Fixierung von Bauchgurten

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awosteffi

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Hallo liebe Kollegen,
ich habe eine demente Bewohnerin die eine richterliche Genehmigung für einen Bauchgurt hat + Bettgitter,
nun ist es früher ja vorgekommen das sich einige Patienten stranguliert haben
Es wurde angeraten deswegen eine Diagonalfixierung von Bein und Arm vorzunehnem damit der Bewohner sich nicht stranguliert.
Unser Problem ist das die Richterin die Diagonalfixierung nicht genehmgt sondern nur den Bauchgurt,kennt Ihr eine Gesetz bzw Empfehlung die besagt das nur der Bauchgurt nicht ausreicht?
wäre schön wenn ich Hilfe bekäme ,gerne auch per Telefon,

lieben Gruß
awosteffi
 
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Krankenschwester /WBL
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awosteffi

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ich meinte natürlich Fixierung per Bauchgurt mein Titelhema war unglücklich gewählt
 
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Krankenschwester /WBL
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pdlandy

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Hi,
ein Gesetz direkt diesbzgl. kenne ich nicht. Wenn ihr natürlich via Documentation nachweisen könnt, das diese Maßnahme ineffektiv ist , steht die Richterin unter Handlungsdruck. Z.b. Bew./Pat. löst sich ständig vom Bauchgurt, trotz regelrechter Anlage und dadurch massive Gefahr der Eigengefährdung,da......
mfg
 
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theresa

theresa

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Hallo,
es gibt auch schon Fixiergurte die wie ein Rucksack angelegt werden.Sprecht doch mal mit dem Sanitätshaus, die sind auch in der Lage so etwas anzufertigen. Eine Gesetz gibt es nicht, es gehört schon eine menge dazu für eine Fixierung einen Richterlichen beschluss zu bekommen. Wie sieht es den mit noch zusätzlicher Sedierung aus, habt ihr schon alles Probiert?
Gruß Theresa
 
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Silke65

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Hallo,

ein Gesetz kenn ich auch nicht, ich kenn das auch so mit der Diagonalfixierung sprich dreipunkt Fixierung wegen der Strangulation, ich versteh die richterin nicht das die auf den Bauchgurt besteht.

Gruß

Silke
 
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stupanka

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Hallo
In der Regel ist es so,dass der Bauchgurt,wenn er richtig angelegt und das Bettgitter hochgezogen ist ausreicht.Man muss sich nur mal vorstellen was es für ein Gefühl sein muss fixiert zu sein,dann noch zusätzlich an Armen und Beinen ist bestimmt sehr unschön.Es gibt Fixierungsfolgen , wie z.B.Herzinfarkt etc., weil die Patienten sich so aufregen.

Lg stupanka
 
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Amarillo

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Fixierungen,egal wie sie gehandhabt werden sind Freiheitsberaubungen. Man sagt so einfach ,nur zum Schutz aber man sollte sich mal selber ins Bett legen und sich festschnallen dann weiss man wie es dem Patienten geht.Wir hatten einige die den Bauchgurt für Abends hatten,bis dato war nicht passiert,aber am Morgen waren sie selig da raus zu kommen,schaut doch mal mehr in die Augen,dann versteht ihr besser was ich meine!
 
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Würde gerne mehr über Demenz wissen,und der Zwischenmenschliche Umgang pflegebedürftiger Personen,Ho
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awosteffi

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wir machen diese Fixierung nicht aus jux und dollerei,jeder Mensche hat ein Recht zu fallen,es wird jetzt auch geschaut die Bewohnerin noch besser medikamentös einzustellen
 
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PflegeFrei

PflegeFrei

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Hallo awosteffi,

ich persönlich halte von einer "Medikamentösen Ruhigstellung" noch viel weniger, denn die Medigkamente die Sedierend wirken bzw. den Bewohner beruhigen oder in seinem gesteigerten Antrieb hemmen sollen wirken nur auf die Syptome. Wir sollten uns erst mal um die Ursache kümmern, bevor wir zu Mitteln greifen wie Fixieren odermit Medikamenten Ruhigstellen. ( Ausname sind natürlich die Eigen bzw die Fremdgefährdung).

Grüsse DvD
 
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mannen1

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Hallo meiner Meinung nach gibt es schon rechtliche Bestimmungen zur Fixierung, eine Fixierung darf nur komplett durchgeführt werden, deshalb versteh ich die richterliche Anordnung nicht. Erkundige dich vielleicht mal im Rechtsforum.

