Arbeitsrecht Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Elena04

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Hallo,

unsere Heimleiterin versucht Mitarbeiter durch Drohungen,diese zu Hause aufzusuchen,und telefonischem Nachstellen auch von Bekannten der Mitarbeiter, dazu zu nötigen,permanent im Frei telefonisch erreichbar zu sein.

Dies ist sehr unangenehm,man fühlt sich nahezu verfolgt und gezwungen, im Frei ständig vor dem Telefon zu sitzen.

Ist so ein Verhalten rechtens,um die Unterbesetzung zu kompensieren?
Und die kranken Mitarbeiter,die irgendwann nicht mehr können?

Ist man als MA verpflichtet im Frei erreichbar zu sein?


Gruss

NF
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Hier ein Beitrag den ich vor kurzem in Nem anderen threat erstellt habe:

Das Thema gab es hier im Forum schon oft genug. Zu aller erst gilt: Der Arbeitgeber hat sein Weisungsrecht mit Veröffentlichung des Dienstplan verwirkt.<br />
Du musst in deinem frei nicht für deinen AG erreichbar sein und du musst Diensplanänderungen nicht zustimmen. Der dienstplan muss unabänderlich und dokumentensicher gedruckt / geschrieben sein. Solltet ihr nicht die Möglichkeit haben euch euren persönlichen Dienstplan auszudrucken, würde ich mir den Dienstplan abschreiben und von der PDL unterschreiben lassen. <br />
Viele gute Infos gibt es auch auf der seite Schichtplan-Fibel für Betroffene<br />
Wenn dein AG sich nicht daran halten will, sprich mit deinem Betriebsrat, deiner Gewerkschaft oder dem Berufsverband. Die haben i.d.R. Viel Erfahrung im Umgang mit solch resistenten AGs und können dich auch beraten, wie du zu deinem recht kommst.<br />
In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes frei.<br />
Lg<br />
PP <br />
<br />
PS: Dienstverpflichtung ist ein Synonym für Zwangsarbeit und die ist seit 1945 im Deutschland verboten ;-)
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

So wie du das beschreibst ist das Nötigung. Ich würde mich wirklich mal bei der Gewerkschaft schlau machen was man dagegen tun kann. Oft reicht ja schon ein böser Brief durch die zuständige Gewerkschaftssekretärin, damit der AG wieder anfängt nach den Spielregeln zu spielen.

Gesendet von meinem C6903 mit Tapatalk
 
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sternchen27

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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Ich kenne diese thematik bei mir im heim läuft es fast genauso ab! Selbst wenn man im urlaub ist dann ruft die pdl mind. 3 mal in der wo an und möchte das ich einspringe und wenn ich dann sage es geht nicht kommt sie mir mit der drohung eine dienstanweisung rauszugeben und dann muss man einspringen! Oder der diensplan wird einfach ohne dein wissen geändert ohne dich zu fragen ob das geht und wenn du dann die pdl daruaf ansprichts heisst es es geht nicht anders! Das nervt voll oder du hast drei monate dauer spätschicht!
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Ich kenne diese thematik bei mir im heim läuft es fast genauso ab! Selbst wenn man im urlaub ist dann ruft die pdl mind. 3 mal in der wo an und möchte das ich einspringe und wenn ich dann sage es geht nicht kommt sie mir mit der drohung eine dienstanweisung rauszugeben und dann muss man einspringen! Oder der diensplan wird einfach ohne dein wissen geändert ohne dich zu fragen ob das geht und wenn du dann die pdl daruaf ansprichts heisst es es geht nicht anders! Das nervt voll oder du hast drei monate dauer spätschicht!
solange die Regierung der BRD nicht den Notfall ausspricht, gibt es keine Dienstanweisung.
In meinem Frei muss ich nicht ans Telefon gehen.
Was steht in deinem von dir gelesenen und unterschriebenen Arbeitsvertrag?
Habt ihr einen BR oder MAV?
Bist du in einer Gewerkschaft oder hast du eine Rechtschutzversicherung?
Oder hast du Geld übrig für einen RA?
Wie groß ist dein Leidensdruck? Bist du bereit mehr zu tun, als nur hier zu fragen?
Informiere dich durch Bücher/Internet übers Arbeitsrecht, organisiere dich.
Sei vorsichtig - hier lesen auch AG mit

Odder lasse alles wie es ist und akzeptiere deine gefühlte Ohnmacht dem AG gegenüber
 
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supetrosu

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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Irgendwie macht es mich immer wieder sprachlos. In Zeiten des Internets immer noch dieses Unwissen ueber seine Rechte. Man muss doch nur in den einschlaegigen Foren nachlesen. Es springt einen doch geradezu an. Das Arbeitgeber nicht das Recht haben einen aus dem Urlaub zu holen, aus dem Frei. Gerade junge Menschen sind doch mit dem Netz fast verwachsen. Surfen Tag und Nacht darin. Und ausgerechnet solche Informationen finden sie nicht? Raetselhaft.
Und es kann noch nicht mal das Argument geltend gemacht werden das man Angst um seinen Arbeitsplatz hat. Zur Zeit. Bei den vielen offenen Stellen. Liegt es in unserem Blut, das wir gehorchen ohne zu hinterfragen? Sorry, ich weiss, eine sehr gewagte Frage. Aber manchmal kann ich wirklich nur fassungslos den Kopf schuetteln.

