Intensiv Etomidate

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K

Klappstuhl

Mitglied
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31.12.2005
35392
Hi @ all
habe mal eine Frage seit Jahren wird auf unsrer Intensivstation zur sedation bei elektiver Intubation Etomidate eingsetzt. Jetzt hab ich von unsrem OA bei der letzten Intubation gehört das Eto nicht mehr genommen werden soll wegen einer Nebennierenrindeninsuffizienz die Eto zur Folge haben soll. Seitdem sedieren wir mit Disoprivan und Dormicum (natürlich nur bei guter Nierenfunktion).
Leider hat sich diese Information bei einigen unsrer Ärzten noch nicht rumgesprochen habt ihr Erfahrungen pro/contra Eto oder ggf Literaturhinweise.

WFASAP

Mfg
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
internistische Intensivstation
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Leider hat sich diese Information bei einigen unsrer Ärzten noch nicht rumgesprochen habt ihr Erfahrungen pro/contra Eto oder ggf Literaturhinweise.

WFASAP

Mfg
Hallo, Klappstuhl,

ich finde Dein ja Klasse, aber ich finde, das sollten die Ärzte untereinander kommunizieren und sich dann auf eine "Marschrichtung" einigen.

Klar, Du musst wissen, auf welche Nebenwirkungen Du im Rahmen der Krankenbeobachtung achten musst. Aber wenn Etomidate so gravierende Nebenwirkungen hat, dann hast nicht Du die Bringschuld über entsprechende Informationen, sondern der Arzt. :eek:riginal:

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
H

haerri

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31.12.2000
89275
Hallo Klappstuhl,

du hast völlig Recht . . . allerdings ist diese Gefahr bei einmaliger Gabe zur Intubation marginal. Riskant ist die Gabe, wenn sie mehrmals am Tag erfolgt, zum Beispiel zur temporären Sedierung für verschiedene Maßnahmen. Propofol ist sicher eine gute Alternative, bei der allerdings die deutliche kardiozirkulatorische Reaktion bedacht werden muss. Ich denke nicht, dass eine Intubation auf einer ITS standardisiert werden muss, zumindest nicht, was den Einsatz von Pharmaka anbelangt. Allerdings sollten alle die relevanten Wirkungen und NW der Pharmaka kennen, die sie anwenden.

Mit besten Grüßen

Härry
 
Qualifikation
Lehrer / Fachpflege Intensiv
Fachgebiet
Weiterbildung Intensiv / Anästhesie
D

Dirk Jahnke

Mitglied
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Moin Klappstuhl

Das mit dem Eto und der Nierenrindeninsuff. allgemein ist ja nicht wirklich neu. Habe das selbst in Büchern aus den 80ér Jahren gelesen, deshalb ja auch max 60 mg/d.

Hat euer OA da neuere Informationen die Eto zum Tabu Medikament machen.

Wir nehmen es z.B. auch gerne bei der Kardioversion von wachen jedoch Haemodynamisch kompromentierten Patienten.

Habe mir gerade mal das Abstrakt in dem Link angeschaut.
Verstehe ich das richtig - es geht um 27 Nonresponder auf den Cortisoltest (haben wir auch mal eine Weile vor Hydrocortison bei Sepsis gemacht) die im schnitt schwerer erkrankt waren als die ohne auffälligen Test. Und häufiger Eto haben sie auch noch bekommen. Da würden mich doch mal die tatsächlichen Zahlen interesieren. Die Datenbasis wirkt ja sehr gering und dann auch noch verwaschen ?

Man könnte ja auch denken - 27 waren schwerer krank,haemodynamisch angegriffen - deshalb Eto Gabe?

Vieleicht hat ja jemand den Volltext - nur aus Interesse :)
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
S

staiger11

Mitglied
Basis-Konto
26.03.2006
78730
Hallo,

wir benutzen auch Eto zur Intubation. Und soweit ich weiß ist eine einmalige Gabe völlig komplikationslos. Zumindetst meine Erfahrung. Hab auch nichts anderes gehört. Sonst wer? Nur mehrmals geben darf man es halt nicht.

