Fristlose Kündigung in der 1:1 Pflege

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S

Schlumpf2010

Neues Mitglied
Basis-Konto
16.02.2015
Mannheim
Hallo!

Ich benötige Euren Rat bzw Eure Erfahrungen!

Folgendes Szenario:

Intensivpflegedienst, 1:1 Versorgung
Mitarbeiter wiederholt wegen psychischer Erkrankung krankgeschrieben, teilweise stationär behandelt. Nach längerer Krankheit Wiedereingliederung. Einige Zeit danach wird der Mitarbeiter wieder auffällig, macht Fehler durch Konzentrationsmängel, merkt sich Anweisungen nicht, es gibt mehrere Gespräche, Anweisungen zum Verhalten etc. Unter anderem ein Handyverbot während der Arbeitszeit, da Mitarbeiter mehrfach dabei beoachtet wurde, wie er sehr intensiv mit seinem Handy beschäftigt war, den Patienten dabei jedoch komplett aus den Augen gelassen hatte.
Nach abermaligem Pflegefehler und in der Folge noch massiv unangemessenem Verhalten gegenüber den Angehörigen wurde der Mitarbeiter zu einem Gespräch mit der PDL einbestellt. Diese Gespräch hat er verweigert mit der Aussage, er würde sowieso kündigen.

Gegen die vom Arbeitgeber erfolgte Kündigung legt er allerdings jetzt Widerspruch ein.

Nun zu meiner Frage:
kann ein Arbeitnehmer gezwungen werden, einen psychisch instabilen Menschen weiterhin in der 1:1 Intensivpflege einzusetzen?
Es ist ein kleiner Pflegedienst, andere Einsatzmöglichkeiten wie z.B. Büro gehen aufgrund mangelder Qualifikation des Mitarbeiters nicht.

Wie geht man mit derart erkrankten MA in der 1:1 Pflege um? Was sind Eure Erfahrungen auf diesem Gebiet?

Danke für Eure Meinungen/Tipps/Berichte,

Schlumpf
 
Qualifikation
In Ausbildung
Fachgebiet
Häusliche Pflege
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
17.02.2016
Wien
Die Frage ist was ist der angegeben Kündigungsgrund? Ich denke man bezieht sich hier auf die Nutzung des Handys und die Verantwortungslosigkeit gegenüber des Patienten. Unwahrscheinlich das die Erkrankung als Grund genannt wird.

Nein. Ein Mitarbeiter der aus Gesundheitlichen Gründen einer Tätigkeit gerade nicht nachgehen kann, kann nicht in diese Tätigkeit gezwungen werden. Gibt es keine Tätigkeit die er stattdessen machen kann ist er eben Arbeitsunfähig. Kurz um krank geschrieben.

Es ist durchaus möglich das einem AN wegen Krankheit gekündigt werden kann. Dies ist einer der personengebundenen Kündigungen. Gibt ja noch die Betriebsbedingten Kündigungen.
In Fall der Krankheit liegt es an der Unzumutbarkeit dem AG gegenüber den AN weiter zu beschäftigen. Das liegt z.B. vor wenn die Krankheit einer Rückkehr an den Arbeitsplatz grundsätzlich unmöglich macht, nicht anders im Unternehmen einzusetzen oder die Genesung nicht abzusehen ist.

Eine Erkrankung schützt nicht vor einer Kündigung. Dennoch soll die Kündigung immer das letzte Mittel der Wahl sein. Eine Umsetzung und Nachschulung für die neue Arbeit ist vorzuziehen. Erst wenn das scheitert kann gekündigt werden. Somit kann man einen solchen Kündigungsgrund nicht pauschal bewerten.

Eine Anfechtung der Kündigung egal ob jetzt wegen der Handynutzung oder Erkrankung kann sich lohnen.
 
Qualifikation
Pflege
S

Schraibfeler

Huhu

Ich glaube das es hier verschiedene Punkte gibt.

1. Handynutzung (intensiv wie angegeben) dafür hat es dann offensichtlich gereicht trotz Erkrankung)
2. Pflegefehler aufgrund xy. Das ist nicht zu akzeptieren bei keinem. Fehler können passieren das ist klar aber mehrfach.... Wenn sich der Mitarbeiter nicht in der Lage fühlt seine Arbeit zu verrichten (Handyspielen geht natürlich trotzdem) trägt er am ende die Dürchführungsverantwortung oder ebend nicht, dieses hätte er dann ggü. dem AG erklären müssen das er sich nicht in der Lage fühlt (außer natürlich am Handy zu spielen) :p
3. Die Erkrankung hat der AG soweit ja nicht zu beurteilen, dafür ist der Arzt da und ggf. der Betriebsarzt
4. Unangemessenes verhalten ggü. Kunden ein weiterer Punkt.

Ich sehe hier mehrere abmahnungsgründe. Wenn der AG diese ordentlich dokumentiert hat und auch angewendet hat sollte klar sein das der Arbeitnehmer so nicht mehr tragbar ist. sollte (wie oft) nur ,,mündlich,, ohne Dokumentation, ohne erfolgte schriftliche Abmahnung, darüber gesprochen worden sein hat der hier Beschriebene Mitarbeiter gute Change auf einen positiven entscheid des Gerichtes.

Das denke ich dazu

MFG
 
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
17.02.2016
Wien
Schraibfeler. Sei da mal nicht so vorschnell.

Ein piffiger Anwalt kann das ganz schnell so basteln das du den MA so schnell nicht los wirst ;) Der macht aus jedem Fehlverhalten eine Ausprägung der Psychischen Erkrankung.
Zudem können wir das von hier aus nicht bewerten.
 
Qualifikation
Pflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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