Fallbesprechung. Wer muss diese schreiben nach einem Sturz des Bewohners?

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Lotta58

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30.08.2019
Hallo. Bei einem Kollegen ist im frühdienst ein Bewohner gestürzt. Sturzprotokoll etc wurde von ihm ausgefüllt. Nun meinte er das ich im spätdienst zu dem Sturz eine fallbesprechung schreiben müsste. Meine frage nun. Wenn der Bewohner stürzt, muss dann die Pflegekraft aus dem Dienst oder aus einem anderen Dienst wo der Bewohner nicht gestürzt ist eine fallbesprechung schreiben? Da ich bei dem Sturz und so nicht anwesend war. Ich glaube das die Pflegekraft die im Dienst war als der Sturz passiert ist das die eine fallbesprechung schreiben muss oder sehe ich das falsch?
Danke im voraus
 
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Cutter

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16.11.2008
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Es MUSS gar keine Fallbesprechung geschrieben werden. Alle Maßnahmen die zum vermeiden eines Sturzes durchgeführt wurden und die neu dazu gekommenen Maßnahmen (nach dem aktuellen Sturz), werden auf dem Sturzprotokoll vermerkt. Eine Evaluierung der SIS oder PP sollte noch erfolgen (neue Maßnahmen hinzufügen).

Letztlich sind es aber eure hauseigenen Strukturen / Standards, welche euch deutliche Hinweise auf die Abläufe nach einem Sturz geben sollten.
 
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bowielein

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23.12.2008
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Wieso sollen Fachkräfte, die mit dem Vorfall nichts zu tun haben, einen Fallbericht schreiben?
Und wieso muss mehrfach dokumentiert werden?
 
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11.09.2007
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Wenn ich bei einem „Problem“, also z.B. einem Pflegebedürftigen der wiederholt stürzt, mir die Meinungen anderer Bereiche und Kolleginnen einholen möchte, macht eine Fallbesprechung Sinn. Nur um standardmäßig eine „zu schreiben“ sollte ich das Instrument nicht bemühen.

Manchmal nutzen wir es auch, um tatsächlich in der Dokumentation deutlich zu machen, dass wir Stürze nicht vermeiden können, alle Maßnahmen ausgeschöpft haben, bzw. der Pflegebedürftige vielleicht auch aus unserer Sicht sinnvolle Maßnahmen ablehnt. Das kann man natürlich auch über den Bericht machen.

Eine SIS wird nach meinem Verständnis nicht evaluiert, wohl aber die Maßnahmenplanung, wenn ich nach einem Sturz eine Änderung mit dem Pflegebedürftigen vereinbart habe. Natürlich ist das etwas anderes, wenn durch die Folgen des Sturzes sich die Situation z.B. die Mobilität deutlich verschlechtert hat.
 
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Bob Brewer

Bob Brewer

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01.12.2000
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Hallo. Bei einem Kollegen ist im frühdienst ein Bewohner gestürzt. Sturzprotokoll etc wurde von ihm ausgefüllt. Nun meinte er das ich im spätdienst zu dem Sturz eine fallbesprechung schreiben müsste.
Schon die Tatsache dass dieses Diskutiert wird zeigt, dass Unstimmigkeit im Team herrscht, was der WBL oder spätestens der PDL klären muss. Verantwortliche Pflegekraft bleibt der PDL, also dort anfragen.
 
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Menschenkind

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18.12.2012
Eine SIS wird nach meinem Verständnis nicht evaluiert, wohl aber die Maßnahmenplanung, wenn ich nach einem Sturz eine Änderung mit dem Pflegebedürftigen vereinbart habe. Natürlich ist das etwas anderes, wenn durch die Folgen des Sturzes sich die Situation z.B. die Mobilität deutlich verschlechtert hat.
Warum wird die SIS nicht evaluiert?
Es kommt darauf an, ob durch den Sturz neue Erkenntnisse zu Sturzrisikofaktoren hinzukommen oder die Faktoren bereits bekannt waren.

Der Expertenstandard zur Sturzprophylaxe beschreibt als Ergebniskriterium E1: "Eine aktuelle, systematische Erfassung des Sturzrisikos liegt vor."
Im Prozesskriterium P1 erläutert der Standard den Zeitpunkt: "...überprüft die Einschätzung des Sturzrisikos bei Veränderungen der Pflegesituation und nach einem Sturz."

Da im Strukturmodell auf Assessmentinstrumente zur Bewirkung der Entbürokratisierung weitgehend verzichtet wird und die Themenfelder sowie Risikomatrix die Aussagen zu den jeweiligen (Sturz)risikofaktoren übernehmen muss, da sonst keine differenzierte Risikoerfassung möglich ist, muss eventuell doch die SIS angepasst werden.

Eigentlich beschreibt der Expertenstandard sehr genau, was gemacht werden muss.
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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11.09.2007
Bonn
Aus Sicht des Expertenstandards hast du natürlich völlig recht, aber genau hier nach meiner Meinung auch eine der "Schwachstellen" im System des Strukturmodells.

" ......da sonst keine differenzierte Risikoerfassung möglich ist, muss eventuell doch die SIS angepasst werden."

