Exikose

L

Lisy

Hallo ihr lieben Boardler,
ich war letzten Dienstag bei einem Informationsaustausch der Pflegekräfte mit dem Krankenhaus.
Bei der Frage wieso bei jeder KH Einweisung die Diagnose Exikose mit drauf steht wurde uns vom ärztlichen Direktor erklärt, das dies im Labor halt so fest gestellt wird und das dies für alte Menschen normal wäre.
Er war sich überhaupt nicht bewußt, was diese Diagnose für uns als Pflegekräfte bedeutet.
Ich bin jetzt gespannt, ob sich was an den Diagnosen was ändert.
Gruß Lisy
 
S

Spyke

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Und wir Pflegekräfte haben von unserer PDL(amb.) damals immer "eins auf den Deckel" bekmmen, das wir unsere Patienten nie genügend zum trinken annimiert hätten.:angry: Obwohl wir uns nie einer Schuld bewußt waren.:innocent: Aber es ist doch irgenwie ein Unding die Diagnose "generell" immer mit auf dem Laborbefund zu schreiben. Somit hieße es ja immer, der Patient bekomme nie genügend zu trinken und wir Pflegekräfte sind immer die Buhmänner.:mad_2:
 
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Krankenschwester
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haus maranatha

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Nun, wir schreiben grundsätzlich auf dem Verlegungsbericht die tägliche Trinkmenge dazu. Seitdem gibt es keine Diagnose Exsikkose mehr. Das ist mit Dekubitus das gleiche Spiel.

Johannes
 
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kassandra

kassandra

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Am Besten ist´s wohl, bei dieser Diagnose ,nach dem Hämatokrit-Wert zu fragen und einmal zu schauen:
Normale Werte liegen bei Männern zwischen 40 und 53 Prozent und bei Frauen zwischen 36 und 48 Prozent.Bei alten Menschen kann er normalerweise etwas erhöht sein ohne das man sofort von Exsikkose sprechen muß.
viele Grüße von Kassandra
 
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Krankenschwester (PDL)
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Expertin für anthroposophische Pflege (anerkannt nach den Kriterien des internationalen Forums für anthr.Pflege)
Fachwirtin für Org.u.Führung im Gesundheitswesen
PDL u. GF im eigenen PD
Öldispersionsbadtherapeutin
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ms-sophie

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Hallo

ich denke, die schreiben das bei einem gewissen Alter generell dazu, auch ohne Laborbefund. Wie sonst erklärt sich eine Einfuhr über PEG mit 3500 ml/24 h, davon 2500 Wasser mit der Diagnose???


heute hat mir einer unserer HA erzählt, dass er bei einem Qualitätszirkel mit niedergelassenen Kollegen zur Sprache gebracht hat, dass auf jedem Entlassungsbericht aus dem KH (unabhängig vom AH) und dass es seinen Kollegen auch schon aufgefallen wäre.

Manche Dinge sind nicht nachvollziehbar, aber so geht es denke ich auch den Leuten im Krankenhaus mit Dingen die wir im Pflegeheim für selbstverständlich erachten.
Siehe entsprechenden Threat hier im Board.

Sophie
 
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rosi.b

rosi.b

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Ging uns genau so.... Jedesmal wenn ein Bewohner aus dem Krankenhaus kam stand auf dem Entlassungsbrief Exikose. Da es oft PEG- Träger waren die wirklich eine ausgewogene Flüssigkeitsmenge bekommen und wir das auch so im Überleitungsbogen angegeben haben, bekamen wir als Antwort auf die Fragen... dass es ja durch die Diuretika (oder Durchfall!!!) auch zu Exikose kommen kann... Als ob wir das nicht wüssten und mit Absprache der Ernährungsberaterin/ Hausarzt die Trinkmenge erhöhen....
 
