Altenpflege Fachkräftemangel in der Pflege

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A

Anniu

Mitglied
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11.10.2008
münchen
Keine Ahnung ob ich hierin dieser Forumsecke richtig bin, aber ich habe viel darüber nachgedacht wie es dazu kommt, daß so ein massiver Fachkräftemangel herrscht.
Ich habe über mehrere Jahre an einigen Weiterbildungen teilgenommen und festgestellt, das die Klassen für Altenpflegeschüler oder Krankenpfleger immer voll sind.
In eine Klasse sind mit Sicherheit zwischen 25 und 30 Schüler pro Schule die Ihre Ausbildung beenden.


Was passiert mit Ihnen? :blink:
Wo sind Sie geblieben? :wassat:

Ich freue mich auf einen Informationsaustausch

PS. Ich selbst bin seit knapp 26 Jahren dabei und kann mir nichts anderes vorstellen:verknallt
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Bayern
S

Soschei

Mitglied
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04.03.2008
Bielefeld
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Frag mal in den Universitäten und Fachhochschulen nach......
Bei vielen Studiengänge brauchst du keine Berufserfahrung mehr.
Vlg
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Ambulant
K

Keßler

AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Schau doch mal ins Ausland, wo man mit der Ausbildung echtes Geld verdienen kann.
 
P

Pseudo

AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Die Heime und Pflegedienste schießen wie Pilze aus dem Boden!
 
A

Anniu

Mitglied
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Themenstarter/in
11.10.2008
münchen
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Hi - Danke für die ersten Rückmeldungen.

Mir ging es eher um den Verbleib der (frisch) ausgelernten Kräfte.... Von 3o in einer Klasse habe ich nur die Wenigsten wiedergesehen .. !

Es ist wohl so, das Studierte gleich im Management einsteigen, ohne jemals eine Bettpfanne von innen gesehen zu haben :duschen:.... Grundpflege durchzuführen... ..etc..:cry:
Aber dann Führen und Leiten können :coff::coff::coff:

Man muss wohl ein Idealist sein um bis zur Rente in der Pflege zu verbleiben.... :applaus:

Der Verdienst im Ausland ... hmmm ... ist wohl in der Ausbildung , als auch danach höher ... Doch von so vielen "Abgängern" landen bestimmt nicht alle im Ausland ... und der Rest ?

Gruß
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Bayern
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
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29.09.2008
kassel
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Wenige wiedergesehen heißt ja nicht, dass der Rest nicht mehr tätig ist, oder?
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
T

TheFlyingOppman

Unterstützer/in
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25.02.2015
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Der eigentliche Fachkräftemangel rührt, so wie Care2000 es geschrieben hat, wohl eher daher, dass die Pflegedienste wie Pilze aus dem Boden schießen und daher, dass es immer mehr zu Pflegende gibt.
Wir Menschen werden doch immer älter, wir müssen irgendwann fast alle mal gepflegt werden...
Ich vermute, dass die Masse der frisch Ausgelernten, mal abgesehen von Denen die tatsächlich direkt studieren gehen, einfach untergeht...in der noch größeren Masse der immer mehr werdenden Pflegebedürftigen.

Ein weiteres Problem ist wohl, dass Pflege generell schlecht bezahlt wird, gerade dann, wenn man "an der Front" arbeitet. Aber selbst PDL's werden, gemessen an dem Druck den Sie teilweise von oben bekommen, schlecht bezahlt.

Ich denke, dass sich Etwas ändern könnte, wenn Pflege besser entlohnt würde und wir professionell Pflegenden nicht mehr der Fußabtreter für die meisten anderen medizinischen Berufsgruppen wären, wenn das Bild der Schwester/des Pflegers in der Gesellschaft mal gerade gerückt würde, so dass die Leute wirklich wissen was wir tun und was wir geben...und sie wüssten was wir dafür bekommen.

Fakt ist, dass man als einfacher Pfleger oder einfache Schwester nicht reich werden kann...und ganz ehrlich...wollen wir das überhaupt?
Nein, denn irgendwie leiden wir alle am Helfersyndrom und sehen es als riesigen Dank und unbezahlbar an, wenn wir live miterleben, dass leid heilbar sein kann, wenn uns mal ein Lächeln Geschenkt wird, oder Lieschen Müller sich das Gesicht schonmal selbst gewaschen hat, weil sie ja weiß wie schwer wir es haben...
...aber angemessen bezahlt werden sollten wir m.E.n. schon.

Uns fehlt eine Lobby, eine Gemeinschaft die uns quasi verbindet, die das Bild der "Pflegeprofis" in der Öffentlichkeit richtig darstellt, die dafür sorgt, dass Pflege gerecht und fair BE- und ENTlohnt wird...

Wenn wir DAS eines Tages mal schaffen, dann sind wir dem Weg aus dem Fachkräftemangel raus einen Schritt näher, dann wollen vielleicht auch wieder mehr Menschen zu "Pflegeprofis" werden.

(Sollte sich ein Pflegedienst namens "Pflegeprofis" hier angesprochen fühlen, so tut es mir leid, aber ich meine euch nicht! Denn Pflegeprofis sind wir alle, nicht nur ihr!)
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Kinderintensiv im häuslichen Bereich
sophia65

sophia65

Unterstützer/in
Basis-Konto
05.11.2011
celle
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Denke, dass der Fachkräftemangel mehrere Ursachen hat.
Habe gelesen, dass Fachkräfte im Schnitt 5 -7 Jahre im Beruf bleiben. Da sind dann sicher auch die jungen Frauen dabei, die Kinder bekommen und nicht zurück in den Pflegeberuf gehen (vielmals auch, weil die Kinderbetreuung im Schichtdienst nicht funktioniert, die Dienstpläne nicht sicher sind).
Dann gehen viele Kräfte ins Ausland (da habe ich so ad hoc keine Zahl zur Hand, aber es sind viele).
Es gibt immer mehr Heime und Pflegedienste, da werden natürlich mehr Fachkräfte gebraucht. Und nicht zu vergessen: es werden überwiegend Teilzeitstellen angeboten und davon kann man schon mal gar nicht leben (geht ja gerade durch die Medien: Altersarmut von Pflegekräften). Und wer länger im beruf verbleibt: wer hält bis zur Rente durch? Bis 67?
Und dann erlebe ich derzeit, dass aus Schulen (gut mehr bei den Assistenten) junge Menschen in die Einrichtungen kommen, die eigentlich nciht in die Pflege wollten, sondern von Ämtern gefrängt wurden, weil sie sonst nichts gefunden haben. Diese jungen Leute machen oft die Pflegeassistentenausbildung nicht fertig oder fangen nach der "Ausbildung" gar nicht an zu arbeiten- schon gar nicht für ein Helfergehalt!
Da spielen gewiß viele Faktoren eine Rolle und es lassen sich - für den steigenden Bedarf- zu wenig Menschen in der Pflege ausbilden.
 
Qualifikation
Ergotherapeutin
Fachgebiet
Seniorenheim
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

Unterstützer/in
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25.11.2011
Leipzig
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Ergänzend zu den bereits getroffenen Aussagen:
23.000 Azubis haben 2014 ihre Ausbildung begonnen. Einige überstehen das Probehalbjahr nicht, einige brechen die Ausbildung später ab, einige bestehen das Examen nicht. Einige beginnen nahtlos ein Studium. Andere sind nach drei Jahren so "abgeklärt" das sie ins Ausland gehen oder eine Zweitausbildung beginnen um der Misere zu entgehen. Manche verlassen die aktive Pflege. Manche werden Schwanger, sehen danach keine Möglichkeit Familie und Schichten unter einen Hut zu bekommen und verlassen ebenfalls die Pflege. Andere arbeiten nur noch Teilzeit und dann fehlen bei zehn 50% Kräften eben auch fünf Vollzeitstellen ... und dann steigt der Bedarf an Pflegekräften auch ständig, weil die Anzahl der Alten- und Kranken rapide steigt und aufgrund des rasanten med. FORTSCHRITTS auch die Zahl der schwerstpflegebedürftigen, die noch vor 15 Jahren nicht überlebt hätten und die dann z.B. in der Heimbeatmung in 1:1 Versorgung betreut werden.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
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29.09.2008
kassel
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Fakt ist, dass man als einfacher Pfleger oder einfache Schwester nicht reich werden kann...und ganz ehrlich...wollen wir das überhaupt?
Nein, denn irgendwie leiden wir alle am Helfersyndrom und sehen es als riesigen Dank und unbezahlbar an, wenn wir live miterleben, dass leid heilbar sein kann, wenn uns mal ein Lächeln Geschenkt wird, oder Lieschen Müller sich das Gesicht schonmal selbst gewaschen hat, weil sie ja weiß wie schwer wir es haben...
...aber angemessen bezahlt werden sollten wir m.E.n. schon.
An dem "Helfersyndrom" scheiden sich die Geister. Natürlich freue ich mich auch wenn ich meine Arbeit gut mache und die Pflegebedürftigen zufrieden mit mir sind, aber das hindert mich nicht daran, dass ich von meiner Arbeit auch leben will und auch nicht unbedingt schlecht und am Rande der Armutsgrenze.
Denn schlecht bezahlt = schlechte Rente und wer bitte will sein ganzes Leben "schlecht" leben? Ich jedenfalls nicht.

Mit dem "Helfersyndrom" wird vieles kaschiert, auch die Arbeitgeber nutzen dieses um ihre Angestellten zu "drücken" und erstaunlicherweise lässt er sicher der Großteil der Pflegenden mit sich machen, nach dem Motto: Gottes Lohn ist mir genug.

Ich bin der Meinung, dass die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingung UND die schlechte Bezahlung viele dazu bringt, nach einigen Jahren aus der Pflege zu gehen, denn wenn man schon schwere Arbeit macht und pflegen ist schwere Arbeit (nicht nur körperlich, sondern für viele mit Sicherheit auch psychisch) sollte zumindest als Ausgleich dafür eine sehr gute Entlohnung gegeben sein. So lange sich an beiden Bedingungen nichts ändert, so lange werden wir einen Fachkräftemangel haben, der auch nicht durch Arbeitskräfte aus dem Ausland kompensiert werden kann.

Wäre iich nicht vor 6 Jahren in die Selbständigkeit gewechselt - ich hätte auch schon lange das Handtuch geworfen.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
Fördermitglied
29.06.2011
Karlsruhe
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Danke Böserwolf !!!
Ich dementiere hiermit ebenfalls ein Helfersyndrom zu haben.

Wenn ich meine Wohnung neu renoviert habe und es ist gut geworden schaue ich mir das an und bin stolz auf meine Arbeit (der Lohn ist da in einer schönen Wohnung zu leben) - ich würde es aber nicht dafür tun, dass andere auch eine schöne Wohnung haben - dann wollte ich entlohnt werden für meine gute Arbeit.

Ich helfe im Urlaub jemandem in einem Notfall - ohne Entlohnung, selbstverständlich - ich helfe aber nicht als Mitarbeiter der Notaufnahme z.B. ebenfalls jedem für 'nen Appel und ein Ei und einen Tritt in den Allerwertesten von meinem Arbeitgeber.

Wer Pflege immer noch als irgendwie Nächstenliebe versteht, der hat es immer noch nicht verstanden. Kein Psychotherapeut arbeitet um sonst (der hilft auch Menschen) - sondern der nimmt mindestens 80 Euro die Stunde - und das zu recht - denn er ist der Fachmann und unterscheidet sich dadurch eklatant vom besten Freund / der besten Freundin, die völlig unentgeltlich zuhört und beim Lösungen suchen hilft.

So unterscheidet sich die ausgebildete Pflegekraft eklatant vom Vater, der Mutter, der Ehefrau, der Tochter die (auch viel zu selbstverständlich) hilft - die Pflegekraft tut dies professionell mit Hintergrundwissen und Kopfarbeit muss nun mal bezahlt werden. Im Moment bekommen wir aber nur Hintern-putzen bezahlt - denn das kann ja jeder - deshalb ist es nix wert.

Das gleiche gilt z.B. für Kinderbetreuung - kann auch jeder, aber eben nicht jeder mit dem entsprechenden Fachwissen. Aber weil es jeder meint irgendwie zu können meint man es nicht anständig bezahlen zu müssen.

Da lernen die Leute also drei Jahre - mit Eifer und mit Hoffnungen ihr Wissen auch anwenden zu können - und dann werden sie zum Fließbandarbeiter degradiert und kriegen zu hören: "Das ist halt bei uns so, da kann man nix machen, da haben wir keine Zeit für, das haben wir schon immer so gemacht".
(und mehr Bezahlung kriegst du auch nicht - hast du ja vorher gewusst... und am Samstag musst du einspringen)

Und irgendjemand wundert sich wo die ehemaligen Azubis bleiben - ich mich nicht... leider sind es meist die Guten die gleich wieder gehen... vom Rest bleiben mehr ... und natürlich die mit Helfersyndrom...

Time to change
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
T

TheFlyingOppman

Unterstützer/in
Basis-Konto
25.02.2015
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Böserwolf und leaving-the-moon:
Ich habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt...
...habe eben nochmal nachgelesen und es ist wirklich etwas missverständlich formuliert...

Natürlich will auch ich für meine Arbeit und eben fachlich kompetente professionelle Pflege bezahlt und nicht nur mit einem Hungerlohn abgespeist werden.

Wie richtig festgestellt wurde, liegt uns das Wohl unserer Patienten am Herzen, wir sind ja quasi für sie verantwortlich. Da kommt es schonmal vor, dass dieser Punkt von manchen AG ausgenutzt wird, weil sie wissen, dass die Meisten oder Viele der Angestellten es mit sich machen lassen.
Das ist das, was ich als "Helfersyndrom" bezeichnet habe.

Wir haben 3 Jahre gelernt, mindestens, mit Fachweiterbildungen sind es noch mehr als drei Jahre. Wir haben es eigentlich nicht nötig uns unter den Tisch kehren zu lassen.
Das Problem ist, wie ich in meinem vorangegangenen Post schon schrieb, dass wir als Pflege zu schlecht organisiert sind.
Ein weiteres Problem sind DIE Kollegen, die tatsächlich am Helfersyndrom leiden und eben alles mit sich machen lassen, denn Hauptsache ihren Patienten geht es gut...

Ich selber habe schon zwei Stellen aufgegeben, da ich mir "angemaßt" den Mund aufzumachen...ich stand im Endeffekt alleine da und habe mich über Zustände beschwert, doch eigentlich gingen sie Allen gegen den Strich. Doch wenn es drauf ankommt, dann kuschen viele...leider.

Doch ich gehöre schon zu denen, die sich als Krankenpfleger mit Erfahrung eben nicht mit 1500€ im Monat abspeisen lassen. Dann kann ich mich auch im Supermarkt an die Kasse stellen, habe nicht den physischen und psychischen Stress, deutlich weniger Verantwortung und wahrscheinlich trotzdem mehr Geld...
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Kinderintensiv im häuslichen Bereich
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.09.2008
kassel
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Heute nehmen schon ungelernte "Gärtner" für Rasenmähen, Unkraut, schneiden teilweise bis 15 € die Stunde und Putzfrauen im privaten Bereich ebenso, da muss man als Pflegefachkraft nicht mit dem gleichen oder weniger am Monatsende da stehen. Es läuft zu vieles schief in unserem Land und Pflege hat deutliche Schieflage, denn die, die über Verbesserungen etc. entscheiden werden es niemals nötig haben, in ein "normales" Pflegeheim zu gehen. Solche Menschen "residieren" dann in einem 1A-Pflegeheim oder leisten sich eine Privatpflege und müssen sich keine Sorgen machen wo sie das Geld dafür hernehmen.

Das ist auch das Problem, keiner kennt die Basis, den Alltag...ich hätte auch gern mehr Zeit für eine individuelle Pflege, ein Schwätzchen, einfach nur mal da sitzen und reden - leider sieht es anders aus, gerade im dementen Bereich und da kann man auch nicht jeden mit beauftragen. Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sollte ich mal das Glück haben und einen Sechser im Lotto treffen, dann mache ich mein eigenes Heim auf:laughing:
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
G

Gerhild

AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Zur Ausgangsfrage noch ein Kommentar
die Klassen hier sind nicht mehr voll, im letzten Jahr haben 18 Azubis begonnen und das nur, weil die Nachbarschule ihre Klasse nicht starten konnte
derzeit starten 7 Schüler zur berufsbegleitenden Ausbildung
keine Klasse hat mehr als 20 Schüler
 
T

TheFlyingOppman

Unterstützer/in
Basis-Konto
25.02.2015
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Das was Gerhild schreibt ist das, was ich auch vermutet habe...nämlich, dass Pflege einfach immer unattraktiver wird und genau deshalb immer weniger Menschen in die Pflege wollen.

Das lässt sich nur ändern, wenn man den Hund bei den Eiern packt und die Pflege angemessen bezahlt...mal abgesehen davon, dass das Image enorm aufgebessert werden muss.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Kinderintensiv im häuslichen Bereich
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
Fördermitglied
29.06.2011
Karlsruhe
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Als ich mich das erste Mal für die Pflegeausbildung interessiert habe (Anfang/Mitte der 80er) habe es lange Wartezeiten - bis zu drei Jahren. IN der Kinderkrankenpflege kamen gar 4-5 Bewerber auf eine Ausbildungsstelle.
Die Krankenpflegeschulen konnten sich aussuchen wen sie nehmen wollen.

Heute müssen sie in der Krankenpflege nehmen was sie kriegen (wird in der Altenpflege nicht viel anders sein) - und dann nimmt man einen Schüler auf der Station so nebenher wahr und denkt: der wird im 1. Jahr sein - vielleicht auch im 2. und stellt fest der hat in 2 Wochen praktisches Examen. Hat er nicht bestanden, das schriftliche und das mündliche auch nicht- lag aber nicht an ihm, lag an den Lehrern und den Prüfern und den Patienten und der Anleitung....

... hätte er es geschafft - wie auch immer - ich hätte nicht mit ihm arbeiten wollen.

Wenn der Beruf nix hergibt, keine vernünftigen Arbeitsbedingungen, keine vernünftige Bezahlung, keine Anerkennung der Fachlichkeit ("ich könnt das nicht machen was sie tun" - zählt nicht als Anerkennung, dass kann ich mir nicht aufs Butterbrot schmieren) - gleichzeitig eine Dauerabrufbereitschaft mit einem Helfersyndromslächeln erwartet - dann bleiben die, die wir eigentlich bräuchten den Ausbildungen fern.... und kriegen dafür die, denen nix besseres eingefallen ist.

(Das gilt nicht für ALLE - natürlich nicht!)
s
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
Benzodiazepin

Benzodiazepin

Mitglied
Basis-Konto
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Der Fachkräftemangel ist eine Lüge der Industrie (siehe ARD & ZDF Reportage).

Es existiert lediglich ein Mangel an Fachkräften, die für 10 Euro die Stunde arbeiten sollen.
 
Qualifikation
Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
Fachgebiet
QMB
bubu1

bubu1

Gesperrter Benutzeraccount
15.10.2013
22049
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Das sehe ih genau so die politik pennt die heime machen was sie wollen . In einem Land in demjedes heim ne 1 vom mdk bekommt ich bitte dich Fährt ein 5 bmw mit 2 litern auf der BAB ?
 
Qualifikation
GPA,AP Azubi
Fachgebiet
Demenz/Psychiatrie
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

Unterstützer/in
Basis-Konto
25.11.2011
Leipzig
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

Wenn der Beruf nix hergibt, keine vernünftigen Arbeitsbedingungen, keine vernünftige Bezahlung, keine Anerkennung der Fachlichkeit ("ich könnt das nicht machen was sie tun" - zählt nicht als Anerkennung, dass kann ich mir nicht aufs Butterbrot schmieren) - gleichzeitig eine Dauerabrufbereitschaft mit einem Helfersyndromslächeln erwartet - dann bleiben die, die wir eigentlich bräuchten den Ausbildungen fern.... und kriegen dafür die, denen nix besseres eingefallen ist.
Ich würde meiner Tochter glatt verbieten eine Ausbildung in der KP/AP zu machen, sollte sie auf diese Idee kommen. Mein Mann würde mich da voll unterstützen.
Schon damals, als ich meine Krankenpflegeausbildung begonnen habe (1996), gab es Leute die der Meinung waren: "Wer einen Pflegeberuf lernt, der ist doch bescheuert." Ich habe solche Kommentare ignoriert, oder mit einem leicht sarkastischen Verweis auf meine Haarfarbe :knicks:kommentiert. Aber manchmal habe ich schon Momente in denen ich denke, dass sie Recht hatten. zum Glück sehr sehr selten, da ich trotz Allem meinen Beruf (wieder) sehr liebe.

Der Fachkräftemangel ist eine Lüge der Industrie (siehe ARD & ZDF Reportage).

Es existiert lediglich ein Mangel an Fachkräften, die für 10 Euro die Stunde arbeiten sollen.
Ich glaube nicht, dass die Lösung des Problems so einfach ist, denn dann hätten Pflegeeinrichtungen wie die in der ich tätig bin (wir zahlen für die Region überdurchschnittlich und bieten auch eine Ganze Menge an Zusatzleistungen), absolut keine Probleme Personal zu finden. Bei uns ist es nicht so extrem, wie in anderen Firmen, aber auch wir haben durchaus Probleme Personal zu finden.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
A

Anniu

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
11.10.2008
münchen
AW: Fachkräftemangel in der Pflege

HI

ich habe inzwischen gelesen, dass es Heime gibt die im Osten ( hinter der Grenze ) nach Mitarbeitern suchen und dort Werbung betreiben.
Da gibt es Kopfgeld-Maßnahmen für Mitarbeiterweitervermittlung,
sowie mit einem Crash Kurs in der Schweiz vorbereitete philippinische Fachkräfte, welche hier eingeflogen wurden.

ob das hilft?

Der Beruf ist für abgehende Mittel-Schüler unattraktiver als beim Discounter eine Ausbildung mit Karriere-Chancen zu machen..... Bezahlung siehe oben


Zu denken gibt mir, dass meine Freundin nach 35 Jahren in der Pflege nun dermaßen unter BurnOut leidet, dass Sie alleine beim Gedanken an Pflege einen Heulkrampf bekommt.

Gruß
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Bayern
Status
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