Ewiges Leben - oder Christentum in der Pflege

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haus maranatha

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"Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Erringe das ewige Leben . Dazu hat dich Gott berufen, ..."

Das Ziel des menschlichen Lebens ist das ewige Leben. Das ist die zentrale Aussage der Bibel. Es dreht sich auch alles um diese zentrale Aussage. Wenn wir die Bibel gliedern wollen wie einen Aufsatz, finden wir 5 grundlegende Abschnitte:

1. Der Mensch als Persönlichkeit wird geschaffen

Der Mensch wurde von Gott geschaffen, damit er Herr der Erde sei. Seine Bestimmung war auf ein ewiges Leben ausgerichtet (1. Mose 1 und 2).

Diese Vorherbestimmung war gebunden an eine persönliche Entscheidung des Menschen. Das ewige Leben behielt der Mensch unter der Voraussetzung des Gehorsams. Ungehorsam machte diese Vorherbestimmung zunichte.

Zitat:
Gott, der Herr, setzte den Menschen in den Garten Eden. Er gab ihm die Aufgabe, den Garten zu bearbeiten und zu schützen. Dann schärfte er ihm ein: "Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen läßt. Sobald du davon ißt, mußt du sterben."

Gott hat keine Marionetten und keine Befehlsempfänger geschaffen. Er schuf Menschen, die ihre eigene Entscheidungsfähigkeit erhielten und damit ihr Leben selbst gestalten konnten. Er zeigte ihnen auf, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen mit sich bringen würden. Das war die Voraussetzung für einen würdevollen Umgang miteinander.

2. Der Mensch trifft seine Entscheidung

Obwohl es dem Menschen im Garten Eden gut ging und es ihm an nichts fehlte, entschied er sich gegen die bestehenden Regeln und setzte damit seine Existenz aufs Spiel (1. Mose 3)

Das fatale an seiner Entscheidung war, daß er damit einen selbstzerstörerischen Kreislauf in Gang setzte. Die erste Folge seiner Entscheidung war das Auftreten von Angst, die vorher unbekannt war ("ängstlich versteckten sie sich"). Es folgte der Verlust der Natürlichkeit (er erkannte, daß er nackt war), die Grundlage für die Scham. Der nächste Schritt war die Selbstrechtfertigung (ja, aber ...). Ich kann nichts dafür, daß ich das getan habe! Im gleichen Atemzug wurde der Mitmensch beschuldigt (die Frau, die du mir gegeben hast, verführte mich).

Weitere uns bekannte Vorgänge im Leben traten ein: Schmerzen bei der Geburt von Kindern, Sehnsucht nach dem Partner (Mann), Unterordnung der Frau unter den Mann, Broterwerb nur mit Mühe und schließlich der Tod.

An diesen Erscheinungen des menschlichen Lebens hat sich seit dieser Entscheidung nichts geändert - fast nichts.

3. das Leben der Menschen in der Gottesferne

Ab dem 4. Kapitel im 1. Buch Mose wird das Leben der Menschen in der Trennung von Gott - fern der Heimat beschrieben. Die Menschen gingen in verschiedene Richtungen. Ich gehe an dieser Stelle bewußt nicht auf die vielen Feinheiten ein, weil dies zu weit führen würde.

a) Menschen entschieden sich, bewußt ohne Gott leben zu wollen und vorsätzlich seine Ordnung mit Füßen zu treten. Aufsässigkeit und Selbstgefälligkeit bis hin zu tödlichem Haß sind das Spektrum, das hier aufgedeckt wird. Die ersten Ansätze dazu werden im Schicksal Kains und seiner Nachfahren beschrieben. Ihr Weg wurde mit dem ersten Mord eingeläutet, der in immer schlimmeren Entartungen und Exzessen die verschiedensten Ausgestaltungen fand. Es führte dahin, daß Gott eines Tages sagen mußte:

Zitat:
Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht für immer geben. Sie lassen sich immer wieder zum Bösen verleiten. Ich werde ihre Lebenszeit auf 120 Jahre begrenzen (1. Mose 6,3)
Während anfangs noch Lebensalter bis nahe 1000 Jahre erreicht wurden, ging in der Zeit nach der Sintflut die Lebensspanne rapide zurück. Zur Zeit Salomos, also ca. 1000 v. Chr. war die durchschnittliche Lebenserwartung nur noch 70 bis 80 Jahre! Heute nähern wir uns langsam wieder den vorausgesagten 120 Jahren.

b) Menschen entschieden sich, trotz des Verlustes ihrer Heimat, sich nicht von Gott zu trennen. Sie wollten seine Zusagen in Anspruch nehmen, noch einmal von vorn beginnen zu können. Wer aufmerksam die Bibel liest wird feststellen, daß sich der weitaus größere Teil der biblischen Schilderungen gerade um diese Menschen dreht, obwohl durch alle Zeitalter nur wenige diesen Weg einschlugen. Nicht in der Form, als wären sie bessere Menschen als jene, die sich gegen Gott entschieden hatten. Sondern in der Weise, daß sie mit all ihren Schwächen und Stärken dargestellt werden. Gott hat es sich in all den Jahrhunderten nicht nehmen lassen, jene zu unterstützen, die ihre Hilfe von ihm erwarteten. Auch das wird in der Schilderung der Bibel sichtbar.

Auffallend ist, daß sie an ihrer Entscheidung für Gott festhielten, obwohl ihnen von ihrer Umwelt immer wieder tödlicher Haß entgegen gebracht wurde. Wer diese Begebenheiten aufmerksam liest wird feststellen, daß ein inniges Verhältnis zwischen ihnen und Gott bestand. Immer wieder wird die Liebe als tragendes Element für diese Beziehung zu Gott beschrieben. Die dramatischste Beschreibung der Auseinaundersetzung zwischen Gut und Böse finden wir im Buch Hiob, wo einmal der Vorhang vor den Zusammenhängen im Hintergrund beiseite geschoben wird.

c) Parallel zur Darstellung menschlichen Lebens in seiner unerschöpflichen Vielfalt hat Gott es sich nicht nehmen lassen, in der Bibel auch sein Handeln an den Menschen und durch die Menschen mitzuteilen. Entscheidend hierbei ist, daß er nichts dem Zufall oder der Willkür überlassen hat. Er hat angekündigt, daß er in keinem Bereich in menschliches Leben eingreift, bevor er seine Absichten nicht Menschen, die er als Propheten bezeichnet, mitgeteilt hat und diese ihre Mitmenschen vor den Folgen ihres Handelns warnen konnten. Ich nenne hier nur vier von unzähligen Beispielen: die Sintflut wurde durch Noah während der gesamten Bauphase der Arche angekündigt; Sodom und Gomorrha wurden vor dem drohenden Untergang gewarnt; Ninive, eine Weltstadt der Antike wurde durch den Propheten Jona vor dem Untergang gewarnt; Jerusalem wurde vor der drohenden Zerstörung 70 n. Chr. gewarnt.

d) Gott hat nicht nur zu den Menschen gesprochen - mit ihnen diskutiert, was man besser machen könnte. Er hat gehandelt. Dort, wo eindeutig klar war, daß der Mensch überfordert ist, hat Gott selbst gehandelt. Der Mensch hatte sich - im Garten Eden - zum Sklaven des Teufels gemacht. Ein Sklave hat kein Mittel mehr, sich selbst wieder frei zu kaufen. Das hat Gott getan, als er selbst an das Kreuz ging und für unsere Schuld, die Schuld aller Menschen bezahlte! Der Mensch hat das ewige Leben verloren, weil er sich entschieden hat, ohne Gott zu leben. Gott hat ihm das ewige Leben zurückgeschenkt in Jesus Christus! Darum wird er auch der zweite Adam genannt. Jeder, der bereit ist, das Opfer Jesu anzunehmen, hat damit die Möglichkeit, das ewige Leben wieder zurück zu erhalten. Auch hier geht es - wie im Paradies - um die persönliche Entscheidung jedes einzelnen Menschen. Noch immer behandelt Gott den Menschen als eine Persönlichkeit, die einen freien Willen hat. Jeder kann sich für oder gegen Gott entscheiden.

