freiheitsentziehende Maßnahmen

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Multimobid

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hallo,
hätte gerne eure Meinungen gehört, evtl. auch Rechtsgrundlagen. Soviel ich weiß, müssen freiheitsentziehend Maßnahmen schriftlich dokomentiert werden. In der Vergangenheit haben wir z.B. bei Fixierungen mit dem Secufix System Nachweis Formulare ausgefüllt, wo dokomentiert wurde wann die Kontrollgänge stattgefunden haben, wann die freiheitentziehende Maßnahme beginnt oder beendet wurde, welcher Art von Freiheitsenzug, evtl. Amtgerichtzeichen. Nun sagte mir die PDL, das wir uns das alles sparen könnten, wenn wir die Maßnahme mit den Uhrzeiten der Kontrollgänge in die Pflegeplanung eintragen würden. Das hätte ihr einer vom MDK gesagt.
Dann frage ich mich, wenn wir die Tätigkeitsnachweise (Grundpflege etc.) mit unserem Namenskürzel abzeichen, warum wir das nicht auch weglassen können. Das steht doch auch in der Pflegeplanung,0der? (Wenn sie ordungsgemäß geführt wird....lach)

freue mich auf eure Nachrichten

Gruß

Barny:coff:
 
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Schwester Christa

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Ein bisschen mehr an Informationen bitte.
Schon allein zum Thema "Freiheitsentziehende Maßnahmen" könnte man Doktorarbeiten schreiben; letztendlich ist schon eine geschlossene Station eine "Freiheitsentziehende Maßnahme"...

Arbeitest du im Heimbereich? Ich weiß, dass da teilweise kaum glaubliche Gepflogenheiten herrschen.

Ich weiß, dass sämtliche freiheitsentziehenden Maßnahmen peinlichst dokumentiert werden müssen. Ist zumindest in unserer Psychiatrie so. Und das mit gutem Grund, schließlich sind die personlichen Freiheitsrechte jedem (auch Alten und Kranken) im Grundgesetz garantiert.

Es soll ja Heimbewohner geben, die von sich aus um Bettgitter bitten, weil sie selbst Angst haben, raus zu fallen. Aber auch das müssen sie, soweit ich informiert bin, schriftlich hinterlegen.
Eine korrekte 5-Punkt-Fixierung zieht bei uns viertelstündliche Kontrollen nach sich; sprich: fast eine Sitzwache! Und das wird selbstverständlich minutiös dokumentiert!
 
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Multimobid

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

hier noch einige Detail's. Ich arbeite in einem kleinen priv. Pflegeheim in Niedersachsen ca. 45 Bewohner. Vom Klientel ist hier Bewohnermäßig alles vertreten (Krankheitsbild). So haben wir auch Bewohner die ....hört zu, nur mit dem Bauchgurt im Bett fixiert sind. Der überwiegende Anteil ist, wo das Bettseitenteil oben ist. Aber auch einige die im Rollstuhl fixiert sind(Sitzhose).

Gruß

Barny
 
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Marion FKS

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Die Pflegeplanung ist ja nur eine Planung, dadurch weist ihr ja nicht nach, dass ihr die Maßnahmen tatsächlich durchgeführt habt. So was reicht dem MDK? Ist bestimmt ein Missverständniss. Und ob es einem Gericht reicht, fals mal was passiert, ist auch fraglich. Planen kann ich viel...
 
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Bastet76

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Soviel ich weiß, müssen freiheitsentziehend Maßnahmen schriftlich dokomentiert werden.

Das ist vollkommen richtig!!!!


In der Vergangenheit haben wir z.B. bei Fixierungen mit dem Secufix System Nachweis Formulare ausgefüllt, wo dokomentiert wurde wann die Kontrollgänge stattgefunden haben, wann die freiheitentziehende Maßnahme beginnt oder beendet wurde, welcher Art von Freiheitsenzug, evtl. Amtgerichtzeichen.

Das ist ein MUSS wie ich finde um auch uns zu schützen!


Nun sagte mir die PDL, das wir uns das alles sparen könnten, wenn wir die Maßnahme mit den Uhrzeiten der Kontrollgänge in die Pflegeplanung eintragen würden.

