Extreme Agressivität bei Demenz

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KleineSchwester

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Hallo vielleicht kann mir jemand einen Rat geben.

Es ist ja ein alt bekanntes Thema mit der Agressivität bei Demenzkranken, welche vieles Ursachen haben kann.

Ich betreue z.Z. mit unserem Team einen Menschen der sehr agressiv ist und seit ca. 4 Wochen keiner des Personals ohne Ohrfeige und Fußtritte geht, es kam Gott sei dank noch zu keinen ernsthaften verletzungen, obwohls sehr heftig ist.

Ich analysiere schon seit einiger Zeit, was es auslösen könnte, ob die GP oder der IKM- wechsel an sich, das Geschlecht des Personals ist auch egal es bekommt jeder was ab und das mittlerer weile heftig.:sad:

Es ist mittlerer weile sehr schwer für uns an ihn ran zu gehen obwohl wir viele gute seelen haben die ihren Job mit Herz ausführen, interventionieren tun wir fast täglich.

Ich hab schon alles ausprobiert spätere GP,zeitgeben um sich zu beruhigen und späterere Wiederaufnahme der GP, GP nur durch eine Pflegekraft (klappte mal ganz gut), IKM wechsel nur wenn nötig, alles unnötige vermeiden und nun bin ich/ wir am ende mit unseren Latein. Entspannt ist der Bew. nur im Rollstuhl, nur kann ihn ja nicht mit "vollem" IKM nach der Nacht in den Rollstuhl ohne Versorgung setzen.

PDL weis schon bescheid, einzige lösung wäre der Neurologe oder?

Aus Biographie u. Arbeit mit den Angehörigen sind keine Anzeichen für diese enorme Agressivität zufinden.

Vielleicht hat jemand noch Tipps für mich/uns, wie würdet ihr euch verhalten, denn ein Festhalten oder "gewaltsames Versorgen" kommen für mich absolut nicht in Frage und hoffe das der Rest meines Teams auch weiterhin so die Nerven behält.

Ich zähl auf Euch:bg:
 
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thorstein

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AW: Extreme Agressivität bei Demenz

PDL weis schon bescheid, einzige lösung wäre der Neurologe oder?
Kommt auf den Neurologen an. Mögliche Ursache wären noch Schmerzen, die der Bewohner nicht mitteilen kann. Der Einsatz von Psychopharmaka bleibt ein try and error - Spiel. Was bei dem einen super hilft, bewirkt bei einem anderen das Gegenteil.
 
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Sr. Käthe

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AW: Extreme Agressivität bei Demenz

:kopfkratz: So aus der Ferne zu beurteilen ist bei diesen Infos mal gar nicht möglich, sorry.. aber ich frag mal noch ein paar Fragen, vielleicht wirds dann klarer :bg:

Vorab: Aggressionen kannst du nicht wirklich neurologisch "einstellen" lassen, aber vielleicht findet ihr die Ursache-wie z.B. Schmerzen oder Angst oder beides noch raus?

Der Mann ist also seit einigen Wochen bei euch.. zur Kurzzeitpflege oder vollstationär? Warum ist er bei euch, und wo war er vorher? Wie ist er da versorgt worden? Hat sich sein Gesundheitszustand verschlechtert, so daß jetzt Pflege nötig ist, wo er vorher selbständig war?

Wie wird er grundpflegerisch versorgt? Im Bett, am Waschbecken.. macht er selbst noch was oder müßt ihr alles übernehmen? Kann er sich verbal mitteilen, und versteht er gesagtes?

Wann genau verhält er sich abwehrend(weil nix anderes ist diese Aggression).. bei Ansprache, bei Berührung, wenn er von euch bewegt wird, wenn ihr ihn an-oder ausziehen wollt? Ist er zu eigener Bewegung in der Lage? Standfähig mit oder ohne
Unterstützung?

Ist er harn-und stuhlinkontinent? Welches Inkomaterial benutzt ihr?Könnten ggf. noch Toilettengänge durchgeführt werden?

Welche Diagnosen hat er? Bekommt er Schmerzmedikation? Habt ihr schon versucht, eine Schmerzerfassung zu machen( bei Demenz find ich BeSD ganz gut)

Seid ihr in der Lage, validierende Techniken anzuwenden?


So, erstmal genug gefragt..:whistling

Versuchen wir doch mal, den Dingen auf den Grund zu gehen..weil ne Pauschalantwort gibts leider nicht..

