Ethik der Zukunft

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Bob Brewer

Bob Brewer

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01.12.2000
44287
Liebe Leser!
Ich bin nicht der Sorte von Mensch, der alles schwarz sieht, im Gegenteil, doch ich habe Bedenken wenn ich höre meine Generation sagen: "Wir werden ganz andere Ansprüche stellen, wenn wir ins Pflegeheim müssen!"

Meine Bedenken gehen in die Richtung, dass unsere Nachfolgergenerationen vielleicht keine Lust haben werden, sich unsere Ansprüche anzuhören, und das vieles, was mühsam aufgebaut war (trotz angebrachte Zweifel hier und da) nicht mehr aktuell sein wird - sprich: Selbständigkeit fördern, biographie-orientierte Pflege etc.

Ethik sagt aus, was ich für ein Mensch bin, woher ich komme, was ich für eine Weltanschauung habe. Ethik muss aufgebaut werden - es ist nicht einfach da! Mit der Kritik an die Vergangenheit, das Linksliegen der Kirchen bei vielen in der Gesellschaft, haben wir ein Vakuum geschaffen, das die Entstehung einer allgemein gültige Ethik erschwert - das Kind mit der Badewasser ausgeschüttet sozusagen.

Ich glaube, dass wir uns hier viel mehr Gedanken machen müssen, als uns so stark aufzuregen über eine (noch so schlimmen) Vergangenheit. Wir brauchen die Orientierung nach vorn.
MfG
Bob
 
Qualifikation
Einrichtungsleitung, Pflegedienstleiter, TQM Qualitätsbeauftragte
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Altenheim
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H

Harald Zagar

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07.07.2000
Lieber Bob,

ich möchte Deinen Beitrag würdigen, in dem ich eine neue Überschrift einfüge: Ethische Orientierung. Bist Du damit einvertanden? Dazu meine Anmerkungen aus denen Du eine Antwort für Dich formulieren kannst (nicht müssen).

Ethische Orientierung betrifft das Berücksichtigen ethischer Werte, Normen und Ziele.

I. Ethische Werte, die der Mensch als solche schätzt, entstehen im Gefühlsbereich (Wertgefühl) und haben indikativen Charakter. Sie können aber auch bewußt gemacht, beschreiben, durchdacht, geordnet und begründet werden; dann entsteht ein Wertbewußtsein. "Grundwerte" sind nach üblich gewordenem Sprachgebrauch die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland enthaltenen Werte mit Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit. Werte liegen unseren Normen und Zielen zugrunde.

II. Ethische Normen sind Sollensrichtlinien und haben imperativen Charakter. Sie betreffen das Gebotene, das Verbotene und grenzen es gegenüber dem Erlaubten ab. An diesen Normen soll sich der Mensch in bezug auf sein Handeln, das auch bewußtes Unterlassen einschließt, orientieren. Ethische Normen sind Regeln, die der Mensch in seiner sozialen Umwelt und deren Kulturtradition vorfindet, mit denen er sich auseinandersetzen und die er schließlich mit jeweils unterschiedlicher Intensität akzeptiert ablehnt oder unbeachtet läßt. Dabei ist er zwar frei, aus der ihm angebotenen oder erreichbaren Normenfülle auszuwählen, aber er ist auch dem Einfluß seiner Umwelt ausgesetzt. Ausserdem bringt er aus der Stammesgeschichte seiner Spezies Reste angeborener Sozialverhaltensnormen mit, die nur im Ausnahmefall aufgehoben werden.

Die Auseinandersetzung mit ethischen Normen und deren bewußte Aneignung ist ein lebenslanger Prozeß, in dem ethisch relevante Einstellungen erworben oder aber auch verändert werden.

III. Ethische Ziele sind angestrebte Wertkonzepte unterschiedlicher Reichweite. d.h. als Handlungsziele, die bei entsprechenden Voraussetzungen und angemessenen Methoden grundsätzlich erreichbar sind, oder als Zielorientierungen (Idealziel), die über das dem Menschen aufgrund seiner Schwäche und Fehlbarkeit Mögliche noch hinausgehen, also also Orientierungspunkte, die auf dem Weg über Handlungsziele angestrebt, aber nur in Annäherungen erreichbar sind.

Ich hoffe darauf, das wir Menschen den Weg einer ethischen Orientierung auch in Zukunft niemals verlieren werden. Denn ohne sie würden wir im Chaos enden. Das können auch die nicht wollen, die auf solche Beiträge großzügig verzichten.
Wie immer... Harald.

[Dieser Beitrag wurde von Harald Zagar am 04. Dezember 2000 editiert.]
 
