Gelähmtes Bein beugen - Pflegedienst weigert sich

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BlackEyedLion

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16.07.2019
Liebes Forum,

meine Mutter leidet an einer Schädigung des ZNS (aus dem Umfeld von Parkinson) mit spastischer Hemiparese. Die Parese führt unter anderem dazu, dass ein Bein unwillkürlich gestreckt ist. Meine Mutter muss für die Teilhabe am sozialen Leben in einem Rollstuhl sitzen. Dazu muss das Bein von einer helfenden Person im Kniegelenk gebeugt werden, was ich selbst mit etwas Muskelkraft gut kann. Der Pflegedienst (ein ambulanter hauseigener Dienst in einer Einrichtung für betreutes Wohnen) weigert sich jedoch. Die Pflegekräfte geben dafür verschiedene Gründe an, unter anderem die Gefahr, das Bein zu brechen, und die angeblich zu große benötigte Anstrengung. Welche Möglichkeiten gibt es, den Pflegedienst dazu zu bringen, die Maßnahmen durchzuführen? Vielen Dank für Antworten!
 
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Angehöriger
F

Foxylady

Mitglied
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21.03.2011
10551
Hallo blackeyed,
ich würde mit dem Arzt Deiner Mutter sprechen Er soll eine ärztliche Anordnung an den Pflegedienst ausstellen. Weiterhin würde ich mit der Leitung des Pflegedienstes reden.
Und dann sollte ein Physiotherapeut dem Personal die Unsicherheit nehmen, indem er das Beugen des Beines zeigt. Und erklärt, dass das es dadurch nicht gebrochen werden kann.
 
Qualifikation
Altenpflegerin und Autorin
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freiberuflioch
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Menschenkind

Mitglied
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18.12.2012
Die Möglichkeit über einen Physiotherapeuten eine fachlich versierte Anleitung der Pflegekräfte zu initialisieren halte ich für eine sehr gute Idee!
Als die Prüfungen des MDK das Thema "Kontrakturprophylaxe" in den Fokus brachte, wurde in unserer vollstationären Einrichtung eine Physiotherapeutin angestellt, die uns das Thema näher brachte und in Bezug auf Spastiken, Bewegung und Kontrakturprophylaxe echt neue Impulse gebracht hat!

Das Setting insgesamt scheint eine ambulant betreute Wohngruppe zu sein.
Um also diese Handlung "durchzusetzen" gibt es verschiedene Möglichkeiten - allerdings ist es schwierig, etwas durchzusetzen, ohne die gemeinsame Arbeitsbasis zu gefährden!

a) der Arzt könnte bestimmte Bewegungen anordnen. Nachteil: Als Pflegekraft muss ich nichts tun, von dem ich selbst befürchte, dass es zum Schaden des Bewohners ist (Thema: Remonstrationsrecht).
b) Mit der PDL sprechen...und von oben kommt der nötige Impuls an die Mitarbeiter...kann funktionieren, muss nicht (je nachdem wie die PDL drauf ist)
c) Wohngemeinschaften fallen üblicherweise unter das Heimgesetzt, also ist die Heimaufsicht (Bundeslandspezifisch) als Beschwerdestelle bei nicht sachgerechter Versorgung zuständig.

In alles drei Fällen kann es dazu kommen, dass die Beziehung zerstört wird.
Deshalb finde ich die fachliche Anleitung über einen Physiotherapeuten sehr sinnig. Ich persönlich würde auch im Liegen bereits eine Bewegungsförderung der Extremitäten z.B. im Rahmen einer Grundpflege, des Kleidens oder der Mobilisation an sich in Angriff nehmen. Hier hat mir das kinästhetische Konzept sehr gute Dienste geleistet, da durch die runden, ausladenden Bewegungen eine umfassende Lockerung des Gewebes und Reduzierung von Spastiken, die als Reflex auf bestimmte Haltungen oder Bewegungen auftraten. Durch die Vorbereitung im Bett, ohne Belastung war der Bewohner flexibler und alleine der Transfer auf die Bettkante gestaltete sich einfacher als die Ehefrau (der Herr war KZP-Gast) jemals gesehen hat. Auch bei Querschnittslähmungen wirken kinästhetische Bewegungsmuster Spastiken entgegen und erhalten einen möglichst großen Bewegungsradius.
Folgeprobleme wie die Unmöglichkeit, physiologisch zu sitzen, irgendwann keinen Aufstehlifter nutzen zu können oder nicht mehr sicher mobilisiert zu werden werden so herausgezögert oder ganz vermieden.

Das ist meine fachliche Sicht zu der Gesamtproblematik als Außenstehender.
Viel Erfolg bei den nächsten Schritten!
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
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01.12.2005
Deggendorf
Ich unterstütze den Vorschlag mit dem Physiotherapeuten, allerdings muß ich auch gestehen das ich mir einen anderen Pflegedienst suchen würde, denn Kontrakturenprophylaxe sollte für eine Qualifizierte Pflegekraft zur Grundausbildung gehören. Wenn es in dem Ganzen Pflegedienst keinen Mitarbeiter gibt der seine Kollegen in dieser form der Grundpflege unterrichten kann, würde ich persönlich die Kompetenz innerhalb des Unternehmens anzweifeln.
Wie Menschenkind schon sagte Kinästhetiks is ne richtig feine Sache, vielleicht kann man ja dem Pflegedienst mal diesen Link zukommen lassen.
Seine Mittarbeiter hier zu schulen, davon Profitieren nicht nur Patienten/Bewohner, sondern auch die Mittarbeiter und der Arbeitgeber, denn geschultes Personal hat viel weniger Rücken :)

Kinästhetik Definition und Erklärung

Das Knie ungeschult mit brachialer Gewalt zu beugen, davon würde ich auch abraten, denn wenn es in der Zwischenzeit zu einer Verkürzung von Muskeln und Sehnen gekommen sein sollte, dann kann es ziemlich böse werden.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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05.07.2001
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