Innere Medizin Es macht mich so krank

Amorelie

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Ich arbeite auf einer inneren U kardio. Was wir für Schicksal e haben das ist Katastrophe. 98 jährige völlig abgemagerte Patienten die nicht s mehr essen können, zum Teil massive Kontrakturen haben U so vom Ehemann Zuhause versorgt werden weil er der gesetzliche Betreuer ist . Patientin im ganzen SD gewimmert ,habe Ärztin gebeten bitte etwas zu geben. Was ordnet sie an Novalgin. Die Patientin war nach zwei Std tot lag also im Sterben U bekam nur Novalgin. Ein anderer Patient seit fünf Wochen Chlostridien. Er ist vier Mal minus aber es wird noch volles Programm gefahren. Colo Antibiose usw. Am Ende nachdem er seit Tagen nüchtern war weil colo zweimal verschoben U aus anderen Gründen ist er gestürzt Schenkelhals Bruch gestern Abend. OP heute wurde verschoben weil zu viel Blutverdünnung intus. Das heisst der Mann liegt seit 36 Std mit massivenSchmerzen da bekommt lediglich alle fünf Std 5 mg Morphin per os. Ist sowieso seit drei Wochen psychisch am Ende aufgrund der durchgehenden blutigen Durchfälle. Wir haben ständig massive Pflegefälle , wo ich denke was soll das .lasst doch die armen Menschen in Ruhe ich möchte in diesem Land nicht alt U krank werden .
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Ich würde mal sagen, wir haben im Gesundheitswesen nicht ein Helfersyndrom, sondern ein Verantwortungssyndrom. Man macht die Sachen, weil eine Unterlassung rechtliche Konsequenzen haben könnte. "Die Beatmung darf erst abgestellt werden, wenn der Arzt den Tod bestätigt hat." oder "Warum hast du nur zugesehen, wie er stirbt, und ihn nicht gebeutelt?"
 
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Altenpfleger (exam.)
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lulli00

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Habt ihr kein Ethikkomitee??? Ganz klarer Fall für die...

Ansonsten Kündigen und wo anders hin. Ich hoffe es baut dich auf, bei uns werden die Pat. ordentlich Analgesiert und es sind häufig auch die Ärzte die eine Umfassende Kurative Bahndlung ablehnen. Also es gibt Hoffnung. Ich arbeite in einer ZNA bei einem Max.Versorgers.
 
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Pflege
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Putze

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Hallo Amorelie,
ich habe so den Eindruck,daß Du Dich mit den Problemen auf der Station alleingelassen fühlst.Wie gehen Deine Kollegen damit um? Wie reagiert die Stationsleitung? Ich würde an Deiner Stelle versuchen,ein Gespräch zu initiieren.Am besten wäre letztendlich eine Teamsitzung mit Pflegekräften und Ärzten.Gibt es eine Ethikkommission? Solltest Du merken,daß dies nicht hilfreich ist,solltest Du die Konsequenzen ziehen und Dir zuliebe einen besseren Arbeitsplatz suchen.Heute hast Du viele Möglichkeiten.Viel Glück!
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege
Fachgebiet
Ambulante Intensivpflege
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Fachkrankenschwester für Anäshesie und Intensivpflege Praxisanleiterin Pflegeexpertin im Schmerzmanagement stellv.PDL
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Willy_Wuff

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Hallo Amorelie
Ich antworte mal in Teilen auf Deine Mail :) übrigens, die vielen Abkürzungen und nicht mal das Wort „und“ ausschreibt, macht es das Lesen eines Postings nicht unbedingt leichte :), meine erste Frage war ….. was ist ne U Kardiologie , bis ich festgestellt habe das Dir die beiden Buchstaben n und d scheinbar zu umständlich sind ;-)

„Ich arbeite auf einer inneren U kardio. Was wir für Schicksal e haben das ist Katastrophe. 98 jährige völlig abgemagerte Patienten die nicht s mehr essen können, zum Teil massive Kontrakturen haben U so vom Ehemann Zuhause versorgt werden weil er der gesetzliche Betreuer ist“

Wäre sie in einem Pflegeheim mit überfordertem Personal, das noch weniger zeit für sie hat, als ihr wahrscheinlich auch schon alter Ehemann besser aufgehoben ?
Mit welchem recht will ich mir anmaßen zu sagen was für sie besser ist, ich weiß nicht welche Absprachen sie möglicherweise mit ihrem Mann getroffen hat, als sie es noch konnte.
Ich hatte schon öfters Patienten in ähnlichem Zustand, auch noch einigermaßen klar im Kopf, die haben gesagt das sie unbedingt wieder nach hause wollen und das sie auf gar keinen Fall in eine Pflegeheim wollen.

