Existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

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Hallo Zusammen

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Hallo zusammen, ich bin schon seit Jahren mit der Idee besäßen, habe die Weiterbildung als PDL und 8 Jahre lang Erfahrung im Bereich Ausserklinische Intensivpflege, da es aber ein richtig schweres Schritt ist, weiss ich nicht ob das eine kluge Idee ist. bin für jedes Ratschlag sehr dankbar - wer diesen Weg schon hinter sich gebracht hat, kann mir evtl. dazu was berichten, wie ihr das alles organisiert habt, seid ihr mit eure Entscheidung letztendlich zufrieden geblieben? Ich denke, das es am sinnvollsten ist, so ein kleines Pflegedienst zu übernehmen, der bereits existiert? Was darf es kosten und wo man danach suchen sollte, worauf man da besonders gut achten sollte? möchte evtl. jemand sich anschließen? Wie arbeitet man als Männliche Pflegekraft in dem Bereich, die Pfleger werden doch so gut ich weiss oft nicht akzeptiert von den Patientinnen, gibt es den genug Patienten in dem ambulanten Bereich, die sich von einem Pfleger versorgen lassen? Fragen über Fragen, tut man sich mit diese Fragen nicht beschäftigen, tut sich das mit Sicherheit nicht von alleine klären :thumbsup2:

Bedanke mich für eure Antworten

Andy
 
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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

Um einen PD zu gründen brauchst du Kapital und da nicht wenig. Am einfachsten ist es immer einen bestehenden zu übernehmen, ansonsten ist es erst mal ein mühsamer Weg.
Es gibt sehr viele Auflagen, Büro, Angestellte etc. - und du musst eröffnen, auch wenn du nur 2 Patienten hast, aber 2 Angestellte z.B.
Ich kann nicht sagen, dass ich als männlicher Pfleger benachteiligt bin, arbeite ja ausschließlich in Einrichtungen, da gab es bislang noch keine weibliche, die sich nicht von mir pflegen lassen wollte, im Gegenteil. Gibt natürliich immer Patientinnen, die das nicht wollen - aber da kommt es auch auf das zwischenmenschliche an.

Es gibt im Internet eine Agentur, die PD vermittelt. Googel mal: Pflegedienst kaufen.
 
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Hallo Zusammen

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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

Hallo Böserwolf,

vielen Dank für deine Rückmeldung, ja solche Agentur habe ich gefunden, bin aber aus verständlichen Gründen sehr vorsichtig, was dieses Thema betrift - einerseits riesen Wunsch, anderseits die unbekannte Gefahren (die sehr sehr teuer werden können). Habe bereits zwei Beispiele bekommen über die mögliche Pflegedienste, die verkauft werden - sieht alles so was von interessant aus, wenn man die Preise nicht beachtet natürlich ;-). Aber es gibt doch bestimmt ein Grund dafür, das die verkaufen, möchte am Ende nicht auf die Schulden sitzen bleiben, zumal die Schulden ohne den angegebenen Gewinn nicht ab-bezahlbar sind!
Bist du selbständig in dem Bereich oder Angestellter? Vielleicht kannst du mir darüber alles viel ausführlicher erzählen, im Moment, wo ich nur noch darüber träume ;-)) kann ich ja das alles so beim träumen sein lassen, frage mich aber immer wieder ob das wirklich die richtige Entscheidung währe.
 
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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

Ich bin Freiberufler. Wenn du dich interessierst musst du dir die Bilanzen geben lassen und diese von deinem Steuerberater prüfen lassen. Dann musst du wissen wieviel Geld du aufbringen kannst, fördergelder etc. Und das prüfen lassen ob sich alles rechnet. Mir hatte man auch einen PD angeboten, wollte 250.000 €, aber Patienten und Umsatz passte nicht und so hoch verschulde ich mich nicht.
Intensiv PD werden wohl immer mehr gebraucht, da solltest du dich mal schlau machen.
 
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adypo

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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

Anbei ein Link damit du eine Orientierung bezüglich der Preise eines zu verkaufenden Pflegedienstes bekommst.

