Frage bzgl. Tätigkeiten

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Nell_Sa

Hallo zusammen,
ich bin neu und arbeite als studentische Aushilfe in einer Demenzwohngruppe. Diese Wohngruppe umfasst 19 Bewohner männlich + weiblich und ist über 2 Etagen angestellt. Angestellt wurde ich als Nachtbereitschaft. Nun nehmen die Forderungen der Leitung immer mehr zu.

- Pantswechsel, Toilettengänge, Urinbeutel leeren
- alle 2 Stunden Rundgänge und DOkumentation
- schlafen legen oder dösen ist untersagt und wir müssen im Dienstzimmer in der Etage 1 sitzen sowie permant per Telefon erreichbar sein
- 2 Bewohner sollen 3x pro Nacht gelagert werden

Die Nachtbereitschaft beginnt um 21 Uhr und endet um 7 Uhr. Pauschal wird dies mit 85 Euro vergütet. Von der Leitung heißt es, wir bekämen keine Zuschläge, da wir ja quasi Alltagsbegleitung seien und keine Pflege. Meine Mama arbeitet in der Pflege (Krankenhaus) und meinte, dass sei ja quasi gelogen. Ich hätte Anrecht auf Mindestlohn (8,84 Euro pro Stunde) + 25% Nachtzuschlag ab 22 Uhr. Außerdem wären dies Pflegetätigkeiten.

Da ich ja nur als Nachtbereitschaft eingestellt wurde, stellt sich für mich die Frage wie ich mich bzgl. der Pflegetätigkeiten verhalte. Zudem die Frage, an wen ich mich bzgl. der gerechten Entlohnung wenden soll. Geld für einen Anwalt habe ich als Student nicht so übrig.

Meine Mutter riet mir über die Tätigkeiten in der Nacht Protokolle zu führen. Das mache ich auch. Müssen die irgendwie bestimmt aussehen?

Ich freu mich über Antworten und wünsche euch einen sonnigen Tag.
LG Nell
 
Veganpeppie

Veganpeppie

Mitglied
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Hallo Nell,

ich arbeite als Krankenpfleger für Psychiatrie in einer psychiatrischen Klinik, auch wir haben Bereitschaftsdienste. Dies war auch bei meinem vorherigen AG so, dort gabe es eine Nachtbereitschaft für alle vollstationären Häuser, zusätzlich zum Nachtdienst. Die Regelung war dort und ist auch hier folgende: Bereitschaft heißt -wie der Name schon vermuten lässt- bereit zu sein, falls etwas passiert. Aktuell haben wir eine Frauen- und eine Männerbeitschaft im Haus, zusätzlich zu den Nachtdiensten. Die Bereitschaft wird gerufen, wenn beispielsweise Konsile zu begleiten sind, der Nachtdienst Hilfe bei der Fixierung von PatientInnen benötigt, o.ä.,also ganz klar in besonderen Situationen. Fest zugewiesene Aufgaben, die regelmäßig zu erledigen sind, hat die Bereitschaft nicht. Dies gilt auch für die Pausen des Nachtdienstes, diese werden von Beiwachen anderer Stationen vertreten. Bei meinem vorigen AG gab es allerdings einige offene Stationen, auf denen die Bereitschaft dafür zu sorgen hatte, dass die PatientInnen ab 22:00 h in ihre Zimmer gehen, davor war es ihr freigestellt, sich im Bereitschaftszimmer aufzuhalten oder in den Aufenthaltsräumen bei den Patienten. (Ich habe dort öfter Skat gespielt oder an Tischtennisturnieren teilneommen. ;)) Routinearbeiten wie beispielsweise das Vorbereiten des Frühstücks waren an PatientInnen vergeben, damit hatten wir also auch nichts zu tun. Auf einer Station war es allerdings erforderlich, den Patienten, der den Patientenweckdienst hatte, ggf. zu wecken.

Das was Sie schildern hört sich für mich im Gegensatz zu meinn Ausführungen ganz und garnicht nach Bereitschaft an, sondern nach regulärer, in Anteilen auch pflegerischer Tätigkeit. Für den AG ist die geschilderte Regelung natürlich lukrativ - er vergütet die Bereitschaft und bekommt eine volle Nachtwache. Die Begründung, dass es sich um Alltagsbegleitung handelt, erscheint mir mehr als fragwürdig, die genannten Tätigkeiten gehen m.E. über das nachts übliche Maß doch weit hinaus. Insofern würde ich vorschlagen, dass Sie sich rechtlichen Rat einholen, entweder bei der Gewerkschaft, bei einer evtl. existierenden Pflegekammer, einem Anwalt oder ggf. direkt bei Gericht. Manchmal wissen auch Dr. jur. Ixquick , oder die Ente (www.ixquick.com oder www.duckduckgo.com, zwei bessere Alternativen zu Google) ganz gut Bescheid, v.a. bezüglich aktueller Rechtsprechung und Gesetzen. Außerdem gibt es zahlreiche Seiten mit aktuellen Gesetzestexten, teilweise mit Urteilen zu einzelnen Paragrafen, beispielsweise dejure.org. Und last but not least, da die Situation in der Pflege doch mehr als angespannt ist, sollte auch die Befürchtung einer möglichen Kündigung Sie nicht davon abhalten, Ihr Recht auf angemessene Bezahlung einzufordern. Andere Einrichtungen haben im Fall der Fälle auch schöne Jobs zu vergeben.

Ich bin allerdings, wie eingangs erwähnt, kein Jurist, insofern kann dies natürlich keine rechtsverbindliche Auskunft sein. Ich hoffe trotzdem, etwas zur Klärung beizutragen.

Viel Erfolg und ich würde mich freuen zu hören, wie es weitergeht...

Veganpeppie
 
Qualifikation
Krankenpfleger für Psychiatrie
S

südwind

Mitglied
Basis-Konto
27.02.2014
karlsruhe
Ich würde an deiner Stelle abends in einem Lokal bedienen gehen, da hast du 8,50 Festgehalt und 85 € Trinkgeld.
Warum sollen wir uns so ausbeuten lassen?
Warum ausgerechnet von Pflegekräfte ?
Man darf nicht alles abnicken.
Bei uns im Krankenhaus wird diese Taktik auch immer wieder probiert , aber es gelingt ihnen ( noch ) nicht.
Kämpfe für deine Rechte.
Gruss südwind
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Klinik
prümhase

prümhase

Mitglied
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Pantswechsel, Toilettengänge, Urinbeutel leeren
- alle 2 Stunden Rundgänge und DOkumentation
- schlafen legen oder dösen ist untersagt und wir müssen im Dienstzimmer in der Etage 1 sitzen sowie permant per Telefon erreichbar sein
- 2 Bewohner sollen 3x pro Nacht gelagert werden
Rundgang zur Kontrolle ist nicht Bereitschaftsaufgabe, ebenso Doku usw.. Als nicht examinierte Fachkraft, darfst Du die Bew. zur Toilette begleiten....mehr aber auch nicht. Ach so, Telefon bedienen ist auch erlaubt.

Alles andere sind Aufgaben von Pflegefach/bzw. Pflegehilfskräften (und diese auch nur bei regelmäßiger Prüfung durch den Einrichtungsträger!)
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
QMB, Lehrerin für Pflegeberufe in Senioreneinrichtung
Weiterbildungen
Lehrerin f. Pflegeberufe, Hygienefachkraft,gepr. Pharmareferentin, Medizinprodukteberaterin
Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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