„Patientin im ganzen SD gewimmert ,habe Ärztin gebeten bitte etwas zu geben. Was ordnet sie an Novalgin“

Jo, das ist auch bei uns der normale Weg, dann liegt es an der Pflegekraft den Arzt nach spätestens 1,5 Stunden darauf hin zu weisen das Novamin nicht hilft, frage ist wie viel hat sie davon bekommen ? Oral ? I.V. ? wie waren die Vitalzeichen ? Hat sie vor schmerzen gejammert oder hatte es möglicherweise andere gründe ? Wurde das Jammern nach Novamin weniger, sichtbare Schmerzzeichen gemindert ?

„Die Patientin war nach zwei Std tot lag also im Sterben U bekam nur Novalgin.“

War es absehbar das sie im Sterben liegt ?
Für mich stellt es sich so dar, das die Schmerzen sie möglicherweise am Sterben gehindert haben (Stress Kortisol Adrenalin ) und nachdem die Schmerzen durch das Novamin erträglich wurden sind die Stresshormone zurück gegangen und sie hatte die Möglichkeit ihren letzten Gang an zu treten.
Somit wirkt es auf mich, als ob die zuständige Pflegekraft ihren Job gut gemacht hat……
Problem erkannt…… Arzt zur Problemlösung „genötigt“ Problem gelöst.
(Ja….. auch wenns böse klingt, Problem gelöst, denn der Tod ist ein Fester Bestandteil des Lebens, und das sterben ist für viele Menschen mit vielen Problemen behaftet und schmerzen halten wegen der Stresshormone Patienten nicht selten davon ab.)

„Ein anderer Patient seit fünf Wochen Chlostridien. Er ist vier Mal minus aber es wird noch volles Programm gefahren.“

Hier wäre etwas mehr Information Hilfreich …. minus was ?
Kein Klindamycin kein Penecelin ? Multiresistent ? Morbus Chron ?

„Am Ende nachdem er seit Tagen nüchtern war weil colo zweimal verschoben U aus anderen Gründen ist er gestürzt Schenkelhals Bruch gestern Abend“

Alter ? Vorerkrankungen ? Parenterale Ernährung ? Mehrere Tage keine Möglichkeit gehabt ihm zwischen OP Ansage und OP Absage ne Flasche Astronauten Kost zu geben ?
Also bei uns werden OP‘s und Untersuchungen spätestens am Nachmittag abgesagt, sprich der Patient kann zwischen 18°° und mindestens 22°° Nahrung zu sich nehmen, wenn die Pflegekraft darauf achtet das er auch was bekommt.
Da der Patient im Rahmen der Dauerdiaroe eh Infusion bekommen haben dürfte, haben die Pflegekräfte den Arzt daran erinnert das der Patient nicht von Wasser und Salz alleine lebt ? Und wenigstens etwas Glucose benötigt ? Oder ggf. ne komplette Parenterale Ernährung ?

„Das heisst der Mann liegt seit 36 Std mit massivenSchmerzen da bekommt lediglich alle fünf Std 5 mg Morphin per os“

Naja, das is schon ne ganze Menge, aber wenns nicht reicht ….. haben die Zuständigen Pflegekräfte die behandelnden Ärzte darauf hingewiesen das der Patient ne adäquarte Bedarfsanordnung benötigt ? Und ihn ggf. darauf hingewiesen das sie die ansage an ihn dokumentieren und das er sich juristisch der unterlassenen Hilfeleistung schuldig macht, wenn er nix macht ?