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Jonatan

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Hallo wir hatten dieses Problem auch in unserer Einrichtung, dann habe ich mit den Ärzten und KK telefoniert, das ich mir diese Diagnose nicht mehr gefallen lassen würde, ich bekam von beiden Seiten zur Antwort, dass sie Exsikose immer als Diagnose schreiben müssten ,sonst bekämen sie die Infusionstherapie nicht mehr bezahlt ?????? Wir sollten dies nicht als Persönlicher Angriff nehmen !!!!!
LG Jonatan
 
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Friedalina

Friedalina

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Um diese Diagnose vor dem MDK zu entkräftigen (oder sagt man entkräften? :kopfkratz: )
schreiben wir für jeden Bewohner ein Trinkprotokoll.
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Hallo wir hatten dieses Problem auch in unserer Einrichtung, dann habe ich mit den Ärzten und KK telefoniert, das ich mir diese Diagnose nicht mehr gefallen lassen würde, ich bekam von beiden Seiten zur Antwort, dass sie Exsikose immer als Diagnose schreiben müssten ,sonst bekämen sie die Infusionstherapie nicht mehr bezahlt ?????? Wir sollten dies nicht als Persönlicher Angriff nehmen !!!!!
LG Jonatan
Schriftlich wäre gut, aber wohl nicht für die Klinik.:wink:

:eek:riginal: Wassermann
 
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Krankenschwester
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Lisy

Hallo Fridalina,
mir gehts nicht um den MDK, ich finds nur frustrierend, da die Diagnosen oft die Angehörigen kennen. Ich finde es nicht unbedingt lustig, nach jedem KH Aufenthalt mit den Angehörigen diesbezüglich Gespräche führen zu müssen.
Die eine muß man dann trösten, die anderen reagieren völlig über, ist kein optimaler Zustand, finde ich.
Gruß Lisy
 
Griesuh

Griesuh

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Hallo,
die meist genannte Diagnose bei älteren Menschen ist der Harnwegsinfekt, diese Diagnose steht wirklich auf jedem Krankenhausbericht.
Dicht gefolgt von der Exsikkose.
Beide Diagnosen verwundern, insbesondere wenn bei einem PEG ernährten der tgl. 2000 ml. Flüssigkeit bekommt Exsikkose als Diagnose erscheint.
Warum das so ist , keine Ahnung. Evtl. können die KH's das zusätzlich mit der Kasse abrechnen.
Grüße Griesuh
 
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Chef de Saucier

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Hi !
Kann es evtl. einen Zusammenhang zwischen Diagnose und DRG geben ?
Ein Trinkprotokoll für jeden Bewohner halte ich für überflüssig. Wenn jemand eben nicht mehr trinken möchte, dann kann man es auch nicht erzwingen. Das wird ordentlich dokumentiert und dann kann das KKH gerne die Diagnose stellen.
Wenn es ohnehin infolge einer akuten Erkrankung mit hohem Flüssigkeitsverlust zu einer Exikkose kommt, dann kann man es den Pflegern in diesem Zusammenhang auch nicht vorwerfen.

Gruß Zelig
 
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JoAn 98

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Hi,
bei Exicose und Unterernährung kommt man ganz schnell in Bedrängnis. Wenn man Vorgesetzte hat, die Angst vorm MDK haben, ist das schlimm für die Bewohner. Die PDL und EL meinen halt oft, man müßte den Menschen vom MDK genüge tun. Nur widerspricht das meistenas dem Willen der Bewohner. Im Grundgesetz heißt es, der Wille des Menschen ist unantastbar! Wenn ein Mensch nicht mehr trinken mag, muß es dokumentiert werden und dann sollte eigendlich alles klar sein. Im KH sid die Prioritäten anders als im APH. Krankenpflegepersonal wird nicht für das Anreichen von Essen und Trinken bezahlt. Habe schon häufig erlebt, dass Bewohner aus dem KH mit einer PEG kamen. Nach mühseliger Arbeit haben diese Menschen doch wieder angefangen zu essen und zu trinken.Mit ein wenig Toleranz auf allen Seiten, sollte es doch möglich sein ein Mass zu finden, dass dem Willen des Menschen entspricht. Es muß halt wirklich alles nachvollziehbar dokumentiert sein.
Gruß, Jo An
 
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ex. Altenpflegerin, WBL
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gelöscht

Im KH sid die Prioritäten anders als im APH. Krankenpflegepersonal wird nicht für das Anreichen von Essen und Trinken bezahlt. Habe schon häufig erlebt, dass Bewohner aus dem KH mit einer PEG kamen. Nach mühseliger Arbeit haben diese Menschen doch wieder angefangen zu essen und zu trinken.
Das ist doch wieder mal so eine urban legend um den immer latent schwelenden Konflikt zw. Krankenhauspflegekräften und Altenheimpflegekräften weiter anzuheizen.
Eine PEG wird nicht mal eben so aus Personalknappheit oder Unvermögen der Pflegekräfte, den Patienten etwas zu essen zu geben, gelegt. Für eine PEG-Anlage muss immer ein guter Grund und eine Einverständniserklärung des Patienten bzw. seines Betreuers vorliegen, vorher wird kein Arzt eine PEG legen.

