Eure Meinung zu Sensormatten

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NikSpy

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Hallo liebe Pflegeboardl*erinnen,

ich recherchiere gerade für eine Studienarbeit zum Thema "PainPoints in der Pflege: Moderne Pflegehilfsmittel".

Ich habe da auch eine Studien zu Thema Technik-Akzeptanz gefunden. Jedoch ist bei mir noch die Frage offen, welche Vor- und Nachteile Sensormatten als Pflegehilfsmittel für die Pflegekräfte liefern (also wird die Arbeit dadurch wirklich erleichtert?).

Ich wollte daher einfach mal euch fragen, welche Probleme die Sensormatte in euren Alltag und gerade beim Nachtdienst löst? Und wie könnte euch z. B. die "Sensormatte" der Zukunft die Arbeit noch erleichtern?

Viele Grüße
Nikki
 
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Naturgemäß liegt die Matte ja vor dem Bett, der Bewohner setzt sich auf die Bettkante und die Füße betätigen den Alarm.

konkretes Fallbeispiel 1): Bewohnerin ist Rollatormobil. Damit der Rollator nicht den Alarm auslöst, darf er nicht auf der Sensormatte stehen...es ist also eine Kluft zwischen Rollator und Bett vorhanden. Sturzrisiko erhöht sich, weil die Bewohnerin den Rollator nicht mehr erreicht.

Gleiche Bewohnerin: Möchte trotz erhöhter Sturzgefahr selbst und unkontrolliert zur Toilette gehen. Erkennt, dass jedes mal, wenn sie aufsteht, kurz danach eine Pflegeperson kommt...erkennt die Sensormatte (trotz kognitiver Hirnleistungsstörung) in Zusammenhang mit diesem Fakt als Ursache und krabbelt zum Fußende, um dort ohne Kontakt zur Sensormatte den Weg zum WC anzutreten...Der Rollator steht weiterhin am Kopfende bei der Kontaktmatte und wird vom Bewohner auf seinem Weg vergessen. Sturzrisiko wird noch höher!

konkretes Fallbeispiel 2): Der Bewohner steht teilweise selbst auf, teilweise benötigt er Unterstützung zum Beispiel beim Positionieren im Bett. Vor dem Bett liegt eine Sensormatte. Bei körpernahen Hilfen tritt die Pflegekraft jedes mal auf die Sensormatte, löst einen Alarm aus. Andere Pflegekräfte werden alarmiert (weil natürlich die anwesende Pflegeperson ihr Anwesenheitslicht angeschaltet hat).

Für mich sind unintelligente Sensormatten so hilfreich wie ein Kropf!
Eine andere Lösung, die ich etwas besser finde, weil sie nicht so leicht ausgehebelt werden kann, sind Bewegungsmelder, die bestimmte Raumteile abdecken können (wobei auch hier die Bewohnerin aus FB 1) versucht hat, den Bewegungsmelder zu umgehen (was entweder wieder in erhöhtem Sturzrisiko oder in der Zerstörung des Bewegungsmelders mündete, weil sie mit ihrem Gehstock und dem Bewegungsmelder "Golf spielte").

Das smarteste, was ich bisher gesehen habe, waren programmierbare Matratzenunterlagen, die gesagt bekommen, ob ein Bewohner aufstehen darf und z.B. erst nach einer gewissen Zeit (was individuell programmierbar ist) einen Alarm auslösen. So kann der Bewohner z.B. selbst zur Toilette und es wird erst ein Alarm ausgelöst, wenn dieser nach z.B. 10 Minuten nicht wieder im Bett ist, um mal nachzuschauen, ob alles okay ist.
Nach meinen Erfahrungen mit Sensormatten finde ich sie noch lange nicht ausgereift, solange sie nur mit 0/1 reagieren.
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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