Erzieher in der Psychiatrie

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G

gunde

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2003
47551
Hallöchen!
Bei uns in der Klinik werden zur Zeit die Pflegediagnosen nach NANDA und das Bezugspflegesystem eingeführt. Nun werden heftige Diskussionen über die Einbindung und Befugnisse der auf den Stationen arbeitenden Erziehern geführt. Die Übernahme der Rolle der pflegerische Bezugsperson und damit verbunden das Stellen der Pflegediagnosen ist eine rein pflegerischen Aufgabe und kann somit nur von 3-jährig ex. Krankenpflegekräften ausgeführt werden. Das Problem, was sich jetzt stellt ist, dass auf einigen Stationen (vorallem Kinder- und Jugendpsychiatrie und Forensik) viele Erzieher eingestellt sind (teilweise sind sie sogar in der Überzahl).
Kennt jemand dieses Probleme? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Greetz
Gunde
 
Qualifikation
Krankenschwester/ BA of Nursing
Fachgebiet
RK Bedburg-Hau
M

ManuelaEva

Neues Mitglied
Basis-Konto
04.10.2004
Hallo Gunde, ich habe deine nachricht gelesen und wurde neugierig, es erstaunt mich dass Du irgendwie gegen die Erzieher in der Psychiatrie bist. Um so mehr man ist, d.h. um so mehr verschiedene professionelle Figuren zusammen arbeiten. um so groessere und bessere Risultate koennen erfolgt werden. Entschuldige mein Deutsch, ich wohne schon seti 25 Jahren in Italien, und hier gibt es keine Irrenanstalt mehr, seit 1978, nur noch wohngemeinschaften groessere ca. 20 leute und kleinere ca. 3-5 Leute, Tagesstellen und betreute Leute in ihrer eignen Wohnung. Ich habe in der Psychiatrie angefangen kurz nach der Oeffnung der Anstalten, und ich denke dass Dank der Erzieherarbeit dies es auch geschah. Seit 1998 arbeite ich mit einer Frau, Ihre Diagnose ist "Schizofrenia residua", bei Ihr zuhause, anfangs blieb ich auch ueber 5 stunden bei Ihr, sie lief nackt um 5 aus dem Hause, hatte Tag und Nacht verwechselt, machte ueberhaupt nichts mehr zu hasue ausser Krach, Radio ganz laut usw. nach Ihrem letzten Aufenthalt in einer Nervenklinik (das geht hier nur noch fuer 1 - hoechstens 3 Monaten, wurde ich eingesetzt, sie hatte anfangs auche keinen Kontakt mehr zu Ihrer Familie, nach einem Jahr Zusammenarbeit mit der Krankenschwester, dem Psychiater, Fuersorge und ich, ging alles berg auf. Sie hatte nie wieder einen grossen Anfall im ersten Jahr, und ueberhaupt keinen mehr in den naechsten Jahren, heute ist sie soweit, dass sie alleine sein koennte. Was war das schoene?? Ich war nie alleine, hatte immer die Moeglichkeit mich mit den andere professionelle Figure abzusprechen, Trost und Hilfe und raete zubekommen und zusammen haben wir es geschafft.
Sie wurde als hoffnungslos beschrieben, es war auch eine Wette des Psychiaters, adie andere stunden meines Tages arbeite ich in einer groesseren Wohngemeinschaft, und dort sind verschiedene Diagnosen, einige leichter andere werden ca. alle 3 Monate in die Nervenklinik geschickt, unsere èquipe ist 1 Psychiater, 3 krankenschwestern 1 Psychologe und 7 Erzieher, es klappt, nur der Psychiater macht meistens was er will.
Na jetzt muss ich aufhoeren, muss noch lernen Ciao und hoffentlich hab ich Dich ein bisschen troesten koennen. Manuela
 
Qualifikation
Erzieherin
Fachgebiet
Psychiatrie
H

hardl

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Gunde,

also eine Lösungsmöglichkeit kann ich leider nicht bieten. Ich wollte nur mal meine Meinung dazu loswerden. Ich sehe die Einstellung von anderen Berufskruppen, in der Pflege, auch mit etwas gemischten Gefühlen (Ich spreche nur für die Psychiatrie, denn überall anders kann ich es nicht beurteilen). Das vermeintlich schlagende Argument ist ja, dass man so viele Mitarbeiter mit unterschiedlichen Ausbildungen hätte und Aufgrund der Unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter könnten die Patienten durch das "Mehrangebot" profitieren. Das ist theoretisch richtig, aber die Praxis ist eine andere. Die psychiatrische Pflege ist momentan auf dem Weg erst mal einen allgemeingültigen Sprachgebrauch anzunehmen und versucht somit ja auch die Arbeit allgemeingültig zu definieren. Bisher geschieht in der Psy. Pflege noch sehr viel aus dem Bauch und wird gesteuert durch das subjektive Empfinden der zuständigen Pflegekraft. Selbst das schon seit Jahren viel diskutierte Thema Bezugspflege ist auch immer wieder ein Reizthema, da es immer wieder neu besprochen werden muss wo Bezugspflege beginnt und wo sie aufhört, was der Bezugspflegekraft zusteht und was nicht.

Ich will damit sagen, dass wir es nicht schaffen werden uns auf einen allgemeingültigen Standart festzulegen, wenn immer wieder neue Berufgruppen mit anderen Erfahrungen in die Teams integriert werden müssen. Denn meiner Erfahrung und Beobachtung nach erfordert es eine komplette Einarbeitung in unsere Materie die ja wie oben beschrieben noch teilweise sehr undurchsichtig ist, dies Energie sollte vielleicht mehr in die Vereinheitlichung der Tätigkeiten der Pflegekräfte gesteckt werden, wenn diese hoffentlich mal mit einem annähernd gleichen Erfahrung und Wissen von der Schulen kommen, denn dann könnte man sich die Basisarbeit sparen und der Mitarbeiter wäre schneller integriert.
Lange Rede kurzer Sinn: Viel Köche verderben halt auch mal den Brei.

Um nicht missverstanden zu werden. Wäre die Pflege transparent und es gäbe einen allgemeingültigen, in der Praxis bestehenden Standart, quasi ein Fundament auf dem die Pflege aufgebaut wird, spräche für meinen Geschmack nichts dagegen auch andere Berufsgruppen zu integrieren, bisher wird es aber mehr Unruhe wie echten nutzen bringen.
(Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt)

Viele Grüße
Hardl
 
Qualifikation
Pflegefachmann
Fachgebiet
Ambulante psychiatrische Pflege
G

gunde

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
31.01.2003
47551
Hi Hardl!
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich bin der Meinung, dass Patienten durch ein möglichst breit gefächertes mulitprofessionelles Team besser gerecht werden kann, in allen Facetten. Aber dennoch sollte sich jeder auf das Konzentrieren, was er gelernt hat. Werden sämtliche Berufsgruppen in dien Pflege mit einbezogen (hiermit meine ich nicht den adäquaten Austausch von Informationen untereinander) machen wir einen großen Schritt zurück. Denn gerade durch die Implementierung von Pflegediagnosen, Bezugspflegesystem usw. werden die Aufgabengebiete und Verantwortlichkeiten der Pflegekräfte deutlich. Das ist dann meiner Meinung nach auch der richtige Weg zur Professionalisierung der Pflege, die eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen natürlich fördern soll und nicht beeinträchtigen.
Ich hoffe, du verstehst was ich meine.

Greetz
Gunde
 
Qualifikation
Krankenschwester/ BA of Nursing
Fachgebiet
RK Bedburg-Hau
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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