Ankauf und Verkauf von Ambulanten Pflegediensten und Stationären Pflegeeinrichtungen, Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Dresden, Stuttgart, München

Der Grund warum manche Pflegedienstbetreiber ihren Pflegedienst verkaufen sind sehr unterschiedlich. Es gibt sicher viele die ihren Pflegedienst aus Altergründen verkaufen, gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle oder ganz einfach weil sie keine Lust mehr haben. Und ob ein Pflegedienst verschuldet ist, das kann mittels der Bilanzen geprüft werden.
 
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JohannJannson

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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

Hallo,

Sicherlich gibt es immer mehr Nachfrage im ambulanten Pflegebereich.
Das ist einerseits gut, andererseits fehlen immer mehr Fachkräfte.
Und genau da ist das größte und zugleich nachhaltig fatale Problem.
Wir haben relativ schnell festgestellt, dass durch fehlendes und auch gutes Personal
ein weiterer Aus-und Aufbau eher müssig wird....:angry::blushing:
Daher haben wir uns sehr schnell dafür entschieden unseren Dienst abzugeben.
Falls Du wirklich einen Dienst aufmachen willst unter diesen zunehmend sich verschlechternden substanziellen Umständen denke sehr gut darüber nach.
Vielleicht helfen Dir ein paar Zahlen bevor Du überhaupt in diese Selbständigkeit gehst.

Grob, Personal für die Zulassung, hier in NRW vier Vollzeitstellen davon eine PDL Stelle und eine stellvertretende PDL Stelle.
Personalkosten gesamt, zuzüglich Sozialabgaben / Lohnsteuer ca. 11.000 EUR. ( pro Monat !!! )
Büroraum ca. 400 EUR. ( pro Monat !!! )
PKW, einen ca. 400 EUR. ( pro Monat !!! )
Sonstige, Steuerberatung, Berufsverband, Finanzamt, Berufsgenossenschaft, Umlage, allgemeine Betriebsausgaben, 800 EUR. ( pro Monat !!! )

Summa Summarum = monatliche Kosten von 12.600 EUR / Jahreswert Kosten = 151.200 EUR

Wenn Du keine Patienten am Anfang hast rate ich dringend davon ab.:nono:Du benötigst also mindestens zehn Patienten mit einem guten Rezeptwert.
Dieser sollte zwischen 800 - 1.000 EUR pro Monat liegen.
Der break even point ist demnach erst beim dreizehnten Patienten erreicht !!! Wenn Du diese Hürde geschafft hast dann geht es erst ans Geld verdienen für Dich selbst.
Freizeit, Urlaub ect. kannst Du dann die ersten zwei Jahre streichen.
Du musst stets und ständig präsent sein und dran bleiben.
Bedeutet, Pflegetouren fahren und alle administrativen Vorgänge im Unternehmen selbst steuern.
Die Haftung für all diese Obliegenheiten bleiben immer bei Dir es sei denn Du gründest eine Gesellschaft.
Aber selbst diese kann bei grober Fahrlässigkeit Deine private Haftung durchgreifend ziehen.:devil:

Um die ganze Geschichte nochmal zu verdeutlichen.

1. Bist Du bereit, ein Fixkostenrisiko von 151.200 EUR pro Kalenderjahr zu tragen ?
2. Bist Du bereit, zwei Jahre keinen Urlaub zu machen ?
3. Bist Du bereit, stets und ständig für jeden ansprechbar zu sein ?
4. Bist Du bereit, Dich mit Mitarbeitern geschickt auseinanderzusetzen ?
5. Bist Du bereit, Rechtsstreite zu führen ? ( die kommen so sicher wie das Amen in der Kirche )
6. Bist Du bereit, Dich mit den Kranken-und Pflegekassen auseinanderzusetzen ?
7. Bist Du bereit, alles was im Dienst geschieht den geforderten Qualitätsrichtlinien entsprechend nachvollziehbar zu dokumentieren ?
8. Bist Du bereit, für die Gründung mindestens 30.000 EUR als Startguthaben zu investieren oder zu finanzieren ?
9. Bist Du bereit, Deine Partnerschaft wenn vorhanden gegebenenfalls für den Dienst aufzugeben ?
10. Bist Du bereit, immer in einer Sandwichposition zu sein ? ( Mitarbeiter, Angehörige, Patienten, Betreuer, Rechtsanwälte, Krankenkassen, MDK, etc...)
11. Bist Du bereit, für alle Dinge im Unternehmen die volle persönliche Haftung zu übernehmen ?

