Arbeitsrecht FEM Zimmer- Türen abschließen

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Sonnenschein3

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Hallo ,
ich hab da mal eine Frage? Wenn ich eine Zimmertür von außen abschließe die aber von
innen durch einen drehknopf zu öffnen ist. Zählt das zu einer Freiheitsentziehenden Maßnahme.?
Und wie liegt der Fall wenn die Bewohnerin im Bett mit Bettseitenteil gesichert ist.?

Zimmertür wurde abschlossen damit andere Bewohner die Verwirrt sind nicht in das Zimmer gehen und die Bewohnerin stören oder belästigen .

Wir wurden von der Heimleitung jetzt abgemahnt.
Wie seht ihr das.
Ich persönlich halte nicht viel von absperren. Aber zur Zeit haben wir 3 Bewohner die in alle Zimmer laufen. Dinge wegnehmen oder Tolitten benutzen.
u.s.w
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Wir wurden von der Heimleitung jetzt abgemahnt.
Wie seht ihr das.
Recht getan. Gesetz ist Gesetz.
Wenn Du das Forum durchstöberst (Suchfunktion) wirst Du viele Beiträge darüber finden.
:eek:riginal:Wasserfrau
 
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Baldr

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Ganz so einfach ist die Sachlage da auch nicht. Folgende Faktoren sind zu berücksichtigen:
1. Kann der Patient den Drehknopf benutzen und die Türe öffnen?
2. Ist der Patient mit der Massnahme einverstanden? (Unterschriebene Bestätigung, ist geschäftsfähig)

Bettgitter gilt das selbe, entsprechend angepasst.

Freiheitsberaubung ist es nur, wenn der Patient tatsächlich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurde, auch wenn psychische Barrieren verwendet werden. Unerheblich wird das wenn der Patient der Massnahme zugestimmt hat und die Möglichkeit hat, dies jederzeit wieder zu wiederrufen.
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Nichts anderes steht im Gesetz. Sonnenschein3 hat nicht davon geschrieben, dass die Einwilligung dieser Bewohnerin eingeholt wurde oder ob sie die Tür selbst öffnen kann. Deswegen wird es wohl die Abmahnung gegeben haben. Man sollte annehmen, dass es kein einmaliges "Vergehen" gewesen ist. Einmal Zusperren ohne Einwilligung wird keine Abmahnung nach sich ziehen, hoffe ich.
:smile:Wasserfrau
 
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Teetrinkerin

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

"auch wenn psychische Barrieren verwendet werden"

Häääh?

Was is´n das??

 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Eigentlich ganz einfach.
Unter Druck setzen:nono:, drohen:zweigegen, beschimpfen:motzen: usw.
:eek:riginal:Wasserfrau
 
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Baldr

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

@Wasserfrau: Kommunikation ist ein hochkompliziertes Unterfangen, vor allem deshalb weil alle Seiten andere Erfahrungen im Leben gemacht haben und daher Information anders verarbeiten. Du setzt voraus dass was nicht erwähnt wurde auch nicht der Fall ist. Ich setze voraus dass was nicht erwähnt wurde eine Unbekannte ist, die sowohl als auch sein könnte.
@Teetrinkerin: Z.B. das wegschliessen der Strassenkleider weil der Patient sich im Schlafanzug nicht aus dem Zimmer getraut. Oder das Androhen von Strafen wenn er es wagt das Zimmer zu verlassen. Sehr Kritisch in der Psychiatrie, wenn mit dem Gurtenbett gedroht wird, auch wenn das meist nicht verfolgt wird.
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Vielen Dank für die Belehrung. Die nächste Belehrung bitte die Satzzeichen richtig setzen. Lässt sich dann einfacher lesen.
Ausserdem wollte ich niemandem zu Nahe treten.
:smile:Wasserfrau
 
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Teetrinkerin

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Ach ne Wasserfrau, mir bist du nicht zu nahe getreten.
Ich stand einfach nur auf dem Schlauch und ganz ehrlich - ich kannte diesen Ausdruck nicht!
Ich dachte echt, das wäre ein Schreibfehler und sollte physische Barrieren heissen! (ganzbreitgrins)
LG
Gabi
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Da fällt mir doch ein Stein vom Herzen. Nach dieser "wissenschaftlichen Erläuterung" zweifelte ich an mir.
:rotwerd:Wasserfrau
 
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traveler

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Hallo Sonnenschein,

wer wurde mit welcher Begründung abgemahnt?

Es wurde ja niemand eingesperrt, sondern andere ausgesperrt?

Wo steht, dass ein Drehknopf eine bewegungseinschränkende Maßnahme darstellt?

Frage mich allerdings, warum der Knopf nicht aussen und die Türklinke innen?

@Wasserfrau - muss nicht sein! Ist überflüssig.

Gruß renje
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Wo steht, dass ein Drehknopf eine bewegungseinschränkende Maßnahme darstellt?
Warum muss / sollte das irgendwo schriftlich "fixiert" sein ?
Steckt doch bereits in der Formulierung: Als Tatmittel kommt jedes Mittel in Betracht, das tauglich ist, einen anderen seiner Fortbewegungsfreiheit zu berauben... §239, StGB.