„Wir haben ständig massive Pflegefälle , wo ich denke was soll das .lasst doch die armen Menschen in Ruhe ich möchte in diesem Land nicht alt U krank werden .“

Ein ethisches Problem, mit dem sich jede Pflegekraft und jeder Arzt täglich auseinandersetzen muß.
1. Frage :
Habe ich das Recht zu sagen ….. dieser Mensch muß mit seinen Vorerkrankungen und seine Prognose weiterleben, weil ich ihn Therapiere ?
Meine für mich Persönliche Antwort : Nein habe ich nicht
2. Frage :
Habe ich das Recht zu beschließen das der Patient nicht weiterleben darf, weil ich das leben nicht für lebenswert halte und die Therapie einstelle ?
Meine für mich Persönliche Antwort : Nein habe ich nicht

Wer hat das Recht diese Entscheidung zu treffen ?
In erster Linie der Patient, ggf. mit einer Patientenverfügung.
(Wenn er es nicht gemacht hat muß er leider mit den Folgen seiner Unterlassung leben )
In zweiter Linie Familie der man zutraut das sie im Sinne des Patienten entscheiden, oder Betreuer.

ICH und auch der Arzt haben nicht das recht diese Entscheidung zu treffen.

Wenn es weder angehörige noch Betreuer gibt und der Patient definitiv im Finalen Stadium ist, dann ist es noch etwas anderes, im Zweifelsfall kann man aber eine Ethikkommission zur Hilfe bitten.

In der heutigen Zeit denke ich mehr denn jeh sind wir die Anwälte des Patienten die dafür sorge tragen müssen, das er seine Rechte und eine bestmögliche Versorgung bekommt, denn wir sind die einzigen die im Zweifelsfall auch fachlich dem Arzt gegenüber Argumentieren können. Und wer von uns glaubt „Machtlos“ zu sein, der sollte sich in Erinnerung rufen das der Pflegebericht bzw. Verlaufsbericht ein immenses Machtmittel darstellt. Im Gegenzug zu vielen Pflegekräften ist dies nämlich den meißten Ärzten bewusst.
Wenn ich dem Arzt am Telefon sage das ich dokumentiert habe das ich ihn um 9°° Uhr 9:30 Uhr …. gebeten habe sich den Patienten an zu sehen, was meint ihr wie schnell der auf die Station kommt, denn wir haben nicht nur das Recht den Arzt ggf. zum Patienten zu schicken, wir haben sogar die Pflicht dazu. Ausbildungsstand entsprechend sind wir in der Lage zu beurteilen ob der Patient von einem Arzt gesehen werden muss oder nicht. Sprich wenn wir sagen das er sich da hin bewegen soll, kann er von mir aus motzen und meckern, sobald ich die Ansage dokumentiert habe bekommt er im Zweifelsfall Juristisch massig Probleme, nicht ich.
Wenn ich ihm am Telefon sage das ich schon zwei mal dokumentiert habe das ich ihn über die Schmerzen des Patienten informiert habe ….. was meint ihr wie schnell der was anordnet, denn eine Unterlassung seinerseits ist eine Körperverletzung, die für ihn persönlich sehr teuer werden kann.
Schont meine Nerven, sorgt dafür das der Patient das bekommt was er braucht und spart meine zeit weil ich nicht andauernd hinter dem Typen hinterher telefonieren muß.

Schon vor über 20 Jahren, als ich noch klein und unschuldig war und ich noch unglaublich viel REEEEEEEEEEEEEEespeckt vor sonem Typen hatte der nen Dr. am Namensschild hatte .......
Kam in der Ersten Unterrichtsstunde der Internist bei uns rein und meinte : "Jedes Tier in der freien Wildbahn hat mindestens einen natürlichen Feind ...... so gehts auch dem Arzt, den einzigen natürlichen feind den der Arzt im Zweifelsfall hat ..... ist die Pflegekraft.
Und damit ihr das nötige Handwerkszeug bekommt..... Bilde ich euch in Medizin aus."

Zumindest bei mir war die Verwirrung groß, aber wenn ich mir meinen Beruflichen Weg so ansehe ...... DER hat nen guten Job gemacht :hrhr:
 
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Zitat Willy_Wuff: "Wer hat das Recht diese Entscheidung zu treffen?
In erster Linie der Patient, ggf. mit einer Patientenverfügung.
(Wenn er es nicht gemacht hat muß er leider mit den Folgen seiner Unterlassung leben) ..."

Nein, die Bevollmächtigten können immer noch den mutmaßlich aktuellen Willen ermitteln und wenn sie ihn glaubhaft machen können (notfalls vor Gericht), muss danach verfahren werden.
 