K

Kai-Uwe

[email protected]

Ich glaube das gerade im Moment sich so Intensiv mit dem Thema Ethik in der Pflege beschäftigt wird wie lange vorher nicht.Deshalb kann ich die befürchtungen von Bob nicht teilen ,m.E. wird es mehr in das Bewußtsein der Menschen
die in der Pflege tätig sind rücken.Ich bin der überzeugung das diese Form der Pflege ( Selbständigkeit fördern, biographie-orientierte Pflege)die sein wird die sich auf Dauer etablieren wird.

MfG Kai-Uwe

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[Dieser Beitrag wurde von Kai-Uwe am 04. Dezember 2000 editiert.]
 
M

MarcMann

Hallo Ihr,

Ethik in Bezug auf die Pflege...
In meinem Kopf schwirrt noch immer das Bild der gütigen und hingebungsvollen Schwester. Wenn ich mein Umfeld beobachte, dann ist davon nicht mehr viel übriggeblieben. Es gibt noch Güte und Hingebung, ohne Zweifel, doch es taucht unter in vielem anderen.
Die "gütige Schwester" wird zugeschüttet mit Papierkrams, Organisation. Enge Zeitpläne, Unterbesetzung und Überbelegung schaffen ein sehr beschränkten Handlungsspielraum. Die Pflege wird verwissenschaftlicht. Konzepte, Theorien - all das hält Einzug. Die Pflege wird professionalisiert. Der wirtschaftliche Gedanke, Kosten und Nutzenrechnung.
Ist das nicht alles schon ein weiterer Schritt weg von alten Ethikvorstellungen, Aufbruch in ein neues Zeitalter?

Ich weiß nicht, ob unsere "Ansprüche" später noch aktuell sein werden, doch mit Zunahme der Geschwindigkeit von Veränderungen in der Gesellschaft werden auch der Begriff Ethik ständigen Änderungen unterworfen sein. Ist es legitim, die Pflege herauszunehmen aus der allg. Entwicklung? Kann das die Pflege inanspruchnehmen?
Sind denn unsere "Ansprüche" noch die gleichen, wie sie vor vielleicht 20 Jahren waren und kann sich jemand vorstellen, daß sie die Gleichen sein werden, wenn wir das Jaht 2020 haben? Mir fällt das schwer...

Ich weiß, daß ich versuche, meine Werte zu erhalten, meine Werte auch weiter zu geben an eine jüngere Generation von Pflegekräften. Aber ich weiß auch, wie schwierig das ist, und ich kenne meine Versäumnisse.

Bob, ich halte es auch für falsch, nur in der Vergangenheit zu denken. Dennoch ist es auch nötig. Aus Fehlern und Katastrophen kann man lernen. Gerade unsere deutsche Vergangenheit bietet dazu jede Menge Material. Und es ist nicht auf einem anderen Planeten geschehen, es waren die gleichen Menschen, die wir auch sind, wie Du und ich.


Marc
 
H

Harald Zagar

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07.07.2000
Lieber Johannes,

natürlich geht Ethik vom MENSCHEN aus. Vom Tier kann sie nicht ausgehen. Dafür gibt es eine Tierschutzethik die wiederum vom Menschen postuliert wird. Ich könnte jetzt wieder eine weite Abhandlung schreiben; möchte aber nocheinmal auf meine Ausführungen s. o. verweisen. Hier sind die meisten Antworten schon enthalten.

Mir scheint es besonders wichtig einmal darauf hinzuweisen, das wir zu schnell, zu viele, Wortkiombinationen in der Diskussion verwenden. Es werden immer nur Probleme beklagt. Lösungsansätze zeigen sich nur sehr vorsichtig oder garnicht. Warum ist das so? Nun sehr einfach. Jeder von uns hat im laufe seines Lebens eigene, persönliche, andere Erfahrungen gemacht, diese bring er in die Diskussion ein, das ist auch gut so. Nur sie passen eben nicht (immer) in das Erfahrungsbild des anderen. Was folgt ist "unverständnis". Nach dem Motto " warum denkt, schreibt, redet der so, warum versteht er mich nicht? Jemand hat einmal gesagt " wir stehen im psychologischen Nebel".

Welche Methoden können wir anwenden, um daraus zu lernen.

Wir sollten mehr Ursachenforschung betreiben, mehr Fragen stellen als behaupten, sich in die Gedanken des ANDEREN einfühlen usw. und niemals den Satz mit ... ja aber, beginnen. Dann, und nur dann werden wir eine wunderbare Diskussion erfahren die unser aller Leben bereichern wird.

Dazu ein Beispiel:
Ich lese immer wieder im Board den Begriff A N G S T. Nun sollten wir einmal analysieren was ist Angst, wo kommt sie her, ist sie angeboren, ist sie erworben, was können wir dagegen tun??? Ich habe darüber schon einige Anmerkungen gemacht.
Erst dann können wir begreifen warum der andere Angst hat, warum er so und nicht anders reagieren, sprechen, schreiben kann (muß).

