Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

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Valerie

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Was sieht der Expertenstandard Sturzprophylaxe bei Epilepsie vor? Wie muss mit täglichen Stürzen auf Grund von epileptischen Anfällen umgegangen werden? Sie sind ja sozusagen vorhersehbar, jedoch nicht vermeidbar. Muss jedes Mal ein Sturzprotokoll geführt werden?
 
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Fripi

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Ein Expertenstandard sagt nicht aus sich heraus genau was du tun sollst, er definiert eher welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen um Adäquat mit dem Problem von Stürzen umgehen zu können.

Zur Frage, m.E.n. müsste der Sturz schon dokumentiert werden, ein Sturzprotokoll wäre aber in solchen Fällen nur sinnvioll wenn es Stürze mit außergewöhnlichen Folgen wären - Normalerweise haben Menschen die Häufig Stürzen ja auch Helme etc. , sollten diese Sicherungsmaßnahmen nicht gereicht haben wäre eine erweiterte Dokumentation sinnvoll.

lg, Nils
 
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Valerie

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Zur Frage, m.E.n. müsste der Sturz schon dokumentiert werden, ein Sturzprotokoll wäre aber in solchen Fällen nur sinnvioll wenn es Stürze mit außergewöhnlichen Folgen wären - Normalerweise haben Menschen die Häufig Stürzen ja auch Helme etc. , sollten diese Sicherungsmaßnahmen nicht gereicht haben wäre eine erweiterte Dokumentation sinnvoll.
Die Sicherungsmaßnahmen sind selbstverständlich dokumentiert, die einzelnen Stürze bei uns bisher (wenn ohne Folgen) eben nicht.
Man könnte sich ja theoretisch darauf berufen, dass ein Sturz ein "unvorhergesehenes" Ereignis (s. Definition Sturz) ist. Ein Sturz bei einem bekannten Epileptiker hingegen ja durchaus sehr häufig vorkommen kann und somit vorhersehbar ist. Oder was meint ihr?
 
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Alraune

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Hallo Valery,
reicht es nicht einen Querverweis zur Anfallsdokumentation zu setzen , dort ist doch der Ablauf des Anfalls einschließlich eines eventuellen Sturzes schon beschrieben.
LG
Astrid
 
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Monika58

Monika58

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Ich würde in jedem Fall ein Sturzprotokoll anlegen.
Um unnötigen Schreibkram zu vermeiden würde ich hierzu eine Chekliste anlegen, in der u.a. angekreutzt wird, ob außergewöhnliche Folgen erkennbar sind.
Wenn nein --> alles gut, aber es ist dokumentiert, dass der Sturz zur Kentnis genommen wurde und der Mensch "untersucht" wurde.
Wenn ja --> greift das ausführliche Sturzprotokoll

Gruß
Monika
 
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Valerie

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Hallo Valery,
reicht es nicht einen Querverweis zur Anfallsdokumentation zu setzen , dort ist doch der Ablauf des Anfalls einschließlich eines eventuellen Sturzes schon beschrieben.
LG
Astrid
Stimmt, in der Anfallsdokumentation ist es dokumentiert, das müsste reichen. Ich habe nochmals im Expertenstandard nachgelesen: Er empfiehlt lediglich die Verwendung eines Sturzprotokolls. Er sagt nur aus, dass dokumentiert werden muss, jedoch nicht wo...

Das vermeidet Doppeldokumentation und zuviel Bürokratie.
 
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Sr. Käthe

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

..nur mal kurz zur Definition eines Sturzes: Ein Sturz ist jedes Ereignis, bei dem der Betroffene unbeabsichtigt auf einer tieferen Ebene zu sitzen oder zu liegen kommt... und ich denke, auch wenn es vorhersehbar ist, daß Epileptiker öfter stürzen, weiß man trotzdem nicht, WANN es zu diesem Ereignis kommt.. also ist es NICHT vorhersehbar.

Ich denke nicht, daß jeder Epileptiker gleich ist, und man das so "standardmäßig" abhandeln kann. M.E. sollte für jeden Sturz das Protokoll geführt werden, damit die individuelle Häufigkeit erfasst werden kann und die Maßnahmen entsprechend angepast sind..

lieg ich da falsch?

LG, Käthe
 
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Valerie

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

@Käthe:

Eine Dokumentation im Anfallsblatt schließt ja eine angepasst Maßnahmenplanung nicht aus. Das Anfallsblatt ist ja genauso Grundlage bei der Evaluation.
Ich gebe Dir recht, dass man nicht pauschalisieren kann, denn es ist prinzipiell nicht jeder Bewohner gleich, aber eine einheitliche Vorgehensweise muss eben sein, sonst kommt es zu Lücken in der Doku.
Jeder Anfall MUSS jedoch im Anfallsblatt sowieso dokumentiert werden, wenn ich im Falle eines Sturzes im Sturzprotokoll einen Querverweis setze, spare ich mir die Doppeldokumentation.
 
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Sr. Käthe

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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Hey Valerie ;)

Mit Querverweis gehts sicher (siehe ....)
Damit hast du ja jeden Sturz zeit- und datumgemäß erfasst.. hab ich bei Astrid wohl überlesen ;)
 
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AW: Expertenstandard Sturzprophylaxe und Epilepsie

Moin,
also, alle scheine sich einig zu sein: das Sturzereignis (ob Epilepsie oder nicht) muss dokumentiert werden. Hierfür gibt es einige allgemein anerkannte Parameter. Ob das jetzt im Bericht, im Anfallsblatt, als Sturzprotokoll oder auf (zur Not) Butterbrotpapier geschreieben steht (muss dann aber abgeheftet sein in der Doku), ist doch erstmal egal und je nach Willen von QM unterschiedlich.
Sieht übrigens auch der MDK so. Ein Sturzprotokoll (wenn es vernünftig Layoutet ist und alle notwendigen Parameter zur Beschreibung des unfreilwilligen zu Boden gehens beinhaltet) bietet eben eine systematische Art Auszufüllen und Einzusehen. Es ist eben auch einfacher zu "finden", also ohne ewiges Querlesen (Bericht, Anfallsblatt), daher wird es häufig bevorzugt und (zu Recht, imho) empfohlen.
Aber wie gesagt: kein Muss!
grüßle
 
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