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Willy_Wuff

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@spade
Wenn Du mich zitierst, bist Du dann bitte so lieb und zitierst mich im Zusammenhang komplett ;-)

In zweiter Linie Familie der man zutraut das sie im Sinne des Patienten entscheiden, oder Betreuer.
Nein, die Bevollmächtigten können immer noch den mutmaßlich aktuellen Willen ermitteln und wenn sie ihn glaubhaft machen können (notfalls vor Gericht), muss danach verfahren werden.
Zumindest wollte ich genau dieses mit dem letzten Satz des Absatzes aussagen, sorry wenns scheinbar anders geklungen hat.
 
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Es ist eine Fehlannahme, dass das Fehlen einer Patientenverfügung bedeutet, der Patient habe sich ausgeliefert. Die Familie ist aber nicht automatisch bevollmächtigt, weshalb sie es schwerer haben könnte den mutmaßlichen Willen glaubhaft zu machen. Einem Bevollmächtigten habe ich durch die Vollmachterteilung schon mal mein Vertrauen ausgesprochen. Wenn der sich mit dem behandelnden Arzt auf ein Vorgehen einigen kann, darf so verfahren (also auch unterlassen) werden.
 
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Willy_Wuff

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OK, so gesehen hast Du recht, zugeb.
Zumindest bei uns auf der Station, ich weiß es ist nicht immer so, verschwinden die Dollarzeichen selbst aus der Pupille unseres Chefarztes, wenn dem Patienten wirklich nicht mehr zu helfen ist. Wenn es möglich ist wird selbstverständlich der Patient gefragt, und ggf. seine Aussage mit den Angehörigen abgesprochen. Und naja, wenn alle beteiligten der Meinung sind das der Patient keine nennenswerte Lebensqualität hat und auch nicht mehr zu erwarten hat, dann bekommt er auch einen Morphin Perfusor, so hoch dosiert das er schmerzfrei ist.
Ich weiß es ist nicht immer so, es gibt genügend Ärzte die die $ Zeichen über das Patienten wohl stellen und auch den Tod nicht als logische Konsequenz des Lebens akzeptieren können.
Das dürften dann die Fälle sein die vor Gericht landen, und bis nen Richter was beschlossen hat kann man nur hoffen das der Patient wenigstens leidensfrei war.

Ich plediere immer wieder dafür das man den Hippokratischen Eid erweitern muß ....... Leben Retten und leben erhalten, aber auch ein Sterben ermöglichen. Dann würde er zeitgemäß das ganze leben abdecken.
 
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Ich plediere immer wieder dafür das man den Hippokratischen Eid erweitern muß ....... Leben Retten und leben erhalten, aber auch ein Sterben ermöglichen. Dann würde er zeitgemäß das ganze leben abdecken.
Der Hippokratische Eid hat heutzutage Null Bedeutung (wer glaubt noch an die Götter, von denen darin dir Rede ist). Was zählt ist das Genfer Gelöbnis bzw. verbindlicher noch die Berufsordnung der Bundesärztekammer. Darin ist aber auch von der Würde und Menschenrechte der Patienten und der Menschlichkeit die Rede.
 