Also: Angst, Schuld und Ohnmacht sind irgendwie miteinander verwandt, doch zur näheren Bestimmung dieses Verwandtschaftsverhältnisses bedarf es anthropologischer, psychologischer und psychopathologischer Untersuchungen. Das Studium der Angst führt uns in das Zentrum der Interpretation des menschlichen Daseins.
Das Gegenstück von Angst und Unsicherheit ist Liebe und Selbstverwirklichung. Die Entwicklung beider Persönlichkeitstendenzen erfordert, dass man sich zur Welt hin öffnet und ein bestimmtes Maß an Angst ertragen lernt.

Ich kann nur hoffen, das ich mit diesem kurzen Beitrag nicht noch mehr Unsicherheit eingebracht habe, aber anders werden wir niemals Probleme (auch und besonders in der Krankenpflege) lösen können.

Es grüßt Dich Harald.
 
S

Sigi

Hallo Johannes,

je mehr Beiträge ich von Dir lese, desto öfter frage ich mich, ob Du nicht ein sehr tief frustrierter Mensch – mit nicht bekannten Erwartungen und Bedürfnissen - sein mußt. Frustration kommt nur auf, wenn man etwas erwartet. Wer andererseits nichts erwarten würde, der könnte demzufolge auch nicht frustriert werden, er erhielte alles, was er erwartet – nichts.
In der Realität haben haben aber die Menschen, wenn man von einem >> Heiligen << einmal absieht, immer irgendwelche Erwartungen, Strebungen und Ziele, die sie verfolgen möchten, so dass sie auch immer frustrierbar sind und also immer wieder in Konflikte geraten können.
Der „Heilige“ wäre eigentlich die einzige Ausnahme, weil er sich geistig soweit geläutert hätte, dass er >> nichts mehr bedarf und nichts mehr erstrebt << - sein Herz ist >> eins mit Gott <<, so dass er die Welt überwunden hat. Im Grunde ist dieser Zustand aber nicht mehr der des >> Lebens << im engeren Sinne. Denn solange wir leben, streben wir auch im theologischen Sinne immer weiter, sind wir >> unruhig <<, bis wir es überwunden haben und in IHM ruhen ( >> et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te << ) Augustinus.
Ich gehe also davon aus, dass der Mensch im allgemeinen immer ein Wesen mit Motiven und Bedürfnissen ist, und er erst spät oder nie dazu gelangt, alle Bedürfnisse befriedigt zu sehen und somit nichts mehr zu ersehnen bleibt.
Solange ich Deine Erwartungen, Bedürfnisse und Motive nicht kenne, werden mir Deine Beiträge wohl ein Rätsel bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen in Deinem Umfeld Dich verstehen, wenn Du in dieser Form – wie Du Deine Beiträge verfasst - mit ihnen kommunizierst. Schade.

Zum Nachdenken:

Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen,
so ist dadurch schon das Häßliche gesetzt.
Wenn auf Erden alle das Gute als gut erkennen,
so ist dadurch schon das Nichtgute gesetzt.
Denn Sein und Nichtsein erzeugen einander.
Lang und Kurz gestalten einander.
Hoch und Tief verkehren einander.
Stimme und Ton sich vermählen einander.
Vorher und Nachher folgen einander.
Laotse


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Gruß Sigi
 
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haus maranatha

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Lieber Harald,

Du schreibst, "ethische Werte entstehen im Gefühlsbereich". Wenn dem so wäre, würde Ethik vom Menschen ausgehen.

Da Menschen aber dem Wandel unterworfen sind und zwar ausschließlich in eine Richtung - der Enthropie -, d. h. der Entwicklung von einer höheren Ebene in eine immer Niedrigere, müßte zwangsläufig auch die Ethik in ihrer Wertstellung in die gleiche Richtung gehen.

Genau dies können wir beobachten bei den Menschen, die sich selbst zum Maßstab aller Dinge machen. Kennst Du Beispiele, in denen Menschen sich als letzte Instanz präsentieren und eine höherwertige ethische Ordnung realisiert haben?

Gruß

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Johannes Paetzold
 
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haus maranatha

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Hallo Marc,

die Sache mit der gütigen Schwester ist nicht so ohne. Wo ist da Bild von der gütigen Schwester entstanden? Was zeichnet diese aus?

Ist es nicht so, daß dieses Bild nur auf dem Hintergrund der Liebe existieren kann? Diese aber kommt nicht aus sich selbst. Mir ist keine Kultur bekannt, die auf der Liebe an sich aufbaut. Alle - ausnahmslos alle - bauen auf der Angst auf.

