es geht um oma....

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deichsitzerin

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moin moin von der küste schleswig holsteins.

es geht um oma um die wir uns sorgen machen. mein mann ist ganztags berufstätig und ich halbtags. oma ist 76 und lebt ein paar straßen weiter von uns entfernt. sie ist allein in ihrem haus.

möchte mal unsere oma beschreiben: sie ist diabetikerin, muss 3 mal tgl spritzen. ohne ihre hörgeräte ist sie absolut taub. dazu stark sehbehindert (makuladegeneration). vom gangbild ist sie unsicher, ich frage mich manchmal wie sie überhaupt von a nach b kommt.

immer wieder entgleist der zuckerspiegel. dann stürzt sie, liegt irgendwo stundenlang am boden und ist total zerbeult. gestern nacht waren wir um 3 uhr bei ihr, da sie ewig neben dem bett lag und garnicht wusste, was überhaupt los ist. sie hat es noch geschafft uns anzurufen. neulich ist sie ewig in der toilette gelegen, hat sich von da aus durch mehrere zimmer bis ans telefon gehangelt und ist mehrfach schwer gestürzt so daß sie zum röntgen musste.

dazu kommt, daß sie sich an einer kerze die haare abgefackelt hat, löcher in die jacke gebrannt hat - versteht mich nicht falsch aber ich dreh noch am rad.

in der speisekammer häufen sich gekochte lebensmittel die schon einen pelz haben. ich muss ständig die lebensmittel kontrollieren, denn sie sieht nicht mehr, ab was abgelaufen ist und meint, daß könne sie noch essen.

sie hat eine putzfrau die 1x die woche kommt und das nötigste macht, aber ich muss sagen, es sieht aus wie s.. und ich mache was ich kann.

ich habe überlegt eine pflegestufe zu beantragen komme aber mit der grundpflege von 45 minuten nicht hin. oma kann noch einiges selber und macht das auch mehr schlecht als recht. zähneputzen z.b. und oma hat die zahnpasta aus dem pullover und auf der backe. aber sie putzt selber.

kochen geht auch selber aber hinterher schrubbt sie den herd bis er durch ist, da sie den dreck nicht sieht und meint sie muss nur 1 stunde tüchtig mit stahlwolle schrubben, dann ist er sicherlich sauber. hat im letzten jahr 2 herde durchgeschrubbt.

anziehen geht auch selber, aber ich muss sagen, wenn ich nicht frische sachen rauslege, dann steht oma vor dreck.

ich weiss einfach nicht mehr weiter. ich habe einfach angst, wenn ich sie allein lasse, daß sie wieder irgendwo in der ecke liegt und keiner da ist, der ihr hilft.

in ein heim will sie partout nicht und ich habe es auch noch nicht gewagt, daß mal mit ihr zu besprechen. so kann es doch nicht weiter gehen. ich kann nicht andauernd neben ihr stehen.

ich habe ihr auch schon einen notruf besorgt. da drückt sie dann nachts drauf und freut sich, wenn wir antanzen und da sind - feine sache für oma.

daß sie nicht allein sein kann, wird sie nicht verstehen wollen.

was habt ihr für vorschläge oder wer von euch hat die gleiche situation?

danke anna
 
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Angie42

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Hallo deichsitzerin,

ich glaube ich weiß wie Du dich fühlst. Auch wenn deine Oma noch viel alleine machen kann, benötigt sie doch Hilfe, auch die nächtlichen Besuche die Ihr macht zählen zu den Minuten zusammen. Da kommt einiges zusammen, was Du im Moment vieleicht nicht siehst. Mach mal bitte ein Tagebuch, kann man bei einigen KK auf der Homepage runterladen und dann verfolge mal wieviel Hilfe deine Oma dann wirklich benötigt.

Alleine durch das Sie sich kaum helfen kann , wenn sie irgendwo liegt.

Du kannst mich auch gerne per PN anschreiben.

LG Angie
 
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Sonnensturm

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AW: es geht um oma....

@deichsitzerin, wendet Euch an die Kasse und stellt doch eine Antrag auf eine Pflegestufe. Falls ihr nicht die Betreuung habt, muss das die Oma machen. Das Pflegetagebuch gibt es dann schon meistens mit. Die Gutachter sehen manchmal auch mehr, als die Angehörigen oder die Betroffenen selbst. Auch wenn die oma noch einiges selber macht oder es zumindest versucht, müsst ihr sie ja anleiten. Das zählt auch zum Zeitaufwand.
:super:Wasserfrau
 
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deichsitzerin

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AW: Re: es geht um oma....

hallo angie,

vielen dank für deinen tip mit dem pflegetagebuch. habe ich schon angefangen zu schreiben. es ist übrigens meine schwiegermutter. mir fehlt einfach ein aufhänger wie ich mit ihr über ihre situation reden kann. ich will sie nicht vor den kopf stoßen. ich habe das problem denn - für oma ist das alles ok so wie es ist. sie verkennt ihre situation und das ist das schlimmste. wenn die blauen flecken nicht mehr weh tun - tippelt sie weiter durch ihr leben - bis zum nächsten mal.
käme ein gutachter vom mdk ins haus denkt oma, man will sie für verrückt erklären und ins heim schicken. ich habe ihr mal erzählt, ich kenne eine bekannte, die ist jetzt im pflegeheim und der geht es da wunderbar. habe ihr erzählt was die alles zusammen unternehmen und daß diese bekannte da nicht allein ist und lecker essen usw. da gehen bei ihr die alarmglocken an und schon ist es aus. ich finde da einfach nicht den richtigen aufhänger und es fehlt ihr auch jegliche einsicht - sie kann alles und es geht ihr prima.

also was tun?

LG anna
 
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Lisy

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AW: es geht um oma....

Hallo deichsitzerin,
das von dir beschriebene kenne ich nur zu gut. Manchmal ist es hilfreich (ein sogenannter Türöffner) wenn man den HA ins Boot holt und der dann eine Verordnung häuslicher Krankenpflege ausstellt (deiner Schwiegermutter sagt, die Insulin Gaben muß unbedingt ein MA eines Pflegedienstes machen) und dann ein Pflegedienst eures Vertrauens die Medigabe und das Insulin spritzen übernimmt. Netter Nebeneffekt, die MA beraten euch und helfen euch bei der Einstufung.
Andere Frage: Wenn dein Schwiegermutter so schlecht sieht, bekommt sie dann Blindengeld? Das wäre nämlich auch noch eine Möglichkeit um sich ein finanzelles Polster für "Fremdleistungen" zu sichern.
Ich wünsch dir viel Kraft für diese doch sehr zermürbende Situation.
Ganz lieben Gruß Lisy
 
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