Arbeitsrecht Freistellung bei Krankem Kind ( Nachdienst)

Blacky40

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Hallo,

ich habe mal eine Frage und mich extra deswegen hier registriert. Es geht um eine Mutter, die alleinerziehend ist. Ihr 13jähriger Junge hat ab und an epileptische Anfälle. Sie möchte ihn über Nacht nicht alleine lassen, da er schon ein paar mal Krampfanfälle hatte. Bis jetzt hatte mal an den Nachtschichttagen eine Nachbarin oben geschlafen, aber die ist nun weg gezogen. Er bekommt keinen Pflegegrad weil der Arzt keinen Grund/Ursache feste stellen kann. Sie sagt der Arbeitgeber nimmt Rücksicht, aber es geht nicht immer.

Wie könnte man das lösen....gibt es ein Gesetzt das besagt wenn man z.b. ein Attest vom Arzt holt das der Junge Nachts nicht alleine bleiben darf wegen den Anfällen, das sie dann vom Nachdienst befreit werden könnte ?
 
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lulli00

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Attest vom Kinderarzt das das Kind nächtliche Betreuung benötigt und sie daher Nachts nicht arbeiten kann. Stell ich mir aber schwierig vor, da der Arzt ja einem Pflegegrad ja schon für unnötig hält.

Ansonsten kann sie natürlich auch eine grundsätzliche Änderungskündigung machen. Also Vertraglich festhalten das sie nur 2 Schichtsystem macht oder genau definierte Arbeitszeiten.

Ggf. neuer AG suchen der auf die Bedingungen eingeht.
 
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resigniert

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Frage: wer ist der AG - ein Krankenhaus oder Altenheim, evtl. ambulante Pflege?
Wie ist das Team? Wie die Vorgesetzten?
Unser/mein AG möchte dass jeder in 3-Schichten arbeitet. Aber er weiß auch, dass nicht jeder alle Schichten machen kann(Kinder) oder machen möchte.
Unser Team ist kein ideales Team, kein Kuschelteam, kein immer Friede Freude Eierkuchen - aber wir sind ein Team!
Wir reden, streiten und verhandeln untereinander und sind uns in wichtigen Sachen einig.
Wir haben im Team! uns untereinander Sonderrechte zugesprochen - die darf sich auf Nächte freuen, jene muss nie Nächte machen etc.
Da wir inzwischen auf der Roten Artenschutzliste stehen und der AG uns nicht verlieren möchte, erlaubt er dieses Arrangement - solange es funktioniert.
Niemand hat es schriftlich - aber wir vertrauen uns
 
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Joan Doe

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Er bekommt keinen Pflegegrad weil der Arzt keinen Grund/Ursache feste stellen kann.
Warum sollte er auch wegen der Epilepsie eine Pflegegrad bekommen? Ganz davon ab, dass man eben manchmal keine Ursache feststellen kann, könnte die Mutter sich mal nach einem Arzt / Neurologen umschauen, der die Zusatzbezeichnung Epileptologe hat. Vielleicht wird er dann besser mit Medis eingestellt ...
 
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Christian Kröhl

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Warum sollte er auch wegen der Epilepsie eine Pflegegrad bekommen? Ganz davon ab, dass man eben manchmal keine Ursache feststellen kann, könnte die Mutter sich mal nach einem Arzt / Neurologen umschauen, der die Zusatzbezeichnung Epileptologe hat. Vielleicht wird er dann besser mit Medis eingestellt ...
Das wird sie nicht nur bereits getan haben. Menschen mit Anfallsleiden mögen so gut eingestellt sein, wie nur menschenmöglich - es schützt sie dennoch nicht davor Anfälle zu haben. Sie treten nur seltener auf. Was hilft der TE Dein sicherlich gut gemeinter Rat, wenn sie morgens nach Hause käme und ihren Sohn tot vorfindet, weil er in Der Nacht einen unbeobachteten Status epilepticus hatte?

Attest vom Kinderarzt das das Kind nächtliche Betreuung benötigt und sie daher Nachts nicht arbeiten kann. Stell ich mir aber schwierig vor, da der Arzt ja einem Pflegegrad ja schon für unnötig hält.
Der Pflegegrad der Krankenkasse hat mit dem ärztlichen Attest auch nichts zu tun. Finde den Fehler ;)
 
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Farodina

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Ich hätte schon Bauchschmerzen, meinen Sohn auch ohne Anfälle nachts alleine zu lassen. Am besten mit dem AG eine Vereinbarung treffen, ist ja nicht für immer, das Kind wird ja mal erwachsen.
 