Liebe wird erstmals schriftlich überliefert in der Bibel. Danach kommt sie von Gott, der Liebe ist. Interessanterweise wird dies gerade von Gottesleugnern betont, wenn sie sagen: "Wenn es einen liebenden Gott gäbe, würde dies und jenes nicht geschehen." Mit dieser Aussage bestätigen sie, daß Liebe ihren Ursprung in Gott hat. Aber in Anbetracht der Übermacht des Hasses und seiner Abkömmlinge wird die Liebe und Gott in Frage gestellt.

Wo das Böse her kommt, wird ebenfalls von den Gottesleugnern klargestellt - vom Teufel. In unendlich vielen Begriffen wird dies dokumentiert. Das Problem liegt wohl auf einer anderen Ebene.

Wir setzen Werte in Beziehung zu Gott und dem Teufel, wenn wir eine Rechtfertigung für unser falsches Verhalten suchen. Aber wir wollen aus diesen Rechtfertigungen keine Konsequenzen ziehen. Damit wird unsere Argumentation aber rein rhetorisch. Mich verwundert immer wieder, wie genau die Gottesleugner wissen, was vor Gott richtig ist, wenn sie es einem "Gläubigen" vorhalten können. Aber für sich selbst wollen sie diesen Weg nicht gehen.

Im Gegenteil, die "gütige, hingebungsvolle Schwester" wird auch von den Gottesleugnern verherrlicht, wenn sie das für einen gottgläubigen Menschen Selbstverständliche tut. Unterläuft ihr aber ein Fehler, wird sie von denselben mit der gleichen Vehemenz verdammt. Die Werke aus ihrem Glauben wollen diese "Richter" selbst nicht tun, geschweige denn ihren Gott anerkennen. Aber sie handeln wie selbstverständlich in gleicher Weise wie das an der "Schwester" verdammte ohne Gewissen. Getreu dem Motto: "Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht Dasselbe."

Gruß

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Johannes Paetzold
 
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MarcMann

Hallo Ihr,

in meine Vorstellung geistert noch die "gütige Schwester". Doch sie ist ein Trugbild, etwas, was ich im Laufe meines Lebens irgendwo aufgenommen habe (ich denke, ich stehe damit nicht alleine da). Hat es sie tatsächlich mal gegeben?
Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, wenn es sie gab, ob sie unter heutigen Bedingungen Bestand gehabt hätte.

Manchmal frage ich mich, was ich denn eigentlich tue in meinem Beruf. Gefordert ist Professionalität.
Mein Anpruch, um auf Bob zurückzukommen, den ich für mich auch wünsche, hat so viele Ausprägungen, daß ich kaum noch in der Lage bin, alle zu erfüllen. Ich versuche, bei allem, was ich tue, mir vorzustellen, daß es mich beträfe, einen Angehörigen oder Freund. Leider scheitere ich oft.
Ich brauche keinen Gott, um "gut" zu sein, keinen, um Liebe zu definieren und ich brauche keinen Teufel, um ungenügendes Tun zu entschuldigen. Professionalität heißt, in möglichst jeder Situation handeln zu können. Mittlerweile sind die Anforderungen so gestiegen, daß es kaum noch möglich ist.

Bob, Du schreibst von "unseren Ansprüchen", "Selbständigkeit fördern, biographie-orientierte Pflege...". Diese sind noch nicht so alt. Eine alte Dame schaut ganz verwundert, wenn ich sie nach Erfahrungen im Krankenhaus, nach Persönlichem frage. Sie hat noch ganz andere Vorstellungen vom "Schwesterntun". Dennoch denke ich, daß von allem etwas hängenbleiben wird in der weiteren Entwicklung. Und das ist auch gut so, das ist Entwicklung...
 
H

haus maranatha

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Hallo Johannes,

je mehr Beiträge ich von Dir lese, desto öfter frage ich mich, ob Du nicht ein sehr tief frustrierter Mensch – mit nicht bekannten Erwartungen und Bedürfnissen - sein mußt. Frustration kommt nur auf, wenn man etwas erwartet. Wer andererseits nichts erwarten würde, der könnte demzufolge auch nicht frustriert werden, er erhielte alles, was er erwartet – nichts.
In der Realität haben haben aber die Menschen, wenn man von einem >> Heiligen << einmal absieht, immer irgendwelche Erwartungen, Strebungen und Ziele, die sie verfolgen möchten, so dass sie auch immer frustrierbar sind und also immer wieder in Konflikte geraten können.
Der „Heilige“ wäre eigentlich die einzige Ausnahme, weil er sich geistig soweit geläutert hätte, dass er >> nichts mehr bedarf und nichts mehr erstrebt << - sein Herz ist >> eins mit Gott <<, so dass er die Welt überwunden hat. Im Grunde ist dieser Zustand aber nicht mehr der des >> Lebens << im engeren Sinne. Denn solange wir leben, streben wir auch im theologischen Sinne immer weiter, sind wir >> unruhig <<, bis wir es überwunden haben und in IHM ruhen ( >> et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te << ) Augustinus.
Ich gehe also davon aus, dass der Mensch im allgemeinen immer ein Wesen mit Motiven und Bedürfnissen ist, und er erst spät oder nie dazu gelangt, alle Bedürfnisse befriedigt zu sehen und somit nichts mehr zu ersehnen bleibt.
Solange ich Deine Erwartungen, Bedürfnisse und Motive nicht kenne, werden mir Deine Beiträge wohl ein Rätsel bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen in Deinem Umfeld Dich verstehen, wenn Du in dieser Form – wie Du Deine Beiträge verfasst - mit ihnen kommunizierst. Schade.

