Erkrankung/Therapieaufklärung

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B

Bodo Josewski

Mitglied
Basis-Konto
13.10.2000
Eine Frage an alle.
Es ist immer auffälliger das die Aufklärung der Patienten seitens der Ärzte und des Pflegepersonal über der Erkrankung und der Therapie immer unzureichender wird.
Häufig wird von seiten der Ärzte gesagt das die betreffende Person voll Informiert ist und fragen vom Patienten an das Pflegepersonal genau das Gegenteil zeigen.
Dadurch bin ich der Meinung das Aufklärungsgespräche über die Erkrankung vom Arzt mit der zuständige Pflegekraft stattfinden sollte, so das beide Seiten über die nötigen Informationen verfügen und sich damit auch der Informationsfluss zwischen den betreuenden Personen und des Betroffenden optimiert wird.
Falls ihr noch ideen habt, nur zu.
Ich möchte mal eure Meinung wissen und auch Vorschläge wie man das Realisieren kann.
Grüße
Bodo
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für tumorkranke Patentinnen und Patienten
Fachgebiet
Hämatologie/ Onkologie/ KMT
A

andrea2903

Neues Mitglied
Basis-Konto
19.12.2001
hallo!
meiner meinung nach, liegt es oft daran, daß patienten nach einer aufklärung noch viele fragen haben, daß die patienten es geistig nicht erfassen können, viel zu aufgeregt sind oder in manchem fall einfach eine zu große informationsflut über sie hereinbricht.
aber deine idee, daß eine pflegekraft beim aufklärungsgespräch dabei sein sollte finde ich gut. das pflegepersonal wäre dann besser informiert, und man selbst lernt ja auch noch was dabei.
das realisieren dürfte nicht allzuschwer sein. hast du schon mal mit einem arzt darüber gesprochen?
gruß, andrea [email protected]
 
Qualifikation
exam. krankenschwester
Fachgebiet
kurklinik
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo Bodo und Andrea,
auf der ITS auf der ich arbeite finden diese Aufklärungsgespräche auch statt!
Deine angesprochene Problematik erlebe ich auch immer wieder!
Ich finde es daher selbstverständlich das ich als Pflegekraft bei diesen Gesprächen anwesend sein möchte! Dieses wird auch weitgehend akzeptiert.
In England habe ich gehört ist es schon alltäglich das eine Pflegekraft anwesend sein muß.

Oft sind auch einfach mehrere Gespräche notwendig und wir als Pflegekräfte müssen da manchmal nachhaken um den Arzt Ärztin nocheinmal zu mobilisieren mit den Patienten oder Angehörigen zu sprechen.

Die Aufklärungsgespräche finde ich eine große herausforderung an alle und am Bett zu stehen wenn ein Patient gerade erfahren hat das seine OP nicht so gelaufen ist wie besprochen, sind Momente in denen ich auch oft nicht weiß was auf mich zukommt.

Ich würde mir vom Pflegeteam auch wünschen das diese besonderen Situationen erkannt werden. Das wenn ich mich heute nicht in der Lage fühlre einen Patienten in dieser Situation zu begleiten ein anderer Kollege es übernimmt ohne das dieses...wieso das denn....kommt

Bis bald
Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
H

homecare

Mitglied
Basis-Konto
16.12.2001
16244
Da ich im ambulanten HomeCare Bereich arbeite , habe ich viel mit Tumor-Pat. zu tun. Ich merke auch immer wieder, daß die vermeintliche gute Aufklärung des Pat. diese mit einer masse von Info´s überflutet, so daß ihnen die Tragweite kaum bewußt wird und das Erkennen der persönlichen Situation erst viel später kommt. Dann ist in der regel kein Arzt mehr vor Ort, so daß es fast immer dem Pflegepersonal passiert, daß "fachchinesisch" mit wohlgesetzten Worten klarzustellen. Da gerade in meinem Bereich der Kontakt sich meist auf den HA beschränkt, der ja auch dieser Situation möglichst aus dem Weg gehen möchte, ist die Gratwanderung fast immer sehr schwierig.
Die Kommunikation gerade in diesem sensiblen Bereich ist noch um etliche Prozente verbesserungswürdig.
Gruß
Rica
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Handelsvertretung/Medizinproduktberater
M

marco.p

Neues Mitglied
Basis-Konto
Hallo Bodo Josewski,

Patientenaufklärung ist ein leidiges Thema
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Fachpflegedienst für onkologische Patienten
M

marco.p

Neues Mitglied
Basis-Konto
Original erstellt von marco.p:
[QB]Hallo Bodo Josewski,

