Frage zur Medikamentenbestellung am Wochenende sowie Organisation von Krankheitsfällen

M

Moonracer

Hey,

ich habe ein paar Fragen.

1. Ich arbeite im Seniorenheim. Wenn sich nun der AZ eines Bew. am Wochenende verschlechtern würde, z.B. auftretendes Fieber, und die Bew. nichts als Bedarf gegen Fieber hat. Man ruft den Bereitschafstarzt an, er kommt dann zum Bewohner und möchte nun ein Medikament gegen Fieber verordnen. Nun fragt er mich was wir denn da haben. Leider hatten wir nichts an Fiebersenkenden Medikamenten vorrätig gehabt. Habe ich ihm dann auch so gesagt. Dann zeigte er sich genervt, weil wir nix da hatten. Dann hat er von seinen Medikamenten uns für das Wochenende sowie für den Montag Paracetamol Tabletten da gelassen. Nach der Übergabe der Tabletten sprach er mich darauf an, ob wir einen Service haben, welcher am Wochenende von der Notfallapotheke die Medikamente besorgen kann. Leider haben wir so einen Service nicht. Und die Apotheke die uns beliefert, hat Samstag nur vormittags auf.

Wie handhabt ihr denn das bei eurem AG, wenn ein Bew. am Wochenende oder an Feiertagen ein Medikament braucht, welches nicht vorrätig ist ?

2. Es meldet sich jemand für einen Dienst krank. Da ich Schichtleitung bin, muss ich mich ja darum kümmern, dass jemand für die Person einspringt. Nur oftmals kostet dies sehr viel Zeit und ich habe eh noch viel zu tun. Eigentlich habe ich für dies überhaupt keine Zeit.

Müsst ihr dies als Leitende PFK auch machen? Ist dies überhaupt rechtens?

Moonracer
 
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
124
Wien
0
Hey,

ich habe ein paar Fragen.

1. Ich arbeite im Seniorenheim. Wenn sich nun der AZ eines Bew. am Wochenende verschlechtern würde, z.B. auftretendes Fieber, und die Bew. nichts als Bedarf gegen Fieber hat. Man ruft den Bereitschafstarzt an, er kommt dann zum Bewohner und möchte nun ein Medikament gegen Fieber verordnen. Nun fragt er mich was wir denn da haben. Leider hatten wir nichts an Fiebersenkenden Medikamenten vorrätig gehabt. Habe ich ihm dann auch so gesagt. Dann zeigte er sich genervt, weil wir nix da hatten. Dann hat er von seinen Medikamenten uns für das Wochenende sowie für den Montag Paracetamol Tabletten da gelassen. Nach der Übergabe der Tabletten sprach er mich darauf an, ob wir einen Service haben, welcher am Wochenende von der Notfallapotheke die Medikamente besorgen kann. Leider haben wir so einen Service nicht. Und die Apotheke die uns beliefert, hat Samstag nur vormittags auf.

Wie handhabt ihr denn das bei eurem AG, wenn ein Bew. am Wochenende oder an Feiertagen ein Medikament braucht, welches nicht vorrätig ist ?
Da kann man auch die Angehörigen oder Betreuer bitten. Wie würde das sonst gemacht werden wenn der Pat. selber noch alleine in seiner Wohnung lebt? Im Schlimmsten Fall auch die PDL oder eben einen Helfer bitten zur Apotheke zu gehen. Hierbei ergibt sich aber die Frage wie sind die dann auch dem Weg versichert. M.M.n. Ist das über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Ihr müsst diesen Fall unbedingt klären.

In den Heimen ist es ja so das die Patienten alle ihre eigenen Medikamente haben (Abrechnungsding). Einen eigenen HeimVorrat von verschreibungspflichtigen Medikamenten dürfte in der Theorie nicht möglich sein. So wie ich das damals im Einsatz erlebt habe wurde beim Pat. X der dieses Medikament generell im Bedarf hatte gemopst und am Tag wo die Apotheke dann da war wieder zurück gelegt. Ist keine Feine Art, keine Frage...



2. Es meldet sich jemand für einen Dienst krank. Da ich Schichtleitung bin, muss ich mich ja darum kümmern, dass jemand für die Person einspringt. Nur oftmals kostet dies sehr viel Zeit und ich habe eh noch viel zu tun. Eigentlich habe ich für dies überhaupt keine Zeit.

Müsst ihr dies als Leitende PFK auch machen? Ist dies überhaupt rechtens?

Moonracer
Das ist eine Aufgabe die auf dich delegiert werden kann. Eigentlich ist Personalbeschaffung Aufgabe der PDL die das weitergeben kann. Du kannst Delegation ablehnen wenn sie deine Arbeit zu sehr beeinträchtigt. Du hast 2 Möglichkeiten. Du forderst dafür dann einen Kollegen nach der deine Arbeit macht die liegen bleibt oder die Rumtelefoniererei macht ein anderer.
 