Zum Nachdenken:

Wenn auf Erden alle das Schöne als schön erkennen,
so ist dadurch schon das Häßliche gesetzt.
Wenn auf Erden alle das Gute als gut erkennen,
so ist dadurch schon das Nichtgute gesetzt.
Denn Sein und Nichtsein erzeugen einander.
Lang und Kurz gestalten einander.
Hoch und Tief verkehren einander.
Stimme und Ton sich vermählen einander.
Vorher und Nachher folgen einander.
Laotse


Hallo Sigi,

ich bin keineswegs frustriert. Wenn ich etwas erwarte, eine Hoffnung habe, setzt das nicht zwangsläufig Frustration voraus. Diese kommt m. E. dann auf, wenn man einer Illusion aufsitzt. Hast Du Dir schon einmal Gedanken gemacht, ob es vielleicht doch etwas mehr geben könnte zwischen Himmel und Erde, das Dir bisher verborgen geblieben ist?

Ich weiß für mich, daß der Mensch von Gott herkommt und dort auch am Ende die Erfüllung aller seiner Wünsche finden wird. Ich weiß auch, daß das Gute, das mit Liebe, Anteilnahme, Gerechtigkeit, Friede, Vollkommenheit und anderen definiert werden kann, nicht das Produkt des Zufalls ist. Vor 2000 Jahren wurde schon einmal die Frage gestellt: "Wer ist gut?" Die Antwort lautete: "Niemand ist gut außer Gott!" Dieser Gott wurde damals wie heute von vielen Menschen in Abrede gestellt. Sonderbar ist nur, daß genau diese Menschen keine Antworten auf die wirklichen Fragen des Lebens haben. Sie kommen bis heute mit Ausflüchten.

Bei dem Thema Sterben geht es meines Wissens in unserer Diskussion darum, den Angehörigen und dem Sterbenden durch unsere Arbeit diese Situation erträglich zu machen. Wie willst Du aber einem anderen Trost geben, wenn Du mit leeren Händen dastehst? Da bleibe ich lieber bei meinem Glauben an Gott, auch wenn so mancher darüber lacht.

Warum gehst Du eigentlich nicht auf die von mir gestellten Fragen ein? Warum greifst Du Dir nur die Dinge aus meinen Ausführungen heraus, in denen Du glaubst, meine Einstellung abwerten zu können? (Dies ist jetzt kein Vorwurf, sondern ernsthafte Frage)

Es gibt sicher viele unterschiedliche Auffassungen vom Leben. Eigentlich sind sie alle gleichgültig, wenn sie keine Antworten auf die Lebensfragen geben. Woher kommt der Mensch, wozu ist er da, wohin geht er. Wer nur die Augen ein klein wenig aufmacht, kann mühelos erkennen, daß die derzeit gängige Weltanschauung keine wirklichen Antworten gibt, sondern nur Vermutungen.

Sie bemüht Jahrmillionen, um ihr Nichtwissen zu verschleiern. Sie benutzt für die Allgemeinheit unbekannte Ausdrücke, um Eindruck zu schinden. Sie bemüht Begriffe wie Wissenschaft und Professionalität, um ihre Hilflosigkeit zu übertünchen. Aber Antworten, die tragen, gibt sie nicht.

Machen wir doch eine Gegenüberstellung:

Ich habe einen Vater, der mir schon zig-mal gezeigt hat, daß er mich liebt. Was hast Du?
Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gehe ich zu ihm. Bisher hat er mir noch jedesmal einen Weg gezeigt. Was machst Du, wenn Du nicht mehr weiter weißt?
Ich weiß mich geborgen - und das macht mich glücklich.
Und ich bin nicht allein. Millionen andere erleben das Gleiche.

Frustration hat keinen Platz in meinem Leben. Nicht die Hoffnungslosigkeit unserer Zeit bewegt mich, sondern das Wissen, alles was Gott bisher vorausgesagt hat ist eingetroffen. Warum sollte ausgerechnet das letzte große Ereignis - die Wiederherstellung einer vollkommenen Welt - nicht zutreffen. Diese Hoffnung setze ich gegen die Hoffnungslosigkeit derer, die sterben oder am Sterbebett stehen.

