Finanzierung aufwendiger Portversorgung

tl745

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Hallo!

Wir haben in letzter Zeit häufiger Ca-Patienten mit Port, die über diesen "ernährt" werden. Sprich 2xtgl den Port selber verbinden, abends den Beutel mit Glucose, Fett etc. vorbereiten, an das Schwerkraftsystem oder die Pumpe anschließen und morgens den ganzen Kladderatsch wieder abmachen. Dies alles natürlich wegen erhöhtem Infektionsrisiko unter möglichst sterilen Bedingungen.
Das bedeutet aber dass morgens etwa 20 Min. und abends ca 45 Min. Aufwand von examiniertem Personal betrieben werden muss. Bei ungeübten sogar länger. Die Krankenkassen wollen zunächst aber nur die reine Portversorgung (bring etwa 5,20€) übernehmen. Das andere würde über Ernährung also die Pflegeversicherung laufen. Aber in der Regel hat keiner dieser Patienten Anspruch auf eine Pflegestufe! Die sind noch relativ fit und wenn im allgemein Zustand geschwächt dann begründet durch Chemo oder Bestrahlung. Solange noch Therapie läuft, besteht Chance auf Besserung und damit leider keine auf Leistungen der Pflegeversicherung.

Besonders die große Krankenkasse mit dem selben Kürzel wie eine Kosmetikpflege macht da bei uns derzeit große Probleme.
Letztendlich bleibt uns doch nur die Wahl solche Patienten grundsätzlich abzulehnen (was wohl schon einige Pflegedienste aus alleine diesem Grund tun). Da uns das aber nicht zufrieden stellt wollte ich mal fragen ob andere Pflegedienste Tipps dazu haben.

Wie kann ich der KK begründen dass sie mehr bezahlen muss?

Ach ja. Der aktuelle Pat. bei uns hat Magen Ca, steht kurz vor OP und kann ganz einfach nicht enteral ernährt werden. Steht so auch in der Verordnung. Trotzdem abgelehnt. :angry:
 
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crazywomen13

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AW: Finanzierung aufwendiger Portversorgung

Hallo!
Wir versorgen ebenfalls eine Klientin mit Ca und Port. Sie hat zugleich noch eine PEG (als Ablaufsonde). Wir verbinden den Port allerdings nur jeden 3. Tag (die PEG auch) Morgens wird die Nahrung vorbereitet und angehängt - das dauert für Geübte 15 Minuten. Das Abhängen macht der Ehemann - wurde ausführlich angeleitet, wurde vom Hausarzt abgesegnet und unterschrieben dass er es machen darf.

Wir rechnen folgendes ab: ZVK Versorgung Port 7x täglich = ca. 3,72 Medikamentengabe = 1,70 Euro(bekommt Vitamine und Spurenelemente in die Nahrungslösung) Hausbesuchsgebühr = 4,52 Euro . In Euro sind das ca. 308,41 Euro bei 31 Tagen. Dazu kommt in unserem Fall noch der PEG VBW mit nochmals 3,72 pro VErband und eine Thrombosespritze.

Wieso dauert das Herrichten der Ernährung bei Euch solange (45 Minuten)? Warum verbindet ihr den Port gleich 2x am Tag? Damit steigt ja auch das Infektionsrisiko wenn du daran ständig rummanipulierst. Das machen die im Krankenhaus ja auch nicht.

Alles in allem ist es in der Tat alles andere als lukrativ. Auch bei uns lehnen es Pflegedienste z.T. dankend ab, diese Versorgung zu machen. Mein Mann und ich machen die Versorgung auch nahezu alleine - eben auch aus wirtschaftlichen Gründen. Ich hoffe Dir etwas geholfen zu haben,

Grüßle von crazywomen13
 
Qualifikation
PDL (ambulante Pflege), Lehrerin für Pflege
Fachgebiet
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tl745

tl745

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AW: Finanzierung aufwendiger Portversorgung

Hallo crazywomen

Mit 15 Min kämen wir nie zurecht. Das Vorbereiten der "Nahrung" muss streng nach Standard der Firma Braun erfolgen, die die Pat. instruiert. Der Standard beeinhaltet mehrmalige Händedesinfektion, Desinfektion sämtlicher NaCl- und Zusatzfläschchen. Das alleine hält mit Einhaltung der Einwirkzeit auf. Dann das Vorbereiten der Pumpe, kontrollieren der Einstellungen, Entlüften über die Pumpe dauert ebenfalls ein paar Minuten. Und letztlich das Anschließen an den Port. Wieder Desinfektion, Einwirkzeit, Beobachtung der Einstichstelle. Das eigentliche Verbinden der Nadel machen wir natürlich nicht 2xtgl. Die Nadeln sind mit durchsichtigem Pflaster versorgt und es genügt ein prüfender Blick ;-)
Aber die Angehörigen die ich bei unseren Pat. bislang kennengelernt habe wären mit dem Abmachen des Systems völlig überfordert. Zum größten Teil sind sie schon etwas älter und vor allem sehr verunsichert mit der Gesamtsituation. Beim letzten Pat. hatten wir z.B. diverse Nachteinsätze weil die Pumpe anfing zu Piepsen und Pat sowie Angehörige nicht damit umgehen lernen wollten!

Bei den 45 Minuten rede ich von dem momentanen Durchschnitt. Aus früheren Zeiten kann ich von mir persönlich sagen dass ich unter Einhaltung all der Hygienevorschriften des Standards und ebenfalls der Bedienung der Pumpe auf etwa 30 Minuten kam. Übung macht da natürlich den Meister. Aber bis dahin dauert es...

Versorgung Port haben wir bislang abgerechnet. Medigabe glaub ich nicht, wäre aber logisch. Und eine Hausbesuchsgebühr gibt es bei uns nicht. Allenfalls ne Wegpauschale die aber keine 2€ einbringt. Ansonsten keinerlei Spritzen, Verbände oder ähnliches. Sonst wäre es viel entspannter für die Abrechnung!
 
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ms-sophie

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AW: Finanzierung aufwendiger Portversorgung

Hallo,

auch wir benötigen zum Anhängen etwa 45 min und zum Abhängen ca. 15 min. Allerdings machen auch wir nicht täglich Verbandswechsel. Dies genügt jeden 2. Tag.(oben wurde das zunehmende Infektionsrisiko beschrieben).

Zur Abrechnung kann ich dir leider gar nichts sagen, da ich im stationären Bereich arbeite. Ich weiss aber, dass einige ambulante Dienste mit Homecare-Unternehmen zusammenarbeiten, vielleicht gibt es hier eine Möglichkeit.

Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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AW: Finanzierung aufwendiger Portversorgung

Wir rechnen LG 3 bzw 4 ab für die Nahrung. Verband dann 3x wö. Anhängen dauert ohne Pumpe 20 Minuten, abhängen 5 Minuten.
 
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