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Willy_Wuff

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Naja, die Menschlichkeit ist bei einem Gewinnorientierten Gesundheitswesen ein Problem an sich.
Was durch diverse Statistiken belegt wird.
Und wenn mir ein Gefäßchirurg sagt das weit über 50% der gemachten Amputationen unnötig sind, der Traumatologe aber leider mehr Kohle bringt als der Gefäßchirurg, dann ist es leider die Realität.
Und wenn Statistiken belegen das OP's, nachdem eine Stadt die Kliniken für nen Appel und nen Ei an irgendwelche Konzerne vertickt hat, Sprunghaft in die Höhe geschnellt sind, dann fragt man sich doch was mit der Stadt Passiert ist, das die Krankheitsbilder der Bevölkerung sich so schlagartig verändert haben. ( Ein schuft wer auf die Idee kommt das Konzerne die Patienten unnötig operieren, schließlich ist jede OP eine Gefahr an Leib und Leben und nicht zu vergessen werben die doch immer so toll mit Menschlichkeit und Ethik und kaufen sich diverse Zertifikate dafür )
Sorry, aber die Begriffe Menschlichkeit und Ethik sind in unseren Gesundheitsfabriken ebenso leere Worthülsen wie in der Pharma Industrie.
Deswegen ja meine Aussage das die Pflegekräfte (Egal ob Pflegeeinrichtung oder Klinik ) mehr denn jeh die Anwälte der Patienten/Bewohner sein sollten.
Schließlich liegt es an mir als Pflegekraft ob ich den Patienten daran erinnere das ihm der Onkologe noch wenige Monate gegeben hat, und das der Herzschrittmacher im Zweifelsfall das Herz auch daran hindern kann seinen natürlichen Stillstand zeitnah zu tätigen. Denn das sind in der Regel Informationen die die Verkäufer mit Skalpell ihren Patienten bei der Aufklährung zur OP nicht sagen ( Nur als Beispiel, dererlei gibt es reichlich in jeder Fachabteilung).
Gerne werden auch 80 und 90 Jährige mit diversen Erkrankungen auch so lange dumm gelabert, bis sie zur OP zustimmen, und wenn sie dann hinterher sagen das sie die OP doch nicht wollen liegt es an uns das zu dokumentieren und ggf. bei dem folgenden Arztgespräch neben dem Patienten zu stehen und zu übersetzen, wenn der mal wieder der deutschen Sprache nicht mächtig ist und die Patienten mit seinem fachchinesisch bombardieren bis sie ga nix mehr denken können.
Es wird einfach zeit das wir Pflegekräfte uns wieder auf den eigenen Status besinnen und uns nicht zu Handlangern irgendwelcher geldgierigen Gestalten machen. Wir haben die Kompetenz und wir haben das wissen die Aussagen des Arztes in Worte zu fassen, die der Patient auch versteht. Denn wir sind das Bindeglied zwischen Arzt und Patient, in beide Richtungen. Und keine zeit ist ne dumme Ausrede, das ist unsere Kernkompetenz. (ggf. was ist wichtiger einen Patienten, der sich zu hause nur alle 2 tage wäscht täglich im Bett ab zu waschen ( Was eigentlich die Aufgabe eines Pflegehelfers sein sollte ) oder den Patienten in essenziellen Dingen helfend zu Seite zu stehen. So ganz am Rande, wir sind gesetzlich zur Gesundheitserziehung und im rahmen unserer Möglichkeiten somit auch zur Beratung verpflichtet. Meines Wissens steht aber nirgendwo im Gesetz das wir uns von den Ärzten oder anderen diverse berufsfremde Tätigkeiten delegieren lassen müssen, damit diese entlastet werden.
Viele Kollegen vergessen leider auch das sie Ärztliche Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Venenverweilkanülen legen u.s.w. auch zurück delegieren können, wenn sie keine Zeit haben. U.s.w. Solche Gespräche führt man ja nicht täglich mit Patienten, und im Zweifelsfall hat man auch möglichkeiten sich die Zeiträume zu schaffen.
 
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Hallo Amorelie
Ich antworte mal in Teilen auf Deine Mail :) übrigens, die vielen Abkürzungen und nicht mal das Wort „und“ ausschreibt, macht es das Lesen eines Postings nicht unbedingt leichte :), meine erste Frage war ….. was ist ne U Kardiologie , bis ich festgestellt habe das Dir die beiden Buchstaben n und d scheinbar zu umständlich sind ;-)

„Ich arbeite auf einer inneren U kardio. Was wir für Schicksal e haben das ist Katastrophe. 98 jährige völlig abgemagerte Patienten die nicht s mehr essen können, zum Teil massive Kontrakturen haben U so vom Ehemann Zuhause versorgt werden weil er der gesetzliche Betreuer ist“

Wäre sie in einem Pflegeheim mit überfordertem Personal, das noch weniger zeit für sie hat, als ihr wahrscheinlich auch schon alter Ehemann besser aufgehoben ?
Mit welchem recht will ich mir anmaßen zu sagen was für sie besser ist, ich weiß nicht welche Absprachen sie möglicherweise mit ihrem Mann getroffen hat, als sie es noch konnte.
Ich hatte schon öfters Patienten in ähnlichem Zustand, auch noch einigermaßen klar im Kopf, die haben gesagt das sie unbedingt wieder nach hause wollen und das sie auf gar keinen Fall in eine Pflegeheim wollen.