Mein Frei gehört mir! - Schichtplan-Fibel für Betroffene

Ich kann nur jedem raten in eine Gewerkschaft einzutreten. Denn auch wenn man nicht immer einer Meinung mit dieser ist, oder sich nicht richtig vertreten fuehlt von dieser, zumindest bekommt man kostenlos Informationen und Rechtsberatung von ihnen...;-) Und das sollte doch wohl ziehen in unser Geiz ist Geil Gesellschaft heute. :innocent:
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Dem Mitarbeiter in Urlaub oder frei nachzustellen oder diesen permanent per Tel. zum einspringen zu nötigen ist genau das NÖTIGUNG und das ist im deutschen Strafrecht ein Straftatbestand.

Ergänzend zu den Beiträgen der Anderen: Zweithandy mit Prepaidkarte zulegen. Nur diese Nummer bekommt der AG. Im Urlaub ist das Ding dann aus und wenn das im Frei so wie geschildert abläuft, dann würde ich sofort nach Dienstende das Handy ebenfalls ausschalten.

Dienstpläne sind immer ein Geben und Nehmen: Ich erfülle meinen MA ihre DP Wünsche und wenn ich es realisieren kann eben auch mal mehr als nur drei, meine MA springen hin- und wieder ein, wenn Not am Mann ist. Wenn die MA nicht können/wollen, dann akzeptiere ich das NEIN.
Genauso läuft das und dann funktioniert es auch. Natürlich ist dafür eine gewisse Personaldecke und ein wertschätzender Umgang miteinander nötig.
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Das Verhalten grenzt ja schon an Nötigung. Wie kann man denn unter solchen Bedingungen unbeschwert arbeiten? Überhaupt nicht.

Sag ihr doch, sie möchte dir mal den entsprechenden Passus aus dem Arbeitsrecht schriftlich vorlegen, das ihr Verhalten rechtfertigt, das kann sie nämlich nicht.

Wenn ihr keinen BR oder ähnliches habt, solltet ihr euch zumindest zusammenschließen als Mitarbeiter und nicht einzeln was unternehmen. Soviel Solidarität sollte doch möglich sein.

Ich verstehe auch nicht, warum man sich nicht gewerkschaftlich organisiert, 1% vom Bruttogehalt ist ja nun wirklich nicht der Burner und man kann den Beitrag noch von der Steuer absetzen.
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Der AG hat bereits mit dem Betrieb eines Krankenhauses, Pflegedienstes, Pflegeheims umfassende Verantwortung übernommen.
Der AN hat nur seine Arbeitskraft zu den regulär durch Arbeitsvertrag und Dienstplan vereinbarten Arbeitszeiten zur Verfügung gestellt.

Wenn der AG überfordert ist, Personal zu stellen, ist er nicht in der Lage, ein Krankenhaus, einen Pflegedienst, oder ein Pflegeheim zu betreiben. Dann muss er es eben dicht machen, oder der Träger muss sich eine neue Betreibergesellschaft suchen. Auch hier nur meine persönliche Sichtweise, gute Arbeitgeber finden nach meiner Erfahrung meist auch ausreichend Kräfte.
Wenn der Personalmangel sich sooo latent darstellt, sollte mal ein objektiver Blick auf die Arbeitsbedingungen geworfen werden.
Ein Wechsel des AG kann hier echt gut tun.

Es gibt kein Dienstverpflichtung, Zwangsverpflichtung oder irgendwas in der Art. Dies hat arbeits-/rechtlich überhaupt keine Relevanz.
Da kann die PDL/PDD oder Heimleitung noch so oft kopfüber im Dreieck springen und etwas von irgendwelchen Dienstanweisungen oder Zwangsverpflichtungen reden - sowas gibt es nicht.

Überhaupt, Dienstanweisungen sind ein Hilfsmittel im Rahmen der Organisation, mit welchen häufig wiederholende Erledigungen von Geschäftsvorfällen im Voraus genau festgelegt werden. Diese sind meist schriftlicher Natur. Die Dienstanweisung enthält die Bestimmung von Zuständigkeit, Termin und Form der Erledigung. Eine telefonische DA in dieser Form existiert nicht.

