Erschöpft von der Arbeit

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Tombombalin

Mitglied
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06.07.2013
Ich bin bei meinem Arbeitgeber mit 30 Stundenwoche angestellt. Habe vor Jahren entschieden in die Teilzeit zu gehen weil ich Vollzeit einfach nicht schaffe und auch viel zu genervt und unkonzentriert arbeite ohne entsprechende Freizeitausgleich.
Jetzt ist es mal wieder soweit da ich auch Nachtschicht mache das ich für 7 Nächte am Stück eingeteilt wurde. Von Dienstag bis Montag. Eine Nacht hat bei mir auf der Arbeit 9 Arbeitsstunden. Heute ist die letzte Nacht, ich bin so leer an Energie. Das war schonmal so und hab mit meiner PDL geredet das ich sowas einfach nicht schaffe weil ich eine 63 Stunden block oder Woche nicht schaffe. Leider ist es laut Tarif möglich so zu planen. Als Antwort habe ich damals nur bekommen das sie sogar die Möglichkeit mich 12 Tage so arbeiten zu lassen. Ich bin mir nicht sicher ob man wegen Erschöpfung zum Arzt gehn kann?. Auf jedenfall hoffe ich das ich die Nacht heute noch durchstehe.
 
Qualifikation
Exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
S

SrLizzyC

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02.11.2020
Also, auf deine letzte Frage: ja, wegen Erschöpfung kann man zum Arzt gehen. Verdacht auf burnout. Ohne hier eine ärztliche Diagnose gestellt zu haben. Nur erfahrungsgemäß ist das so.
Des weiteren, es stimmt, daß man dich für 12 Tage am Stück einplanen darf. Allerdings nur im Rahmen deiner täglichen Arbeitszeit, also nicht vollschichtig. Ich nehme auch an, daß du vorab schon im Dienstplan überplant wirst. Das ist verboten. Du hast deine Arbeitskraft für 30 Stunden die Woche zur Verfügung zu stellen, alles was drüber ist, ist eine Eigenmächtigkeit der Planenden.
Deine PDL ist so typisch für die heutige Zeit. Wir drohen dem Mitarbeiter, dann wird er schon spuren. Das ist keine Option. Sie hätte sich deiner Probleme annehmen müssen....
Such dir einen anderen Arbeitgeber. Heute hat man da wohl kaum Probleme.....
Alles Gute
 
Qualifikation
AP, LfP/PDL, QmB, HygB, Gpsy. U. pall. Pfk
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Saxon

Saxon

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15.09.2020
In der Pflege besonders ist dies Leider zum Alltag mutiert ........Das Arbeitszeitgesetz verbietet dies ausdrücklich nicht.Aber es sind daran auch rechtliche Bedingungen geknüpft : Zum Beispiel die Ruhezeiten.
Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit müssen Arbeitnehmer eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden haben, § 5 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Eine Verkürzung ist lediglich für bestimmte Berufsgruppen möglich und muss mit einem später gewährten verlängerten Ruhezeitraum ausgeglichen werden.

Der Gesetzgeber nimmt die Ruhezeit also ernst. Was bedeutet sie genau? Schon vor 15 Jahren hat der Europäische Gerichtshof bestimmt, dass es sich um eine Zeit handeln muss, in der der Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber keinerlei Verpflichtungen unterliegt, die ihn daran hindern, seinen eigenen Interessen nachzugehen. Eine Besonderheit ist Rufbereitschaft: Diese erfüllt die Ruhezeit, solange kein Arbeitseinsatz erfolgt.
„Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist.“ (§ 11 Abs. 3 ArbZG)

Hierbei ist egal, wie lange oder wie schwer der Arbeitseinsatz an dem Sonntag war; es muss ein Ersatzruhetag in einem Umfang von 0 Uhr bis 24 Uhr gewährt werden. Als Ersatzruhetag kommt jeder Werktag der Woche in Betracht, auch ein nach Schichtplan arbeitsfreier Werktag oder ein ohnehin arbeitsfreier Samstag. Gibt es keinen bereits geplanten freien Tag innerhalb des 2-Wochen-Zeitraums, muss der Arbeitgeber einen arbeitsfreien Tag bestimmen.