Eine SIS wird nicht evaluiert, also im Sinn von überarbeitet, dass ist so im System nicht vorgesehen. Nachdem das Gespräch geführt wurde, wird die SIS abgeschlossen, vergleichbar einem Foto das ich zum Einstieg in den Pflegeprozess mache. Der weitere Verlauf ist dann über den Maßnahmenplan und den Bericht. Ein SIS Gespräch soll erneut geführt werden, dann wenn sich die Situation des Pflegebedürftigen so verändert hat, dass es Sinn macht die Gesamtsituation mit ihm in den Blick zu nehmen. Gemeinsam und genauso personenzentriert wie beim ersten Gespräch. Sicher sind Veränderungen in der Mobilität und Kognition gute Indikatoren. Eine SIS muss also nicht zwingend dem aktuellen Stand des Pflegebedürftigen entsprechen und auch die Risikoeinschätzung. Das ist in der Praxis dann aber ein Problem. Es geht z.B. über das Berichtwesen und es geht vielleicht auch mit den neuen Qualitätsprüfungen, wenn die Ergebnisqualität stimmt und die Maßnahmenplanung passt, ist "fast" alles ok und im Gespräch klärt sich das.
 
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Menschenkind

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18.12.2012
Eine SIS wird nicht evaluiert, also im Sinn von überarbeitet, dass ist so im System nicht vorgesehen. Nachdem das Gespräch geführt wurde, wird die SIS abgeschlossen, vergleichbar einem Foto das ich zum Einstieg in den Pflegeprozess mache. Der weitere Verlauf ist dann über den Maßnahmenplan und den Bericht. Ein SIS Gespräch soll erneut geführt werden, dann wenn sich die Situation des Pflegebedürftigen so verändert hat, dass es Sinn macht die Gesamtsituation mit ihm in den Blick zu nehmen.
Genau da bin ich nicht einer Meinung mit dir und kann das so wie du beschrieben hast auch nicht aus den Schulungsunterlagen zum Strukturmodell herauslesen.

In den Schulungsunterlagen steht, dass die SIS "nur bei gravierenden Veränderungen der Situation...komplett erneut ausgefüllt wird." (V. 2.0; S. 31).
Allerdings ergibt sich im Pflegeprozess öfter die Frage, ob alleine eine Maßnahmenanpassung notwendig ist...also der sogenannte kleine "kleine Evaluationskreis" gewählt werden kann, der in Anpassung der Maßnahmen mündet, oder ob tatsächlich eine wesentliche Änderung der gesundheitlichen Situation vorhanden ist. Wenn sich also neue Aspekte ergeben, die bisher nicht berücksichtigt wurden ist davon sehr wohl die SIS, also ein großer Evaluationskreis betroffen. (vgl. V. 2.0; S. 66ff).

Abschließend dazu ein vollständiges Zitat:
"Auf keinen Fall ist es fachlich notwendig, bei jeder Veränderung des Maßnahmenplans, auch die SIS® zu ändern. Dies würde dem Kerngedanken des Strukturmodells und den Prinzipien einer schlanken Pflegedokumentation zu wider laufen. (Um nichts zu übersehen, kann ein prüfender Blick in die SIS® genügen.) Ein bestimmtes Vorgehen zur Frage der Erneuerung einer SIS® kann auch nicht im Rahmen von Prüfereignissen vorgegeben werden und ist nicht Gegenstand von Qualitätsprüfungen. Es gilt immer die plausible Darstellung einer individuellen Situation. Hierbei sind nicht einzelne Dokumente wie früher ausschlaggebend, sondern es geht um die Betrachtung der Gesamtsituation (Fallbetrachtung). Entscheidend ist, dass auf der Grundlage eines fachlich begründeten Vorgehens für alle an der Pflege und Betreuung Beteiligten sowie bei Qualitätsprüfungen des MDK, der PKV oder der Heimaufsicht, die aktuelle Versorgungssituation und Situationseinschätzung zur pflegedürftigen Person sich nachvollziehbar in der Dokumentation darstellt. Dies gilt übrigens auch für jede andere Form der Pflegedokumentation, ganz unabhängig vom Strukturmodell." (V. 2.0; S. 69)
 
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11.09.2007
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Nachdem das Strukturmodell die Modellphase verlassen hat, sehe ich keine wirkliche Evaluation dieser durchaus guten Grundidee und das finde ich schade. Über den Rückzieher beim kompensierten Risiko habe ich mich schon sehr geärgert und auch die Frage wie man praxisnah mit der Darstellung des sich veränderten Risiko umgehen soll ohne die SIS neu zu erstellen oder eines der alten Instrumente aus der Schublade zu holen, ist für mich ein wenig offen. Das Strukturmodell ist klasse für den Einstieg in den Pflegeprozess, danach bleiben bei mir Fragen. Nicht in der Theorie, sondern für die Praxis. Löst man sich aber von der Sorge, es den Prüfinstanzen mundgerecht und schriftlich darlegen zu wollen, ist ein passender Maßnahmenplan und eine nachvollziebare Darstellung der Änderungen, notfalls auch nur im Gespräch und nicht in schriftlicher Form ja vielleicht ausreichend. Klasse auch wenn es Fallbesprechungen gab.
Eine Evaluation der SIS im Sinne, die Pflegefachkraft setzt sich an die SIS und ändert in Themenfeld xy etwas und setzt das Kreuz unten anders, entspricht nicht dem Gedanken des personenzentrierten pflegens und auch nicht dem des Strukturmodell. Ob man nun aber mit der bestehenden SIS ins Gespräch zum Bewohner geht, die noch fixierten Inhalte gemeinsam abgleicht und somit die SIS ändert könnte schon eher passen. Ich denke hier sind wir gefragt, das Strukturmodell weiter zu entwickeln. Man sollte halt davon überzeugt sein.
 
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05.07.2001
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