Gruß M
 
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Fabiana1971

Fabiana1971

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Hallo awosteffi,
meines Wissens nach wird eine Fixierung nur mit Sedativa durchgeführt. Bei uns wird das so gehandhabt, da es sonst eine " Quälerei" für den Betreffenden ist. Grundsätzlich ist eine Fixierung nur mit Bauchgurt statthaft.
 
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theresa

theresa

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Ich hoffe das die Sedierung und Fixierung, mit dem wissen der Betreuer stattfindet.
Theresa
 
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Fabiana1971

Fabiana1971

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Das dies mit Wissen der Betreuer stattfindet verstehe ich als Selbstverständlichkeit. Zudem ist die ärztliche Betreuung mit zusätzlichem Neurologen oder Psychiater sichergestellt, damit der Betroffene, wenn er sediert werden muss, gut begleitet wird.
 
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Nadeline

hallo, ich finde den Bauchgurt noch am humansten. Patienten können sich mit beiden Händen in das Gesicht greifen, beide Beine aufstellen, sich hin- und herdrehen...selbst aufsetzen ist möglich.

Ich hatte einmal eine Patientin mit Bauchgurt, monatelang lief alles vollkommen problemlos.
Dann, eines Morgens kam ich ins Schlafzimmer, da hing die Patientin kopfüber
im Gurt aus dem Bett heraus. Sie sah schrecklich aus, hat aber überlebt.
Was war passiert?
Der Gurt wird ja auch am Bettgestell fixiert. Und da passieren die Fehler. Der Bettgurt selbst muss richtiggehend festgezurrt werden, er darf sich nirgendwohin verschieben, auch nicht 1 cm! Die Patientin hat immer mehr Richtung Wand zu liegen als Richtung Raum. Sie darf nie die Möglichkeit haben, sich aufzusetzen und dann nach vornüber aus dem Bett zu kippen.
Abends hatte die Haushälterin diese Patientin noch einmal aus dem Bett geholt, weil sie das Bett frisch machen musste und sie uns Dienstleister (kostet ja was...) nicht extra holen wollte.
Sie hatte den Bettgurt ganz locken wieder links und rechts an den Bettseiten festgemacht (das waren damals Magnetknöpfe). Und somit war das passiert. Sie rutschte mit dem Gurt Richtung Raum und kopfüber aus dem Bett.

Ich persönlich finde eine medikamentöse Sedierung insofern schlecht, weil durch das Alter der Patienten, die eingeschränkte Funktion der Organe,
die Mangeldurchblutung im Gehirn ein absolut zuverlässiges Mittel noch nicht erfunden wurde.
Am nächsten Tag sind die Menschen immer noch nicht wach und torkeln durch die Gegend. Sind müde, unkonzentriert, lustlos. Das ist doch überhaupt kein Leben mehr, oder? Und trinken sie dann auch noch genug, dass das Zeug ausgespült werden kann?

Grüsse,
Nadeline
 
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s.walli

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Es gibt sehr wohl gezielte Maßgaben beim Umgang mit Fixierungssystemen. Es ist ein Medizinprodukt und es gibt Gutachten und Empfehlungen.
#Gutachten von Prof. Dr.-Ing. U. Boenick TU Berli8n vom 25.04.l2001
#Empfehlung des BfArM 04.12.2003

Auszüge:
[FONT='Arial','sans-serif']Das Fixierungssystem ermöglicht die Ruhigstellung und den Schutz des Menschen nach der Zielvorgabe: [/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'] [/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']„So viel Bewegungsfreiheit wie möglich bei so wenig Fixierung wie nötig.“[/FONT]​
[FONT='Arial','sans-serif'] [/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Das korrekte Anlegen des Fixierungssystems gemäß Gebrauchsanweisung ist unerlässlich, damit Unfälle vermieden werden.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Passende Größe wählen.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Überprüfung der Systeme vor Gebrauch. Nie beschädigte Produkte verwenden.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Anlegen des Fixierungssystems laut Gebrauchsanweisung.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Der Bauchgurt darf nicht ohne Verwendung der Seitenbefestigung angewendet werden. (Auch mit seitlichen Rückhaltevorrichtungen ist eine Positionierung durch das Pflegepersonal in Seitenlage möglich.)[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Bauchgurte sind im Bett derart zu konstruieren, dass ein Verrutschen in den Thoraxbereich sicher verhindert wird. Ebenfalls muss die Leibbandage am Menschen fest angelegt werden.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Der Gebrauch des Bauchgurts darf nur in Betten mit durchgehenden Seitengittern erfolgen. Die Gitter sind hochzustellen.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']Um Verletzungen sicher zu verhindern bzw. einer Strangulation vorzubeugen, muss das System bei unruhigen Menschen durch weitere Fixationselemente (z.B. diagonale Hand- Fuß-Fixation) unterstützt werden.[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']zusätzliche diagonale Fixierung ist wirklich nur bei total unruhigen Menschen angebracht und dann auch nur zeitlich befristet[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']das Wichtigste bei jeder Art von Fixierung - laufende Überwachung!![/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
 
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BMG77

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Ich finde es ja schon erstaunlich wie leichtfertig hier von Fixierung und Sedierung geredet wird. Über die Ursachen der Unruhe hat hier noch keiner ein Wort verloren...