§ 11 Abs. 1 ArbZG – mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen frei bleiben (gilt für Tag- wie Nachtarbeit) und

§ 11 Abs. 3: für jeden gearbeiteten Sonntag muss an einem Werktag ein freier Ersatzruhetag gewährt werden, der innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen vor oder nach dem durchgearbeiteten Sonntag zu nehmen ist.

Für Tag- und Nacharbeit gibt es dabei keine Unterschiede!

17 Nächte (ebenso Tage) am Stück zu arbeiten ist also (jedenfalls nach dem Gesetz, sofern nicht ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung dagegen sprechen) zulässig, wenn für jeden der 2-3 in diese Zeit fallenden gearbeiteten Sonntage innerhalb des Ausgleichszeitraums an einem Mo-Sa jeweils ein freier Ausgleichstag genommen wird.

Nach 12 Tagen Arbeit hintereinander vier Tage frei am Stück !
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie u. Intensivmedizin
Fachgebiet
Palliativ care
Weiterbildungen
PDL, Heimleiter, Dozent
Studium
Uni Leipzig
M

Menschenkind

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18.12.2012
Ja, du kannst dich wegen Erschöpfung vom Arzt krank schreiben lassen. Es gibt mehrere ICD10-Diagnosen, die verwendet werden können (Burnout-Syndrom kommt meines Wissens erst mit dem ICD11 als Diagnose hinzu).
Im Übrigen hat dein Arbeitgeber eine Sorgfaltspflicht gegenüber den Arbeitnehmern, sollte also gut daran tun, seine Mitarbeiter nicht über Gebühr und ihre Belastungsgrenzen arbeiten zu lassen. Denn die Folge ist sehr teuer für den Arbeitgeber...aber so viel Weitsicht zu verlangen...*seufz*.
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
L

Lulli1.0

Mitglied
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14.07.2020
@Saxon

In der Tat gibt es kein Gesetz was etwas genaues zur Rufbereitschaft sagt. Was eigentlich auch unnötig ist wenn man eine verlässliche Quelle hat die Arbeitszeit definiert.
EDIT: Arbeitszeit ist im Arbeitszeitgesetz §2 definiert.
N.m.V. muß es entsprechend kein Gesetz geben was mehr als 10h Arbeitszeit in der Rufbereitschaft ausschließt bzw. verbietet. Eher umgekehrt müsste es ein Gesetz geben welches mehr als 10h Arbeitszeit in der Rufbereitschaft erlaubt.


Allerdings gibt es Kommentare welche Aktive Arbeitszeit in Rufbereitschaften als Arbeitszeit erklärt. Diese fällt dann wieder unter die Regelungen der Arbeitszeit mit den entsprechenden Ruhezeiten und Höchststundenanzahl.

Rufbereitschaft = Ruhezeit in der man verpflichtet ist für den AG erreichbar zu sein um kurzfristig zur Arbeit abgerufen werden zu können.
Wird man dann in den Einsatz gerufen ist die Arbeitszeit.
rufbereitschaft.html
 
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GuK
Fachgebiet
Anästhesie
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Crevvi

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07.04.2020
Ich bin bei meinem Arbeitgeber mit 30 Stundenwoche angestellt. Habe vor Jahren entschieden in die Teilzeit zu gehen weil ich Vollzeit einfach nicht schaffe und auch viel zu genervt und unkonzentriert arbeite ohne entsprechende Freizeitausgleich.
Jetzt ist es mal wieder soweit da ich auch Nachtschicht mache das ich für 7 Nächte am Stück eingeteilt wurde. Von Dienstag bis Montag. Eine Nacht hat bei mir auf der Arbeit 9 Arbeitsstunden. Heute ist die letzte Nacht, ich bin so leer an Energie. Das war schonmal so und hab mit meiner PDL geredet das ich sowas einfach nicht schaffe weil ich eine 63 Stunden block oder Woche nicht schaffe. Leider ist es laut Tarif möglich so zu planen. Als Antwort habe ich damals nur bekommen das sie sogar die Möglichkeit mich 12 Tage so arbeiten zu lassen. Ich bin mir nicht sicher ob man wegen Erschöpfung zum Arzt gehn kann?. Auf jedenfall hoffe ich das ich die Nacht heute noch durchstehe.
glaub du brauchst mal ne Reha. und ja man kann sich deswegen krank schreiben lassen
 
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Fachgebiet
Altenheim Langzeitpflege mit Beatmung
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Pacer

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07.10.2007
09112
Was viele nicht wissen, Teilzeitkräfte müssen Sonntags-/Feiertags-/Nachtarbeit nur anteilig entsprechend der selben Dienste von Vollzeitlern erbringen. Wenn also ein Vollzeitler 7 ND a 9 h/Monat erbringt, sind das bei einem 75 %ler rechnerisch 5,25 ND.
Da das vermutlich kaum ein AG freiwillig umsetzen wird, bleibt nur das einzuklagen oder den AG zu wechseln.
 