Bisher hat sich jeder Betroffene dafür bedankt. Warum sollte ich dann meine Position aufgeben?


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Johannes Paetzold
 
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J

Joerg Guenther

Guten Morgen Herr Paetzold

Ich weiß für mich, daß der Mensch von Gott herkommt und dort auch am Ende die Erfüllung aller seiner Wünsche finden wird. Ich weiß auch, daß das Gute, das mit Liebe, Anteilnahme, Gerechtigkeit, Friede, Vollkommenheit und anderen definiert werden kann, nicht das Produkt des Zufalls ist.
Da haben Sie anderen viel voraus, ich glaube auch an Gott, aber wissen, das es IHN gibt tue ich nicht. Aus rein Wissenschaftlicher Sicht kann ich nur das wissen, was auch bewiesen ist.
Das Liebe, Anteilnahme, Gerechtigkeit, Friede usw. kein Produkt des Zufalls ist, ist mir auch bekannt.
"Liebe" ist, genau betrachtet, ein chemischer Prozeß.
Ähnlich ist es bei der Anteilnahme. Gerechtigkeit ist eine Sache, die zu lernen ist. Sie beruht auf sozialen Erkenntnissen und deren Auslegung, die wiederum durch Menschen erfolgt. Friede wiederum ist eine Errungenschaft die viel zu selten praktiziert wird. Auch hier greift der Mensch ein und gewährt oder verweigert ihn.
Aber Gott ist nach meinem Verständnis nicht nur Freude, Liebe, Gerechtigkeit etc., er ist auch Leid, Trauer, Falschheit, Niedertracht. Das eine findet ohne das andere nicht statt. Beide Seiten der Medallie gehören in die Waagschale, nicht nur eine.

Das sollte es für jetzt erstmal sein.
J.Günther
 
Bob Brewer

Bob Brewer

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Lieber Marc!
Du schreibst: "Bob, ich halte es auch für falsch, nur in der Vergangenheit zu denken. Dennoch ist es auch nötig. Aus Fehlern und Katastrophen kann man lernen. Gerade unsere deutsche Vergangenheit bietet dazu jede Menge Material. Und es ist nicht auf einem anderen Planeten geschehen, es waren die gleichen Menschen, die wir auch sind, wie Du und ich."

Ich glaube es ist klar was ich gemeint habe - die Diskussion über das Urteil in Holland ist ein wenig abgehoben gewesen und mehr von der Vergangenheit geprägt gewesen (es waren ja sehr viel Emotion beteiligt), aber nicht Zukunftsorientiert. Diese Entwicklung löst bei uns viele Emotionen (zu recht) aus, doch wie wird es sein. Darüber sich Gedanken zu machen wollte ich anregen.

Später kam Dir die Gedanke: Bob, Du schreibst von "unseren Ansprüchen", "Selbständigkeit fördern, biographie-orientierte Pflege...". Diese sind noch nicht so alt. Eine alte Dame schaut ganz verwundert, wenn ich sie nach Erfahrungen im Krankenhaus, nach Persönlichem frage. Sie hat noch ganz andere Vorstellungen vom "Schwesterntun".

Sicherlich ist das Entwicklung, wie Du sagst, doch eine Entwicklung, an die ich gerne festhalten möchte. Wenn ich manche Praktikanten erlebe, die eindeutig in den Beruf Altenpflege eingeschleust werden, dann frage ich mich ob mancher Arbeitsämter uns torpedieren wollen.

Meine Mitarbeiter unterstelle ich, dass sie (wie auch immer sie es verstehen) Gutes wollen. Diesen Begriff ist noch zu deuten, die Absichten sind noch abzuschätzen. Es kommt aber eine Generation auf uns zu, in deren Kopf ich nicht hineinschauen kann und für die (meines Wissens) keine grosse Ethikpflege angestrebt wird.

Bei allen Respekt für Johannes Paetzold, ich glaube nicht, das seinen Ansatz sehr wirksam ist. ER mag es wissen, doch dieser Art von "Wissen" bewirkt sehr viel Unbehagen - nicht so sehr Nachahmung.
 