Lieben Gruß, Käthe
 
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demnächst Dementia Care Mapping
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KleineSchwester

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AW: Extreme Agressivität bei Demenz

hallo käthe, ja gut ich möcht eher keine Ferndiagnose von Euch, eher Tipps oder Anregungen(wenn ihr was habt) um in dem Fall weiter zukommen.

Mir ist schon klar das einpaar mehr Info´s über den Bew. für Euch hilfreich wären aber die sind mehr als umfangreich und gehen mir zu sehr in den Bereich der die "Öffentlichkeit" nichts angeht.

Mir geht es eigentlich darum wie ihr euch verhaltet wenn es zu Abwehrverhalten kommt oder umgeht. Bei meinem speziellen Fall konnte ich das die gesamte Woche beobachten es ist egal welche Handlung(alles mögliche und zu sehr unterschiedlichen Situationen Von KP bis Mittagessen), sogar bei der KP(ich beziehs mal darauf) seines Mitbewohners geht dieses Verhalten teils los, KP findet im Bett statt, er bekommt immer einen zweiten Waschlappen und was er kann macht er selbst.klappte bis vor kurzem immer sehr gut. Muß dazu sagen das er ca 7 Monate da ist und Anfangs nach 5 Tagen in die Psychatrie wg.Unruhe ging, danach wieder zu uns und dann aufgrund eines Nahrungsmangel ( hörte auf zu essen und trinken) ins KH, kam mit PEG zurück und wurde "aufgepeppelt". Gelangte nun wieder zu Kraft so das er sitzen kann und mobilisiert wird, sogar wieder zusätzlich isst. Zusätzliches Problem ist nun das er auch andere Bew. beginnt verbal und körperlich zu attakieren sofern er sie erreicht aus dem Rolli. Schmerzen hab ich auch schon in die engere Wahl gezogen konnte aber nichts der artiges feststellen. ich hab ganz schöne Bedenken wegen dem Neurologen entweder totale Ruhigstellung oder das Gegenteil der Wirkung wären beides nicht sehr gut für den Bew., bin ich der Meinung.w

Ich frage mich nur was mache ich wenn er absolute Abwehr zeigt, eigentlich ist es ja schon Gewalt am Menschen gegen seinen Willen KP, An/Auskleiden etc. durch zuführen oder IKM-wechsel wenn er es nicht zu lässt. ich mein teilweise sieht es Pflegekraft ein aber PDL und Leitung fragen schon nach warum nicht rasiert wurde z.B.oder Mobilisation nicht statt fand..etc. Argumente zählen selten. Wie geht ihr damit um? Vielleicht hat jemand einen Lesetipp für mich.
 
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ms-sophie

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Mannheim
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AW: Extreme Agressivität bei Demenz

Hallo,

zeigt er nur gegenüber den Pflegekräften diese Verhalten, oder auch beispielsweise gegenüber Mitbewohnern/Besuchern.?


Ich frage mich nur was mache ich wenn er absolute Abwehr zeigt, eigentlich ist es ja schon Gewalt am Menschen gegen seinen Willen KP, An/Auskleiden etc. durch zuführen oder IKM-wechsel wenn er es nicht zu lässt. ich mein teilweise sieht es Pflegekraft ein aber PDL und Leitung fragen schon nach warum nicht rasiert wurde z.B.oder Mobilisation nicht statt fand..etc. Argumente zählen selten. Wie geht ihr damit um? Vielleicht hat jemand einen Lesetipp für mich.
Wie ist denn das andere Klientel der Station? Für mich wäre ein solcher Bewohner etwas für einen Demenzbereich.

Noch eine Anmerkung. Fragt die PDL auch bei orientierten BW nach, ob sie sich täglich rasieren? Wir haben viele Männer die sich nur jeden 2. Tag rasieren wollen.





Sophie
 
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ManiMani

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AW: Extreme Agressivität bei Demenz

Anfangs nach 5 Tagen in die Psychatrie wg.Unruhe ging, danach wieder zu uns und dann aufgrund eines Nahrungsmangel ( hörte auf zu essen und trinken) ins KH, kam mit PEG zurück und wurde "aufgepeppelt".
Das hört sich nach einem "Lebensmüden" Menschen an. Vielleicht ist das der Ansatz mit ihm zu reden. Ihn dort Abholen wo er gerade steht. Ruhigen Moment und Gesprächs - Zuhörbereitschaft abwarten. Bezugsperson sollte dies machen.
 
Qualifikation
Altenpfleger Erzieher
Fachgebiet
Altersheim
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