„Patientin im ganzen SD gewimmert ,habe Ärztin gebeten bitte etwas zu geben. Was ordnet sie an Novalgin“

Jo, das ist auch bei uns der normale Weg, dann liegt es an der Pflegekraft den Arzt nach spätestens 1,5 Stunden darauf hin zu weisen das Novamin nicht hilft, frage ist wie viel hat sie davon bekommen ? Oral ? I.V. ? wie waren die Vitalzeichen ? Hat sie vor schmerzen gejammert oder hatte es möglicherweise andere gründe ? Wurde das Jammern nach Novamin weniger, sichtbare Schmerzzeichen gemindert ?

„Die Patientin war nach zwei Std tot lag also im Sterben U bekam nur Novalgin.“

War es absehbar das sie im Sterben liegt ?
Für mich stellt es sich so dar, das die Schmerzen sie möglicherweise am Sterben gehindert haben (Stress Kortisol Adrenalin ) und nachdem die Schmerzen durch das Novamin erträglich wurden sind die Stresshormone zurück gegangen und sie hatte die Möglichkeit ihren letzten Gang an zu treten.
Somit wirkt es auf mich, als ob die zuständige Pflegekraft ihren Job gut gemacht hat……
Problem erkannt…… Arzt zur Problemlösung „genötigt“ Problem gelöst.
(Ja….. auch wenns böse klingt, Problem gelöst, denn der Tod ist ein Fester Bestandteil des Lebens, und das sterben ist für viele Menschen mit vielen Problemen behaftet und schmerzen halten wegen der Stresshormone Patienten nicht selten davon ab.)

„Ein anderer Patient seit fünf Wochen Chlostridien. Er ist vier Mal minus aber es wird noch volles Programm gefahren.“

Hier wäre etwas mehr Information Hilfreich …. minus was ?
Kein Klindamycin kein Penecelin ? Multiresistent ? Morbus Chron ?

„Am Ende nachdem er seit Tagen nüchtern war weil colo zweimal verschoben U aus anderen Gründen ist er gestürzt Schenkelhals Bruch gestern Abend“

Alter ? Vorerkrankungen ? Parenterale Ernährung ? Mehrere Tage keine Möglichkeit gehabt ihm zwischen OP Ansage und OP Absage ne Flasche Astronauten Kost zu geben ?
Also bei uns werden OP‘s und Untersuchungen spätestens am Nachmittag abgesagt, sprich der Patient kann zwischen 18°° und mindestens 22°° Nahrung zu sich nehmen, wenn die Pflegekraft darauf achtet das er auch was bekommt.
Da der Patient im Rahmen der Dauerdiaroe eh Infusion bekommen haben dürfte, haben die Pflegekräfte den Arzt daran erinnert das der Patient nicht von Wasser und Salz alleine lebt ? Und wenigstens etwas Glucose benötigt ? Oder ggf. ne komplette Parenterale Ernährung ?

„Das heisst der Mann liegt seit 36 Std mit massivenSchmerzen da bekommt lediglich alle fünf Std 5 mg Morphin per os“

Naja, das is schon ne ganze Menge, aber wenns nicht reicht ….. haben die Zuständigen Pflegekräfte die behandelnden Ärzte darauf hingewiesen das der Patient ne adäquarte Bedarfsanordnung benötigt ? Und ihn ggf. darauf hingewiesen das sie die ansage an ihn dokumentieren und das er sich juristisch der unterlassenen Hilfeleistung schuldig macht, wenn er nix macht ?

„Wir haben ständig massive Pflegefälle , wo ich denke was soll das .lasst doch die armen Menschen in Ruhe ich möchte in diesem Land nicht alt U krank werden .“

Ein ethisches Problem, mit dem sich jede Pflegekraft und jeder Arzt täglich auseinandersetzen muß.
1. Frage :
Habe ich das Recht zu sagen ….. dieser Mensch muß mit seinen Vorerkrankungen und seine Prognose weiterleben, weil ich ihn Therapiere ?
Meine für mich Persönliche Antwort : Nein habe ich nicht
2. Frage :
Habe ich das Recht zu beschließen das der Patient nicht weiterleben darf, weil ich das leben nicht für lebenswert halte und die Therapie einstelle ?
Meine für mich Persönliche Antwort : Nein habe ich nicht

Wer hat das Recht diese Entscheidung zu treffen ?
In erster Linie der Patient, ggf. mit einer Patientenverfügung.
(Wenn er es nicht gemacht hat muß er leider mit den Folgen seiner Unterlassung leben )
In zweiter Linie Familie der man zutraut das sie im Sinne des Patienten entscheiden, oder Betreuer.

