Atmung & Beatmung Feuchte Nase, Thermovent

Medea59

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Ich habe folgendes "Problem":
ich arbeite für einen ambulanten Intensivpflegedienst und ein Patient von uns leidet u.a.unter starker Trachealsekretion.(Langzeittracheotomiert, komplett immobil durch Wachkoma). Ich habe nun die Erfahrung gemacht, und mit mir noch eine andere Kollegin, dass die Sekretion sich bessert, wenn man die Feuchte Nase (Thermovent T) kurzfristig (ca. 30 Min) abmacht und den Pat. ohne diese abhusten lässt. Mir kommt es fast beinahe so vor, als ob diese feuchte Nase das "Feuchte Klima" innerhalb der Lunge noch begünstigt. Die Gefahr einer möglichen Inhalation von Fremdkörpern durch das TS oder eine Verlegung des Tracheostomas ist mir bekannt, dagegen treffe ich selbstverständlich Vorsorge.

Ein anderer Kollege ist strikt gegen das kurzfristige Entfernen der feuchten Nase und argumentiert, dass es zu einem Temp. Abfall innerhalb der Lunge kommt, und dass da Organschäden die Folge seien und zwar bereits nach kürzester Zeit, also auch schon nach 30 Min.
Dazu muss ich noch sagen, dass der Pat. nicht beatmet wird, und auch keine 02 Gabe erhält.

Wer kennt sich damit aus und wer weiss, ggfs. unter Quellenangabe, ab wann diese Schäden auftreten können?
Freu mich auf Antworten
liebe Grüße an Alle
 
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Altenpflegerin /Pflegeexpertin f. außerklinische Beatmung
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ambulante Intensiv und Beatmungspflege
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Basiscurriculum Palliative Care / Hospiz z.Heiligen Franziskus Recklinghausen
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Olina

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Hi!
1. Warum hat Pat. starke Sekretion???:)
ich frage ja nur weil es gibt langzeittracheotomierte Pat. die gar keine Kanülle ( und keine Feuchte Nase)mehr haben ( nur Loch) -> und trocknen auch nicht aus:)
Und zwar Bei langzeittracheotomierten Pat. verändert sich( adaptiert) sich Schleimhaut, und die brauchen keine feuchte Nase
ich habe OA gefragt, er meint 1/2 std , ist völlig in Ordnung
 
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ScruBs

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Die feuchte Nase hat schon seinen Sinn ... und soll er "feuchteres" Klima schaffen , denn die Nase und Nebenhöhlen können diese ja nicht mehr auf physiologischem Wege anfeuchten ... Stundenlang ohne trocknet die Schleimhäute nur aus und ist auf Dauer schädigend. Aber mal ohne feuchte Nase , sondern nur z.b mit Phonationsventil ist doch kein Problem.

Und den Einwand der "Organschädigung" durch Temperaturabfall ist ja mal .... :D
 
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Medea59

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Hi!
1. Warum hat Pat. starke Sekretion???:)
ich frage ja nur weil es gibt langzeittracheotomierte Pat. die gar keine Kanülle ( und keine Feuchte Nase)mehr haben ( nur Loch) -> und trocknen auch nicht aus:)
Ich denke, es ist generell so, dass die Trachealsekretion bei intubierten Menschen gesteigert ist, da durch die Trachealkanüle an sich ein mechanischer Reiz ausgebübt wird.
Und dann gibt es noch diesen sog. circulus diabolus, der bedeutet: ich sauge ab, und als Antwort reagiert die Trachealinnenwand mit vermehrter Schleimproduktion und deshalb sauge ich ab und so weiter......

Auch auf Infektionen reagiert die Schleimhaut der Bronchien mit vermehrter Sekretion, und Infektionen sind bei solch kranken Menschen ebenfalls häufig.

Es gibt da die Möglichkeit, medikamentös zu intervenieren, doch kann ich da zur Zeit nicht viel sagen, er erhält Vagantin, aber eher gegen seine vegetativ bedingten Schweissausbrüche.
 
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Olina

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Mechanischer Reiz? Bei langzeittracheotomierten? nur wenn man jede 5min.daran zieht:)
 
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Heli20

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Hallo Medea 59,

natürlich hast Du recht, wenn Du die feuchte Nase abmachst, wird das Sekret fester. Vllt magst Du damit anfänglich eine Besserung erzielen, trotzdem sollte überwiegend die feuchte Nase aufgesetzt bleiben.
Gerade bei apallischen Patienten mit TK kommt es naturgemäß immer zu sehr starker Sekretion, daher sollte dieses Patientenklientel auch einen Inhalator, falls KK es bezahlt sogar einen USV verschrieben bekommen.

Zur ersten Frage: es stimmt, dass es zu einem Temeperaturabfall innerhalb der Lunge kommt (von ca 37 Grad auf ca 20 Grad, Luftfeuchtigkeit von ca 100% auf 40%).
Gefährlich scheint dies nicht wirklich zu sein, denn ich kenne viele Kehlkopflose (zwangsläufig auch tracheotomiert) die keinen HME tragen, wo sich die Lunge an diese Verhältnisse gewöhnt hat.
Auch Patienten mit einer Sprechkanüle tragen häufig nur Nachts eine feuchte Nase, bei den tracheotomierten Säuglingen/Kindern auch.

Ich würde empfehlen, dass man den Papierfilter bei der einen Seite der Thermovent entfernt, damit das Sekret abfließen kann. (Diesen Tipp findet man in vielen Fachbüchern, auch HNO-Ärzte raten hierzu). Geht aber nur bei dieser speziellen Nase.
Natürlich nimmt die Luft den Weg des geringsten Widerstandes aber trotzdem bleibt eine Restbefeuchtung gewährleistet.

