Arbeitsrecht Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Saphenamagna

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Hallo,
es geht um folgendes: Bei uns im KH gab es immer am Wochenende einen Bereitschaftsdienst falls eine Nachtwache kurzfristig ausfiel sprang dieser ein. Nun finden sie kein Personal mehr das diesen Bereitschaftsdienst übernehmen will. Also hat man sich überlegt das der Spätdienst einfach noch den Nachtdienst übernimmt falls er nicht selbst Ersatz findet. Die Argumentation lautet das man eine Fürsorgepflicht hat und nicht einfach nach Dienstschluß nach Hause gehen kann wenn niemand anderes da ist. Unsere PDL hat am WE keinen Bereitschaftsdienst so daß man außer den Kollegen niemanden anrufen kann und falls von denen keiner kann muß man halt 2 Schichten nacheinander machen. Ist das rechtens?
Habe ich persönich eine Fürsorgepflicht oder Hat das Krankenhaus eine Fürsorgepflicht? Wie kann ich mich dagegen wehren?
LG Saphenamagna
 
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pegean

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Du wehrst Dich ganz einfach in dem Du auf das Arbeitszeitgesetz hinweist .Mehr als 10 h sind nicht erlaubt .
ArbZG - Einzelnorm

Du hast keine Fürsorgepflicht .Laß Dir da nichts vormachen.

LG
 
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Paddy

AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Hallo,

erstens : darfst Du nicht mehr als 10 Staunden täglich arbeiten.
zweitens: müssen zwischen den Schichten (je 8Std.) mindestens 10 Stunden Pause sein, im Notfall mindestens 9 Stunden.

Richtig ist aber auch, dass Du die Station nicht verlassen darfst, wenn sonst niemand mehr da ist. Die PDl muss eine Lösung suchen. Sollte es nämlich geplkant sein, dass niemand kommt, so verstößt sie gegen das Arbeitszeitgesetz und macht sich strafbar.

LG Paddy
 
Saphenamagna

Saphenamagna

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

@Paddy
unsere PDL beruft sich darauf das es nicht geplant ist wenn eine Nachtwache sich zum Beispiel am samstag um 16.00 Uhr krankmeldet. Da die PDL nicht erreichbar ist soll die Schwester die Dienst hat alle Kollegen abtelefonieren ob einer sie ablösen und den Nachtdienst übernehmen kann. Falls keiner kann hat sie die `Fürsorgepflicht`solange dazubleiben bis Ablösung kommt. Also bis 6.00 Uhr Früh. So hat uns das die PDL erklärt, Dies gilt fürs ganze Haus. Ich finde das ist nicht rechtens und suche Tipps und Gesetzestexte die mir helfen könnten.
LG Saphenamagna
 
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pegean

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Dann wird es Zeit die Hausleitung einzuschalten.Am besten schriftlich und eben auf die 10 h Arbeitszeit hinweisen .Es muß aber doch jemanden geben der im Notfall erreichbar ist wenn es z.Bsp. zu nicht vorhersehbaren Zwischenfällen kommt.

Gibt es einen BR / MAV ?

LG
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

. . . das Arbeitszeitgesetz macht keinen Unterschied zwischen geplanten und ungeplanten Überschreitungen der zulässigen Arbeitszeit. Wenn es keinen BR oder ähnliches gibt, dürfte eine kurze Mitteilung an das Gewerbeaufsichtsamt (mit der Bitte um vertrauliche Behandlung) für Abhilfe sorgen . . .
 
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thorstein

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Bei der Fürsorgepflicht handelt es sich um eine Pflicht des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer, diesen zum Beispiel vor gesundheitlichen Risiken zu schützen. Von dieser PDL wird der Begriff ja gerade in sein Gegenteil verkehrt. Sie setzt Mitarbeiter und Patienten einem unzumutbaren Risiko aus. Zur eigenen Absicherung rate ich zu einer Überlastungsanzeige. Wenn Risiken für die Patientenversorgung zu befürchten sind, ist man dazu eigentlich verpflichtet.
 