4. die Abrechnung

Im drittletzten Kapitel der Bibel (Offenbarung 20) wird das Ende der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Gott und dem Teufel beschrieben. Tod und Zerstörung kehren nicht im endlosen Kreislauf immer wieder. Nachdem ausnahmslos jeder die Möglichkeit erhalten hat, sich zu entscheiden, wird Bilanz gezogen. Es wird Gericht gehalten. Allem, was dem Prinzip Liebe - dem Wesen Gottes - nicht standhält, wird mit dem Urteil vergänglich ein Ende gesetzt. Jedes Gericht hat etwas Endgültiges. Jeder, der das Opfer Jesu für sich in Anspruch genommen hat, geht von der Vergänglichkeit ins ewige Leben ein.

5. Die Wiederherstellung des Paradieses - das Ewige Leben

Die letzten beiden Kapitel (Offenbarung 21 und 22) beschreibt Gott die Wiederherstellung der verlorenen Heimat. Darauf haben die Menschen aller Zeitalter ihre Hoffnung gesetzt. Das Ziel der Menschheit ist erreicht - er ist wieder im Vaterhaus! Bis zur Wiederherstellung werden die Menschen auf der Suche sein. Die einen gehen mit geradem Blick auf dieses Ziel zu. Die andern treiben oder lassen sich treiben im Ozean der Unsicherheiten.

Wir haben in der Altenpflege mit Menschen zu tun, die am Ende ihres Lebensweges angekommen sind. Alle - ausnahmslos alle - bewegt in dieser Phase des Lebens das Ziel ihres Lebens. Wir finden Trotz, Haß, Gleichgültigkeit und Verzweiflung auf der einen Seite. Wir finden aber auch Menschen, die sich freuen, daß sie der Heimat, dem Vaterhaus, näher gekommen sind und daß es bald so weit ist, wieder mit ihrem Vater vereint zu sein.

Hier möchte ich zur Illustration folgende Begebenheit einfügen.

Ein junger Mann hatte ein schweres Verbrechen begangen. Er wurde verurteilt und ins Gefängnis gesperrt. Dort hatte er Zeit, über sein Leben nachzudenken. Nie bekam er Besuch von seiner Familie. Ob sie sich schämten oder überhaupt nichts mehr von ihm wissen wollten - er wußte es nicht. Der Tag der Entlassung kam und er schrieb einen Brief an seine Familie. Die Bahnstrecke, auf der er nach Hause fahren sollte, führte direkt an seinem Zuhause vorbei. Er schrieb: "Wenn ihr mich nicht mehr sehen wollt, dann unternehmt nichts. Wenn ich wieder nach Hause kommen darf, dann gebt mir ein Zeichen." Auf dem Grundstück - neben der Bahnstrecke - stand ein alter Apfelbaum. Am Tag seiner Entlassung banden seine Eltern viele bunte Bänder an die Zweige dieses Baumes. Die Heimkehr des "Verlorenen Sohnes" wurde zu einem Riesenfest.

Gott wartet darauf, mit uns Menschen eben solch ein Wiedersehensfest zu feiern - in der Ewigkeit. Das Ewige Leben ist keine Fatamorgana. Das Ewige Leben ist die Zusicherung eines liebenden Vaters an seine geliebten Kinder!

Kein Zweifel - die Bibel ist der Liebesbrief Gottes an die Menschen.

Johannes
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
"Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Erringe das ewige Leben . Dazu hat dich Gott berufen, ..."
Hallo Johannes,

das mag alles für Dich Wahrheit sein. Das Forum heißt aber aus gutem Grund Ethik in der Pflege und nicht christliche Religion.

Nicht das ich falsch verstanden werde. Ich habe nichts gegen Menschen die für Ihre Überzeugungen einstehen. Weder des Christentums, des Islams, der Buddhisten, des jüdischen Glaubens, Sikh´s oder andere religiöse Glaubensgemeinschaften. Nur das pflegeboard ist für derartige Diskussionen einfach der falsche Ort.

Mit aus diesem Grund schließe ich diesen Beitrag.

Herzliche Grüße,
Christian Kröhl
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Pflegeboard.de

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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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