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M

MarcMann

Hallo Bob,

Ich will Dir dahingehend schon Recht geben. Es wächst eine Generation heran, welche nicht mehr leicht einzuschätzen ist. Wohl jeder, der in unserem Bereich halbwegs engagiert arbeitet, wird diese Erfahrung gerade mit sehr jungen Menschen machen. Gerade auch in der Altenpflege wird dieses immer mehr zum Problem. Wir haben zwar nur selten Praktikanten auf Station im KH, doch oft kommt mir dann der Gedanke, daß ich meine Angehörigen oder mich nicht von ihnen pflegen lassen möchte.
Ich kann aus meiner Erfahrung eben mehr von Pflegeschülern reden. Auch da vermisse ich oft etwas. Heute zählen oft andere Werte, Fun, Erleben etc. Allerdings ist mir das schüchterne Mädel, welches auf die Frage, warum sie diesen Beruf lernen möchte, an der Unterlippe spielt und murmelt:" Weil ich schon immer Menschen helfen wollte." auch etwas suspekt.
Dennoch denke ich, daß noch nicht alles verloren ist. Ich habe eine Praktikantin erlebt, welche durch ihr Praktikum interessiert wurde. Jetzt ist sie Schülerin und ich würde mich gerne von ihr pflegen lassen. Es gibt also noch Hoffnung...
Anders bei dem gesamten Umfeld. Da habe ich weniger Hoffnung. Die Professionalisierung in Verbindung mit allen wirtschaftlichen Interessen, der immense Anwuchs der Arbeit und der Aufgaben verleidet oft eine persönliche Enwicklung. Und es wird nicht besser werden.

Marc
 
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haus maranatha

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Original erstellt von Joerg Guenther:
"Liebe" ist, genau betrachtet, ein chemischer Prozeß.
Ähnlich ist es bei der Anteilnahme.

Hallo Jörg,

Du schreibst, Liebe ist ein chemischer Prozess. Es besteht ja der Wunsch, daß ich auf meine Gesprächspartner eingehe, wie diese auf mich eingehen. Ich für mein Teil habe Eure Ausführungen sehr ernst genommen und bin darauf eingegangen. Sonst gäbe es meine Ausführungen ja nicht. Wenn Ihr jedoch erwartet, daß ich mich Eurer Meinung anschließe, müßt Ihr mir schon mit Fakten kommen, die überprüfbar sind.

Darum gehe ich hier auf die in obigem Schreiben gemachte Aussage ein.

Wenn Liebe "ein chemischer Prozess" ist, kannst Du mir sicher auch sagen, welche Chemikalien hier miteinander reagieren. Da in meiner Umwelt sehr viel Haß und Gleichgültigkeit herrscht, könnte ich Deine Ausführungen einmal konkret testen. Außerdem denke ich mir, daß noch mehr Menschen diese Formel gern hätten, da sie alle unter der Lieblosigkeit leiden. (Dies ist ein ganz ernster Aufruf!, kein Witz).

Gruß

------------------
Johannes Paetzold
 
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Harald Zagar

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07.07.2000
Lieber Johannes,

Marc hat wohl Rech mit seiner "Vorsicht".Du forderst Fakten, gut ich will Dir welche liefern, die auch überprüfbar sind.Dazu passen besonders gut die Geschichten,oder "Die Legende von der Geburt Jesu".

Sie gehören zu den bekanntesten Geschichten der Bibel - die Erzählungen von der Geburt Jesu: das Geschehen zu Bethlehem, der Besuch der Hirten bei dem Kind, die Weisen aus dem Morgenland, der Kindermord.

Diese Geschichten sind wissenschaftlich gesehen, Legenden. Mit "Legende" wird eine alte Erzählform oder literarische Gattung bezeichnet, die sich charakteristisch unterscheidet etwa vom Märchen oder vom Roman oder von der Reportage. Die Legende veranschaulicht eine Glaubensaussage in einem besonderen außergewöhnlichen Geschehen.

Die Erzählungen von der Geburt Jesu beziehen sich auf den Glaubensgrundsatz, dass Jesus von Nazareth der Sohn Gottes sei. Dieser Glaubenssatz hat seinen Ursprung nicht in der Geburt Jesu, sondern eher in seiner Auferstehung (Römer 1,4).
Erst relativ spät, nachdem das Bekenntnis zur Gottessohnschaft Jesu schon feststand, sind die Geschichten von der Geburt Jesu entstanden. Das Markusevangelium, das um 70 nach Christus Geburt geschrieben wurde, fängt mit der Taufe Jesu an, die dieser als Erwachsener von Johannes dem Täufer erhalten hat. Dagegen lassen Matthäus und Lukas ihre Evangelien, die später als Markus entstanden sind, mit der Geburt Jesu beginnen. Dabei verwenden sie je eigene Legenden.

Das Matthäusevangelium erzählt im Kapitel 2 von den Weisen aus dem Morgenland, vom Kindermord und der Flucht nach Ägypten. Er weiß nichts von einem Befehl des Kaisers Augustus, der Josef und Maria nach Bethlehem führt, nichts davon, daß Hirten eine Engelerscheinung hatten. Davon erzählt Lukas, Kapitel 2, der wiederum das nicht kennt, was Matthäus erzählt.. - Die späte Entstehungszeit der Geburtslegende ist eine Erklärung für die großen Unterschiede, die die beiden Evangelien hier zeigen.