Spaß beiseite: Der AG darf dem AN während der Arbeitszeit eine Dienstanweisung geben.
Nicht jedoch in dessen Freizeit.
Wenn der AG dies wünscht, dann muss er dementsprechend mit Bereitschaftsdiensten od. Rufbereitschaft im Dienstplan planen u. auch vergüten... Natürlich muss die Grundsätzlichkeit von Bereitschafts- und Rufdiensten mit der MAV o.ä. abgestimmt sein.
Er kann das Arbeitgeberrisiko wie z.B. Dienstplan bricht zusammen weil zu viele Ausfälle entstehen, nicht auf die Arbeitnehmer abwälzen. Und da mag es auch keine Rolle spielen, ob nun im Pflegebereich oder sonst wo.

Ach ja, eine ganz persönliche Meinung noch, ->"Heimleitungen, PDL´s -WBL´s -Stationsleitungen welche Begriffe wie "Zwangsverpflichten" auch nur denken und dann noch aussprechen, haben wohl in ihrer Weiterbildung zuviel geschlafen und sollten sich vielleicht dazu entscheiden, entweder die WB zu wiederholen oder sich eine andere Position ohne Leitungsverantwortung zu suchen. :spinner:"<- persönliche Meinung Ende.

Einen Schönen noch
:coff:
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Hat schon irgendjemand eine schriftliche Dienstverpflichtung bekommen?
Ich würde immer auf etwas Schriftliches bestehen. Dann erledigt sich das Anliegen plötzlich von ganz alleine. Den meisten AG ist nämlich durchaus bewusst, dass sie im Unrecht sind.
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Telefonstecker ziehn, Telefon abmelden und ausschalten wenn solche Chefs anrufen im frei, dann hört das sicher schneller auf, als manche auch nur ansatzweise.... wagen zu denken !-)
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Dadurch schneide ich aber meine anderen sozialen Telefonkontakte auch ab - soviel Macht bekommt mein AG definitiv nicht.
Der AG hat sein Verhalten zu ändern, nicht ich meine allgemeine Erreichbarkeit!
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Anrufen ist ja im Prinzip in Ordnung.

Es geht um die Drohungen und den Zwang zu Hause zu sein, und sein Privatleben unterzuordnen.
Das Androhen von Repressalien,um Angst und Unsicherheit zu verbreiten.
Obwohl jeder genug einspringt,und meist auch immer,soll einem eingeredet werden,man wäre kurz vor der Kündigung, sitzt man nicht 24 Stunden am Telefon.
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Wir haben weder einen betriebsrat noch haben wir eine gewerkschaft! Habe nur eine rechtschutzversicherung! Weiss ich das alle ag mitlesen und vorallem auch der mdk
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Dann ignorier die Drohungen und geh einfach nicht mehr ans Telefon.

das sollten aber des Effekts wegen alle oder zumindest die meisten von euch machen. Und dann schaut mal, ob sie die Drohung der Kündigung wahr macht. Lasst doch nicht so mit euch umspringen.

- - - Aktualisiert - - -

Eine Gewerkschaft hat man nicht, da wird man Mitglied.
immer wird sich beschwert, aber mal dagegen vorgehen macht keiner. Ist doch klar, dass der AG dann so weiter macht.
 
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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Schriftlich bei Einschrieben den Arbeitgeber auffordern Anrufe in der Freizeit, im Krank und im Urlaub zu unterlassen.
Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, kann dir da vielleicht ein Anwalt bei einer aussagekräftigen Formulierung helfen.

Du musst nicht erreichbar sein.
Du musst keinen Dienstplanänderungen zustimmen.
Du musst nicht täglich auf den Dienstplan schauen
Du musst nicht einspringen
Es gibt keine Dienstverpflichtung.

stellt euch endlich auf die Hinterfüße

Ich hatte gerade kürzlich den Fall, dass aufgrund von Krankheitsausfällen es zu einer Besetzung und einem Qualifikationsmix kommen wird, die eine sichere Versorgung der Patienten nicht mehr möglich macht (Bereich Intensivstation).
Ich habe dies schriftlich meiner Leitung mitgeteilt, dass ich die Verantwortung für eine sichere Patientenversorung (als höchstqualifizierte Kraft im Dients) ablehne.
Mehrfach musst ich jetzt den Kollegen sagen dass das nicht heißt, dass ich wünsche dass sie jetzt trotzdem einspringen - sondern nur, dass ich meiner Pflicht genüge tue und meinem Arbeitgeber anzeige, dass er hier Abhilfe schaffen muss - welche auch immer. Z.B. Betten schließen.
Dieser Dienst wird gearbeitet, wenn es sein muss auch alleine - aber ICH übernehme nicht die Verantwortung für die Sicherheit der Patienten - und genau das habe ich meinem AG mitgeteilt - schriftlich, formlos.
 
