Allgemein Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

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Krähenkönig

Krähenkönig

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06.05.2013
28239
Hallo Liebe Kollegen,

Eines gleich vorneweg, es geht hier zum Glück nicht um mich.
Meine beste Freundin, ist Dauernachtwache in einem Pflegeheim. Nach einer ihrer Nächte, ist dem Frühdienst, bei einer Bettlägerigen Bewohnerin, aufgefallen, dass diese Brüche an einem Arm und Bein hat. Sie wurde in ein Krankenhaus eingewiesen und ist dort während der Operation verstorben. Nun wird meine Freundin beschuldigt ihr diese Brüche bei der Versorgung zugefügt zu haben. Eine Anzeige läuft bereits und für ihren Arbeitgeber ist sie die Schuldige. Getan hat sie es definitiv nicht. Sie hat in der Nacht bis auf ein kleines Hämathom nichts bemerkt. Nicht weiter verwerflich, da die Bewohnerin Schmerzen, sofern sie diese noch wahrnehmen konnte, nicht verbal oder nonverbal mitzuteilen vermochte. Weiteres lies sich nicht beobachten. Da man Nachts ja nun mal auch auf großes Licht verzichtet. Der Schuldige ist mitlerweile auch schon entlarvt. Er wurde von einer weiteren Kollegin bei einem Gespräch mit einem Unbekannten belauscht. Der Täter ist also Namentlich bekannt, dieser ist in jüngerer Vergangenheit schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen. Hat jemand eine Idee wie sich dieser Kollege nun überführen lässt ? Oder einen Ansatz wie meine Freundin sich verteidigen und die angehängte Schuld von sich weisen kann ?

Ich finde dieses Thema besonders wichtig, nicht nur weil es sich bei der Betroffenen um meine beste Freundin handelt, sondern auch, weil es mich erschreckt, wie schnell man unschuldig, nach Jahren treuen Dienstes, in eine solche, alles verändernde Situation geraten kann. Es ist schrecklich, wenn alle denken man hat etwas sehr schlimmes getan und ist selbst der/die Einzige welcher um das Gegenteil weiß.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Frei Beruflich
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
Leipzig
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

Hat jemand eine Idee wie sich dieser Kollege nun überführen lässt ?
So schlimm die Situation für Deine Freundin ist, wir waren nicht dabei, kennen keinen der Beteiligten und nur Deine Schilderung der Situation. Wir sind hier ein Pflegeforum und nicht die Polizei- genau dieser sollte man in Diesem Fall die Sache überlassen.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
P

pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

Eine Anzeige läuft
Wer hat die Anzeige gemacht ?Wurde die Freundin bereits vernommen von der Polizei ?

Hier kann ich nur raten mit niemanden über den Fall zu sprechen aber eventuell anwaltlichen Rat einzuholen .
Und schon mal gar nicht selbsständig "Detektiv spielen" .

LG
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
altenheim-lt.nachtwache
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

Was ihr in jedem Fall tun solltet, sind möglichst genaue Gedächtnisprotokolle der Gespräche anzufertigen. Insbesondere von dem mitgehörten Gespräch der Kollegin. Selbstverständlich sollte Deine Freundin die Polizei vom Inhalt des mitgehörten Gespräches in Kenntnis setzen, denn diese führt nur die (Vor-) Ermittlungen durch und leitet die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter, die das Verfahren zweifellos eröffnen wird - schließlich handelt es sich dabei um eine Körperverletzung mit Todesfolge, also einem Offizialdelikt.

Du kannst Dir natürlich auch überlegen, dem Kollegen eine Chance zu geben und mit einem Zeugen das Gespräch unter 6 Augen suchen und ihn damit konfrontieren. Im Falle einer Selbstanzeige wird das Strafmass entsprechend milder ausfallen, was ihm ein Ansporn sein sollte selbst tätig zu werden.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
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Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
Leipzig
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

Falls ihr Christians Vorschlag zu einem sechs Augen Gespräch in Betracht zieht, solltet ihr aber vorsichtig vorgehen, denn häufig sind dererlei Dinge sehr prikär und scheitern solche Gespräche schon bevor sie richtig begonnen haben, evtl. kann man dir/Euch evtl. sogar Nötigung oder üble Nachreden vorwerfen.

Ich würde Euch vorschlagen, schaut Euch auf jeden Fall vorher die "Taktiken" für die richtige Gesprächsführung (Ich Botschaften senden, sachlich bleiben, keine Warum fragen stellen, keine Vorwürfe anbringen usw.) an und übt Eure Gesprächstaktik vorher mehrmals. Ich würde Euch aber erst ein Mal raten, dies vorher mit Eurem Anwalt (ich hoffe doch ihr habt mittlerweile einen hinzugezogen) abzusprechen.
 
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Dozent

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14.12.2012
Berlin
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

@Christian: Bloß das nicht! KEINE Aussage gegenüber der Polizei!

@Krähenkönig: Ihr habt in solchen Fällen keine Ahnung, was in den Ermittlungsakten steht. Ich erlebe es als Anwalt immer mal wieder, dass sich Pflegekräfte als Beschuldigte um Kopf und Kragen reden. Denn bisher habt Ihr keine Ahnung, was für Vorwürfe gegen Deine Freundin erhoben werden. Geht es nur um die Körperverletzung, oder geht es um Totschlag? Da kann es schon schnell mal passieren, dass man vermeintliche Zugeständnisse an die Körperverletzung macht, nur um um den Vorwurf des Totschlages herumzukommen!

Ich will hier meiner Gilde keine Aufträge zuschanzen, aber in dem Moment, wo Deine Freundin eine Ladung zur Vernehmung bei der Polizei erhält, ab zum Anwalt, damit der Akteneinesicht nimmt.

Es gibt keine übrigens keine Pflicht zur Aussage bei der Polizei. Deine Freundin ist auch nicht die Schuldig (höchstens in den Augen des Arbeitgebers). Aber im Strafrecht gilt, dass Deiner Freundin die Schuld nachgewiesen werden muss. Ansonsten gilt das, was oben schon gesagt worden ist. Macht ein ausführliches Gedächtnisprotokoll, insbesondere auch von der Person, die den tatsächlichen Täter belauscht hat.

AS
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
AW: Fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge

Ich will hier meiner Gilde keine Aufträge zuschanzen, aber in dem Moment, wo Deine Freundin eine Ladung zur Vernehmung bei der Polizei erhält, ab zum Anwalt, damit der Akteneinesicht nimmt.
Unbedarft bei der Polizei Aussagen zu machen, ist oft gut gemeint, geht aber gerne mal nach hinten los. Keine Frage. Ich bin jetzt allerdings auch davon ausgegangen, dass die Freundin bei den im Raum stehenden Straftatbeständen selbstverständlich bereits einen Anwalt hat und die Information der mitgehörten Gespräche den Weg über den Anwalt zu den Ermittlungsbehörden findet. Da hat AS völlig zu recht noch mal drauf hingewiesen.
 
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