M

Moonracer

Hey,

danke für deine Antwort.

Ok. Ja aber was wäre wenn nun der Betreuer, bzw. die Angehörigen entweder nicht ans Telefon gehen oder verhindert sind. Ich kann keinen meiner Pflegehilfskräfte wegschicken. Dies wäre eine sehr fahrlässige Entscheidung. Denn dann wäre 1 Station ohne eine PK für die Zeit. Und zur Notfallapotheke dauert es etwas.

Nehmen wir diesen Fall an. Niemand kann die Medikamente die die Bew. sofort benötigt holen und uns bringen. Was sollen wir dann machen? Wir dürfen ja nicht einfach von Mitbewohnern Medikamente "klauen" für diesen Zeitraum. Denn diese sind, wie du bereits erwähnt hast, Bewohner bezogend und diese müssen es auch zahlen. Das wäre sozusagen Diebstahl wenn man die Bew. nicht fragen würde.
Dann hätte ich keine Möglichkeit ihr die wichtigen Medikamente zu geben da ich keine vorhanden habe. Nun passiert aufgrund diesem etwas der Bewohnerin. Dann stehe ich fast schon mit einem Bein hinter Gittern und muss mir Vorwürfe anhören warum ich nix gemacht habe. Und dies was ich gemacht habe nicht ok war.

Ok alles klar. Danke. Ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit, das wir einen so hohen Arbeitsanfall haben. Zu diesem kommt dann noch dies. Eigentlich sind wir doch nicht für die Organisation ausgebildet worden. Dann kann man es ablehnen wegen mangelndem organisatorischem Wissen.

Nur wenn die PDL nicht drangeht ich dann den Heimleiter anrufe und ihn darüber informiere, und dann dieser sagt, dass er keine Pläne vorliegen hat und er mir nicht helfen kann. Das gibts doch nicht...
 
benny34

benny34

Mitglied
Basis-Konto
102
Wiesbaden
0
Man könnte es im Haus generell so organisieren, daß beim Einzug eines Bewohners der Hausarzt gleich einen Bedarf festlegt und dieser dann besorgt wird. So hat man im Bedarfsfall die Medikamente.

Und wenn der Fall eintreten würde, daß Frau A kein Paracetamol da hat, Herr B jedoch in seiner Medikiste, dann würde ich sie von Herrn B ausleihen und später über die Angehörigen wieder besorgen. Ich lass ja niemanden mit Fieber im Bett liegen.
Aber Medikamente wie Paracetamol, Ibu usw. gibts immer irgendwo im Schrank.....

Medikamentenpool: Offiziell gibts den nicht, aber wir haben immer dafür gesorgt, daß´wir einen kleinen Pool vorrätig haben. Natürlich Kontrolle auf Verfalldatum....
 
M

Moonracer

Ja das wäre auch ne Möglichkeit. Aber ob das Sinn macht?

Wenn manche Ereignisse abzusehen sind wäre ich mit dem einverstanden. Aber wenn etwas nicht ist, man auch nicht davon ausgehen kann, wird es der Arzt niemals machen.

Aber Medikamente wie Paracetamol, Ibu usw. gibts immer irgendwo im Schrank.....
Naja.. sag dies nicht. Ich stand ohne jegliches da. Dann hat der Bereitschaftsarzt mir zum Gkück ein paar Tabletten PCM da gelassen.

Ein Medikamentenpool haben wir nicht.
 
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
124
Wien
0
In dem Heim in dem Ich war bestand der Pool aus Medikamenten die Ausgezogene zurückgelassen hatten. Natürlich Ablaufdaten etc, Kontrolliert.

Einem anderen Pat. die Medis zu mopsen ist wie gesagt nicht die feine art, bin mir aber sehr sicher das du dafür niemals einen auf die Finger bekommen würdest. Ist halt so ein kleiner Rechtfertigender Notstand.

Wie das aussieht wenn absolut nichts zu bekommen ist etc. kann ich dir leider nicht beantworten. Dazu bräuchte man sicher einen Anwalt.
 