Geordneter erscheinen Deine Gedanken mit dieser richtigen Formulierung zu sein:
Es wurde ja niemand eingesperrt, sondern andere ausgesperrt?
Aus dieser richtigen Annahme heraus ergibt die Abmahnung keinen Sinn, sofern die ggf. eingeschloßenen Bewohner mit dem Abschließen nicht einverstanden waren bzw. die Tür nicht selbst mit dem Drehknopf öffnen konnten.

Warum lässt Du die Bewohner nicht einfach laufen ? Spätestens wenn sich genügend Kunden der Einrichtung über die nächtliche Störung beschweren, wird die Leitung vielleicht aktiv an einer Lösung des Problems mitwirken.

Gruß
Monokel
 
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traveler

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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Lass es mich noch provozierender formulieren.

Als Tatmittel kommt jedes Mittel in Betracht, das tauglich ist, einen anderen seiner Fortbewegungsfreiheit zu berauben... §239, StGB.
Wenn du diese Form. so allgemein auslegst, fordere ich dass in den AH die Türen entfernet werden.
 
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Baldr

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Monokel, was zitierst du da? Unter §239 StGB finde ich folgendes:
§ 239
Freiheitsberaubung
(1) Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter
1. das Opfer länger als eine Woche der Freiheit beraubt oder2. durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung eine schwere Gesundheitsschädigung des Opfers verursacht.(4) Verursacht der Täter durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
(5) In minder schweren Fällen des Absatzes 3 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 4 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.
§239a,b,c ist hier wohl nicht von interesse.

Kann es sein das du da aus einer Interpretation des §239 zitierst?
 
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AW: FEM Zimmer- Türen abschließen

Hallo,

Gesetze sind in der Regel ein wenig abstrakt formuliert und werden durch die Rechtssprechung näher definiert / ausgelegt. Somit wird man auch keine Auflistung aller Möglichkeiten finden, sondern bspw. das allgemeine Verbot unter §239, Abs. 1: Verbot des Einsperrens ...
Man wird auch die Formulierung " Es ist verboten einen Menschen mit einem Hammer zu schlagen " nicht finden, aber das Verbot der Gesundheitsschädigung schon eher. Da Pflegekräfte juristische Laien sind, wird der Unterricht natürlich an die Zielgruppe angepasst und es werden allgemeine und leicht verständliche Formulierungen gewählt.

Daneben erfolgt die Ausdifferenzierung:
* genaue Beschreibung des Rechtsgutes
* Beschreibung des Tatobjektes ( z.B. der pflegebedürftige Mensch ) = wer ist bzw. wer ist nicht taugliches Tatobjekt, wer kann überhaupt an der Freiheit beraubt werden ?
* Beschreibung: was fällt unter "Sonstige Beraubung der Fortbewegungsfreiheit" ?

Zum Konkreten Fall:
Sofern gegen den mutmaßlichen Willen der Bewohnerin das Zimmer abgeschloßen wird, der eingeschloßene willentlich und willkürlich den Raum verlassen möchte und z.B. ein Drehknopf ein für diese bestimmte Person unüberwindbares Hindernis und / oder eine erhebliche Schwierigkeit darstellt, dann wäre eine Verletzung des Rechtsgutes, welches der §239 schützt, erfüllt.

Im Einzelfall ist also zu beachten, ob ein bestimmtes eingesetztes Mittel tauglich ist eine konkrete Person an der Freiheit zu berauben.

Für weitere Diskussionen würde ich PN vorschlagen oder besser, eine weiterführende lebhafte Beschäftigung mit diesem Punkt im Werner-Schell-Forum. Gerade in Gegenwart von Voll-Juristen wird das im Detail behandelt.
Ich gebe Renje ohne weiteres Recht darin, das am Ende manchmal etwas herauskommt, was in der Pflegepraxis auch vollkommen unpraktisch und fernab des gelebten Alltages sich vollzieht.

Gruß
Monokel
 
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Hallo Sonnenschein3 !


* Wenn eine geschäftsfähige Bewohnerin einwilligt = Kein Problem.
* Wenn die Bewohnerin ohne weiteres in der Lage ist die Tür selbstständig durch den Drehknopf zu öffnen ( auch wenn sie vom Abschließen nichts gewusst hat ) = kein Problem.
* Wenn die Bewohnerin überhaupt nicht in der Lage wäre das Zimmer eigenständig zu verlassen = kein Problem.

Wenn Du eine Bewohnerin gegen ihren Willen eingeschloßen hast und die betreffende Person nicht in der lage wäre sich hieraus eigenständig zu befreien, da sie mit dem Drehknopf nicht klarkommt = Problem.

Ein Bekannter von mir hat in einer größeren Einrichtung gearbeitet, die wegen jedem Sch... Abmahnungen verteilt hat. Ich persönlich würde es - sofern Verfehlungen nicht auf der Tagesordnung stehen - bei einem Gespräch belassen. Gut für das Arbeitsklima und wahrscheinlich besser für die Motivation der Mitarbeiter.

Gruß
Monokel
 
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