Frage zu Mobilisation bei Dekubitusgefährdung in der Tagespflege

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MamSell

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12.08.2013
Mainz
Hallo, an Alle!

Ich brauche mal einen Rat. Ich habe schon versucht, im Internet was rauszubekommen, aber vielleicht ist mein Problem auch einfach nur "Auslegungssache" und es gibt keine rechtliche Grundlage.

Zur Frage: Ich arbeite in einer Tagespflegeeinrichtung. In diese Tagespflegeeinrichtung kommt einmal wöchentlich eine Frau, die nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und dementsprechend immobil ist.
Die Dame wird mittags zur Entlastung zu Bett gelegt. Das Problem bei ihr ist, dass sie nicht lange liegen bleiben möchte (wenn sie 30 Minuten schafft, ist es schon gut). Wenn ich Dienst habe und die Dame zu Bett bringe, versuche ich, so lange Liegezeit "rauszuholen" wie es geht, aber wenn sie mich nachdrücklich darum bittet, sie aus dem Bett zu holen, mache ich das. Ich zwinge niemand, im Bett liegen zu bleiben, wenn er es nicht will. Nun hat die Leitung der TP-Einrichtung mir vorgeworfen, ich würde fachlich grob fehlerhaft arbeiten, wenn ich nicht dafür sorge, dass die Dame länger liegen bleibt.
Mein Konflikt besteht nun in der Frage: Muss ich jemand dazu zwingen, liegen zu bleiben zur Dekubitusprophylaxe oder steht hier die freie Willensäußerung der Dame im Vordergrund?
 
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Azubi Altenpflege
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Hier liegt kann klar der Willen der Damen im Vordergrund.

Natürlich muß das immer wieder ordentlich Dokumentiert werden. Sonst kann man euch wirklich schädliches Verhalten vorwerfen. Solange die Damen für sich selbe Verantwortlich ist, also nicht unter Betreuung steht, ist es ihr gutes Recht das zu verweigern.
Dabei muß man sie darauf aufmerksam machen welche Konsequenzen die Weigerung hat. Herausfinden warum sie nicht mag, kann man da evtl. etwas machen. Alternativen zur liegenden Lagerung finden etc.
Einfach in die Doku "Will nicht" reicht nicht aus.
 
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Pflege
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Flauschefussel

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22.04.2018
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Der Wille der Dame steht im Vordergrund, solange Sie es selbst bestimmen kann. Wenn sie kognitiv keine Einschränkungen hat, würde ich ein Beratungsgespräch und Sie auf mögliche Gefährdungen hinweisen. Natürlich das ganze schriftlich. Und eine Fallbesprechung im Team. Wenn es entsprechend dokumentiert ist, handelst du fachlich mit Sicherheit nicht grob fahrlässig!!! Grob fahrlässig wäre es, Sie gegen Ihren Willen im Bett festzuhalten, denn das wäre Freiheitsberaubung. Deine TP-Leitung sollte sich dringend mal auf den neusten Standard bringen.....
 
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Ich habe leider in der Vergangenheit sehen müssen, das man anvertraute Personen lieber zu Dingen zwingt, als sich mit dem MDK auseinander zu setzen und seine Mitarbeiter ordentlich zu schulen. Da werden Flüssigkeitsprotokolle gefälscht, Patienten mit Kongnitiven einschränkungen wie Dysphagien mit Spritzenfütterrung gemacht etc. um am ende wundert man sich wie ein Pat. mit einer Flüssigkeitsaufnahme von 1800ml/Tag in die Exsikkose gerät oder eine Pneumonie hat.
 
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Pflege
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MamSell

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12.08.2013
Mainz
Hallo!

Vielen Dank für eure Antworten. Ich stehe also mit meiner Sicht der Dinge nicht allein da. Schön. Freut mich.
Wegen solcher und anderer Diskussionen habe ich jedoch in einer sog. "12-Wochen-Beurteilung" (bin erst seit Januar in der Einrichtung) ein "Mangelhaft" für meine fachlichen Kenntnisse erhalten.
Ich hatte schon an mir gezweifelt.....
Gruß an alle
Mamsell
 
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Flybee

Flybee

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07.07.2000
Das mit der negativen Bewertung ist krass! Vielleicht überlegst Du einfach nochmal, ob Du in der richtigen Einrichtung arbeitest... oder Du redest mal mit dem Vorgesetzten Deiner merkwürdigen Leitung...
 
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Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
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Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
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MamSell

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12.08.2013
Mainz
Hallo, Flybee!

