Arbeitsrecht Fallbesprechung nicht unterschreiben

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Demenzpm

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Hallo,welche Konsequenzen können entstehen, wenn sich ein Mitarbeiter weigert, die Fallbesprechung zu unterschreiben?Für eure Antworten bedanke ich mich im Voraus.GrüßeDemenzpm
 
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THOMMY

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

Hallo, wenn ein Mitarbeiter das Protokoll einer Fallbesprechung nicht unterschreibt, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dazu muss aber vorher im Betrieb klar geregelt sein, wie eine Fallbesprechung abläuft (also bspw. im Rahmen der Qualitätssicherung). Wenn also eine "Einladung" zur Fallbesprechung vorgenommen wurde und der betreffende Mitarbeiter teilgenommen hat, wäre eine Anwesenheitsliste von Vorteil. Somit ich kann ich beweisen, wer an der Fallbesprechung teilgenommen hat und wer aus welchen Gründen (Urlaub, Krank usw.) nicht. Auf dem gleichen Formular kann das Besprechungsergebnis stehen, dass während der Besprechung festgehalten wurde. Empfehlenswert ist ein Formular der Kenntnisnahme des Protokolls, gerade auch für die MA, die aus den o.g. Gründen nicht teilnehmen konnten. Sie werden aber verpflichtet, das Protokoll zu lesen und sind somit über den Inhalt informiert. Sollte sich ein MA weigern, könnte eine Ermahnung (mit Niederschrift) erfolgen und ihn auffordern, zukünftig sein Verhalten zu ändern, ansonsten könne es zu einer Abmahnung kommen. Fraglich bleibt mir, warum der MA das Protokoll nicht unterschreiben will. Denn eigentlich reicht der Nachweis der Teilnahme oder wie oben beschrieben die spätere Kenntnisnahme. Viel Erfolg! Thommy
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

. . . genau das ist für mich die spannende Frage: warum will jemand die schriftliche Fixierung der Fallbesprechung nicht unterschreiben?
 
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Heiri78

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

... vor allem, wenn das blosse Unterschreiben ja nur die Kenntnisnahme bestätigt. Und das Verweigern einer Information mir ja grundsätzlich nicht so einfach erscheint.
 
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Demenzpm

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

Hallo, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Es sind verschiedene Gründe vorhanden.
Einer davon ist, die Fallbesprechung war in dem Sinne keine Fallbesprechung, sondern eine Person hat ihre Ansicht in der Fallbesprechung niedergeschrieben und die Kollegen gebeten zu unterschreiben. Ist so ein Verfahren üblich?
Wie werden bei euch die Fallbesprechungen durchgezogen, so wie es wirklich praktiziert wird und nicht wie es auf der Fahne steht.
 
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Demenzpm

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

Hallo Heiri78,
wenn ich aber davon Kenntnis habe, ist es dann nicht so, dass ich so verfahren muss, wie es dort steht oder?
 
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Heiri78

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

Einer davon ist, die Fallbesprechung war in dem Sinne keine Fallbesprechung, sondern eine Person hat ihre Ansicht in der Fallbesprechung niedergeschrieben und die Kollegen gebeten zu unterschreiben. Ist so ein Verfahren üblich?
Wenn die Person, die mitunterschreiben soll (quasi als Beglaubigung), eine andere Sicht oder Einschätzung von dem zu berichtenden Ereignis hat, würde ich als diese Person tatsächlich auch nicht unterschreiben, bzw. einen entsprechenden Vermerk festhalten.
wenn ich aber davon Kenntnis habe, ist es dann nicht so, dass ich so verfahren muss, wie es dort steht oder?
Na ja, meiner Ansicht nach kann man mich gerne von vielem in Kenntnis setzen, solange ich keine konkrete Anweisung habe, gibts auch keine Verpflichtung. Tatsächlich werden in solchen Protokollen ja meist Vereinbarungen getroffen, die allerdings oft erst noch in "Anweisungen" (z.B. Standards) gezwängt werden oder auch für das jeweilige Team angepasst werden müssen.
 
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bronzelöwe

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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

Einer davon ist, die Fallbesprechung war in dem Sinne keine Fallbesprechung, sondern eine Person hat ihre Ansicht in der Fallbesprechung niedergeschrieben und die Kollegen gebeten zu unterschreiben. Ist so ein Verfahren üblich?
Hallo Demenzpm,
die "Fallbesprechung" war nicht nur keine Fallbesprechung, sondern überhaupt gar keine Besprechung.
So wie die Situation beschrieben ist, hat offensichtlich die Leitung der Sitzung gefehlt oder ist ihrer Aufgabe nicht nachgekommen eine ordentliche Fallbesprechung zu führen. Dazu kommt, dass es keinen allgemein akzeptierten Protokollführer gab, der ein objektives Protokoll erstellt hat, das als Dokument gültig wäre. Es existiert also kein Nachweis, der den Verlauf und die Ergebnisse der Besprechung festgehalten hat. Damit hat nach den Dokumentationsregeln auch nichts stattgefunden.

Seine eigene Ansicht aufschreiben kann jeder. Das kann aber keine Gültigkeit haben. Und niemand ist verpflichtet so etwas zu unterschreiben. Eine Unterschriftenaktion käme dem gleich. Da verweigert der MA die Unterschrift völlig zu Recht. Somit kann es keine negativen Folgen für ihn haben.
 
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AW: Fallbesprechung nicht unterschreiben

. . . gut gebrüllt, Löwin - aus Dir kann noch was enorm Gutes werden . . . ;-)
 
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