Grüsse Franko :wink:
 
Qualifikation
Fachpfleger Anästhesie und Intensiv
Fachgebiet
Intensiv
B

Böse

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22.07.2006
82319
Servus!!!
Natürlich haben alle Medis. Nw. jedoch wird Eto. immer bei Kardial vorbelasteten Pat. eigesetzt da die Kreisl. depressive Wirkung nicht so drastisch ist wie bei Diso.
Also mit Eto. in normalen Dosen (lt. Packzettel) dürften keine gravierenden Nw. auftreten, jedoch beim Diso. sind die Pat so schnell mit dem Druck weg das sich es sich nur bei kardial gesunden fast risiko frei einsetzten lässt.
Gruß!
P.S.: jeder Dr. weiß was anderes manchmal hilft eine Zertifizierung( ISO 2001:9000) um gravierende unterschiede auszuschalten! : motzen:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger I+A, PA, ALS Supporter
Fachgebiet
Innere ITS, Schön Klinik Starnberger See
Weiterbildungen
Wundmanagment, Notfallmanagment,
MPG
C

Cystofix

Mitglied
Basis-Konto
11.11.2004
69120
Nu ja,

die NNR-Supression ist bereits bei klinisch 'normalen' Gaben messbar.

Cys
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie/Intensiv
D

Dirk Jahnke

Mitglied
Basis-Konto
Moin Cystofix

die NNR-Supression ist bereits bei klinisch 'normalen' Gaben messbar.
Beziehst du dich dabei auf die oben genannte Untersuchung - oder hast du noch eine andere Quelle ?
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
T

Thomas_B

Mitglied
Basis-Konto
11.07.2004
21339
>Die Nebenwirkung des Etomidates sind wie bereits geschrieben, seit inzwischen Jahrzehnten als hinlänglich bekannt. Leider gibt es wie bei allen Medikamenten diverse unterschiedliche Vorstellungen, die in den einzelnen Abteilungen dann als "Goldstandard" umgesetzt werden.
Zu dem Etomidat gibt es auch ausreichend Altenativen, z.B. das beschriebende Disoprivan ( Propofol), welches bei langsamster Injektion durchaus steuerbar bleibt, dann aber leider auch einen sehr langsamen Wirkungseintritt hat. Dieses ist bei den sogenannten "Blitzintubationen" recht ärgerlich, bzw. kontraindiziert.
Eine zweite Alternative bleibt dann die langsam in Vergeßenheit gelangten und nur bei den Sectio caes. eingesetzten Barbiturate (Trapanal & Brevimytal), die sich ebenfalls recht gut steuern lassen, deren Wirkungseintritt aber deutlich eher als bei Propofol sind, und den Vorteil haben, das die lästigen "Muskelzuckungen" (bei Eto) nicht auftreten (besonders bei älteren Patienten).

Ich persönlich habe noch keine "klinische" NRR-Depression nach Etomidate gesehen, wüßte auch nicht, wie ich sie nach einmaliger Gabe erkennen sollte.

Auch wenn es sich altbacken anhört : Die Diskussion über das Etomidate begleidet mich seit meinem Eintritt in die Intensivpflege 1984, und es wird immer noch verabreicht ;)

Thomas
 
Qualifikation
Fachkr.pfl.A / I, Rett.Ass., Praxisanleiter
Fachgebiet
Anästhesie
M

MarioH

Mitglied
Basis-Konto
Leider finde ich die Quelle nicht, aber das Ergebnis der Studie, die in einem amerikanischen Fachmagazin mit hohem Impact-Faktor vor nicht langer Zeit publiziert wurde, kenne ich:
Eine klinisch relevante Immunsuppression liegt im Gegensatz zur bisherigen Annahme auch bei einmaliger Verabreichung von Etomidat vor.
Vielleicht kennt ja jemand die genaue Quelle. Sie dürfte 2005 publiziert worden sein.
 
Qualifikation
Rettungsassistent, (Fachkrankenpfleger AI)
Fachgebiet
Rettungsdienst
A

Arno11

Neues Mitglied
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28.06.2004
66459
hallo,
prinzipiell stimme ich den Kollegen zu, was den Einsatz auf der IPS betrifft, jedoch wurden zwei Kriterien ausser acht gelassen:
1. Brennende Schmerzen bei perivenöser Injektion ( nicht weiter schlimm, zugegeben)
2. Myoklonien, bishin zur totalen Kiefersperre!! Wehe bei velgtem Atemweg, und dein Doc beherrscht nicht das Atemwegsmanagment bei unmöglicher Intubation!
Habe das 1-2x bei innerklinischen Notfällen erlebt!
Katastrope !!
Gruss Arno11
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie/ Intensivstation
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05.07.2001
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