Medizinrecht Flüssigkeitsgabe mit Einmalspritze

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Geli123

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Hallo Zusammen

Ich möchte noch einmal das Thema Zwangsernährung ansprechen.

Bin derzeit mit meinem Latein am Ende. Wir haben in unserer Einrichtung eine Bewohnerin mit fortgeschrittener Demenz. Ess-und Trinkverhalten war vor ihrem Krankenhausaufenthalt schon sehr schwierig und zeitaufwendig.
Seit der Entlassung nimmt sie Nahrung mit dem kleinen Löffel zu sich, Flüssigkeiten verweigert sie.
Habe es mit Schlucktraining, Strohhalm versucht.
Einzige Alternative ist die Getränke anzudicken.
Mein Problem ist aber leider eine WBL vom alten Schlag, diese hat den Pflegekräften angeordnet, das die Flüssigkeit über Einmalspritze verabreicht werden soll, hat sich dann auch noch das Einverständnis der Angehörigen geholt und denkt nun sei alles in Ordnung:mad_2:
Habe erst mit ihr und dann mit der PDL und dann mit der HL ein Gespräch geführt, habe von KDA Downloads vorgelegt, hinsichtlich Zwang in der Pflege und Körperverletzung.
Das Ergebnis::mad_2:
Laut HL und PDL ist das Eingeben von Flüssigkeit mit Spritze humaner als eine s.c. Infusion( die vom Arzt genehmigt ist, aber die WBL nicht will)
( Noch dazu WBL setzt Pro Schicht 800 ml Flüssigkeit mindestens an, ohne Rücksprache mit dem Hausarzt)
Ich stehe jetzt natürlich ganz schön blöd da, das Pflegepersonal schaut mich komisch von der Seite an, wenn ich 4 Mal am Tag das Dickungsmittel hole, da sie ja alle viiiiiiiiiiiiiel schneller sind mit der Flüssigkeitsgabe.( mit Spritze)
Die Gefahren werden von unseren Hilfskräften nicht gesehen, geschweige denn erklärt( z.B. Asprirationspneumonie)
Zu guter Letzt wurde ich eindringlich( gedroht) daraufhingewiesen, das wenn ich weiterhin Dinge wie Körperverletzung äußere oder Pflegehilfskräfte erkläre was sie da tun, ich mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen habe.

Meine Frage: Wo kann ich mir Hilfe holen, ohne als Nestbeschmutzer dazustehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, das wenn ein MDK kommt und liest, das die Flüssigkeitsgabe mit Spritze mit den Angehörigen abgesprochen wurde ,dies ohne Widerspruch durchgehen lässt.


Ich würde mich sehr über eure Antworten freuen, denn momentan weiß ich mir keinen Rat mehr.

LG Geli
 
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Flashmob

Hmm...wenn ich das so lese, denke ich, dass es gar nicht so richtig um die Patientin geht - sie ist - so scheint es mir - nur Mittel zum Zweck.
Vielmehr habe ich den Eindruck, dass es um Machtkämpfe geht.

Ich bin auch noch über etwas gestolpert :
Bitte, sieh das nicht als Angriff, es ist nur eine Überlegung meinerseits! :blushing:

Wenn die Pat. nur angedicktes Trinken bekommt, erhält sie dann überhaupt noch ausreichend Flüssigkeit? Ich meine, wenn das so angedickt ist, dann wird es doch v.a. über den Darm ausgeschieden - oder "zieht" sich der Körper da trotzdem dieselbe Menge an Flüssigkeit raus als wenn sie es ohne Verdickungsmittel bekäme!?
 
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romana

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Ostrach
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Hallo Geli123 !

Du bist da in eine schwierige Position geraten. Du möchtest das Beste für die Bew. und hast alle Versuche unternommen. Du hast Dir also selbst nichts vorzuwerfen.
Wenn das Vorgehen mit den Angehörigen abgesprochen und ordnungsgemäß dokumentiert wird, ist daran nichts auszusetzen.
Wie reagiert denn die Bew. auf die Verabreichung der Flüssigkeit mit der Spritze ?Nimmt sie es hin oder wehrt sie sich ?
Wenn sie sich nicht dagegen wehrt, ist es doch gut, wenn sie die Flüssigkeit oral bekommt. Das Heim ist in der Pflicht, nachzuweisen, dass ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird und deshalb auch die Anordnung von einer best. Flüssigkeitsmenge pro Schicht.
Momentan handelst Du gegen Anordnung und trägst zu Verunsicherung bei.
Sieh's mal so, Du hast gekämpft, aber nicht aus jedem Kampf kann man als Sieger rausgehen. Ich würde mich zurückhalten und an leitender Stelle den Wunsch äußern, zu diesem Thema eine Pflegebesprechung zu machen, in der alle zu Wort kommen. Ist wahrscheinlich nicht das, was Du wolltest, aber was anderes fällt mir nicht dazu ein .Sorry !
Aber Deine Haltung verdient Respekt, ich finde es toll, dass Du Dich so für die Bew. einsetzt, lass Dich nicht entmutigen, bleib Dir treu !