Wenn Du zu diesen elf Punkten ein bis zwei verneinst, dann las es sein.:frown:

Zum Abschluss:

Du müsstest also schon mal um 150.000 EUR pro Jahr generieren um nur den Betrieb anständig am Laufen zu halten.
Wenn Du es schaffst den Umsatz auf 250.000 EUR zu bringen dann kommt das Finanzamt und verlangt seinen Teil.
Es blieben Dir dann nach Steuern und Abgaben ein Reingewinn von ca. 50.000 EUR.
Also ein monatliches Netto von 4.166 EUR.
Das kann man schaffen !!!
Die Frage ist nur ob Du diesen Preis persönlich dafür aufbringen möchtest.
In der Regel sind viele Kollegen schon nach knapp zehn Jahren am Ende...:cry:Ich hoffe das Du gut darüber nachdenkst.....

LG Johann
 
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Zaubermaus777

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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

@ Johann

Interessante Auflistung die du gemacht hast,

ich befinde mich gerade an der Stelle meine Kosten zur Gründung zusammen zu stellen, allerdings liege ich bei meinem derzeitigen Stand bei ca. 17.500€ im Monat an Fixkosten was im Jahr 210.000€ macht.

Aber einen PD zu übernehmen käme mir nicht in den Sinn da ich nicht beurteilen kann wie der PD in der Bevölkerung angesehen wird und ich hab dann womöglich das was ich jetzt abschaffen will vor und nach 12 Stunden Dienst noch 1 Stunde fahren. Da mach ich lieber Doppeldienst in der ambulanten.

Aber ich hatte beim lesen deines Beitrages das Gefühl als wenn es bei dir nicht geklappt hat mit der Selbstständigkeit, er klingt in meinen Ohren recht negativ zu dem Thema.

Wenn mir nichts mehr dazwischen kommt werde ich nächstes Jahr starten.

Ich hoffe nur das die Personalgewinnung weiter so funktioniert wie bisher dann ist alles gut.

Gruß

Zaubermaus777
 
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Harald Wiese

Harald Wiese

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AW: existenzgründung Ambulanter Pflegedienst

@ Johann

Interessante Auflistung die du gemacht hast,

ich befinde mich gerade an der Stelle meine Kosten zur Gründung zusammen zu stellen, allerdings liege ich bei meinem derzeitigen Stand bei ca. 17.500€ im Monat an Fixkosten was im Jahr 210.000€ macht.

Aber einen PD zu übernehmen käme mir nicht in den Sinn da ich nicht beurteilen kann wie der PD in der Bevölkerung angesehen wird und ich hab dann womöglich das was ich jetzt abschaffen will vor und nach 12 Stunden Dienst noch 1 Stunde fahren. Da mach ich lieber Doppeldienst in der ambulanten.

Aber ich hatte beim lesen deines Beitrages das Gefühl als wenn es bei dir nicht geklappt hat mit der Selbstständigkeit, er klingt in meinen Ohren recht negativ zu dem Thema.

Wenn mir nichts mehr dazwischen kommt werde ich nächstes Jahr starten.

Ich hoffe nur das die Personalgewinnung weiter so funktioniert wie bisher dann ist alles gut.

Gruß

Zaubermaus777



Hallo Zaubermaus,

ich würde mich freuen, wenn Du kurz mitteilen könntest, ob es bei Dir geklappt hat mit dem Pflegedienst und wie es läauf, kannst Du eine kurze Bilanz ziehen,
liebe Grüße Harald.
 
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