fall von wofimi lese, handelt es sich um ein normales Heim.
 
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Reha
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Rundumsorglospaket

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88131
AW: Gemobbte Leitung

@heiri:

Punkt 1:
Selbst stinknormale Provinzkrankenhäuser treffen nicht nur die Überlegung, sondern zahlen es auch.
Punkt 2:
Wenn einem AG die eigenen festangestellten und eingearbeiteten Mitarbeiter/innen etwas wert sind (vorallem heutzutage), dann wird er sich schon dementsprechende Überlegungen machen und auch machen müssen.
Punkt 3:
Umso länger der AG wartet, umso teurer wird es letztendlich für ihn, denn :

1. Eine Leitung zu finden kostet Geld, Zeit und Energie
2. Eine Leitung dann noch auf ihren Job einzuarbeiten kostet auch Geld und Zeit
3. Neue Mitarbeiter/innen zu finden, die wegen der Leitung gehen kostet auch Geld, Zeit und Energie ...
4....und ich setze noch eins oben drauf:

die Folgekosten wären dann noch aufgrund des Mobbings, wenn dies nachgewiesen werden kann:
- Schmerzensgeld, Gerichtskosten, Anwaltskosten (ggfs. noch Zusätzliche)
- Schaden des Betriebsklimas (was widerum auch Geld kostet)
- Rufschädigung
u.v.m.

Ebenso ist die Gewährleistung einer adäquaten Versorgung der Heimbewohner nicht ausser Acht zu lassen. Es gibt bestimmt auch viele Pflegebedürftige, die dann aufgrund des schlechten Betriebsklimas mit ggfs. noch weniger oder demotivierten Personal auskommen müssen. Dies bedeutet in der Folge: Dekubitis, Kontrakturen, Pneumonien, Opstipationen, Stürze u.v.m. Auch die Psyche sei dabei nicht ausser Acht zu lassen, denn ein schlechtes Betriebsklima überträgt sich auf Alle.

Gesundheitsamt, Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutz, Staatsanwaltschaft u.v.m. kann auch dabei herausspringen....
Dies sind Alles Folgekosten und es wäre letztendlich billiger, wenn man eine Supervision bezahlt.

Gerade die normalen Heime und auch Provinzkrankenhäuser können sich eben nicht mehr die ganzen Folgekosten durch Mobbing, Bossing, Pflegefehler, Hygienefehler u.a. leisten. Aus betriebswirtschaftlicher Sichtweise heraus betrachtet ist kurzsichtige Denkweise und auch Handlungsweise nicht sinnvoll.
 
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Heiri78

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25.08.2008
Zürich
AW: Gemobbte Leitung

@Rundumsorglospaket:

war weder böse noch persönlich gemeint...

Gerade die normalen Heime und auch Provinzkrankenhäuser können sich eben nicht mehr die ganzen Folgekosten durch Mobbing, Bossing, Pflegefehler, Hygienefehler u.a. leisten. Aus betriebswirtschaftlicher Sichtweise heraus betrachtet ist kurzsichtige Denkweise und auch Handlungsweise nicht sinnvoll.
ich sollte dies als das Wort zum Sonntag vorschlagen:laughing:
... dann würdens vielleicht endlich alle Arbeitgeber kapieren.

Aber mal im Ernst, ich stimme dir wirklich voll zu. Ich wollte ja auch nicht zu pessimistisch daherkommen, aber Altersheimbetriebe die sich die von dir beschrieben Gedanken machen sind eher in der Minderheit.
 
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Pflegefachmann
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Reha
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Rundumsorglospaket

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88131
AW: Gemobbte Leitung

@Rundumsorglospaket:

war weder böse noch persönlich gemeint...

ich sollte dies als das Wort zum Sonntag vorschlagen:laughing:
... dann würdens vielleicht endlich alle Arbeitgeber kapieren.

Aber mal im Ernst, ich stimme dir wirklich voll zu. Ich wollte ja auch nicht zu pessimistisch daherkommen, aber Altersheimbetriebe die sich die von dir beschrieben Gedanken machen sind eher in der Minderheit.

...leider gibt es davon auch einige Krankenhäuser...also ich bin voll bei Dir...also ich will damit ausdrücken, dass ich Dich durchaus verstehen kann.
 
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