Patientenaufklärung ist ein leidiges Thema, mit dem sich sicherlich jeder in unserem Bereich befassen muß...
Ich möchte hierzu nur eines mal anmerken. Wenn Pflege mehr Kompetenz in Sachen Aufklärung zugesprochen bekäme, dann heißt dies auch, Übernahme einer großen Verantwortung. Können Pflegende denn aufgrund Ihres medizinischen Wissens die Fragen von Patienten und Angehörigen korrekt beantworten oder würde eine Antwort oftmals heißen: " Das kann ich Ihnen nicht sagen, da müssen Sie den Arzt fragen"...
Befiedigend ist unsere Arbeit ja oftmals eh schon nicht, aber das würde mir noch mehr Unmut machen.
Meiner Meinung nach sollten Aufklärungsgespräche gemeinsam mit dem Arzt und der zuständigen Pflegekraft durchgeführt werden. Hierbei gilt es aber zuerst einmal günstige Rahmenbedingungen zu schaffen!
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Fachpflegedienst für onkologische Patienten
F

Frank Fischer

Liebe Pflegende,
[QB]Eine Frage an alle.
Es ist immer auffälliger das die Aufklärung der Patienten seitens der Ärzte und des Pflegepersonal über der Erkrankung und der Therapie immer unzureichender wird.[/QB]
Du hast recht, deshalb wäre es für mich wichtig bei den Aufklärungsgesprächen ,mit dabei zu sein um pflegerelevante Themen mit einzubringen......allerdings dauert gerade das Aufklärungsgespräch seitens der Ärzte ziemlich lange, die Frage ist ob wir es dem Patienten zumuten können?
Oder bei dem ärztlichen Aufklärungsgespräch nur präsent sein und dann ein eigenes Gespräch zu führen....diese Option favorisiere ich persönlich, weil unser Aufnahme/ Aufklärungsgespräch sonst wiedereinmal untergehen würde, ausserdem bin ich für Abgrenzung (und Zusammenarbeit) zu den ärztlichen Kollegen.
Wir würden unser Licht wieder unter den Scheffel stellen !
Was mir auch auffällt ist, dass Patienten aufgeklärt sind, (ich rede hier von unseren Pat.) aber viele Dinge nicht verstanden und somit auch nicht nachvollziehen können was mit ihnen passieren soll (Sichwort: Angst).
Dann werden wir gefragt, weil wir den Patienten natürlich viel näher sind. Mir ist eine gute Zusammenarbeit mit dem/ der ärztlichen KollegInnen wichtig um effektiv in der Aufklärung des Patienten zu sein. ( Traum von mir)....
wir reden miteinander!
Leider ist es häufig nicht so, jeder krautet für sich....das nervt und ist destruktiv.
Natürlich ist es nicht überall so, und gibt auch viele die sich vor der Aufklärung ( Ärzte und Pflegende) drücken, es gibt sog. Teilaufklärungen, Aufklärung der Verwandten/ Ehepartner(!) usw.
Wie ist es bei Dir Bodo? Die Patienten kommen doch bestimmt zu einem Vorgespräch ( KMT, Therapie usw.) ?????
Zum Teil habe ich es schon kundgetan, mein mittelfristiges Ziel ist es, dass Pflegende den Patienten schon Zuhause kennenlernen, bei dem Aufklärungsgespräch mit dem/ der ärztlichen KollegIn dabei sind und anschliessend ein eigenes Aufnahmegespräch machen um eine individuelle Pflegeplanung zu erstellen. Die Stichworte sind für mich Zimmerpflege und Bezugsperson für den Patienten, wichtig ist für mich auch biographisches Arbeiten in der Pflege, deshalb wäre wichtig den Patienten schon in seiner häuslichen Umgebung kennen zu lernen.
Ich spreche hier erstmal nur von meiner Station und das ist eine Knochenmarkstransplantation mit Intensivschlüssel, ich wage mal die Behauptung......so utopisch wäre es nicht, viel liegt auch an dem persönlichen Engagement des einzelnen, aber............

Schreibt( und fragt Eure Ärzte) wie es bei Euch realisiert wird mit der Patientenaufklärung.

Gruss

[ 19. Februar 2002 21:29: Beitrag editiert von Frank Fischer ]
 
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05.07.2001
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