ICH und auch der Arzt haben nicht das recht diese Entscheidung zu treffen.

Wenn es weder angehörige noch Betreuer gibt und der Patient definitiv im Finalen Stadium ist, dann ist es noch etwas anderes, im Zweifelsfall kann man aber eine Ethikkommission zur Hilfe bitten.

In der heutigen Zeit denke ich mehr denn jeh sind wir die Anwälte des Patienten die dafür sorge tragen müssen, das er seine Rechte und eine bestmögliche Versorgung bekommt, denn wir sind die einzigen die im Zweifelsfall auch fachlich dem Arzt gegenüber Argumentieren können. Und wer von uns glaubt „Machtlos“ zu sein, der sollte sich in Erinnerung rufen das der Pflegebericht bzw. Verlaufsbericht ein immenses Machtmittel darstellt. Im Gegenzug zu vielen Pflegekräften ist dies nämlich den meißten Ärzten bewusst.
Wenn ich dem Arzt am Telefon sage das ich dokumentiert habe das ich ihn um 9°° Uhr 9:30 Uhr …. gebeten habe sich den Patienten an zu sehen, was meint ihr wie schnell der auf die Station kommt, denn wir haben nicht nur das Recht den Arzt ggf. zum Patienten zu schicken, wir haben sogar die Pflicht dazu. Ausbildungsstand entsprechend sind wir in der Lage zu beurteilen ob der Patient von einem Arzt gesehen werden muss oder nicht. Sprich wenn wir sagen das er sich da hin bewegen soll, kann er von mir aus motzen und meckern, sobald ich die Ansage dokumentiert habe bekommt er im Zweifelsfall Juristisch massig Probleme, nicht ich.
Wenn ich ihm am Telefon sage das ich schon zwei mal dokumentiert habe das ich ihn über die Schmerzen des Patienten informiert habe ….. was meint ihr wie schnell der was anordnet, denn eine Unterlassung seinerseits ist eine Körperverletzung, die für ihn persönlich sehr teuer werden kann.
Schont meine Nerven, sorgt dafür das der Patient das bekommt was er braucht und spart meine zeit weil ich nicht andauernd hinter dem Typen hinterher telefonieren muß.

Schon vor über 20 Jahren, als ich noch klein und unschuldig war und ich noch unglaublich viel REEEEEEEEEEEEEEespeckt vor sonem Typen hatte der nen Dr. am Namensschild hatte .......
Kam in der Ersten Unterrichtsstunde der Internist bei uns rein und meinte : "Jedes Tier in der freien Wildbahn hat mindestens einen natürlichen Feind ...... so gehts auch dem Arzt, den einzigen natürlichen feind den der Arzt im Zweifelsfall hat ..... ist die Pflegekraft.
Und damit ihr das nötige Handwerkszeug bekommt..... Bilde ich euch in Medizin aus."

Zumindest bei mir war die Verwirrung groß, aber wenn ich mir meinen Beruflichen Weg so ansehe ...... DER hat nen guten Job gemacht :hrhr:
4 Mal minus heisst er hat eine Patienten Verfügung keine Rea kein Imc keine Intubation keine lebenserhaltenden Maßnahmen U trotzdem wird bis zum Umfallen therapiert bei uns. Da bekommen Leute die im Sterbeprozess liegen noch tgl Blutentnahmen U Antibiotika.
 