Ich habe auch nicht vor, dort zu bleiben, weil ich noch nie ein so merkwürdiges Arbeitsklima erlebt habe: Jeder soll den anderen beobachten und die Leitung über Fehler, Versäumnisse, etc. informieren (Zitat von Leitung!) und noch vieles Schräge mehr, was jetzt den Rahmen sprengen würde, wenn ich es schildere.
Ein Gespräch mit der Vorgesetzten (PDL) habe ich in Erwägung gezogen, aber sie war bei dem Beurteilungsgespräch mit der Leitung dabei und hat mir nicht den Hauch einer Chance gegeben, mich auch mal zu äußern (z.B. Frage, wie denn die Einarbeitung gelaufen sei).
Alle dort sind sehr eingenommen von dieser TP-Leitung, sie ist sehr umtriebig, mischt in anderen Abteilungen mit und kommt mit ihrer eigentlichen Arbeit nicht nach.
Aber spätestens, wenn ich - hoffentlich noch in der Probezeit - was Neues finde und ein Zeugnis bekomme mit dieser Beurteilung, werde ich dagegen angehen.

Gruß
Mamsell
 
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Muddi26

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03.03.2017
Der Wille der Dame steht im Vordergrund, solange Sie es selbst bestimmen kann. Wenn sie kognitiv keine Einschränkungen hat, würde ich ein Beratungsgespräch und Sie auf mögliche Gefährdungen hinweisen. Natürlich das ganze schriftlich. Und eine Fallbesprechung im Team. Wenn es entsprechend dokumentiert ist, handelst du fachlich mit Sicherheit nicht grob fahrlässig!!! Grob fahrlässig wäre es, Sie gegen Ihren Willen im Bett festzuhalten, denn das wäre Freiheitsberaubung. Deine TP-Leitung sollte sich dringend mal auf den neusten Standard bringen.....
Hallo,
Was spricht gegen einen Positionswechsel und Bewegung im Stuhl (Rollstuhl) Genau wie ein entsprechend angemessenes Sitzkissen. Gelkissen,,,,,, ( Kann unter Umständen von der Kasse verordnet werden) Wird bei uns oft verordnet. Ich denke wenn sie nach einem Unfall entsprechend immobil ist, kann eine Verordnung versucht werden, genau wie ein regelmäßiger Positionswechsel durch kleine Keile oder Kissen. Entsprechend dokumentiert und gut ist´s. Wichtig ist doch die regelmäßige Entlastung, wie diese durchgeführt wird, sollte deiner Fachkompetenz vorenthalten sein.
LG
 
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MamSell

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12.08.2013
Mainz
Hallo, Nachteule, die 1.!

Danke auch für deine Tipps. Du hast ja so Recht!
Hinzu kommt, dass die Dame EINMAL in der Woche in unserer TP ist, so dass wir, meiner Meinung nach, sowieso nur wenig Einfluss darauf haben, ob sie einen Dekubitus entwickelt oder nicht. Und bei den bisherigen Inspektionen war sie immer unauffällig.
Ich denke, hier geht es aber auch um etwas anderes: die TP-Leitung wollte mit aller Gewalt meine Beurteilung schlecht ausfallen lassen.
Es fand ja auch gar kein konstruktives Gespräch über die Angelegenheit statt (so, dass man sich mal über seine verschiedenen Meinungen austauscht o.ä.). Ich habe die Anweisung bekommen: "Die Frau bleibt liegen und basta!"
Leider ist das nicht der einzige abstruse Vorwurf, den sie mir macht.

Gruß
Mamsell
 
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Altenheim
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Muddi26

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03.03.2017
Hallo, Nachteule, die 1.!

Danke auch für deine Tipps. Du hast ja so Recht!
Hinzu kommt, dass die Dame EINMAL in der Woche in unserer TP ist, so dass wir, meiner Meinung nach, sowieso nur wenig Einfluss darauf haben, ob sie einen Dekubitus entwickelt oder nicht. Und bei den bisherigen Inspektionen war sie immer unauffällig.
Ich denke, hier geht es aber auch um etwas anderes: die TP-Leitung wollte mit aller Gewalt meine Beurteilung schlecht ausfallen lassen.
Es fand ja auch gar kein konstruktives Gespräch über die Angelegenheit statt (so, dass man sich mal über seine verschiedenen Meinungen austauscht o.ä.). Ich habe die Anweisung bekommen: "Die Frau bleibt liegen und basta!"
Leider ist das nicht der einzige abstruse Vorwurf, den sie mir macht.

