Atmung & Beatmung Erste hilfe bei Dekanülierung

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Iglheaz

Mitglied
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Tach,

es geht in meiner Frage um eine Versehentliche Dekanülierung von Tracheostomierten Patienten.

In der Fachliteratur steht, das man nach dem versuch der Rekanülierung das TS (=Tracheostoma) mit einer sterilen Kompresse abdecken soll, und dann mittels Beatmungsbeutel und Maske Beatmen soll.

Jetzt stelle ich mir die Frage, wie ich mit 2 händen die Maske halten soll, den Beatmungsgeutel komprimieren, und gleichzeitig noch das TS dichthalten soll. Oder soll ich mit der Maske das TS irgendwie abdichten? In beiden Fällen müsste es doch eigendlich zu erheblichen Druckverlusten aus dem jeweils offenen Weg geben, der die beatmung nicht sehr effizient wirken lässt.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Intensivstation mit NCH Schwerpunkt
L

L. Li

Mitglied
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28.02.2007
40227
"versehentliche" dekanülierung sollte nicht nur nicht passieren sondern kann auch z.b. bei frischem, perkutan angelegtem stoma schnell ein lebensbedrohlicher notfall sein.
(daß es doch passiert, vor allem bei pat. die es selbst hinbekommen sich die tk zu entfernen ist unbestritten)

erlebt habe ich es schon öfters - per maske und beutel habe ich allerdings unter klinischen bedingungen noch nie einen tk-patienten beatmet...., etwas seltsam, mit der kompresse und der maske, wie lange soll das denn dauern? nur für pflegepersonal mit 5 händen? wie effektiv soll eine solche beatmung - noch dazu mit raumluft sein wenn der pat. ohnehin durch den tk-"wechsel" schon hypoxisch ist?

nee, da gibt es bessere tricks: über einen bougie, zur not seldinger-draht oder zur allerhöchsten not einen absaugkatheter als führung versuchen eine weiche, kleinere tk vorzuschieben.
oder: als notfall-ausrüstung eine jet-kanüle besorgen, kostet ein paar euro und ist etwas dicker als ein absaugkatheter. darauf ist ein normkonektor wie bei einer normalen tk.
über den kann man dann beatmen, von mir aus mit der tüte, mit der maschine oder auch mit dem mund :wink:

L.Li

ps: hilfreich ist auch in so einer situation einen tracheostoma- spreizer am bett zu haben, muß ja nicht von aesku....dingeskirchen sein. gibt es auch schon mal für 20-30€ und ist bestimmt kein rausgeschmissenes geld - wie gesagt, für den notfall.

ps zu ps: TS ist so geschrieben in der medizin eine eingetragene, internationale, ganz andere abkürzung, ich glaube, es waren diese pflaster........
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
I

intensivotter

Mitglied
Basis-Konto
17.09.2007
40589
Nabend!
Wir haben am jedem Pat.bett von tracheotomierten Pat. ein sogenanntes Notfallset.
Inhalt:Spreizer,Magensonde, Gleitgel,2 TK unterschiedlichen Größen
Kommt es zu einer ungewollten Dekanülierung können wir so recht zügig eine neue TK einsetzen, wobei die MS als Seldingerdraht dient.
 
Qualifikation
fachkrankenschwester
Fachgebiet
intensivstation
B

bikerin

Mitglied
Basis-Konto
04.01.2006
81737
@ L. Li

zu deinem *ps zu ps*
TTS :wink: transdermales therapeutisches System (Pflaster)
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chir. ITS
C

Cystofix

Mitglied
Basis-Konto
11.11.2004
69120
Moin,

ich denke, man sollte etwas unterscheiden. habe ich ein frisches dilatatives TS, dann wird mir ein Rekanülierungsversuch nicht gelingen und ich muss / sollte den Pat. via Maske beatmen, bis ein Doc. ihn wieder oral intubiert.

Bei einem plastischen TS würde ich einfach versuchen, ein Tracheoflex einzubringen, wenns sein muss via Absaugkatheter und ggf. mithilfe eines Spreizers.

Aber auch diese Pat. kann ich mittels Maske beatmen, wenn ich mir eine Rekanülierung nicht zutraue oder diese nicht gelingen will. Muss man halt nur das TS etwas abdichten.

Gehe aber davon aus, dass auf einer Intensiv schnell ein Arzt zugegen ist.

Greetz Cys
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie/Intensiv
Brabanta

Brabanta

Neues Mitglied
Basis-Konto
23.10.2007
24354
Auf einer Intensivstation schon, aber in der amb. Intensivpflege eben nicht!
Gute Tipps wurden schon gegeben, wenn Du allerdings wirklich nach der ersten Empfehlung gehen willst, dann vergiss die sterile(!) Kompresse!
Also, eine Kompresse glatt auflegen, eine zweite zusammengeknüllt und dann mit Fixomull abkleben.
Dann stehen Dir beide Hände für die Beatmung per Maske und Beutel zur Verfügung.
Das Material kann vorbereitet bereit liegen, dann ist es eine Sache von Sekunden, bis man mit der Beatmung beginnen kann.
 
Qualifikation
Anästhesieschwester
Fachgebiet
Anästhesie & Langzeit-Beatmung
M

meggy

Gesperrter Benutzeraccount
Hallo,

bei einer Dekanülierung würde ich folgendermaßen vorgehen:
1. Versuch die Kanüle wieder hereinzustecken
2. Spreizer anwenden und Kanüle wieder hereinstecken
3. "Führungsschiene" anwenden, in der Kinderkrankenpflege werden gern Magensonden verwendet, die sind ein wenig fester als die Absaugkatheter
4. wenn das alles nichts hilft, Stoma mit Varihesive abkleben und bebeuteln, Notruf veranlassen.

Dekanülierungen in der Kinderkrankenpflege sind leider recht häufig, da die Kinder aufgrund ihres Alters an allem herumhantieren...
Wir haben entsprechendes Notfallbesteck, fertig eingestellte frische Kanüle, Spreizer, Fixierungsmaterial, Ambubeutel mit zusätzlicher Maske und Sauerstoff immer griffbereit.

LG,
Meggy
 
Qualifikation
freiberufl. Kinderkrankenschwester, Familienberatung, freie Dozentin
Fachgebiet
Trier
Weiterbildungen
www.IG-kikra.de
Interessengemeinschaft freiberuflich und/oder präventiv tätiger Kinderkrankenschwes
L

Leni

Mitglied
Basis-Konto
22.11.2006
31311
Hallo Meggy
wir verfahren bei einer Dekanülierung genauso,ein Notfallset wie von Dir beschrieben ist auch bei uns griffbereit am Patientenplatz,Ambubeutel , Maske und O2 sind selbstverständlich.

L.G. Leni
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenschwester /PA
Fachgebiet
Päd. Intensivstation
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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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