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Christian Kröhl

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AW: Erreichbarkeit im Frei durch Druck und Drohungen erzwingen rechtens?

Schriftlich bei Einschrieben den Arbeitgeber auffordern Anrufe in der Freizeit, im Krank und im Urlaub zu unterlassen.
Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, kann dir da vielleicht ein Anwalt bei einer aussagekräftigen Formulierung helfen.

Du musst nicht erreichbar sein.
Du musst keinen Dienstplanänderungen zustimmen.
Du musst nicht täglich auf den Dienstplan schauen
Du musst nicht einspringen
Es gibt keine Dienstverpflichtung.

stellt euch endlich auf die Hinterfüße

Ich hatte gerade kürzlich den Fall, dass aufgrund von Krankheitsausfällen es zu einer Besetzung und einem Qualifikationsmix kommen wird, die eine sichere Versorgung der Patienten nicht mehr möglich macht (Bereich Intensivstation).
Ich habe dies schriftlich meiner Leitung mitgeteilt, dass ich die Verantwortung für eine sichere Patientenversorung (als höchstqualifizierte Kraft im Dients) ablehne.
Mehrfach musst ich jetzt den Kollegen sagen dass das nicht heißt, dass ich wünsche dass sie jetzt trotzdem einspringen - sondern nur, dass ich meiner Pflicht genüge tue und meinem Arbeitgeber anzeige, dass er hier Abhilfe schaffen muss - welche auch immer. Z.B. Betten schließen.
Dieser Dienst wird gearbeitet, wenn es sein muss auch alleine - aber ICH übernehme nicht die Verantwortung für die Sicherheit der Patienten - und genau das habe ich meinem AG mitgeteilt - schriftlich, formlos.
Prägnant, treffend und zum Ausdrucken und an den Spiegel kleben geeignet. Insbesondere der Satz

stellt euch endlich auf die Hinterfüße
 
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Aber ist es nicht mittlerweile so, daß man in der Praxis meist am kürzeren Hebel sitzt, und einem nur der Ausstieg bleibt? Will man sich nicht in die Mobbinghölle begeben. Denn sie finden immer etwas, was sie einem vorwerfen können.
 
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Aber ist es nicht mittlerweile so, daß man in der Praxis meist am kürzeren Hebel sitzt, und einem nur der Ausstieg bleibt? Will man sich nicht in die Mobbinghölle begeben. Denn sie finden immer etwas, was sie einem vorwerfen können.
Und genau deshalb ist das "sich auf die Hinterbeine stellen" so alternativlos - denn bei jedem Arbeitgeberwechsel wirst Du u.U. das gleiche Verhalten feststellen müssen und was dann? Wieder einkneifen und kuschen, hinnehmen und die Klappe halten? Genau das ist es doch, was Arbeitgebern das vermeintliche Druckmittel erst in die Hände spielt: die Untätigkeit und die Angst vor der Angst. Und das wird erst dann weniger werden oder gar aufhören, wenn man ihnen dieses Druckmittel aus der Hand nimmt. Nämlich, in dem man sich informiert, seine Rechte bewahrt und sich gegen Willkür seines Arbeitgebers wehrt. Unterstützung hierfür gibt es doch beim Betriebsrat oder der MAV, Gewerkschaften und dem unübersehbaren Heer an arbeitsrechtlich versierten Anwälten.

Nur: nichts zu tun und es lediglich auszuhalten und - Jahre oder jahrzehntelang - über sich ergehen zu lassen bedeutet faktisch, dass man dann dieses System auch noch selbst unterstützt und am Leben erhält. Aber dann darf man sich auch nicht mehr beklagen - denn die "Höllle" in der man dann sitzt, ist die selbstgewählte..
 
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ddas Risiko besteht.
Ich wurde mit wesentlich mehr Respekt behandelt, nachdem ich mich mit dem Rechtsbeitstand der Gewerkschaft gewehrt habe.
Irgendwie hatte ich das Gefühl plötzlich ernst genommen zu werden. Meinen sich wehrenden Kollegen ging es auch so. Der Rest wird weiter so behandelt, wie sie es zulassen.
Natürlich muss dies bei euch nicht so ausgehen, aber das wirst du erst nach einem ernstzunehmenden Versuch wissen.
Mein Vorteil war immer: Gewerkschaftsmitglied zu sein und einem unterm Strich recht guten/fairen/rechtstreuen AG zu haben.
Aber selbstverständlich probiert auch er seine Grenzen aus - wie meine Kiddis es auch mit mir versucht haben.
Grenzen ziehen - tut gar nicht weh, darüber war ich auch sehr erstaunt.
 
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