LG
Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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mary_jane

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Hallo Geli123,

Ich finde es unzumutbar einen Menschen mit der Spritze Flüssigkeit zuzuführen.
Ich meine für den Bewohner heißt das schluck oder erstick daran.
Meiner Meinung nach ist das mehr als gefährliche und unmenschliche Pflege, da der Bewohner zu seinem "Glück" gezwungen wird.

Gut, das weißt du wahrscheinlich ja selber, bist aber jetzt in einen schwierigen Situation.
Ich würde Bedenken nochmal ausführlich und sachlich schildern und verständlich machen dass du Anordnungen die du nicht verantworten kannst gar nicht ausführen darfst.
Vielleicht solltest du auch ein Gespräch mit WBL, PDL und evtl noch einer neutralen Person führen.

lg mary
 
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Geli123

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Danke erst mal für eure Antworten.

Zu deiner Frage Ramona ob die Bew. die Spritze toleriert.
Sie verzieht das Gesicht, schimpft ( mehr mit Lauten, als mit Worten aufgrund der Demenz),
Hinsichtlich Vor-und Nachteil habe ich viele Erwägungen einbezogen, mir geht es nicht darum Recht zu haben, sondern das die Bew. die bestmöglichste Pflege ( die leistbar ist) erhalten.
Meiner Meinung nach hat niemand das Recht so eine Form der Flüssigkeitsgabe anzuordnen, oder hast du jemals in einem Standard gelesen, bevor eine s.c. Infusion gelegt wird, bekommt der Bew. die Flüssigkeit mit der Spritze.
In allen Handlungsbeschreibungen hinsichtlich Ernährungs-und Flüssigkeitsverweigerung steht,
- Lieblingsgetränk anbieten
- Kleine Mengen anbieten
- Sitzposition wählen
- Für angenehme Atmosphäre sorgen
-Störfaktoren ausschalten
- Hilfsmittel z.B. Strohhalm
-Getränke andicken

Aber nirgends steht eine Eimalspritze zu benutzen.

Ich sehe nach all meinen Versuchen nur eine Vorgehensweise, Bew. erhält die Getränke angedickt, so lange sie dies toleriert,
Reicht diese Flüssigkeitsmenge dann nicht aus, erfolgt ein Ausgleich mit s.c. Infusion
Wenn all diese Bemühungen dann dennoch zu einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme, bzw. ev. auch zu einem Gewichtsverlust führen, muss ein Gespräch mit Arzt und Angehörigen erfolgen hinsichtlich PEG ( bin auch kein Freund davon, aber Bew. hat keine Patientenverfügung)
Die Entscheidung die dann getroffen wird, liegt nicht in meiner Kompetenz.
Aber das wäre für mich eine fachkompetente Lösung, die im Interesse aller liegt.
Aber leider ist die WBL nicht zu einer Fallbesprechung bereit.
Zu deiner Antwort Mary Jane
Genau so sehe ich es auch, aber mit Gesprächen komme ich nicht weiter,
PDL ist auf Seite der WBL( aus welchen Gründen auch immer)
HL hält dies für Humaner als s.c. Infusion
Habe mit beiden Vorgesetzten geredet, habe auch eine Entlastungsanzeige geschrieben. Denn wenn MDK und Co vor der Tür steht, und aus welchen Gründen auch immer diese Bew. zur Prüfung kommt, haben all diese Personen ein großes Problem.
Mir ist nur täglich übel wenn ich auf dem Wohnbereich komme und sehe wie Pflegehelfer und teilweise auch Pflegefachkräfte( :spinner: ) zur Spritze greifen:mad_2:

Deshalb meine Frage auch, ob ich noch was anderes unternehmen könnte.
Vielleicht hat noch jemand einen Vorschlag für mich, wäre ganz toll.