Das bin ich gänzlich anderer Meinung! Und mein PDL gottseidank auch :thumbsup2:

Barny:coff:
Auch bei uns ist das gerade ein heißes Thema im Haus und da hab ich die volle Unterstützung meiner PDL!
Es MUSS ein anständiges Fixierungsprotokoll her mit ARZTANORDNUNG und Anweisung wann ,wie fixiert wird und defixiert wird, der Grund muß ersichtlich sein ( Selbstgefährdung, Eigengefährdung, durch was? u.v.m.)
Dieses Thema ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen da schon genug schrecklich Dinge passiert sind und wir IMMER in der Beweispflicht sind!
Er soll mal im STGB gucken bezgl "Freiheitsberaubung" das stehen viele Dinge die einem echt die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Ich möchte nicht hinter schwedischen Gardinen landen nur weil jemand sagt, ist ja net alles so schlimm und brauchen wir nicht zu dokumentieren!

MFG
Bastet76
 
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Re: AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Die Pflegeplanung ist ja nur eine Planung, dadurch weist ihr ja nicht nach, dass ihr die Maßnahmen tatsächlich durchgeführt habt. So was reicht dem MDK? Ist bestimmt ein Missverständniss. Und ob es einem Gericht reicht, fals mal was passiert, ist auch fraglich. Planen kann ich viel...
Richtig. Bei uns gehört "lediglich" der Beschluss vom Amtsgericht in die Akte und ein entsprechender Hinweis der Beschlussfassung ins Stammblatt und in die Pflegeplanung (Beginn der Maßnahme). Tätigkeitsnachweise diesbezüglich kürzeln wir nicht und dies wurde auch noch nie abverlangt. Weder von der HL, der Heimaufsicht oder dem MDK.
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Also seit geraumer Zeit sind nur Fixierungen mit dem sogenannten Bauchgurt verboten. Nur die 5-Punkt-Fixierung darf noch gemacht werden, und zwar vom nGericht angeordnet. Nehme jetzt die Notfallfixierungen mal aus. Und diese müssen zeitgenau, viertelstündlich kontrolliert und dokumentiert werden in einem Fixierungsnachweis, so kenn ich das. Sitzhose im RS muß ebenso in einem Fixierungsnachweis dokumentiert werden Beginn, Ende, Kontrolle. Bettgitter, vom Gericht angeordnet ist bei uns z. B. in der Nacht 3 mal Kontrolle und Dokumentation. Bei einer "Geschlossenen" Station reicht der Gerichtsbeschluß zum Einzug. Diese Beschlüsse werden au jedes Mal bei Krankenhauseinweisungen mitgegeben.Ich glaube das mit dem eintragen in der Pflegeplanung und dann gut, habe ich schon mal hier im Forum irgendwo gelesen, also ihr scheint nicht allein dieser Meinung zu sein.
 
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pegean

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

[QUOTEFixierungen mit dem sogenannten Bauchgurt verboten.][/QUOTE]

Wo steht das denn ?

LG
 
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nofretete

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Da muß ich meine PDL fragen, die hatte uns das gesagt. Jetzt hab ich aber Urlaub. Wünsch euch allen nen frohes Fest.
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Hier wird sich ja mit ordentlichen Quellangaben überhäuft....

Kann die Durchführung freiheitseinschränkender Maßnahmen im Einzelfall nicht verhindert werden, sind Dokumentationsregeln zu beachten, wobei eine generelle gesetzliche Verpflichtung der Einrichtung zum Fü+hren eines Nachweises freiheitseinschränkender Maßnahmen nicht existiert
Ist die Durchführung freiheitseinschränkender Maßnahmen richterlich genehmigt und ist festgelegt , zu welchen Zeiten und mit welcher Methode der/die BW fixiert werden soll, wird dies in der Pflegeplanung festgelegt. Im Pflegebericht wird dokumentiert und begründet, wenn eine Maßnahme zur Freiheitseinschränkung nicht durchgeführt wird. Bei jeder Evaluation der Pflegeplanung wird die Notwendigket der Fixierung durch die zuständige Pflegefachkraft überprüft, wenn nicht individuell begründet das Überprüfungsintervall verändert wird.
Ist ein Bewohner nicht mehr in der Lage seinen/ihren Aufenthaltsort zu verändern, ist die Dokumentation der Durchführung von Maßnahmen, die der Freiheitseinschränkung zuzurechnen sind, nicht erforderlich.
Wird der / die BW regelmäßig in ihrer/seiner Freiheit eingeschränkt und ist eine Atragstellung erfolgt, wird bis zur Bewilligung jede Freiheitseinschränkung mit Zeit, Dauer, Art der Maßnahme und Beschreibung der Reaktion des BW auf die Maßnahme dokumentiert. Grundsätzlich gilt: Je unregelmäßiger eine Maßnahme durchgeführt wird, desto differenzierter muss der Nachweis geführt werden
Wünschen Angehörige die Durchführung freiheitseinschränkender Maßnahmen, kann diesem Wunsch erst stattgegeben werden, wenn eine rechtliche Basis für die Gültigkeit der Entscheidung geschaffen wurde. Ausnahme ist immer ein rechtfertigender Notstand, der jedoch umgehend rechtliche Schritte erfordert.
Das sollten Sie tun:
.....Die der Pflegedokumentation beigefügten Zusatzelemente auswählen und prüfen, ob die Inhalte nicht in der bereits bestehenden Pflegedokumentation erfasst werden können
Quelle: Pflegedokumentation stationär - Das Handbuch für die Pflegeleitung; Spezielle Regeln zum führen der Pflegedokumentation "Sturz" S. 60-63

Hier haben 4 Leute 5 Meinungen, und richtig ist gar nichts wirklich. Man muss einfach nur lesen und wissen wo was steht. Dann haben sich die Märchen von Zusatzelementen, ewigen Dokumentationen etc. erledigt.


PS: Solche wichtigen Quellen wie dieses Buch sollten Altenpflegekräfte kennen. Das ist unser täglich Brot.

Gruß
 
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Marion FKS

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Hallo,

da ich mit der Dokumentation innerhalb der Pflegeheime auch nicht vertraut bin, habe ich obige Frage formuliert, weil es mich erstaunt, dass das dem MDK ausreicht.
Demgegenüber habe ich langjährige Praxiserfahrung in der Psychiatrie, dort wurden eben auch (innerhalb unseres Hauses, beziehungsweise des LWV´s) Vorgaben zur engmaschigen Dokumentation bei einer Fixierung gemacht, da es in Fixierungen immer wieder zu Unglücksfällen gekommen ist (Tödlicher Unfall durch Bettengurt - Berlin.de http://www.vkm-baden.de/infothek/hafturt.pdf). Mit dieser Dokumentation schützt sich das Haus und weist nach, dass der hilflose, abhängige Patient lückenlos überwacht wurde. Bei uns ist es beispielsweise innerhalb der Klinik vorgeschrieben, eine Sitzwache bei einer Fixierung vorzuhalten, was ich für sehr sinnvoll halte. Zudem müssen wir im sogenannten Fixierungsprotokoll nachweisen, daß wir in regelmäßigen Abständen den Sitz der Fixierung überprüft haben und damit Schäden durch das Fixierungssystem vermeiden, beispielsweise an den Hand- und Fußgelenken. Noch ein paar interessante Links in diesem Zusammenhang: http://www.arztrecht.org/verlag/pdf/haftpflichtrecht/Sedierter_Patient_2005.pdf Fixierung. Hier gibt es wohl auch ein Urteil zur Anordnungspflicht und Dokumentation, leider finde ich keinen Link zum vollständigen Urteilstext (OLG Köln 2.12.1992 (27 U 103/91)). Dokumentation der Fixierung über Fixierungsprotokoll oder im Rahmen der Pflegedokumentation ist sicher im Rahmen des Risikomanagements heutzutage erforderlich und begründbar.
Und trotz der Recherche im Internet bin ich jetzt immer noch verwundert, dass Fixierung in Psychiatrie und stationären Pflegeeinrichtungen so unterschiedlich gehandhabt wird.

Einen schönen Abend noch,

Marion
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Hätte besser lesen müssen - im KH mag das anders sein....Tut mir leid...Habs geändert...;) Altenpfleger jedoch sollten dieses Buch in jedem Falle kennen. Warum es keiner kennt, versteh ich nicht.

Naja, bei deinem Link war ja nicht mal ein Grund einer Fixierung gegeben...;)
 
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Marion FKS

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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

So, dann hab ich´s auch geändert.
Sicher ist eine Fixierung ohne Grund zusätzlich noch schlimmer, aber Pflegende oder Ärzte finden oft Gründe, die man auch in Frage stellen könnte. Aber dokumentieren müssen wir auch, wenn es einen Grund zur Fixierung gibt ;-). Wobei es "andersrum" sicher auch problematisch ist (nicht Fixieren, wenn es angesagt wäre), gibts ja auch Urteile zu.
Ist eigentlich in stationären Pflegeeinrichtungen noch nie was passiert, da ja dort anscheinend nicht so viel Wert darauf gelegt wird, bzw. keine Notwendigkeit zu bestehen scheint, sich durch Dokumentation in solchen Fällen abzusichern? Momentan geht es im Klinikberech ständig um Absicherung, beispielsweise auch bei der Frage der Bedarfsmediaktionsanordnung und -verabreichung, die in Frage gestellt wird.
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Naja, wie ich es ja zitiert habe muss, solange kein richterlicher Beschluss besteht fortlaufend Zeit, Dauer und Art der Maßnahme natürlich dokumentiert werden! Empfohlen wird hier der Pflegebericht.

In der Altenpflege wird meiner Erfahrung nach meist folgt fixiert:
-> Bettseitentei
-> Sitzhose bzw. Gurt am Stuhl / Rollstuhl
-> Therapietisch am Rollstuhl.

Eine Fixierung im Bett per Bauchgurt ist eher selten. Auch ich müsste mich erst wieder informieren, wie man hier vorgehen muss. Ich denke Bauchgurt allein ist verboten, es muss diagonal Bein / Arm mitfixiert werden. Ist das denn noch aktuell?

Also in unserer Einrichtung wird versucht, so wenig wie möglich zu fixieren. Wir arbeiten mit Sturzbetten, Matratzen vor den Betten, Sturzprotektorenhosen etc. Im KH und psychiatrischen Einrichtungen ist denk ich das Problem das der Fixierungsgrund ein anderer ist wie meist der der Pflegeeinrichtungen. Bei uns ist es meist ja die Sturzgefahr - Verletzungsgefahr.

In dem Buch steht u.a. auch:

In dieser Handlungsleitlinie werden Empfehlungen ausgesprochen, die sich durchaus von der Praxis in Altenpflegeeinrichtungen unterscheiden können. Ursache ist die unterschiedliche Erwartung der Amtsrichter/-innen an die Dokumentation.....
Handbuch S. 60...Das sagt alles....;)

Bedarfsmedikation:

Um die Bedarfsmedikation sachgerecht umsetzen zu können, muss in der Pflegedokumentation festgehalten sein, bei welchen Symptomen, welches Medikament in welcher Einzel- und bis zu welcher Tageshöchstdosierung zu verabreichen ist.
Quelle: Anleitung zur Prüfung der Qualität nach §§112, 114 SGB XI Punkt 15.2 S. 73

Unzulässig wäre Bspw.:
02.7.2005 Dr Schulz.; Novalgin bei Schmerz 20 Tropfen einmalig und maximal 3x pro Tag.
Der Schmerz kann vielfältig sein und es kann nicht angehen, dass die Pflegekraft entscheidet, bei welcher Art Schmerz das Novalgin gegeben wird. Also muss der Bedarf genauer genannt werden, ob das Novalgin z.B. bei Rücken-, Knie-, Tumorschmerz oder bei anderen expliziten Schmerzen gegeben werden darf. Wenn der Arzt entscheidet, dass das Medikament bei jeglichen Schmerzen gegeben zu geben ist, so muss dies ebenfalls so dokumentiert werden, und die Pflegekraft muss tatsächlich bei Zahnschmerzen Novalgin geben....
Im Bereich der Psychopharmaka, Sedativa und Neuroleptika scheint diese Verordnung nach eindeutiger Indikation nahezu unerreichbar. Meist steht bei diesen Medikamenten schlicht >bei Bedarf< oder >bei Unruhe< Wann dieser Bedarf eintritt, wird somit nicht klar erläutert. Es ist vielmehr so das die Pflegekraft entscheidet, wann sie diese Medikamente gibt.....verabreicht die Pflegekraft das Präparat, so entscheidet sie in diesem Moment allein....tut sie das muss sie für eventuelle Schäden später auch gerade stehen...Was ist nun der Bedarf? Zum Beispiel: >Wenn Fr. M nachts länger als eine Stunde am Fenster steht und nach ihrem Mann ruft und sich nicht beruhigen lässt< Viele Worte, aber die einzige Möglichkeit, korrekt zu handeln
Quelle: 100 Fehler bei der Pflegedokumentation und was sie dagegen tun können von Jutta König S. 51 /40. Fehler: Annahme eine Bedarfsmedikation sei nicht erlaubt

Vielleicht hilft dir das weiter;)

Weisst du wie man per Gurt im Bett korrekt fixiert? Bauchgurt plus linker Arn+ rechtes Bein? Ist das (noch)so?

LG
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Bauchgurt allein ist verboten
Woher hast Du das ?
Wir haben 3 Bew. die nachts mit Bauchgurt fixiert werden mit richterlicher Genehmigung .

LG
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Ich sagte "Ich denke Bauchgurt allein ohne Fixierung von zusätzlich 1 Arm und 1 Bein ist verboten"

Kannst mich hier gern korrigieren, da ich mir sehr unsicher bin. mit Quellangabe wäre super...

Das war nämlich auch mal eine Sache die ich mal "gehört" hatte....;)
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Ist eigentlich ganz "logisch". Wer fixiert wird, versucht natürlich, sich weiter zu bewegen bzw. sich zu befreien. Und dann rutscht er eben so schön hin und her, bis der Gurt den Hals erreicht und er sich strangulieren könnte.
:blushing:Wasserfrau
 
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Bei uns wird i.d.R. mindestens diagonal fixiert, manchmal mit Verlängerung, dann ist die Fixierung aber oft auch nicht mehr notwendig.
Ein Link zu Empfehlungen: http://www.bfarm.de/cln_103/SiteGlobals/Forms/Suche/Servicesuche_Formular.html?nn=1011794&resourceId=1013434&input_=1011794&pageLocale=de&searchEngineQueryString=Bauchgurte&sortString=-score_&sortString.HASH=3822c4cd6c9af6ca2c6a&searchArchive=0&searchArchive.HASH=a364f6145783d4bf388&searchIssued=0&searchIssued.HASH=9b7a4a6140a9784bf459&submit.x=0&submit.y=0
Konnte aber kein generelles Verbot entdecken, nur mit Bauchgurt zu fixieren. Vielleicht sollte man bei den Fixierungsmaterialherstellern mal nachfragen.

Meine Frage bez. der Unterschiede bezog sich beispielsweise auf die Notwendigkeit einer Sitzwache und die meinem Eindruck nach häufig fehlende richterliche oder ärztliche Anordnung, insbesondere auch auf Intensivstationen. Vielleicht irre ich mich da aber auch.

In Bezug auf die Bedarfsmedikation sehe ich in der Psychiatrie insbesondere das von Dir geschilderte Problem der Psychopharmaka, Sedativa und Neuroleptika, aber auch in Bezug auf Schmerzmittel ist es manchmal etwas seltsam, dem Patienten wegen Kopfschmerzen kein Medikament verabreichen zu dürfen (es ist ja nicht immer sofort ein Arzt verfügbar, der diese Anordnung schriftlich fixiert), so daß er in die nächsliegende Apotheke geht, um sich dort Schmerztabletten zu kaufen. Es ist ja nicht so, daß man ohne Kenntniss der Wirkung und Nebenwirkung von Medikamenten und ohne Kenntnis des Patienten und seiner Problematik diese verabreicht. Letztendlich erstreckt sich das Problem ja auch auf Salben mit medikamentösen Zusätzen. Oder ich frage mich manchmal, was für einen Sinn meine Ausbildung und Berufserfahrung (und auch mein Denkvermögen) habe, wenn ich lese, 1 Tabl. Zodurat zur Nacht bei Schlafstörungen???
 
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So ich noch mal, also genaue Rechtsgrundlagen zur 5-Punkt-Fixierung habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Meine Chefin sagte mir dazu, das hier in der Umgebung von München der Richter nur noch so genehmigt. Ein einzelner Bauchgurt würde wohl hier keiner mehr genehmigen. Ob dies jetzt stimmt weiß ich nicht. Wir haben seit ca. 2 Jahren nur noch Bettgitter, und ebenso wie pfleger m84 schreibt, Sturzprotektoren, Matraze vor dem Bett, haben leider nur ein Sturzbett, da hätten wir gern mehr, aber naja wird noch. Also vielleicht wäre wirklich mal gut, wenn jemand mal Segufix anruft, die müßten das doch wirklich wissen.
 
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AW: freiheitsentziehende Maßnahmen

Letztendlich erstreckt sich das Problem ja auch auf Salben mit medikamentösen Zusätzen. Oder ich frage mich manchmal, was für einen Sinn meine Ausbildung und Berufserfahrung (und auch mein Denkvermögen) habe, wenn ich lese, 1 Tabl. Zodurat zur Nacht bei Schlafstörungen???
Ja, ist rechtlich fragwürdig da zu ungenau als Bedarf...;)

Also vielleicht wäre wirklich mal gut, wenn jemand mal Segufix anruft, die müßten das doch wirklich wissen
Ja, müsste man mal tun....:grin:
 
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