Ist ja auch einfacher den Patiente "kalt" zu stellen als sich zu bemühen den Auslöser der Unruhe zu finden...

Ansonsten könnte man ja auch noch den Patienten mit Eishockeyausrüstung ankleiden, sedieren und fixieren, dann ist man wirklich sicher das dem Pat nix passiert. *zynischaus*
 
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stupanka

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Hallo Chris
Wenn Du die Ausgangsfrage liest,wird sich Dir sicherlich erschliessen warum niemand über Alternativen spricht.
Denn das war definitiv nicht die Frage.Mach doch dazu einen neuen Thread auf

Lg stupanka
 
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s.walli

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@chri77, du wirfst uns leichtfertigen Umgang mit Fixierung und Sedierung vor... :nono:

wir haben regelmäßige Schulungen, Teambesprechungen, Supervisionen.... suchen laufend nach Lösungsansätzen, damit Menschen mit aggressiven Tendenzen, die durch Krankheit, Ängste, Schmerzen, Hilfslosigkeit, Stress beeinträchtigt sind, besser zu begleiten sind....

in unserer Einrichtung gibt es mehrere Standards
1. Umgang mit aggressiven Verhalten (Erkennen von aggr. Verhalten und auslösenden Faktoren; Vorhandene Aggr. abbauen, ohne sich und andere zu gefährden; dem Menschen aktiv zuhören und versuchen ihn zu verstehen)
2. Vorgehen bei Zwangsmaßnahmen ([FONT='Arial','sans-serif']Nach dem Grundgesetz ist die Freiheit des Menschen unverletzlich. Jede freiheitsentziehende Maßnahme/ Fixierung ist für den Bw ein schwerwiegender Eingriff in seine Würde. Der Einsatz von Schutzmaßnahmen ist immer ein Eingriff in das Rechtsgut – Freiheit eines Bw. Die fortlaufende, intensive Abstimmung innerhalb des multiprofessionellen Teams hat zu erfolgen. (Anwendung psychischer und/ oder pharmakologischer Mittel, unter Einsatz eines Minimums an Zwang/ Gewalt und unter Beachtung der Angemessenheit der eingesetzten Mittel. Auf den physischen und geistigen Zustand des Bw abstimmen.......)[/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif'][/FONT]
[FONT='Arial','sans-serif']und wie mein Vorschreiber schon bemerkte, schau auf das Thema :thumbsup2: [/FONT]
 
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*kate*

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hi awosteffi

das kommt zunehmend häufiger vor, dass die richter zwar bauchgurt genehmigen aber nicht die drei-punkt-fixierung. hatten das problem auch bei einem bew.
ich weiß jedoch auch keine quelle, in der steht, dass dies nicht zulässig ist. wir haben damals ewig diskutiert, aber gebracht hat es nichts, selbst nochmalige atteste von ha und neurologen, dass die drei-punkt-fixierung notwendig wäre, das zutun des betreuers, etc. haben was gebracht. auf die argumentation mit der selbsgefährung durch strangulation wurde argumentiert, dass in dem fall kontrollgänge in kurzintervallen gemacht werden müssen...
 
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Morpheus

Morpheus

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Hallo AwoSteffi,

es gab vor einigen Jahren Bauchgurte ohne direkte Bettfixierung, so konnten sich die Fixierten aus dem Gurt heraus drehen, diese Gurte dürfen aber nicht mehr verwendet werden.

ACHTUNG: Die Anwendung dieser Alten Gurte stelle ein Straftatbestand dar. (Aussage BZR Arnsberg)

Seit 2002 hat z.B. die Firma Segufix all ihre Gurte gegen neue Umgetauscht. Bei der Fa. Segufix gibt es auch hierzu sehr gute Info's. Bei den neuen Gurten ist bei fachgerechter Fixierung ein Strangulieren nicht möglich.

Allerdings ist hierbei auf Bettgitter und deren Maße zu achten.

nähere Infos hier
 

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RA; GuK (A+I), QMB, MPG-Beauftragter, Dozent im Gesundheitswesen
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