Fragen zur Arbeitszeit

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M. Lackmann

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Hallo,
auf der Suche nach Rat bin ich durch Zufall auf dieser Seite gestoßen. Auch ich habe leider Probleme mit meiner Arbeitszeit.
Im Januar 2007 wurde ich zum Kirchenkreis als ambulante Pflege- und Haushaltshilfe, sowie Betreuung verwiesen. Zunächst handelte es sich um einen sog. 1,00 Euro Job für die Dauer von einem Jahr. Bereits seit Beginn fiel mir auf, dass ich täglich teilweise bis zu 14 Stunden tätig war, wobei zusätzliche Einsätze an Samstagen und Sonntagen und auch Feiertagen anfielen. Hinzu musste ich bei kirchlichen Veranstaltungen sechs Mal im Jahr an Wochenenden ehrenamtlich tätig sein, wobei die Veranstaltungen bis teilweise 03:00 Uhr nachts gingen. Allerdings ohne zusätzliche Bezahlung. Hingegen dessen wurden eventuelle krankheitsbedingte Fehlstunden oder Arztbesuche trotz Arbeitsunfall von der Mehraufwandsentschädigung abgezogen. Aus der Befürchtung heraus eventuelle Leistungskürzungen von der ARGE zu erhalten nahm ich keine Beschwerden vor.
Als der Jahresvertrag abgelaufen war, wurde der Vertrag zwei Mal um drei Monate verlängert. Als dieser Vertrag beendet war erfolgte durch die ARGE eine Arbeitsförderungsmaßnahme für die Dauer von zwei Jahren. Im Vertrag wurde eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden an sechs Tagen vereinbart. Als Gehalt zahlte die ARGE 75% und der Kirchenkreis 25%.
Seit Beginn dieses Vertrages wurden urplötzlich Arbeitszeitnachweise geführt. Hierbei fiel mir auf, dass obwohl ich täglich bis zu 14 Stunden beruflich unterwegs war nur die Anwesenheit bei den jeweiligen Patienten als Arbeitszeit berechnet wurde. Die An- und Abfahrzeiten mit öffentlichen Verkehrsmittel, die Dienstbesprechungen im Büro, die Schlüssel der Patienten abholen und zurückbringen werden nicht berechnet. Bei durchschnittlich sechs bis acht Patienten täglich zu je einer und teilweise zwei Stunden kommen erhebliche An- und Abfahrzeiten hinzu. Obwohl ich im Monat teilweise 250 Stunden und öfters mehr beruflich unterwegs bin, fallen anstatt Überstunden im Gegenteil Fehlstunden an. Nach zwei Jahren habe ich 216 Fehlstunden. Weitere Arbeitskollegen haben sogar über 400 Fehlstunden.
Nach dem nun der zweijahresvertrag ausgelaufen war bekam ich einen Festvertrag. Tägliche Arbeitszeit fünf Stunden an sechs Tagen in der Woche. Zunächst überprüfte ich den Arbeitsvertrag und bemerkte, dass ich in einer niedrigen Lohngruppe eingestuft wurde als vorher bei dem Vertrag bezüglich der Arbeitsförderungsmaßnahme. Die nächste Überraschung erfolgte mit der 1. Gehaltsabrechnung. Obwohl ich lt. Vertrag nur 30 Stunden im Monat weniger arbeiten muss, beträgt mein Gehalt ca. 1.100,00 Euro brutto weniger. Eine Anfrage im Lohnbüro wurde folgend beantwortet:
Das tarifliche Monatsgehalt in Vollzeit wird durch wöchentliche Arbeitszeit (38,5 Stunden) geteilt, woraus sich der Stundenlohn ergibt und mit 25 Stunden wöchentliche Arbeitszeit multipliziert. Ergebnis ist das monatliche Bruttogehalt. Unberücksichtigt bleiben die Anzahl der mtl. Arbeitstage. Faktisch, mehr Arbeitstage, weniger Lohn. Überstunden werden angeblich zusätzlich bezahlt.
Der nächste Schock kam mit dem 1. Arbeitszeitnachweis nach Abschluss des neuen Arbeitsvertrages. Obwohl ich wie bereits erwähnt im Monat ca. 250 Stunden beruflich tätig bin und nur die Arbeitszeit bei den Patienten berechnet wird, habe ich 53 Überstunden gemacht.
Obwohl es sich um einen neuen Arbeitsvertrag handelt, werden mir die Überstunden nicht ausgezahlt, sondern von den angeblichen Fehlstunden des alten Vertrages abgezogen. Systematisch müsste ich somit noch drei Monate jeweils 50 Überstunden reine Arbeitszeit bei Patienten machen um zunächst nur die Fehlstunden auszugleichen, dieses muss man sich mal vorstellen. Mein Bruttogehgalt beträgt 1.059,00 Euro im Monat.
Über eine genauere hilfreiche Aufklärung wäre ich dankbar.

Mit freundlichem Gruß
 
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