Zu Parasympathisch
Eigentlich empfinde ich deinen Beitrag als sehr traurig.
Wenn ich über einen Bew. einen Machtkampf austragen muss, habe ich in einer Pflegeeinrichtung nichts verloren.
Wie gesagt es geht nicht um Recht oder Unrecht haben.
Aber wir sind für unsere Bew. verantwortlich, sie sind unsere Schutzbefohlenen. Ich habe auch dafür Sorge zu tragen das ihnen weder körperlich noch seelisch Schaden zugefügt wird.
Hinsichtlich den Dickungsmitteln: Diese sind extra für solche Situationen entwickelt worden, es gibt hierzu eine Reihe namhafter Hersteller, und die Flüssigkeitsmenge verringert sich dadurch nicht. Wenn du z.B. Wackelpudding einem Bew. eingibst, der 100 g wiegt, könntest du 80 ml Flüssigkeit in deine Flüssigkeitsbilanz eintragen, da dieser zu 80 % aus Wasser besteht.
Auch das ist noch eine Möglichkeit zur Flüssigkeitsgabe, nur leider toleriert sie die Bew. nicht.( Mag keinen Wackelpudding)

Aber trotzdem nochmal danke für eure Antworten.
LG Geli
 
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Gerontopsychiatrische Fachkraft
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Flashmob

Zu Parasympathisch
Eigentlich empfinde ich deinen Beitrag als sehr traurig.
Wenn ich über einen Bew. einen Machtkampf austragen muss, habe ich in einer Pflegeeinrichtung nichts verloren.
Wie gesagt es geht nicht um Recht oder Unrecht haben.
Aber wir sind für unsere Bew. verantwortlich, sie sind unsere Schutzbefohlenen. Ich habe auch dafür Sorge zu tragen das ihnen weder körperlich noch seelisch Schaden zugefügt wird.
Hinsichtlich den Dickungsmitteln: Diese sind extra für solche Situationen entwickelt worden, es gibt hierzu eine Reihe namhafter Hersteller, und die Flüssigkeitsmenge verringert sich dadurch nicht. Wenn du z.B. Wackelpudding einem Bew. eingibst, der 100 g wiegt, könntest du 80 ml Flüssigkeit in deine Flüssigkeitsbilanz eintragen, da dieser zu 80 % aus Wasser besteht.
Auch das ist noch eine Möglichkeit zur Flüssigkeitsgabe, nur leider toleriert sie die Bew. nicht.( Mag keinen Wackelpudding)

Aber trotzdem nochmal danke für eure Antworten.
LG Geli
Hallo Geli!

Ich habe gerade noch einmal meinen Beitrag gelesen, und festgestellt, dass man ihn mißverstehen kann. Dafür möchte ich mich entschuldigen.
Ich habe den Eindruck, dass die WBL einen Machtkampf spielt - damit wollte ich aber nicht unterstellen, dass Du da mitmachst.
Daher, noch einmal : Entschuldigung, ich wollte Dich keineswegs angreifen, ganz im Gegenteil :blushing:
 
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stupanka

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Hallo, wie ich schon öfter in Beiträgen anmerkte halte ich Verallgemeinerungen für nicht angebracht.
Das Anreichen von Flüssigkeit mittels Spritze ist sicherlich nicht das was ich bevorzugen würde, dennoch würde ich diese Möglichkeit nicht gänzlich ausschliessen wollen.

Ich überlege ob eine PEG humaner ist als die Gabe mittels Spritze...
Aus meiner Sicht ein schwieriges Thema.Ob es der mutmassliche Wille des BW ist eine PEG gelegt zu bekommen?

Wenn das Flüssigkeitsdefizit mittels einer Spritze ausgeglichen werden kann unter der Betonung dessen, wenn andere Mittel bzw.Möglichkeiten nicht greifen,würde ich dies als adäquat einstufen.Voraussetzung ist allerdings in welcher Form bzw.Schnelligkeit die Flüssigkeit verabreicht wird.
Des Weiteren spricht aus meiner Sicht für die Spritze, dass die Mundschleimhaut befeuchtet wird,der BW Geschmäcker wahrnehmen kann.Das würde bei einer s.c.Infusion wegfallen.

Wenn der BW allerdings angedickte Flüssigkeit zu sich nimmt, dann würde ich diese Variante im Sinne des BW bevorzugen.

Lg stupanka
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Hallo Geli,
wende Dich an den MDK.
Nicht eine Anzeige, sondern eine Anfrage mit der Bitte um eine genaue Stellungnahme zu diesem Problem. So richtig mit Fakten und §§. Mach es per mail, die Antwort kannst Du dann ausdrucken und Deinen Leuten dort "unter die Nase halten".
Bei Dir steht unter Bereich Leitung, dann hättest Du doch auch was zu sagen?:wink:
:thumbsup2: Wassermann
 
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Geli123

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Bei Dir steht unter Bereich Leitung, dann hättest Du doch auch was zu sagen?:wink:
:thumbsup2: Wassermann[/quote]

Es stimmt, das ich die Leitung der Fachgruppe Gerontopsychiatrie bin, und von der Hierarchie der einer Wohnbereichsleitung gleichgestellt.
Bei uns in der Einrichtung arbeiten wir als Fachgruppe ( jede Gerontofachkraft auf ihrem Bereich, derzeit besteht unsere Fachgruppe aus 5 Mitarbeitern).
Wir arbeiten eng mit dem Team auf dem WB zusammen, wobei die Wohnbereichsleitung den Gerontofachkräften nicht weisungsberechtigt ist.

Das Problem hierbei ist nur, bei Vorschlägen die der WBL ( aus welchen Gründen auch immer ) nicht gefallen, seien sie kompetent, rechtlich richtig oder sonstiges, habe ich auch als Leitung nicht die Kompetenz daran was zu ändern.
Wenn dann auch noch die PDL( nicht immer fachlich kompetent) der WBL Recht gibt, habe ich keine weiteren Möglichkeiten mehr.

Das mit dem MDK habe ich auch schon in Erwägung gezogen. Ich habe nur das Problem wenn ich dort eine offizielle Anfrage starte, dieser Punkt bestimmt verstärkt in den MDK-Überprüfungen in Augenschein genommen wird.Sollte das dann passieren, würde ich als Nestbeschmutzer dastehen, und das möchte ich nicht.:cry:

An parasympathisch
Entschuldigung war nicht nötig, ich empfinde es teilweise auch so:wink:

Liebe Grüße Geli
 
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Gerontopsychiatrische Fachkraft
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Leitung Gerontopsychiatrie
Sonnensturm

Sonnensturm

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Das mit dem MDK habe ich auch schon in Erwägung gezogen. Ich habe nur das Problem wenn ich dort eine offizielle Anfrage starte, dieser Punkt bestimmt verstärkt in den MDK-Überprüfungen in Augenschein genommen wird.Sollte das dann passieren, würde ich als Nestbeschmutzer dastehen, und das möchte ich nicht.
:cry:
Es braucht ja keine offizielle Anfrage zu sein. Vielleicht so, dass im Kollegenkreis verschiedene Meinungen herrschen und sich keiner sicher ist, wie es rechtlich richtig sei. Ohne die Einrichtung zu nennen.
Bisher habe ich da noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Der MDK ist zur Beratung da, nicht nur zum Fehlersuchen.
Dass es Deinen "Widersachern" nicht gefallen wird, ist klar, aber Du hast etwas in der Hand.

:thumbsup2: Wassermann
 
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Krankenschwester
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Geli123

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Danke für den Tipp,
werde es auf jeden Fall so versuchen.

:eek:riginal:

LG Geli
 
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Nadya

Nadya

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Tja, wenn der Betreuer als "Hüter" der Gesundheit der Bewohnerin das so möchte ....

Schwierig, weil die Bew ja ganz klar NICHT trinken möchte. Ob da Andickung oder s.c. Infusionen weniger verwerflich sind???????

Es bleibt nur das kleinste Übel zu wählen. Schluckt die Bew denn das mit der Spritze angereichte?

Das ist die inhaltliche Ebene.

Die andere Sache ist der öffentlich ausgetragene Machtkampf mit der WBL. Da würde ich für die Zukunft das Gespräch mit ihr suchen, ob es einen gemeinsamen Weg geben kann, dass das so nicht mehr passiert. Sie hat da bestimmt auch keine Lust zu, das erschwert die ohnehin nicht gerade einfache Arbeit unnötig.

Es ist schon schwierig manchmal ....

Viel Erfolg, LG
 
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ataeb

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Hallo Gelli 123,

das Problem bei Demenzerkrankung ist mir bekannt.Pflege meine Demenz und Parkinson kranke Mutter seit drei Jahren bei mir zu Hause.
Im Jahr 2007 war sie in vielen Krankenhäuser und jedesmal gabs das gleiche Thema, zum essen können wir sie nicht zwingen, zum laufen auch nicht.
Niemand konnte, durfte, wollte.
Ich benutze keine Spritze, geschweige Verdickungsmittel.
Sie bekommt alles was wir auch essen.
Manchmal dauert es sehr lange mit dem essen.
Sehr lange ! Genau das ist das Geheimniss. Man braucht einfach nur Zeit und viel Geduld.
Oft erkennt sie auf dem tellen nichts essbares , kein Wunder dann,dass sie nichts essen will.
Meine Mutter lebt, um jeden Preis werde ich um sie kämpfen damit sie nicht am Gewicht verliert.

ataeb
 
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Krankenhaus und Pflegende Angehörige
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Hallo ataeb,

ich finde Deine Einstellung ganz toll!
Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Mutter!