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lulli00

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Der Pflegegrad der Krankenkasse hat mit dem ärztlichen Attest auch nichts zu tun. Finde den Fehler ;)
So meinte ich das auch nicht. Wenn ein Arzt allerdings einen Pflegegrad unnötig hält, hält er dann eine nächtliche Betreuung nötig und stellt diesbzgl. ein Attest aus?

Ist das nicht eigentlich MDK Sache den Pflegegrad abzuschätzen? Was hat der Arzt damit zu tun?
 
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Christian Kröhl

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Ist das nicht eigentlich MDK Sache den Pflegegrad abzuschätzen? Was hat der Arzt damit zu tun?
Genau darauf wollte ich hinaus. Der Pflegegrad wird nicht durch einen Arzt festgestellt, sondern durch die Krankenkassen, respektive den beauftragten MDK. Der Arzt hat damit nichts zu tun - daher widerspricht es sich eben auch nicht, wenn der Arzt die Notwendigkeit der Betreuung des Sohnes attestiert.
 
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Menschen mit Anfallsleiden mögen so gut eingestellt sein, wie nur menschenmöglich - es schützt sie dennoch nicht davor Anfälle zu haben. Sie treten nur seltener auf.
Ich weiß *seufz* - als selbst Betroffene bewege ich mich in entsprechenden Foren, bekommen die Kämpfe mit, die manche mit der Krankheit ausfechten müssen, die stärker betroffen sind als ich.
Leider bekomme ich auch mit, dass die wenigsten die Möglichkeit haben, einen Epileptologen bzw. eine Epilepsieambulanz aufzusuchen - gibt es zu selten, ist zu wenig bekannt ...

Ansonsten schließe ich mich @Farodina an: In dem Alter würde ich auch mein gesundes Kind nur mit Bauchschmerzen allein lassen ...

 
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Fripi

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Der AG hat auf solche Probleme Rücksicht zu nehmen. Das heißt dann eben keine Nachtschicht für dich, so was mag dem AG nicht schmecken, er ist aber durchaus dazu verpflichtet auf begründete Einschränkungen Rücksicht zu nehmen.

Alternativ kann der AG ja gerne eine Betreuung bezahlen :)
 
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Christian Kröhl

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Der AG hat auf solche Probleme Rücksicht zu nehmen. Das heißt dann eben keine Nachtschicht für dich, so was mag dem AG nicht schmecken, er ist aber durchaus dazu verpflichtet auf begründete Einschränkungen Rücksicht zu nehmen.

Alternativ kann der AG ja gerne eine Betreuung bezahlen :)
Er kann auch eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen, wenn er die TE nachweislich nicht anders einsetzen kann. Da sind die Grenzen zwar sehr eng und das auch zustimmungspflichtig (BR/MAV), aber besser man hat das im Hinterkopf. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass beim vorliegenden wirklich ernsthaft an den Nachtdiensten durch den AG festgehalten wird. Es sei denn, "soziale Verantwortung" müßte von ihm erst im Duden nachgeschlagen werden.
 
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Angel78

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Unglaublich wir haben Pflegenotstand!!!

Ich würde mit der Geschäftsführung sprechen und ihr mitteilen das ich nur in 2 Schichten arbeiten kann, weil mein Sohn Nachts öfter epileptischen Anfälle hat. Dann würde ich sagen, dass ich dies schriftlich möchte,wenn er damit einverstanden ist und ich würde ihm auch gleich sagen das ich mich mal auf dem Arbeitsmarkt nach einem familienfreundlichen Arbeitgeber umschaue, wenn er nicht einverstanden ist.

Jeder AG der aus solchen Gründen eine betriebsbedingte Kündigung ausspricht, wird irgendwann kein Personal mehr haben! :headwall:Ich verstehe nicht das manche GF oder PDL es immer noch nicht kapiert haben, dass die Mitarbeiter das höchste Gut in einem Unternehmen sind.:evilfire:
 
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