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Amorelie

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Naja, die Menschlichkeit ist bei einem Gewinnorientierten Gesundheitswesen ein Problem an sich.
Was durch diverse Statistiken belegt wird.
Und wenn mir ein Gefäßchirurg sagt das weit über 50% der gemachten Amputationen unnötig sind, der Traumatologe aber leider mehr Kohle bringt als der Gefäßchirurg, dann ist es leider die Realität.
Und wenn Statistiken belegen das OP's, nachdem eine Stadt die Kliniken für nen Appel und nen Ei an irgendwelche Konzerne vertickt hat, Sprunghaft in die Höhe geschnellt sind, dann fragt man sich doch was mit der Stadt Passiert ist, das die Krankheitsbilder der Bevölkerung sich so schlagartig verändert haben. ( Ein schuft wer auf die Idee kommt das Konzerne die Patienten unnötig operieren, schließlich ist jede OP eine Gefahr an Leib und Leben und nicht zu vergessen werben die doch immer so toll mit Menschlichkeit und Ethik und kaufen sich diverse Zertifikate dafür )
Sorry, aber die Begriffe Menschlichkeit und Ethik sind in unseren Gesundheitsfabriken ebenso leere Worthülsen wie in der Pharma Industrie.
Deswegen ja meine Aussage das die Pflegekräfte (Egal ob Pflegeeinrichtung oder Klinik ) mehr denn jeh die Anwälte der Patienten/Bewohner sein sollten.
Schließlich liegt es an mir als Pflegekraft ob ich den Patienten daran erinnere das ihm der Onkologe noch wenige Monate gegeben hat, und das der Herzschrittmacher im Zweifelsfall das Herz auch daran hindern kann seinen natürlichen Stillstand zeitnah zu tätigen. Denn das sind in der Regel Informationen die die Verkäufer mit Skalpell ihren Patienten bei der Aufklährung zur OP nicht sagen ( Nur als Beispiel, dererlei gibt es reichlich in jeder Fachabteilung).
Gerne werden auch 80 und 90 Jährige mit diversen Erkrankungen auch so lange dumm gelabert, bis sie zur OP zustimmen, und wenn sie dann hinterher sagen das sie die OP doch nicht wollen liegt es an uns das zu dokumentieren und ggf. bei dem folgenden Arztgespräch neben dem Patienten zu stehen und zu übersetzen, wenn der mal wieder der deutschen Sprache nicht mächtig ist und die Patienten mit seinem fachchinesisch bombardieren bis sie ga nix mehr denken können.
Es wird einfach zeit das wir Pflegekräfte uns wieder auf den eigenen Status besinnen und uns nicht zu Handlangern irgendwelcher geldgierigen Gestalten machen. Wir haben die Kompetenz und wir haben das wissen die Aussagen des Arztes in Worte zu fassen, die der Patient auch versteht. Denn wir sind das Bindeglied zwischen Arzt und Patient, in beide Richtungen. Und keine zeit ist ne dumme Ausrede, das ist unsere Kernkompetenz. (ggf. was ist wichtiger einen Patienten, der sich zu hause nur alle 2 tage wäscht täglich im Bett ab zu waschen ( Was eigentlich die Aufgabe eines Pflegehelfers sein sollte ) oder den Patienten in essenziellen Dingen helfend zu Seite zu stehen. So ganz am Rande, wir sind gesetzlich zur Gesundheitserziehung und im rahmen unserer Möglichkeiten somit auch zur Beratung verpflichtet. Meines Wissens steht aber nirgendwo im Gesetz das wir uns von den Ärzten oder anderen diverse berufsfremde Tätigkeiten delegieren lassen müssen, damit diese entlastet werden.
Viele Kollegen vergessen leider auch das sie Ärztliche Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Venenverweilkanülen legen u.s.w. auch zurück delegieren können, wenn sie keine Zeit haben. U.s.w. Solche Gespräche führt man ja nicht täglich mit Patienten, und im Zweifelsfall hat man auch möglichkeiten sich die Zeiträume zu schaffen.
Ja das Problem mit den Blutentnahmen. Bei uns Standard wenn kein Pj ler im Dienst ist das wir das erledigen müssen. Eigentlich müsste man tatsächlich Mal sagen : nein nicht meine Aufgabe v.a da es extrem schwer ist bei alten überall zerstochenen Patienten noch eine Vene zu finden
 
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Gibt es bei euch im Haus sowas wie eine Ethik Kommission ?
Die kann auch von Pflegekräften zur Hilfe gerufen werden.
Wenn in so einem Fall unser Arzt auf teufel komm raus Therapiert dann stelle ich ihm die Frage nach dem Procedere und sage ihm das ich selbiges Dokumentieren werde.
Sollte er Palliativer Ansatz sagen und er dann hemmungslos kurativ therapieren, dann weiss er das er sich ggf. vor dem MDK rechtfertigen muß.
Und ich würde ihm sagen das ich den Ethikrat einschalten werde.
Keine Ahnung aber irgendwie denken allein bei der "Drohung" einige Ärzte dann schon weiter als über ihren Tellerrand.
 
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