Vllt sollte man noch einen HNO aufsuchen zwecks Kanülenumstellung, zeigt manchmal auch eine Besserung Und eine Kanüle mit Innenkanüle (Rüsch Tracheoflex kurz/ Rüsch Tracheofix, damit man öfters die Innenkanüle wechseln kann, anstatt ständig abzusaugen. Denn es stimmt, jeder neuer Absaugvorgang setzt wieder einen neuen Reiz.

LG
Heli20
 
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Krankenpfleger; Bachelor of Science in "Pflege und Gesundheit" (FH);
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Medea59

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Hallo Heli20,

danke für deine für mich sehr brauchbare Antwort, das mit dem einen Papierfilter entfernen ist für mich und sicher auch für den Kollegen ein akzeptabler Kompromis :)

Eine neue TK hat der Pat. erst kürzlich bekommen, und die Verwendung von TK mit Innenkanülen wird in meinem Intensivpflegedienst nach meiner ausdrücklichen Empfehlung (gelernt nach meiner Fortbildung bei der Bawig *angeb* :) ) mittlerweile auch umgesetzt.

Mittlerweile hat sich aber auch herausgestellt, dass der Pat. aufgrund eines Medikaments (Diflucan) als NW u. a. Bronachialspasmen entwickelt hat, die an sich ja die Sekretion forcieren.
Das Mittel wurde nun aufgrund meines Hinweises an den Arzt abgesetzt, (es wäre sowieso bald abgesetzt worden, da sich bereits nach 5 Wochen ein negativer Abstrich ergeben hatte, der Arzt wollte noch einen zeitlichen Sicherheitsabstand einhalten, der aber aufgrund der Nebenwirkungen nun nicht mehr gerechtfertigt wäre), womit also nun auch in nächster Zukunft mit einer Normalisierung der Trachealsekretion zu rechnen sein wird.

Lieben Gruß
Medea59
 
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Hallo Medea 59,


Gerade bei apallischen Patienten mit TK kommt es naturgemäß immer zu sehr starker Sekretion, daher sollte dieses Patientenklientel auch einen Inhalator, falls KK es bezahlt sogar einen USV verschrieben bekommen.
Nun fällt mir grad noch eine Frage ein:

Wenn der Patient doch eh eine starke TS hat, steigert sich diese dann nicht noch mehr bei der Verwendung von Inhalationen resp. Verneblern?


Nochmal lieben Gruß
Medea59
 
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Heli20

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Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen. Nach dem Inhalieren (gerade mit einem USV) nimmt die Sekretion zuerst zu, allerdings sind die Patienten häufig danach befreit, weil sie danach gut abhusten können. Wichtig: für diese Zeit keine Nase aufsetzen, diese wäre sofort zu und Patient bekäme Luftnot.
Und es sollte sich konsequent an die Aufbereitung gehalten werden, sonst werden es Bakterienschleudern, deshalb eigentlich auch nur für den Ein-Mann Betrieb geeignet.
 
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Und es sollte sich konsequent an die Aufbereitung gehalten werden, sonst werden es Bakterienschleudern, deshalb eigentlich auch nur für den Ein-Mann Betrieb geeignet.
Sorry, Heli20,
wenn ich nochmal doof nachfrage, aber was meinst du mit dem Ein-Mann Betrieb? Ein Gerät nur für den jeweiligen bestimmten Patienten?

Ich sage mal einfach, das ist doch selbstverständlich, oder?
Bei uns hat jeder Patient sein eigenes techn. Equipment, ist das denn nciht bei jedem so? Und wir haben genaue Standards, anhand derer wir dokumentieren, wann was zu reinigen, zu desinfizieren und auszutauschen ist (z.B. tauschen, incl. Desinfektion und Reinigung, wir die beiden Beatmungsgeräte, die ja für jeden Patienten vorgeschrieben sind, wöchentlich)

Lieben Gruß
Medea59
 
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Naja diese Geräte waren ja zeitweise sehr verpönt und als Bakterienschleudern deklariert. Wenn ich früher so an meine Krankenhauszeit erinnere da durfte jeder mal an den USV und wurde schön von Zimmer zu Zimmer gereicht :spinner:
Im ambulanten Bereich hat natürlich jeder seine eigenen Geräte und das ist auch gut so :thumbsup2:
 
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stimmt, ich erinnere mich dunkel ebenfalls an meine Altenheim Zeiten.....da war das auch so: 1 Gerät für einen kompletten Bereich oder gar fürs ganze Haus...... ich muss das wohl jetzt in der ambulanten Pflege, in der wir übrigens 24 Std. 1 zu 1 Pflege leisten, völligst verdrängt haben :))
 
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Denke es war eher so alá Fremdkörper gemeint ... :rolleyes:
Bei langzeittracheotomierten ist Kanülle nicht mehr ein Fremdkörper( so habe ich das gemeint :) )
aber ich habe gerade gesehen, dass pat. erst vor kurzem Kanülle gekriegt hat, sorry
 
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Bei langzeittracheotomierten ist Kanülle nicht mehr ein Fremdkörper( so habe ich das gemeint :) )
aber ich habe gerade gesehen, dass pat. erst vor kurzem Kanülle gekriegt hat, sorry
unser Patient ist seit etwa einem Jahr im Zustand des Wachkomas. Ich sagte, er habe seit kurzem eine neue Kanüle, nicht, dass er erst seit kurzem überhaupt eine Kanüle trage. Ich meine, ein Fremdkörper ist die Kanüle dennoch, auch nach einem Jahr. Spätestens, wenn er den Kopf bewegt, sei es durch Husten, oder durch´s Umlagern, stößt die Kanüle an der Trachealinnenwand an und verursacht dann das bekannte Husten mit Trachealsekretion. So meinte ich das :)
 
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