Intensiv Ethisches Fallbeispiel für die A/I Weiterbildung mündliche Prüfung, kann ich das so nehmen?

I

ikiiwii

Neues Mitglied
Basis-Konto
15.03.2022
NRW
Guten Tag, im Rahmen der FWB A&I für die mündliche. Prüfung im Thema Ethik, sollen wir ein Fallbeispiel vorstellen aus der Praxis.
Meine Frage, ist aus dem Fallbeispiel ein ethisches Dilemma zu erkennen und kann ich dies anhand der Ethischen 4 Prinzipien analysieren?
Gibt es Verbesserungsvorschläge?
Vielen Dank

Ethisches Fallbeispiel:



Ein 68 jähriger Patient kommt zur Aufnahme auf die internistische Intensivstation aufgrund von respiratorischer Insuffizienz und Aszites.
Aus Gründen der Schweigepflicht nennen wir Ihn einfach Herrn Müller.

Bei Herrn Müller ist ein Kolonkarzinom bekannt, welches mit Chemo und Op eigentlich gut behandelt war.
In dem vor Aufnahme durchgeführten CT-Abdomen sah man unklare Herde an der Leber mit dem Verdacht von Metastasen oder Primär Tumor.

Herrn Müller lebt in einem Pflegeheim, aufgrund eines Apoplex den er vor 6 Jahren erlitten hat ,mit Hemiparese auf der linken Seite.

Bei Aufnahme auf die Intensivstation sieht man einen zu allen 4 Qualitäten orientierten Patienten mit ausgeprägter Kachexie und Dyspnoe sowie starken Schmerzen.

Unter HiFlow Therapie stabilisiert sich der Patient langsam und die Blutgase waren wieder Normwertig.

Am nächsten Morgen wurde ein Ultraschall durchgeführt und dort nochmal der Verdacht der Metastasen erhärtet.

Der Hautzustand war aufgrund der Kachexie schwer Dekubitus gefährdet und teilweise an den Scherkräften sehr gerötet.

Die Schmerzen wurde von Tag zu Tag schlimmer trotz laufender Analgesie welche jeweils immer erneut angepasst wurde.

Herr Müller war eigentlich nur dann etwas Schmerz gelindert, wenn er auf dem Rücken lag und die Beine ein wenig angewinkelt waren.

Meine Kollegen lagerten den Patienten alle 2h um einen Dekubitus zu verhindern.

Als ich zum Nachtdienst kam, wurde mir von der Kollegin übergeben, dass mit dem Patienten ein DNI/DNR besprochen wurde und er dies auch zustimmt.

Die Therapie hatte jetzt nur noch ein palliatives Ziel.
Die Kollegin des Spätdienst übergab mir, dass man diesen mindestens alle 2h lagern müsse.

Als ich meinen ersten Durchgang machte, erkundigte ich mich nach seinem Wohlbefinden. Er teilte mir mit, dass er am liebsten auf dem Rücken schlafen möchte, da Ihm die Seitenlagerung nur schmerzen würde und er einfach gerne mal eine Nacht ohne Scherzen schlafen würde.

Ich hing ihm noch 1g Novalgin als KI an und gab Ihm 3,75 mg Piritramid.

Am nächsten Morgen gegen 5:00 in meinem letzten Nachtdienst Durchgang wurde der Patient wach und bedankte sich bei mir, dass er endlich ohne Schmerzen schlafen konnte.

Als ich am nächsten Abend zu meinem erneuten Nachtdienst gekommen bin, war auch die Kollegin anwesend, welche den Patienten im Spätdienst betreut hatte.

Sie zitierte mich zu einem Gespräch und teilte mir mit , dass der Patient nun einen Dekubitus entwickelt hätte, da ich Ihn nicht gelagert hätte .

Ich argumentierte damit, dass der Patient zu allen Qualitäten orientiert sei und klar geäußert hatte aufgrund der Schmerzen nicht gelagert werden möchte.

Die 4 Ethischen Prinzipien nach Childress und Beauchamp sagen folgendes.

1. Autonomie
2. Prinzip des nicht Schadens.
3. Prinzip der Fürsorge
4. Gerechtigkeit.

Meiner Meinung nach stehen sich die Autonomie des Pat, sowie das Prinzip des nicht Schadens gegenüber.


Ich würde es mündlich so beschreiben:

Im Folgenden Fall stehen sich die Autonomie des Patienten sowie das Prinzip des nicht Schadens nach Childress & Beauchamp gegenüber.

Der Patient wünscht keine Lagerung, da er durch die Lagerung schmerzen bekommt, die trotz der Analgetika Therapie nicht zufriedenstellend sind. Der Patient wünscht einfach mal " eine Nacht zu schlafen, ohne dabei Schmerzen zu haben". Er ist darüber aufgeklärt, dass eine mangelnde Lagerung zu Druckstellen führen kann.


Das Prinzip des nicht Schadens: Durch die mangelnde Lagerung, ist es zu einem
Dekubitus gekommen, welcher durch eine Lagerung hätte vermieden werden können.
Jedoch ist hier die Autonomie des Patienten stärker gewichtet
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Pflegeexperte IMC
Fachgebiet
/Intensiv
C

Cutter

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.11.2008
Hannover
Der Autonomie eines voll orientieren und aufgeklärten Patienten steht nichts entgegen. Es stellt das höchste Gut dar.
Auch wenn es im späteren Verlauf zu Schäden führt/führen kann.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover

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