Gruß
Mamsell
Hallo Mamsell,
so wie schon vorher geraten, würde ich auch ein Gespräch suchen. Seltsam finde ich schon auch, wenn sich Kollegen zu gegenseitigen Verpetzen anregen lassen. Grade in der Pflege benötigt es eine gute Zusammenarbeit. " Die Frau bleibt liegen und basta"! Sehe ich schlicht als Frechheit. Da sollte schon mal gesprochen werden ob es im Sinne des Trägers ist. Ob du das machen möchtest, musst du für dich entscheiden. Vorstellen kann ich mir nicht, dass ein guter Träger Bevormundenden jeglicher Art duldet. Dafür gibt es Dokueinträge, für die sich der MDK noch vor einem Gespräch mit dem Klienten interessiert. Deine Beurteilung solltest du gleich in so einem Gespräch bemängeln und verbessern lassen. Zeig Lösungsvorschläge auf, sei einen Schritt schlauer und zeig deine Fachkompetenz. Ich wünsche dir alles Gute und bald eine schönere Arbeitsstelle. Die gibt es!
LG
 
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MamSell

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12.08.2013
Mainz
Hallo, Nachteule die 1.!

Vielen Dank für deine Antwort - sie ist Balsam auf meiner Seele....
Dieses merkwürdige Arbeitsklima fiel mir schon in der ersten Woche auf, aber ich dachte noch, dass sich das bessern würde.
Der Gipfel des Unerträglichen war dann dieses Beurteilungsgespräch.
Ich war aber so geschockt und verdattert, dass ich keine Worte mehr fand - ich war noch nie in einer solchen Situation!
Ich hoffe so sehr, dass ich möglichst schnell was Neues finde, denn ICH möchte gerne das Arbeitsverhältnis beenden und nicht rausgeschmissen werden (was ich aber stark annehme).
Gespräche mit Vorgesetzten (PDL und HL) der TP-Leitung halte ich für sinnlos, weil diese Frau dort eine starke Position hat.
Nochmal vielen Dank für deine Antwort.

Gruß
Mamsell
 
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RainMan

RainMan

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21.12.2012
Taufkirchen
Wenn die Dame einsichtsfähig ist, ist nach ihrem Willen zu handeln. So stehts im Gesetz und soll es bitte auch so bleiben.
Das mit der Beurteilung ist ganz übel. Versuch so schnell wie möglich einen anderen Arbeitgeber zu finden. Drücke Dir die Daumen!
 
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Hallo Mamsell, ich weiß ja nicht, ob die Tagespflege deine Beurteilung begruenden muss und begründet hat. Vielleicht haben sie das gar nicht an konkreten Dingen festgemacht? Darauf hat man meines Wissens Anspruch. Bei detaillierten Beurteilungen hast du sicher noch in anderen Bereichen ein mangelhaft erhalten. Was ehrlich wohl sehr ungerecht ist. Aber doch sicher immer an Punkten festgemacht werden muss. Diese Tonart das wird so gemacht und basta finde ich schon mal voll daneben. Denn dahinter verbirgt sich meist ''autoritäre Unsicherheit''.Nun, wenn noch was zu retten ist, dann frag mal nach, wie sich die Vorgesetzte einen Zwang vorstellen würde. Wie sie selbst das umsetzen würde bei der Bewohnerin. Man kann sich ja bestimmt immer mal was abschauen von anderen.
Die Lagerung an sich: Wer im Rollstuhl sitzt ist ja manchmal froh, sich ein wenig hinlegen zu können. Insofern ist eine halbe Stunde, finde ich, schon mal gut. Diese macht aber ja auch nur Sinn, wenn man dann nicht auf dem Rücken liegt. Sondern sich ''freiwillig'' auf die Seite legt. Es würde sich vielleicht anbieten, sie zu lagern. Das wiederum geht ja auch nur über ihre Einsicht. Es sei denn, es ist tatsächlich Dekubitusgefahr irgendwo dokumentiert.
Dazu dann dass sie sich entlagert hat. Bei freiem Willlen glaub ich nicht, dass es da Möglichkeiten gibt.
Wenn sie aufstehen will. Da seh ich auch keine Möglichkeiten. Ich glaube, ein ''Sie bleiben noch liegen''!, bringt ja gar nichts.
Ja, man hat den Eindruck, dass die Tagespflege dich loswerden will. Wenn sie dich wirklich rausschmeissen, da müssen sie schon was finden. Bist du noch in der Probezeit?
Ja, letztlich drück ich dir auch die Daumen. Denn ist ein Konflikt gelöst, kommt bestimmt der nächste in dieser Tagespflege. Besonders, wenn die Vorgesetzte alles besser weiß.
 
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Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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05.07.2001
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