Freiheitsberaubung oder nicht ????

JensGB

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Hallo JensGB,

deinen Worten kann ich leider nicht folgen. Was hat das mit dem Thema zu tun? Ich muss annehmen, dass du völlig falsche Vorstellungen von einem Leben im Heim hast.

Gruß double
Hallo double

Ich habe nur einige Berichte im Vorfeld in Zeitungen gelesen. Es ist mir schon klar, dass es bei dieser Diskussion um die Sicherheit der Heimbewohner geht. In der allgemeinen Presse waren Artikel, wo die Heime nicht so gut dastanden. Ich muß allerdings dazu sagen, das ich die Artikel vor längerer Zeit gelesen habe.

Grüße, Jens
 
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C.Tina

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Hallo nachteule

Ich habe folgendes gefunden:

Bei genehmigter, regelmäßiger Fixierung muss
die Maßnahme nicht täglich dokumentiert werden.
Ein Fixierungsprotokoll kann dennoch zur
Sensibilisierung der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen
hilfreich sein.
Die Einrichtung ist verpflichtet, eine Übersicht
aller durchgeführten Fixierungen nach Häufigkeit,​
Art und Grund zu führen.

Ich hatte mal in einem Pflegeheim gearbeitet in der,wie schon erwähnt,jeder Toilettengang dokumentiert werden musste :motzen: .


LG,Tina
 
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Rixte

[email protected] All,

Ich habe auch noch eine Frage zur Fixierung.

Drei punkt Fixierung angeordnet wegen Selbstgefährdung. Richterliche Genehmigung liegt vor.
Mit der Zeit verändert sich der Pat. Pflege ist der Meinung die Fixierung kann aufgehoben werden. Stationsärzte meinen, das Tagsüber ein Weglassversuch gemacht werden kann, aber der Oberarzt sagt NEIN.

Was für Möglichkeiten gibt es Fixierung aufzuheben?

LG Rixte

PS, anubis, ich hoffe es ist mit dir ok, das ich es hier schreibe
 
C.Tina

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Hallo Rixte





Wirkung des vormundschaftsgerichtlichen Beschlusses​



nach §1906 Abs.4 BGB



Das Vormundschaftsgericht entscheidet im Rahmen seiner richterlichen Unabhängigkeit in
der Regel nach Einholung eines Sachverständigengutachtens und persönlicher Inaugenscheinnahme.
Der vormundschaftsgerichtliche Beschluss genehmigt die unterbringungsähnliche Maßnahme,
ordnet sie aber nicht an. Er verpflichtet also nicht zur Anwendung der Maßnahme –
diese obliegt der pflegefachlichen Beurteilung - , ist aber (sofern nicht eine wirksame Einwilligung
der betroffenen Person vorliegt) neben der Gestattung von Betreuern oder der
Bevollmächtigten Voraussetzung für deren Rechtmäßigkeit.
Daraus ergibt sich auch, dass die Aufhebung der Genehmigung zur Beendigung der Maßnahme
nicht erforderlich ist. Entfallen deren Voraussetzungen, hat der Betreuer bzw. der
Bevollmächtigte die unterbringungsähnliche Maßnahme zu beenden und dem Gericht dies
anzuzeigen. Erlangt das Gericht Kenntnis davon, dass die Voraussetzungen einer Maßnahme
nach § 1906 Abs. 4 BGB nicht mehr vorliegen, ist es verpflichtet, die Maßnahme aufzuheben.
Daraus ergibt sich auch, dass Genehmigungen nach § 1906 Abs. 4 BGB mit Ablauf ihrer
Befristung erlöschen, wenn sie nicht vorher, zum Beispiel wegen endgültiger Entlassung aus der Einrichtung, gegenstandslos werden.



(Quelle: Werner Schell)

Mit welcher Begründung lehnt denn Euer Arzt die Aufhebung ab?


LG,Tina
 
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JensGB

JensGB

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Wie lange dauert sowas? Die Mühlen mahlen sehr, sehr langsam, nach meiner Erfahrung. Mein Betreuer läßt sich immer sehr, sehr viel Zeit, bevor er was unternimmt, wenn er überhaupt etwas unternimmt, mit dem zuständigen Richter vom Amtsgericht ist es genauso. Ein riesen Papierkrieg und wenn man Glück hat passiert tatsächlich was, aber wann?

Ich war im letzten Jahr zwei Monate in einer psychiatrischen Klinik, der Betreuer hat sich für mich wärend der ganzen Zeit nicht erreichen lassen, erst am Ende des Aufenthaltes kam ein Anruf von ihm. Ich kann da nichts machen, ich muß dass so hinnehmen. Aus Geldmangel gibt es hier nur noch wenige Betreuer und die haben sehr wenig Zeit, sodas sie nur noch das Nötigste erledigen. Diese Betreuer, die vom Amtsgericht eingesetzt werden, haben sehr viele Klienten, da kann ich den Zeitmangel verstehen.

Man will es zwar nicht wahr haben, aber das Geld fehlt an allen Ecken und Enden und das nicht nur in Lippe.

Grüße, Jens
 
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gabymaus_64

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Aus der Kinderkrankenpflege kann ich dazu lediglich schreiben, dass wir die schriftliche Einverständnis der Eltern brauchen, weil es sich bei hochgezogenen Bettseitenteilen tatsächlich um Freiheitsberaubung handelt.

Säuglinge und Kleinkinder liegen in Gitterbetten bei denen es unsere Aufgabe ist die Eltern darauf hinzuweisen, dass die Gitter immer oben sein sollen, wenn das Kind im Bett und niemand direkt neben dem Bett steht.
Ertappen wir die Eltern bzw. Begleitpersonen dabei dass die Gitter unten sind müssen wir uns mit einer Unterschrift der Eltern/Begleitpersonen absichern, dass sie die Verantwortung für die Folgen übernehmen wenn das Kind aus dem Bett fällt.

So sind wir zumindest rechtlich davor abgesichert, wenn es denn tatsächlich mal passieren sollte, dass ein Kind aus dem Bett fällt. Gott sei dank noch nicht geschehen und ich möchte auch nicht wissen ob dann mein Gewissen genauso schadlos davon kommt.

Gruß aus der Kinderkrankenpflege
gabymaus_64
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Oh man, Säuglinge....die nicht mal krabbeln können....kann man ihrer Freiheit berauben....das ist wie der Besuch des Amtsrichters bei einem Patienten mit apallischem Syndrom....
"Oh, nein, nein, Herr Richter er wird sicher nächste Woche wieder laufen können!"
Makaber, aber zeigt die Sinnhaftigkeit.

Ich bin sicher nicht dafür, das man mit Fixierungen leichtfertig umgeht, aber man kann es auch übertreiben......leider ist es übertrieben und man muss sich wohl oder übel daran halten..

Gruß
Dennis
 
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JensGB

JensGB

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Manchmal ist es eben Kinderkram! Psychotiker sind nun mal die Babys und andererseits ärgert man sich über sie. In der Klinik kann ich meine Persönlichkeit an der Tür abgeben und zuhause bald auch.

Jens
 
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Vielen Dank Tina für die Infos.
Demnach wird diese nächtliche Toilettengang-Fixierungs-Dokumentation in Häusern unterschiedlich gehandhabt, es scheint jedoch ok zu sein, das ich mir diesen zusätzlichen Papierkram ersparen will.
Alles klar,
Liebe Grüße, nachteule
 
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Hallo Tina,
Danke für die Info, sie ist mir bekannt.
Mein Problem ist, was heißt pflegefachlich?
Ist der Arzt in dem Fall auch weisungsbefugt? Muss die Pflege sich daran halten?
Hallo Rixte
Mit welcher Begründung lehnt denn Euer Arzt die Aufhebung ab?
LG,Tina
Der Arzt meinte der Pat. könnte fallen. Dieses kann keiner mit Sicherheit ausschließen, auch wenn sich jemand sicher bewegt.

Ich frag mich nur; ist ein Fall schwerwiegender, wenn er mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden kann, als die Wunden an der Seele durch Fixierung.
ABer die kann man nicht sehen,also sind sie nicht da:mad_2:

Habe schon in anderen Fällen versucht mit den Betreuern zu sprechen, aber das Wort des Arztes zählt eindeutig mehr und wenn der sagt es muss sein, sagt kaum einer, die Fixierung muss ab. Genauso sieht es bei den meisten Richtern aus.

Die Fixierung in der einen Schicht weglassen, und in der anderen nicht ist auch nicht gut für den Pat. Besonders dann nicht, wenn sie eine globale Aphasie haben und man es ihnen nicht erklären kann.

LG Rixte
 
JensGB

JensGB

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Hallo!

Mein Betreuer sagt, er hat über fünfzig Klienten in Lippe und auch einige davon in Altenheimen. Wenn einmal eine Entscheidung getroffen ist, soll es lange dauern, oder schwierig sein, die wieder aufzuheben, besonders bei Leuten, die als suizidgefährdet gelten und bei manchen Diagnosen von vorn herein. Als Psychotiker hat man da heute ganz schlechte Karten, weil man garnicht ernst genommen wird. Es wird über den Kopf des Psychotikers einfach hinwegentschieden.

Es wird immer gesagt, das man als psychisch Behinderter Rechte hat, aber die kann ich garnicht geltend machen, wenn ich von niemandem ernst genommen werde. Wenn man kein Geld bringt und nur kostet, interessiert sich keiner mehr für einen. Da sind Rechte leere Worthülsen, so wie ich das sehe.

Grüße, Jens
 
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Hallo Rixte,

ich kann gut nachvollziehen, was du meinst. Die Freiheit darf nur soweit eingeschränkt werden, wie es durch Gesetz erlaubt ist. Das Gesetz ist hier der § 1904ff BGB. Die Fixierung ist genehmigt, aber sicherlich zeitlich befristet (hoffe ich doch). Vielleicht schaffst du es, eine richterliche Überprüfung zu erreichen. Dir oder besser gesagt dem Patienten würde es helfen, wenn in der Doku steht, dass eine Besserung erreicht wurde und die Fixierung zumindest probeweise aufgehoben werden sollte. Hoffentlich steht deine Stationsleitung oder PDL dahinter. Dein Arzt muss insgesamt den Kopf hinhalten. Halte du deinen sauber durch die Doku.

Gruß double
 
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