Die Übereinstimmung zwischen Matthäus und Lukas bei ihren Geschichten von der Geburt Jesu liegt nicht in den erzählten Umständen, sondern in der theologischen Deutung des Geschicks Jesu: Beide bringen die Geburt Jesu in Verbindung mit dessen Leidensgeschichte und Kreuzigung. Jesu Geburt wird bereits unter das Zeichen seines Endes gestellt. Sein Leben ist von Anfang an gefährtet und umstritten (keine Herberge, Krippe, Kindermord). Es steht aber auch von Anfang an unter der besonderen Obhut Gottes ("Jungfrauengeburt", Flucht nach Ägypten, Engel). Jesus verdankt sich ganz und gar Gott. Wer Jesus verstehen will mit seiner Lehre, mit seinem Verhalten, mit seinem Lebensweg und seiner Bedeutung, der muß ihn sehen in seiner Nähe zu Gott. Diese Nähe wollen Matthäus und Lukas in ihren Legenden von Jesu Geburt veranschaulichen.

Ich hoffe hier einiges zur Überprüfung gesagt zu haben. Auch wenn solche Worte einem gläubigen Christen wie Gotteslästerung erscheinen müssen. Wer aber nach Fakten ruft, darf die Augen, auf Grund wissenschaftlicher Beweise nicht verschließen.
Ich verabschiede mich für einige Wochen (Urlaub) und wünsche allen Leser/Innen im Board ein gesegnetes Weihnachtsfest und einwenig Frieden im Herzen für das Jahr 2001.
Gruß Harald.
 
M

MarcMann

Hallo Johannes,

Vorsicht, das ist ein Feld mit vielen Löchern...
Gerade das, was Du postulierst, Deinen Glauben, kann man mit mindestens eben so wenig "Beweisen" belegen.
Die Liebe Gottes existiert für Dich auch, obwohl die Welt so ist, wie sie ist.

Marc
 
Bob Brewer

Bob Brewer

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Danke Harald!
Ich konnte es nicht besser sagen. Es ist immer wieder ein Dorn im Auge, wenn um der "Rechtgläubigkeit" willen, Aussagen polemisch angegriffen und als Unglaube hingestellt werden.

Und doch ist unser Thema "Ethik der Zukunft" oder "Ethische Orientierung." Warum streiten wir immer um welche Ansichten genauer oder richtiger sind? Es muß doch klar sein, das alle beteiligten mindestens christlich angehaucht sind und entsprechend ethisch veranlagt.

Ich wünsche allen ein gesegneten Weihnachten (bitte nicht auch noch darüber diskutieren!)
God bless!
Bob
 
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haus maranatha

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Hallo,

ganz schön und gut, was Harald schreibt. Habe jetzt keine Zeit, näher darauf einzugehen. Aber:

Warum bekomme ich auf eine ernst gemeinte Frage keine Antwort? Und zwar eine Antwort, die auf die Frage bezogen ist!

Gruß

------------------
Johannes Paetzold
 
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Sigi

Hallo Johannes,
Du hast ja recht - Kommunikation ist nicht immer einfach. Das von Dir angesprochene Phänomen nennt man übrigens selektive Wahrnehmung. Dabei hört und sieht z. B. jemand nur, was er hören und sehen will. Aber dieser Prozeß sollte auch Dir nicht ganz unbekannt sein :wink:. Also nicht wundern.

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Gruß Sigi
 
Bob Brewer

Bob Brewer

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Lieber Johannes!
Als Antwort auf Dein "ganz ernster Aufruf" und die Nöte, die Du in deinen Umwelt erlebst kann ich nur sagen, dass wenn Du Dir ein Liebes-Deo erhoffst, dann kann es doch nicht so ernst gemeint sein.

Ich entdecke auch ein Fehler in die Ausführungen über die chemische Zusammensetzung der Liebe, nämlich darin, dass die Duftstoffe, die ein Mensch sexuell begehrenswert machen, sie nicht unbedingt "liebenswert" machen. Liebe (eros) ist nicht gleich Liebe (phileo) und schon gar nicht Liebe (agape).

Andererseits glaube ich Anthony de Mello, der gesagt hat, es kommt nicht darauf an wie ich liebe soll, sondern eher auf das, was mich hindert, mein Nächster zu lieben. Er verordnete ein ganz lange Blick in der eigene Seele, um herauszufinden was uns alles in den Weg steht, welche Illusionen hängen wir an und welche Ängste beherrbergen wir. Dann würden wir ein wenig näher gekommen sein, andere lieben zu können.
God bless!
Bob
 
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Ein Artikel aus der Kolumne von Thomas Fischer in der Zeit: Sterbehilfe: Vom Leben und vom Tod Meinungen?
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Deichkind88
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Erst einmal möchte ich mich kurz vorstellen, ich bin Pflegekraft auf einer internistischen Station und arbeite seit nunmehr neun Jahren...
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