L.G.
Anahita
 
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Geli123

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Wollte mich nur noch mal für all eure Antworten bedanken,

An ataeb:
Auch von mir alles Gute weiterhin für die Betreuung ihrer Mutter. Pflegende Angehörige sind natürlich das Beste was einem Pflegebedürftigen passieren kann.


LG Geli

Ach ja, hab ich doch fast vergessen.:innocent:

Habe ein Gespräch mit meiner WBL geführt, nachdem das Esstraining wirklich gute Erfolge zeigt( Bew. trinkt derzeit aus dem Becher ohne Schnabelaufsatz)
dauert zwar auch noch etwas länger als bei manch anderen Bewohnern, aber konnte WBL davon überzeugen, das die " Einmalspritze" nicht mehr benötigt wird.
 
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Gerontopsychiatrische Fachkraft
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Leitung Gerontopsychiatrie
JUTTA62

JUTTA62

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Hallo Geli, finde deine Ansichten wirklich toll... und teile diese zu 100%!
Wie kam es denn so "plötzlich", dass eure Wbl jetzt Einsicht zeigt?
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Ja, das finde ich mal eine super durchdachte, tolle, perverse Idee....

Ist aber interessant, sollte man mal bundesweit vorschlagen, dann gehen sicher die PEG Anlagen rapide zurück, dafür hab ich Zimmer voll Pneumonien.

Ich finde es schon erschreckend, welche Wege sich Menschen ausdenken um Zeit zu sparen, deinen Aussagen kann man ja entnehmen, das noch eine Nahrungsaufnahme möglich war/ist und diese nur Zeit erfordert.
Nennt man das jetzt optimiertes Zeitmanagement?

Viele Angehörige sind mit einem ja schnell dabei, der Erklärer, der ein ja hören will, wird in vielen Fällen auch eines bekommen.

Die "Trinkmenge" ist keine PDL Anordnung.....und eigentlich strafbar....es könnte ja auch sein, das die Patientin eine Beschränkung auf 1500 ml hat, durch Nieren-oder Herzinsuff.

Diese Tätigkeiten Pflegehelfern zu zumuten halte ich auch für sehr gewagt.
Keine Ahnung von Anatomie
Nur Ahnung von dem, was ihnen von Befürwortern vermittelt wird

Das ist keine Grundlage.


Gruß
Dennis
 
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Hallo Jutta, tja was soll ich sagen, ( vielleicht hat man es ja noch nicht gemerkt, aber ich bin kein :nono: bequemer Zeitgenosse, wenn es um die Bew. geht)
Ich denke das ich mit meinen täglichen( stündlichen) Erläuterungen dem ein oder anderen doch auch zu denken gegeben habe. Das bleibt natürlich auch vor der WBL nicht geheim. Und zu guter letzt habe ich noch mal einen Versuch gestartet. Habe das Flüssigkeits-und Ernährungsprotokoll mit detaillierten Eintragungen ( Bew. kann mit Becher ohne Schnabelaufsatz gut trinken, verschluckt sich nicht.....) und ich denke das war dann der ausschlaggebende Punkt, den sie nicht so einfach unter den Tisch kehren konnte. Meine Eintragungen passen ja dann nicht mehr mit denen von ihr überein. Glück gehabt, aber das kann es ja wohl nicht sein.

Zu Jackdaniels noch ein Wort:
Ein berühmter Mann sagte einmal, es gibt nichts, was es nicht gibt. Ich muss ihm leider zustimmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, das Menschen mehr Kraft auf komplizierte Techniken oder Mittel verschwenden, als das sie diese Kraft für das eigentliche Ziel einsetzen. Ich habe leider nur noch nicht herausgefunden, wie man daran was ändern könnte. Wäre doch schön, oder nicht.

LG Geli
 
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ja,Geli. ich weiß wovon du sprichst. Auch ich muss tagtäglich in meiner Einrichtung gegen Windmühlen kämpfen...! ABER was deine Erfahrung ja mal wieder zeigt: gegen die richtigen Argumente kommt der "Rest" meist nicht an, denn eigentlich wissen die meisten Kollegen , dass man recht hat. Tja, es scheint wohl immer noch weit verbreitet zu sein, dass der Satz:"ES WAR BISHER SO,WARUM SOLLTE ES SICH ÄNDERN,WENN ES MIT MEHR AUFWAND VERBUNDEN IST!"Schade...
 
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