Wahrscheinlich befasst du dich einfach etwas zu wenig mit den tatsächlichen Gründen der PEG-Anlage. Manchmal ist es eben tatsächlich nur eine Überbrückungsmassnahme bis die Rehabilitation soweit fortgeschritten ist, dass mit dem Esstraining begonnen werden kann, bzw. wieder eine relevante Nahrungsmenge verabreicht werden kann.
Das ist zugegebenermassen eine große Menge Arbeit und Verantwortung, die da in die nachsorgende Einrichtung einfach weitergereicht wird, aber so funktioniert nun mal heutzutage unser Gesundheitssystem.
Du darfst dir gerne auf die Schulter klopfen, wenn du einem so betroffenen Menschen durch deine gute Arbeit wieder zu etwas mehr Selbstbestimmung und Selbständigkeit verholfen hast. Allerdings solltest du es dir abgewöhnen, deine Kollegen in anderen Einrichtungen so pauschal abzuurteilen.

Gruß derpfleger
 
J

JoAn 98

Mitglied
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Hallo,
es war nicht meine Absicht irgendjemanden pauschal abzuurteilen. Es ist halt so die Erfahrung, die gemacht wurde. Oft werden Angehörige ganz massiv von Ärzten unter Druck gesetzt, weil sie doch Mutter, Vater ... bestimmt nicht verhungern und verdursten lassen wollen. Wenn eine medizinische Notwendigkeit dafür spricht, ist doch nichts dagegen zu sagen. Aber es muß doch auch akzeptiert werden, dass ein Menschenleben mal zu Ende geht.
Und wenn ein Bewohner aus dem KH nach 2 Wochen mit 10 kg weniger entlassen wird, frag ich mich schon, woran es liegt.
Aber ich will die Diskussion hier nicht ausufern lassen.

Gruß, JoAn
 
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ex. Altenpflegerin, WBL
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Fleschor_Max

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Und wenn ein Bewohner aus dem KH nach 2 Wochen mit 10 kg weniger entlassen wird, frag ich mich schon, woran es liegt.
Vllt. an der Erkrankung? :rolleyes:

Ich dachte sie werden mit PEG auf Gewicht gehalten, was den nun?

Gruß, Max - edit: Exsikkose
 
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Lisy

Hallo JoAn 98,
wenn die Menschen in 2 Wochen 10 kg verlieren, liegt es sicher nicht am Essen.
Dann ist es doch eher so, dass sie Ödem frei wieder entlassen wurden. Allso hatten sie "Wasser" im Körper, das ausgeschwemmt wurde.
Wenn du mir sagen kannst, wie mann ohne Diuretika, 10 Kg in 2 Wochen verliert, bist du für mich der Diätgott. (kleiner Spaß am Rande)
Gruß Lisy
Die dankbar ist für verlorene jedes Kilo.
 
double19

double19

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Hallo,

ich habe den Eindruck, das die Kommunikation zwischen Heimen und KH immer noch nicht wirklich gegeben ist. Bisher hat niemand geschrieben, dass sie im Rahmen eines Autausches oder einer geregelten Überleitung das Thema besprochen und zufriedenstellend gelöst haben.

Es gibt wohl nicht viel zu tun.

Gruß double
 
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Lisy

Hallo double,
seh ich auch so, wir sind aber wenigstens im Gespräch mit den KH um die Zusammenarbeit zu verbessern und die Überleitung für alle Beteidigten zu erleichtern.
Ich sag dann Ende Januar, nach der nächsten Sitzung, wie es bei uns weitergeht.
Gruß Lisy
 
double19

double19

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Hy Lisy,

sit Jahren habe ich den Eindruck, dass weder die Heime noch die KH Interesse an der Zusammenarbeit haben. Jeder macht sein Ding. Die einen nörgern über Exsikkose, die anderen über die Dekubitus. Dabei sollen sie doch zusammen arbeiten. In der Fachpresse wird immer wieder heraus gestellt, wenn irgendwo die Zusammenarbeit gut läuft. Dass sollte eigentlich überall so sein.

Ein schönes Wochenende
Gruß Markus
 
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selbstständig; Heimberater
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Rheinland-Pfalz
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