S

silversurfer

Mitglied
Basis-Konto
1
Kempten
0
Hallo
Wir handhaben es so, wenn kein Angehöriger,Betreuer usw zu erreichen ist und das Medikament sofort benörigt wird, schicken wir ein Taxi zur Notfallapotheke. Die Rechnung geht dann an den Betroffenen
Gruss silversurfer
 
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
124
Wien
0
Hallo
Wir handhaben es so, wenn kein Angehöriger,Betreuer usw zu erreichen ist und das Medikament sofort benörigt wird, schicken wir ein Taxi zur Notfallapotheke. Die Rechnung geht dann an den Betroffenen
Gruss silversurfer
Stellen die wirklich eine Rechnung? Ich könnte mir vorstellen das ein Taxifahrer nicht unbedingt dafür in seine Wechselkasse greifen mag und sich ggf. auch querstellt
 
S

silversurfer

Mitglied
Basis-Konto
1
Kempten
0
Stellen die wirklich eine Rechnung? Ich könnte mir vorstellen das ein Taxifahrer nicht unbedingt dafür in seine Wechselkasse greifen mag und sich ggf. auch querstellt
Bei der Anforderung des Taxis wird Bescheid gesagt für was wir das Taxi benötigen. Hat bisher immer geklappt. Wurde aber auch selten benötigt.Und warum querstellen? Die Taxiuhr tickt weiter und dem Taxifahrer sollte es eigentlich egal sein für welche Fahrt er sein geld bekommt
Gruss Silversurfer
 
L

lulli00

Aktives Mitglied
Basis-Konto
124
Wien
0
Taxifahrer sind häufig selbstständig. Wer sagt das ihnen die Rechnung auch wirklich bezahlt würde? Dann blieben sie für den fürstlichen Lohn noch auf Unkosten und die Rechnung sitzen.

Ich würde das als Taxifahrer nicht machen. Letztendlich funktionierts, warum sollte man es dann nicht machen?
Ist aber auch nicht Thema der Diskussion
 
benny34

benny34

Mitglied
Basis-Konto
102
Wiesbaden
0
Na jetzt aber....

Wir leben ja nicht in einem Vakuum! Wenn ein Medikament benötigt wird, lässt es sich auch besorgen, ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo es nicht funktioniert hat.

Und wenn ein Medikament so dringend gebraucht wird, daß der Bewohner ohne dieses Medikament ernste gesundheitliche Schwierigkeiten bekommt, dann ist das ein Fall für den Notarzt...
 
M

marinadiezweite

Mitglied
Basis-Konto
35
Uelzen
0
Hallo Moonracer, zum Anfang deiner Anfrage. Meines Wissens hat niemand als Bedarf eine kleine Menge an fiebersenkendem Mittel. Weil, wer bitte möchte das denn entscheiden, ob er das am Wochenende erhalten soll, falls er Fieber hat. Altenpflegerinnen sind ja keine Ärzte, die entscheiden, ob jetzt gerade Bedarf ist oder sich hinter dem Fieber eine lebensbedrohliche Erkrankung verbirgt, die einer ärztlichen oder krankenhausmedizinischen Behandlung bedarf. Ich denke mal, dass man sich den Arzt da nicht sparen kann. Hast du ja auch gemacht. Und was er zu dir gesagt hat, tue getrost als Aufplustern ab. Auf die Frage, ob man sowas rumliegen hat als Bedarf oder als Arzt Apotheke, kann man getrost sagen, nein.
Ich glaube, da ist der Arzt etwas uninformiert. Genauso könnte man dann für alle Fälle Antibiotika und so weiter rumliegen haben, wenn man den Faden mal weiterspinnt. Ich denke mal, du brauchst auch nicht begründen, warum du nicht losfährst oder ein Taxi schickst. Es geht nicht nur darum, ob du allein auf dem Wohnbereich bist. Es geht einfach darum, dass eine Altenpflegerin nicht einfach losfahren könnte, sollte dürfte müsste, um ein Medikament zu holen. Ebenso kann es keine Pflegehilfskraft. Kostbare Zeit für Anrufe verschwenden braucht man sicher auch nicht. Aber ein Anruf bei Betreuer, falls es einen gibt, oder Angehörigen ist schon erforderlich. Da diese auch informiert werden , wenn eine Krankheit besteht. Diese würdest du ja im Falle eines Krankenhausaufenthaltes auch informieren.
Dass du lange rumtelefonierst, ist aber sicher nicht erforderlich. Wenn keiner das Medikament aus der Notfallapotheke holen kann, ist es sowieso erstmal erledigt. Unsere Apotheke hat außerdem einen Notdienst alle paar Wochen. Wie das mit dem Bringen dann ist, keine Ahnung. Aber da gibt es bestimmt Möglichkeiten.
In der Tat gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist, dass der Arzt dir was dalassen kann. Wäre schön. Aber nicht immer machbar. Das mit der Resteapotheke ist auch beliebt, wenn sicher auch nicht ganz okey. Darüber würde ich aber nicht lange mit jemandem diskutieren. Denn einfache Fiebersenker nach Anweisung des Arztes sind sicher in Ordnung. Mehr Bedarfmed. für alle Fälle ist aber wohl auch nicht möglich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Moonracer
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen