Frage zur Verhinderungspflege

L

lehmann99

Mitglied
Basis-Konto
0
76857
0
Hallo, mein Großvater hat PS 3 und wird zú Hause von seiner Frau soweit es geht versorgt. Zusätzlich kommt 2xtägl. morgens/abends ein ambulanter Pflegedienst.
Ich wollten nun wegen eines bevorstehenden Krankenhausaufenthalts meiner Großmutter die Möglichkeit der Verhinderungspflege nutzen.. Hierbei würde es neben der eigentlichen Pflege (Grundpfelge) auch um die häusliche Betreuung sowie Versorgung meines Großvaters gehen... Nun wurde mir von der Pflegekasse bei Antragstellung mitgeteilt, dass eine privat organisierte Person ohne Weiteres vergütet wird, die Versorgung über einen ambl. Dienst jedoch nur im Rahmen der pflegerischen Tätigkeiten übernommen werden - sprich eine Beträuungsperson die sich während der Abwesenheit meiner Großmutter im häuslichen Rahmen um Ihn kümmert wird nicht erstattet....

Was sagen die ambulanten Profis dazu - ich selbst komme nicht aus diesem Bereich - ist das so konform oder müsste die PK auch die Betreuung neben der Pflege im Rahmen der Verhinderungspflege erstatten??? Die sogenannte PS 0 (Betreuungsleistungen bei Demenzerkrankten) liegen in unserer Situation nicht vor.....


Danke für euen Tipp

Grüße
 
Qualifikation
Krankenpfleger / Dipl. Pflegewirt
Fachgebiet
Forensische Psychiatrie / FH LU
L

Lisy

Unterstützer/in
Basis-Konto
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Hallo Lehmann,
Richtig ist, das die Pflegekasse die Betreuung nicht über Verhinderungspflege bezahlt. Sie bezahlt jedoch die stundenweise Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson, eine Aufschlüsselung der Pflegeleistung ist hierbei nicht notwendig. (Betreuung muß nicht rausgerechnet werden)
Aber bitte beachten: Bei einem KH Aufenthalt oder bei Urlaub der Pflegeperson ruht die Sachleistung. Also acht geben, was als Verhinderungsgrund im Antrag steht.
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
L

lehmann99

Mitglied
Basis-Konto
0
76857
0
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Was wäre demzufolge ein cleverer Grund der in Bezug auf die Verhindungspflege angegeben wir????
Wo kann ich darüberhinaus dezidierten Infos über die Verhinderungspflege nachlesen, §39 SGB 11 gibt ja nicht soviel her...

Danke für die Infos
 
Qualifikation
Krankenpfleger / Dipl. Pflegewirt
Fachgebiet
Forensische Psychiatrie / FH LU
Angie42

Angie42

Mitglied
Basis-Konto
0
36355
0
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Hallo Lehmann99

Pflegebedürftige haben für vier Wochen pro Kalenderjahr Anspruch auf eine Ersatzkraft, wenn die ehrenamtliche Pflegeperson z. B. wegen eines Urlaubes oder eigener Krankheit ausfällt. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Kosten für eine Ersatzpflegekraft trägt die Pflegekasse bis zu einem Betrag von 1.510,00 EUR im Kalenderjahr. Leistet eine Fachkraft eines Pflegedienstes die sogenannte Verhinderungspflege, übernimmt die Kasse die Kosten für die Ersatzpflege bis zu einem Betrag von 1.510,00 EUR.
Wird die Ersatzpflege von Angehörigen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum II. Grad verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, übernommen, so erhält er Pflegegeld entsprechend der festgestellten Pflegestufe.
Entstehen der Pflegeperson Mehraufwendungen, z. B. Verdienstausfall oder Fahrtkosten, können von der Pflegekasse bis zu 1.510,00 EUR inklusive Pflegegeld gezahlt werden.
Alternativ kann der Pflegebedürftige für die Dauer von vier Wochen in einer Pflegeeinrichtung betreut werden. Auch hier übernimmt die Pflegekasse Kosten bis zu 1.510,00 EUR. Nur für Unterkunft und Verpflegung muss der Pflegebedürftige selbst aufkommen.
Ebenfalls ist eine stundenweise Ersatzpflege von weniger als 8 Stunden täglich möglich.
Urlaubs- und Verhinderungspflege muss bei der Pflegekasse beantragt werden.


Vieleicht hilft Dir das schon mal ein Wenig.
Wie mobil ist dein Großvater, wäre eine Tagespflege eine alternative.
Ich habe oft bei Krankenhausaufenhalte von Anghörigen die Pflegebedürftigen in der Verhinderungspflege bei mir in der Tagespflege.


LG Angie
 
Qualifikation
HL, PDL
Fachgebiet
Meine Tagespflege
L

lehmann99

Mitglied
Basis-Konto
0
76857
0
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Danke für die ausführliche Info, aber das war nicht meine Frage!!!

Was Verhinderungspflege ist und die dazugehörigen SGB11 Paragraphen kenne ich selber... Mir geht es vielmehr darum zu erfahren was in Bezug auf die Angabe von Gründen für die Verhinderungspflege für die Pflegekasse in Ordnung ist bzw. wo sich diese querstellt...
Ich spreche hier von stundenweiser Verhinderungspflege (7,5 Std. täglich)...

Das SGB 11 definiert bei der Verhindungspflege den Begriff "Pflege" und was erbracht werden muss nicht genauer.
Wenn eine beauftrage private Pflegeperson nun 7,5 Std. den Pflegebedürftigen in Augenschein nimmt, sprich nebendranhockt, fällt das auch unter Pflege im Sinne der Verhinderungspflege oder nicht? Beim beauftragen eines zugelassenen Dienstes übernimmt die PK nämlich keine Betreuung sondern lediglich nur die pflegerische Versorgung, wobei unter meinem Verständnis zu einer Verhindungspflege auch eine Betreuung gehört....Leider sieht dies die PK nicht so...


Danke
 
Qualifikation
Krankenpfleger / Dipl. Pflegewirt
Fachgebiet
Forensische Psychiatrie / FH LU
Angie42

Angie42

Mitglied
Basis-Konto
0
36355
0
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Hallo lehmann99

klare Erklärung:
Notwendigkeit der Verhinderungspflege
Die Verhinderungspflege ist notwendig. Die Notwendigkeit ist dabei nicht auf die Verrichtun-gen des § 14 Abs. 4 SGB XI (Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Hauswirtschaft) beschränkt, sondern umfasst auch den allgemeinen sozialen Betreuungsaufwand (es soll die „faktisch aufgerissene Betreuungslücke“ aufgefangen werden).
Die Verhinderung ist zudem unvermeidbar bzw. eine Umdisposition ist der ausfallenden Pflegeperson nicht zumutbar (grundsätzlich ist nur ein evidenter Missbrauch schädlich).

Gestaltungsfreiheit bei der Verhinderungspflege
Der Pflegebedürftige ist in der Gestaltung der Verhinderungspflege grundsätzlich frei, d.h. er kann die Vertragsmodalitäten mit dem Pflegedienst nach eigener Verantwortung vereinbaren (Ort, Art und Form, wie Stundenkontingente, Modulpakete, einzelne Leistungen etc.). Es besteht also keine Pflicht zur Abrechnung nach den mit den Pflegekassen vereinbarten Leistungskomplexen! Begrenzt wird diese Gestaltungsfreiheit durch eine wirtschaftlich unvernünftige Verhaltensweise (z.B. eindeutig überhöhte/unangemessene Entgeltvereinbarungen). Bei der Vereinbarung eines Stundensatzes ist mithin zu bedenken, dass die Kalkulation nachvollziehbar und angemessen sein sollte. Insofern empfiehlt sich eine „Anlehnung“ bzw. Orientierung an den Modulvergütungen.

Vieleicht hilft Dir das nun.

LG Angie
 
Qualifikation
HL, PDL
Fachgebiet
Meine Tagespflege
I

IKKE.

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
59519
0
AW: Frage zur Verhinderungspflege

Hallo,
einfach im Antrag das Kreuz bei "andere Gründe" setzen, die Pflegekasse will zwar eine genaue Angabe, dazu bist du aber nicht verpflichtet, verhindert ist verhindert und die Pflege muss gesichert sein. Falls die Pflgekasse trotz alle dem einen Grund haben will, dann gib "Arztbesuche, Einkäufe ect." an.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
ambulante Pflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen