Fachhochschulreife in der Fernschule?

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Suseline

Hallo!
Ich habe eine Frage, die mit Pflege nichts zu tun hat. Aber hier wurden schon so vielschichtige Fragen beantwortet, vielleicht kann auch hier jemand helfen.
Mein Sohn hat eine mittlere Reife nach 10.Klasse Gymasium (vor 6 Jahren). Er hat einige Jahre minigejobbt und "arbeitet" seit einigen Monaten bei einer Finanzoptimierungsfirma. Man hat ihm dort eine Ausbildung versprochen, in Wirklichkeit soll er Versicherungen und sonstiges verkaufen. Für die wenigen Verträge die er abgeschlossen hat, hat er noch keinen Pfenning Geld gesehen und zum ersten Mal im Leben hat er Schulden, weil die Krankenkasse nicht mehr abbuchen konnte. Sowas schimpft sich freier Handelsvertreter. Naja, ich möchte hier auch nicht rumheulen.
Diesen "Job" hat er angenommen, weil er keine anständige Lehrstelle bekommen hat, das Abgangszeugnis ist sehr, sehr schlecht.
Und er hat sich überlegt, dass seine Chancen wachsen dürften, wenn er seine Qualifikation verbessert und das Abi nachholt oder einen Abschluss an einer Fachhochschule macht, er interessiert sich für den Wirtschaftszweig.
Was ich hier jetzt gerne fragen würde, wer hat schon mal eine Aus- oder Schulbildung per Fernlehrgang gemacht. Gibt es eine Möglichkeit, dass die Lehrgangskosten (3990.-) vom Arbeitsamt übernommen wird oder per Bafög.
Und wie funktioniert fernlernen eigentlich?
Nu bin ich mal gespannt.
Liebe Grüsse
Susi
 
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mary_jane

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Hallo Suseline,

Warum besucht dein Sohn nicht eine ganz normale Fachoberschule und macht da sein Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft?

lg mary
 
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chirurg. ITS
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Suseline

Hallo Mary Jane,
weil er das Gymnasium bereits vor 6 Jahren verlassen hat und schon (heute) 25 Jahre alt ist. Außerdem ist das Zeugnis grottenschlecht, er war damals ein furchtbarer Teenager, against all odds, beratungsresistent und wollte eh ein zweiter Eminem werden, dachte halt, dass er keine Schule brauchen wird. :spinner:
Heute sieht er ein dass er damals nur sich geschadet hat, ein normaler Einstieg ins Berufsleben, eine stinknormale Ausbildung ist bei so vielen arbeitssuchenden Jugendlichen, die dazu bessere Schulabschlüsse haben, sehr sehr schwer - wie wir schmerzlich erfahren mussten.
Diese Geschichte bei der Optimierungsfirma :)bae:) war ein Versuch. Die suchen zielgerichtet junge Menschen, die sonst keine Perspektiven mehr haben, erzählen denen war von ungeahnten Verdienstmöglichkeiten und einer exorbitanten Karriere und es geht letztendlich um Vertragsabschlüsse. Naja.
Deswegen die Entscheidung ein Fachabitur zu machen, damit das miese Abgangszeugnis seine Gewichtung verliert und damit die Einstiegchancen in die Berufswelt zu erleichtern. Denn es lag nicht an den Fähigkeiten, sondern an der Einstellung.
Ich bin als Mutter froh, wenn er wenigstens Pläne hat.
Und ich dachte, hier sind auch viele die sich spät qualifiziert haben und Bescheid wissen könnten.
Mal sehen, was noch kommt.
Tschö,
Susi
 
L

Lisy

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Hallo Suseline,
über Fernlehrgänge weis ich nicht viel.
Es gibt aber die kostengünstige Mögglichkeit die Fachhochschulreife am Abendgymnasium zu machen.
Hat den Vorteil, das er neben her noch ein bischen Geld verdienen kann.
Außerdem hat er zur Zeit den Vorteil, das Jugendliche wie dem Ausbildungsbetrieb fast nichts kostet. Frag mal am Arbeitsamt nach.
Ich drück ihm die Daumen.
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
S

Suseline

Hallo Lisy, schön von dir zu hören!
Das Problem mit dem "normalen" Abendgymnasium ist, dass er die letzten Jahre immer nur Minijobber war und nicht "ordentlich" sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ich habe auch die vage Hoffnung, dass das Arbeitsamt da vielleicht was machen kann. Er ist ein kluger junger Mensch und wenn ihm keiner hilft, wird er mit der momentanen Situation einer der kommenden Langzeitarbeitslosen, vom persönlichen Empfinden mal abgesehen.
Sich ständig sagen zu müssen (und es sich anzuhören), warum habe ich in der Schule nur nicht anständig gelernt.
Am liebsten würden wir diesen Sauladen verklagen, aber es gibt ja noch nicht mal einen Vertrag!
Aber, Läbbe geht weiter, ein Schritt nach dem anderen ....
 
L

Lisy

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Hallo Suseline,
das Abendgymnasium ist meist an der Volkshochschule angesiedelt. Da interessiert es niemanden ob er einen guten Abschluß hatte, oder ob er versicherungspflichtig beschäftigt war/ist.
Hier interessiert nur der Wille und der Fleiß, die Begabung. Die Preise sind absichtlich sehr moderat gehalten, weil man genau denen eine Chance geben, die sonst keine mehr bekommen.
Der Vorteil ist, er kann sich mit anderen, die ein ähnliches Schicksal teilen, treffen, mann kann gemeinsam lernen und man erfährt viel Lob.
Ein Fernkurs ist halt was anonymes.
Es gibt, zumindest bei uns, Hifsorganisationen, die in dem sogenannten 2. Berufsbildungsweg Jugendliche bei der Berufsausbildung begleiten und auch Lehrstellen vermitteln.
Kopf hoch, ich hab auch einen Sohn der etwas länger gebraucht hat um Fuß zu fassen. Aber er hat es geschafft.
(Denk dran, er ist Erwachsen und flügge)
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
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Mulder

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ich habe mein Fachabi im Sozialwesen damals am Berufskolleg in meiner Stadt gemacht, einzige Vorraussetzung war die mittlere Reife. Ich bin dadurch auch zur Altenpflege gekommen.
Vorher hatte ich auch nach der Realschule eine Ausbildung abgebrochen und danach noch eine Art schulisches Vorbereitungsjahr im hauswirtschaftlichen/sozialen Bereich gemacht.
 
Qualifikation
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susi_sonnenschein

Hallo,
was ich empfehlen kann (gibt es aber nur soweit ich weiß in Bayern, Rheinland-Pfalz und Brandenburg) ist das Telekolleg (Telekolleg MultiMedial | Wissen & Bildung | Bayerischer Rundfunk). Hier hat man ca. jeden 2. Samstag Schule und kann berufsbegleitend in etwa 1,25 Jahren die Fachhochschulreife machen. Was man hier machen muss: selbständig arbeiten und sich einige Sachen auch alleine anlernen, ist aber gut zu schaffen und kostet insgesamt ca. 500 Euro (incl. Lehrmaterial!!).
 
weissbrk

weissbrk

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Hallo Suseline,
ich habe mein Abi am Abendgymnasium gemacht, berufsbegleitend.
Außer den Kosten für die Lehrmittel hab ich nichts bezahlt (ist aber schon ein paar Jährchen her...) und wir hatten einen nicht gerade geringen Anteil an Arbeitslosen in der Klasse.
Ich hab sehr gute Erfahrungen gemacht, die Lehrkräfte waren sehr engagiert und die Klassengemeinschaft motiviert (mich) nun mal mehr als das allein zu Hause sitzen.
Alternativ gab es an diesem Gymnasium auch Vormittags-Kurse, gedacht z. B. für Eltern oder für Personen, die Abend-/Nachtschichten haben.
Habt Ihr schon mal hier Schluessel zum Erfolg geschaut?
Viel Erfolg!
weissbrk
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
S

Suseline

Hallo Carola,
wir sind im Moment dabei, mögliche Varianten durchzuspielen.
Die Geschichte mit dem Abendgymnasium hatten wir vor drei Jahren schon mal in Angriff genommen, aber da war tatsächlich die Problematik, dass er einfach noch nie versicherungspflichtig berufstätig war, bezw. waren das nur wenige Monate Aushilfsjobs und nicht ausreichend. Es macht wohl nichts aus, wenn man in der laufenden Schulung arbeitslos wird, aber er würde schon arbeitslos anfangen. Vielleicht haben sich die Bedingungen geändert, wäre schön.
Bei der Fernlernerei verstehe ich halt nicht, wie man sich selbst was beibringen kann, was man nicht kann. Wenn ich da nur an Mathematik denke! Sich sowas selber beibringen? :kopfkratz:
Dann ist man halt immer alleine beim Lernen. Ein Kollege hatte letztes Jahr Abi auf dem Abendgymnasium für Berufstätige gemacht und war begeistert. Natürlich war es anstrengend, aber er durfte für die Zeit seine Arbeitszeit reduzieren und Frühdienste machen.
Mein Sohn denkt auch an eine Ausbildung zum OTA, er hätte vielleicht die Möglichkeit wegen eines erfolgreichen Pflegepraktikums eine Empfehlung zu bekommen. Weil mit dem Zeugnis von alleine wird das schwierig, sehr schwierig.
Der Gedanke das Abi zu machen kam auf, weil er das erstens schon auf dem Gymnasium als Ziel hatte und es leider versaut hat und weil es besser wäre sich weiterzubilden, als auf der Strasse zu sitzen und die Zeit vergeht nutzlos. Vergehen tut sie sowieso.
Am Montag will er sich dann erkundigen gehen, vor dem Arbeitsamt scheut er noch ein bisschen, dort hat er noch nie echte Hilfe bekommen, aber letztendlich muss er über sein Leben entscheiden.
Ich bin bloss die Mama.
Liebe Grüsse an dich!
Susi
 
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susi_sonnenschein

Hallo Suseline,
beim Telekolleg ist es so, dass man nebenher alleine die Sachen vertiefen (und aber auch manchmal selbst lernen) muss, aber man hat alle 2-3 Wochen samstags Unterricht an einer Schule, wo die Lehrer den Stoff nochmal durchsprechen und erklären.
 
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