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Saphenamagna

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Danke für die Antworten. Das hat mir schon sehr weitergeholfen. Werde nochmals ein Gespräch mit unserer PDL führen und die MAV einschalten (falls die nicht schon Bescheid weiß und nichts unternommen hat :sad:) und wenn alles nichts bringt muß ich den Tipp von Schwester Wolfgang beherzigen.
LG Saphenamagna
 
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zebro

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Hallo @Saphenamagna,

so, wie du es schilderst, kann ich es mir eigentlich gar nicht vorstellen. Aus vielerlei Gründen muss eine PDL auch am Wochenende erreichbar sein. Schon allein durch den Umstand, das sicher auch in deinem Haus gesetzlich vorgeschriebene Notfallpläne existieren. Was geschieht, wenn im Notfall Patienten evakuiert werden müssen ?

Wer trägt die Verantwortung, wenn durch mehrere Krankmeldungen der Stationsablauf nicht mehr gewährleistet werden kann ?

Natürlich kann und sollte eine Pflegekraft versuchen für kurzfristig entstandene Ausfälle nach Lösungen zu suchen. Und dann ist es m. E. auch in Ordnung, dass man KollegInnen 'dezent' fragt, ob sie bereit wären einzuspringen. Obwohl auch das streng genommen gar nicht zulässig ist (Stichwort: Nötigung). Aber spätestens wenn so keine Lösung gefunden werden kann kommt die PDL zwingend ins Spiel.

In unserem (nicht allzu großen Haus) umfasst die PDL nur drei Personen. Aber eine davon ist telefonisch immer erreichbar. Auch wir haben keine sog. 'Pflegebereitschaft'. Vor einiger Zeit stand ich für genau dem Problem wie du es schilderst - die ablösende Nachtwache konnte wegen RR-Entgleisung nicht den Dienst antreten. Natürlich war mir klar, dass ich die Station unter diesen Umständen nicht einfach verlassen (und die Patienten ihrem Schicksal überlassen konnte). Es war dann aber die Aufgabe der Bereitschafts-PDL, sich umgehend um eine Lösung zu kümmern. Zwei Stunden später wurde ich dann auch abgelöst.

Also, ich würde nochmal genau nachhaken, ob es nicht doch eine Bereitschft der PDL bei euch im Hause gibt. Es kann natürlich sein, dass das nicht so publik gemacht wird - um als PDL ungestörter das Wochenende 'genießen' zu können ... :innocent:

Gruß Stefano
 
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Saphenamagna

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Hallo,
der Bereitschaftsdienst der PDL wurde definitiv abgeschafft und dafür wurde der Bereitschaftsdienst der Nachtwachen geschaffen. Nun finden sie dafür kein Personal mehr. Und so sollen wir uns selbst des Problems annehmen. Wahrscheinlich hat die Pforte die Nummern die man im Notfall, sprich Evakuierung oder sonstiges anrufen kann aber ich glaube nicht das unsere PDL für Personalnotfälle erreichbar ist.
LG Saphenamagna
 
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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

Wahrscheinlich hat die Pforte die Nummern die man im Notfall, sprich Evakuierung oder sonstiges anrufen kann aber ich glaube nicht das unsere PDL für Personalnotfälle erreichbar ist.
LG Saphenamagna
Na dann würde ich doch mal gezielt dannach an der Pforte fragen. Dann wird aus 'Glauben' vielleicht 'Gewißheit'. Und damit ließe sich auch wesentlich besser argumentieren ...

Aber mal davon abgesehen: wenn ich in einer ähnlichen Situation unter den von dir genannten Umständen wäre - wenn die Pforte mir keine Verbindung zur PDL herstellen würde hätte ich kein Problem damit die Nummer einer PDLerIn aus dem Telefonbuch suchen und sie bei einem 'Personalnotfall' anrufen.

Gruß Stefano
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Fürsorgepflicht- Doppelschichten

. . . spricht nicht gerade für übermäßiges Interesse seitens der PDL . . .
 
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