Fixierung? Freiheitsentziehende Massnahme?

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S

sanne61

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17.04.2005
63563
Hallo,

ich hab mal eine Frage.
Ist es eine freiheitsentziehende Massnahme, Bew, die im Rolli sitzen, aber im liegen noch so mobil sind, das sie sich im Bett drehen, mit zig Lagerungskissen zu "lagern" bzw. auszubremsen?
Es geht um eine Bew. die an den Fersen zu Dekubiti neigt, deshaln bekommt sie dicke Fersenschoner (wie so Federkissen) an, wird mit Stillkissen und grossem Lagerungskissen gelagert, so das sie sich keinen Zentimeter drehen kann.
Es zerreißt mir jedesmal das Herz, diese "Annordnung" zu befolgen, da ich auch der Meinung bin, das es einer Fixierung gleichkommt.
Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren!

Danke
Sanne
 
Qualifikation
altenpflegerin
Fachgebiet
behindertenwohnanlage
barnsi69

barnsi69

Mitglied
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21.09.2007
90471
moin!
ich denke, wenn sie im rolli sitzt, dann müsste doch eigentlich auch ein kleines kissen zur lagerung ausreichen.
bei den füßen ist die lagerung und polsterung teil der therapie und daher unabdingbar.
als freiheitsentziehende maßnahme sehe ich das nicht, denn aufstehen könnte sie ja sowieso nicht, so hab ich das verstanden. allerdings würde ich eben darauf achten, dass sie ihre Sitzposition selbständig variieren kann.

greetz
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Internistische Intensivstation
S

sanne61

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.04.2005
63563
Danke Barnsi,
aber sie kann sich im liegen regulieren , warum soll ich ihr die Möglichkeit nehmen?

LG
Susie
 
Qualifikation
altenpflegerin
Fachgebiet
behindertenwohnanlage
S

stupanka

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29.11.2006
52070
Hallo,alles das was die potentielee Bewegungsmöglichkeit eines Menschein einschränkt ist eine freiheitsentziehende Massnahme.
Dazu zählt auch z.B.jemandem die Schuhe verstecken,ihn so lagern,dass er sich nicht mehr rühren kann,die Bremsen am Rolli anziehen etc...
Also aus meiner Sich eindeutig eine freiheitsentziehnde Massnahme,hier ist m.E.angesagt zu überlegen ob die Eigenbewegungen ausreichen um einem Dekubitus vorzubeugen.Das ist allerdings aus der Ferne schlecht zu beurteilen.

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
L

Lisy

Hallo sanne,
diese Anordnung macht eigentlich keinen Sinn. Wenn sie sich nicht bewegen kann, sind Dekubitis an Steiß und ? vorprogrammiert. Stellt sich die Frage, ob eine gute Antidekubitusmatratze,die Eigenbewegung zu lässt, nicht sinnvoller wäre.
Gruß Lisy
 
Nadya

Nadya

Mitglied
Basis-Konto
31.03.2006
50374
Hallo Lissy,

das interessiert mich jetzt, wo gibt es eine ADM, die Eigenbewegungen zulässt? Bzw. "zu lassen" machen alle ADMs, Eigenbewegung wird nur schwieriger :).

Liebe Sanne,
BTW, ich denke nicht, dass es eine Fixierung ist, sind die vielen Kissen denn da, damit Bew sich nicht entlagert? Wir sind ja auch zur Prophylaxe verpflichtet, aber mittelfristig solltet ihr, wenn da so eine Dekubitusgefahr besteht tatsächlich eine vernünftige Matratze besorgen. Wie geht es Bew denn mit den Kissen? Wie äußert sie sich dazu? Wie ist ihr Verhalten morgens?

Ansonsten gibt es von Ligasano tolle Fersenschoner/-polster, müssten im akuten Falle sogar verschreibungsfähig sein, damit könnte Bew sich wie vorher im Bett bewegen. "Federkissen" für die Fersen kenne ich jetzt noch nicht, aber wenn die tauglich sind und Bew bewegt sich selber im Bett, dann braucht sie doch gar nicht so doll gelagert zu werden.

VLG Nadya
 
Qualifikation
Altenpfleger, ICW Wundexperte
Fachgebiet
Pflegeheim
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
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14.03.2007
Mannheim
Hallo,

ihr solltet bei den Fersenschonern darauf achten, dass es nicht solche aus Fell sind, die sind vom MDK verboten.

Wird sie vielleicht so gelagert, weil sie mit den Fersen vom Kissen runterrutscht und dann mit den Fersen auf der Matratze scheuert --> Dekubitusrisiko? Das wäre für mich die einzige Erklärung.

Ansonsten, einfach ein grösseres Lagerungskissen nehmen, dass die Fersen weiter frei gelagert werden können.
Das Problem dabei könnte jedoch sein, dass die Dame ein erhöhtes Dekubitusrisiko überhaupt hat und sich zwar im Bett bewegt wohl aber immer auf dem Rücken liegen bleibt, wenn sie dann am Tag noch die ganze Zeit im Rollstuhl sitzt..... ist die Lagerung vielleicht als Prophylaxe zu sehen.
Ist aus der Entfernung schwer zu beurteilen, wir kennen ja alle die Dame nicht.

Gruss Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
L

Lisy

Hallo,
um die Scherkräfte zu minimieren gibts gute Fersenschoner, die die Ferse komplett freihalten.
@ Nadja
Cubivent Matratze erschwert keine Eigenbewegung.
Gruß Lisy
 
Granny

Granny

Unterstützerin
Basis-Konto
Hallo sanne61,
Du kannst eigentlich nur da die Freiheit einschränken, wo sie auch genutzt werden kann. Das heißt, wenn die BWin sich zielgerichtet bewegen kann bzw. ohne Lagerung könnte, wird durch die Kissen u. U. die Freiheit eingeschränkt. Wenn sie sich ohne die Kissen aber nicht zielgerichtet bewegen kann bzw. könnte, dann ändern die Kissen ja eigentlich nichts. Das heißt es liegt kein Eingriff in die Freiheit vor.

Wenn es eine freiheitseinschränkende Maßnahme ist / wäre, besteht wiederum die Frage, ob die BWin darin einwilligen kann bzw. darin eingewilligt hat. Hat sie wirksam eingewilligt, wäre das so in Ordnung.

In allen anderen Fällen benötigt Ihr eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts bzw. eines Bevollmächtigten. Wobei die Vollmacht die Einwilligung in freiheitseinschränkende Maßnahmen explizit umfassen muss (das muss also in der Vollmacht benannt sein).

Bei dem was Du beschreibst, frage ich mich allerdings auch, ob Ihr bei den Lagerungstechniken eigentlich auf dem neuesten Stand seid...
Grüße Granny
 
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Fachgebiet
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05.07.2001
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