Frisch examiniert und schon kaputt..

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Natti362

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Hallo Leute,

Ich dachte ich melde mich hier einfach mal an und finde vielleicht ein paar Leute denen es geht wie mir...
Also ich bin seid ca. 2 Wochen examinierte Krankenschwester..Ich war immer eine sehr gute Schülerin und habe auch ein 1er Examen geschafft,natürlich war mir trotz dessen immer klar das es eine schwere Zeit wird wenn man erstmal "richtig" Arbeitet..Aber die Wand vor die ich nun laufe ist erschlagend. Ich arbeite auf einer Interdisziplinären Station mit ca. 40 Betten. Mein Team ist einfach Klasse ich kannte auch schon alle aus einem Einsatz in der Ausbildung aber die Arbeitsumstände sind erdrückend...Schon an meinem 3 Tag müsste ich aufgrund von mangelnden Personal die halbe Station allein versorgen..Ich arbeite teilweise mit ebenfalls frisch examinierten auf einer Seite und wir wissen nicht wo uns der Kopf steht..Ich habe so viele Fragen die auch eigentlich gerne von meinen Kollegen beantwortet werden würden, aber die knappe Zeit die zur Verfügung steht reicht nicht aus..Einarbeitung ist fehl am Platz..Ich muss funktionieren..Ich bleibe immer länger und habe trotzdem dauernd Angst etwas vergessen zu haben und auch Angst das mich meine Kollegen für "schlecht" oder "langsam" halten wenn ich nicht alles so schaffe wie die anderen. Das größte Problem: Ich kann meinen Patienten nicht die Zeit und Versorgung geben die ich möchte..
Wer kennt es? Wem geht es genau so?.. und wer hat vielleicht ein paar gute Tipps oder aufmunternde Worte das man durchhält?

LG
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Interdisziplinär
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lulli00

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Hallo.

Ich hab vor einem Jahr als Frischling in einer ZNA eines Max Versorgers angefangen.
Natürlich sind da Haar genau die gleichen Probleme.
Nun ja mit dieser Überforderung muß man umgehen können. Wir sind eigentlich 11 Leute im Dienst. Kommt häufig vor das wir nur zu 6. sind und am heftigsten waren 4. Wir schrubben am Tag bis zu 150 Pat. durch. Darunter schwerste Polytraumen und Schockräume, 12 IMC Betten, Dazwischen immer noch die Hausarzt Praxis wo sich Pat. und Angehörige sowas von daneben benehmen. Und wegen nichtigen Lapalien Ressourcen binden.

Ich weiß heute immer noch nicht wo alles liegt. Was alles die Notfallmedis sind, wie sie heißen und wie man sie aufzieht. Es gibt Geräte die ich nicht bedienen kann. Abläufe die ich nicht drauf habe etc.

Ich für meinen Teil sehe eher den Erfolg den ich hab. Denn unter diesem Umständen mich selber eingearbeitet zu haben. Min in die Betriebsabläufe. Know How ist natürlich noch auf den Stand eines Frischlings. Schnauzt mich ein Arzt an ich wäre Blöd verweise ich ihn auf den Vorstand der schlussendlich dafür sorgen muss das ich vernünftig eingearbeitet werde. Jetzt bin ich aber 37 und keine 20.

Niemals lasse ich mir in so einer Situation ans Bein pinkeln. Ich leiste hervorragende Arbeite für solche Umstände. Das soll mir erstmal einer von den alten Hasen nachmachen ;)

Meistens ist es aber so das sich alle Berufssparten Ärzte, Pflege, RD etc. mit der Situation arrangieren und man sich gegenseitig unterstützt. Bei uns herrscht ein gutes Miteinander.

Ob dich das mitnimmt ist eine Sache was du von DIR hälst ;)

Ab und zu gibt es auch bei mir Momente wo es zu viel wird. Wo ich zweifle etc. Ich hab gute Kollegen und auch eine gute Führung die sich dann als Stütze bietet. Besonders hilft mir aber das ich nicht alleine bin mit dem Problem. Ein Großteil meiner Kollegen hat unter den gleichen Bedingungen angefangen.
 
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Qualifikation
Pflege
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trollmor

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Mangelnde Einarbeitung ist nicht okay. Ich würde tatsächlich auf eine Station wechseln mit einem mind. 1 monatigem Einarbeitungskonzept. Angefangen von den Medizinischen Geräteschulungen, Brandschutz, Reatraining Dokumentation bis zu den pfleg. Inhalten der Abteilung. Es ist nicht nur wichtig zu wissen, wie die Menschen um einen herum heißen, sondern auch wo ich Dinge finde und wie man sich Hilfe holen kann. Ich arbeite nun in meinem 5. Krankenhaus und habe überall eine tolle Einarbeitung genossen. Auch heute noch, werden meine neuen Kollegen mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Zeit gründlich eingearbeitet. Nur so fühlt sich der neue MA wohl und wir alle profitieren davon.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurologie/Stroke Unit
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Putze

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Ich würde an Deiner Stelle nicht zu früh aufgeben.Der Anfang ist sehr schwer,ich weiß.wie Du Dich fühlst,vor 32 Jahren fing ich auf einer Hochleistungs-Intensivstation an und hatte 6 Jahre Erfahrung auf Normalpflegestationen.Ich hatte zunächst nur 10 Tage Einarbeitung,nach 3 Wochen gab es 5 gleichzeitige Reanimationen,ich konnte gefühlt nichts und dachte ans Aufgeben.Alle haben mich beruhigt und mir signalisiert,daß es ihnen auch mal so ging.Ich habe nicht aufgegeben,ich war 25 Jahre dort.
Du kannst aber was für Dich tun.Suche das Gespräch mit Kollegen und Vorgesetzten.Gibt es ein Einarbeitungskonzept? Das wäre optimal.Gibt es Praxisanleiter? Wenn es das nicht gibt,könntest Du Dir vielleicht selbst mal notieren,was Du konkret für Hilfen bräuchtest.
Ich selber habe ein hohes Sicherheitsbedürfnis.Und da ich mir im Stress nicht alles merken konnte,habe ich mir eine kleines Merkbuch in Größe eines Vokabelheftes angelegt und immer in meiner Kitteltasche mitgeführt.Dort habe ich mir alles Wichtige notiert,von Telefonnummern bis zu konkreten Abläufen,das hat mir etwas Sicherheit gegeben.
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege
Fachgebiet
Ambulante Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkrankenschwester für Anäshesie und Intensivpflege Praxisanleiterin Pflegeexpertin im Schmerzmanagement stellv.PDL
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lulli00

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Ich hab auch so ein Spickbuch. Ist sogar einlaminiert. Da sind Perfusorenmischungsverhältnisse, EKG Bilder, Medikamente etc. alles drin. Ab und zu dünne ich es aus und es landen neue Sachen darin. Ohne das Ding wäre ich aufgeschmissen.
 
Qualifikation
Pflege
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