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Tombombalin

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06.07.2013
Danke für die ganzen Antworten. Es ist nicht leicht in unserem Beruf, vor allem zu wissen welche Möglichkeiten der Arbeitgeber hat ist schon deprimierend.
Der "normale" Dienstplan gestaltet sich bei mir meist in Ordnung. 1-4 Dienste manchmal 5 mit jeweils 6 1/2 Stunden dann 1-3 Tage frei.
@Crevvi Das was für mich sehr anstrengend war ist, das ich es einfach nicht Gewöhnt bin ein 63 Stunden block/Woche zu arbeiten. Ich bin vor Jahren schon Freiwillig auf Teilzeit 30 Stunden gegangen weil ich weiß das ich Vollzeit nicht auf Dauer überstehe. 7 Tage oder Länger am Stück arbeiten und dann evlt 1-2 Tage frei haben, das ist nix für mich. Ich merke immer wieder wie gestresst meine Vollzeitkollegen sind und auch nach einigen Arbeitstagen verändert sich der Umgang gegenüber den Bewohner

Naja, wenn es ab und zu einmalig ist werde ich es versuchen durch zu drücken. Hoffe nicht das es jetzt Regelmäßig so gemacht wird.
 
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Exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
L

Lulli1.0

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14.07.2020
Kannst du denn mit deinem AG diesbzgl reden? Der AG hat die Verpflichtung den DP so zu gestallten das der AN gesund bleibt. Und das ist eben individuell.

Bedeutet wenn du deinem AG mitteilst das du grundsätzlich die Schichten gemäß den Stunden machst aber eben nicht so viel Tage am Stück kloppen kannst, sollte das möglich sein dich entsprechend zu planen. Wird erst doof wenn andere da stehen und gerne viele Tage am Stück machen damit sie viele Tage am Stück frei haben. Das ist aber ein Problem deines AG und nicht deins.

Ansonsten Attest fertig

Ich hab z.B. mit meiner Stationsleitung ausgebastelt das ich vor und nach einer Rufbereitschaft jeweils keine Schicht habe. Gewöhnlich ist es vor und nach der Rufbereitschaft einen Frühdienst zu haben. Wird man in der Rufbereitschaft komplett gezogen kann man mal eben auf 25h Arbeitszeit in 28h kommen. Und danach einen Frühdienst.

Keine Frage hätte vor Gericht nur wenig bis gar kein bestand.
 
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GuK
Fachgebiet
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Tombombalin

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Themenstarter/in
06.07.2013
@Lulli1.0 Ich hatte schon mal so einen Block vor mehreren Monaten, es ist zumindest nicht die Regel das ich so arbeiten muss. Danach hab ich mit PDl geredet und hatte dann wieder machbare Dienste geplant bis halt vor ca 2 Wochen. Ich habe manchmal das Gefühl das sich PDLs rantasten wie und was sie mit ihren Mitarbeiter machen können und was sie erdulden.
 
Qualifikation
Exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
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Lulli1.0

Mitglied
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14.07.2020
Joan und dann gehst du jedesmal hin wenn sie sich wieder an sowas ran tasten.
Irgendwann würde ich dann fragen ob sie das ernst meinen und dann würde ich mich krankmelden. ggf. vorher wenn ich zu platt wäre.
 
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GuK
Fachgebiet
Anästhesie
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Timo45-3

Mitglied
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03.01.2021
Kiel
Kannst ja deine PDL mal fragen ob es wirklich clever ist dich mehr arbeiten zu lassen wie du kannst.
Sonst muss er sich einen neuen Mitarbeiter suchen, natürlich nachdem du 6 MOnate mit Burnout krankgeschrieben warst.
Wenn er es dann noch nicht einsieht, dann such dir einen neuen Arbeitgeber
 
Qualifikation
Examinierter Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung Stationär

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